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Aktuelle Meldung vom 14.06.2018

Rainer Bonar: Übergabe des Lebenswerks des Künstlers an das Stiftungsarchiv

Podiumsdiskussion zu Rolle und Wirkung der unangepassten Kunst in der DDR am 19. Juni

Am 19. Juni 2018 wird der umfangreiche Nachlass des Malers, Grafikers und Fotografen Rainer Bonar (1956–1996) durch dessen Erben an das Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung übergeben. Im Podiumsgespräch werden Bonars Wirken als unangepasster Künstler sowie das Spannungsverhältnis zwischen oppositioneller und staatlicher Kunst in der DDR thematisiert. Es diskutieren der Kulturhistoriker Bernd Lindner, der Journalist Hannes Schwenger, die Kunsthistorikerin Susanne Altmann und die Künstlerin Sabine Herrmann. Das Gespräch wird moderiert von Shelly Kupferberg (RBB Kulturradio).

Das Werk von Rainer Bonar steht für den Traum von der Freiheit im geteilten Deutschland. Seine Bilder und Grafiken tragen die Handschrift eines Unangepassten, der sich zeitlebens kritisch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in beiden deutschen Staaten auseinandergesetzt hat. Bis 1981 arbeitete er in Ost-Berlin unter Repressionen und im Visier der Staatssicherheit, danach auf der anderen Seite der Mauer im Märkischen Viertel in Reinickendorf. Seine Mauerserie greift mit dem Motiv des Ikarus ein in der DDR-Kunst der 1980er-Jahre beliebtes Sinnbild für die menschliche Begrenztheit und den tödlichen Sturz nach Selbstüberschätzung auf.

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung befinden sich neben umfangreichen Akten- und Fotobeständen bereits mehrere bildkünstlerische Vor- und Nachlässe. Allein über 2.000 Werke des Zeichners, Malers und Schriftstellers Roger Loewig werden dort verwahrt. Rund 600 Zeichnungen von Wilhelm Sprick verarbeiten dessen Hafterfahrungen von 1945 bis 1950, etwa im Speziallager Sachsenhausen, in Torgau und in Bautzen. Auch Detlev Putzar hat seine Hafterfahrungen in sowjetischen Speziallagern in Zeichnungen dokumentiert, die sich heute im Stiftungsarchiv befinden.

Weitere Informationen zu Bonars Leben und Werk finden Sie hier.

Protest + Eigensinn. Rainer Bonar und die unangepasste Kunst in der DDR
Datum: 19. Juni 2018
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Bundesstiftung Aufarbeitung | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.