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Aktuelle Meldung vom 10.09.2018

Demokratie in der Krise? Diskussion mit Marianne Birthler, Iris Gleicke und Klaus-Rüdiger Mai am 17.09.

Die Ereignisse der letzten Wochen in Chemnitz haben erneut den Blick auf die ostdeutschen Bundesländer gelenkt. Die Zahl von fremdenfeindlichen Übergriffen ist auf die Gesamtbevölkerung gerechnet besonders hoch. Die AfD erzielt dort ihre höchsten Wahlergebnisse und populistische Bewegungen finden großen Zulauf. Das Vertrauen in staatliche Institutionen, Politik und Parteien scheint gerade in den ostdeutschen Ländern geringer ausgeprägt als im Westen und stärker zu schwinden als anderswo. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland und der Welt scheinen sich in Ostdeutschland besonders zu verdichten.

Sind Fremdenfeindlichkeit, Demokratieskepsis und rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen ein besonderes ostdeutsches Problem? Ist es 30 Jahre nach der Wiedervereinigung überhaupt noch legitim, diese Frage getrennt nach Ost und West zu stellen? Müssen zunächst die Ostdeutschen integriert werden – wie derzeit vielfach zu hören ist – bevor Flüchtlinge und Migranten integriert werden können? Darüber diskutieren die ehemalige Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen Marianne Birthler, Iris Gleicke, bis 2017 Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, und der Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai. Moderiert wird das Gespräch von Harald Asel (rbb Inforadio).

Die Bundesstiftung Aufarbeitung fragt mit der Podiumsdiskussion erneut nach den Zusammenhängen von kommunistischer Diktatur und deren Folgen sowie dem Transformationsprozess nach 1989 für die Gegenwart. Aus dem komplexen Ursachenbündel aus ökonomischen, sozialen und politischen Faktoren sollen Aspekte herausgearbeitet werden, die als Folgen der SED-Diktatur und der Wiedervereinigung noch heute spürbar sind und benannt werden müssen. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie Einrichtungen der politischen Bildungsarbeit auf diese Herausforderungen reagieren können und welche Konzepte sie haben.

rbb Inforadio sendet die Veranstaltung in der Reihe „Forum“ am 3. Oktober 2018, 11 Uhr.

Demokratie in der Krise? Extremismus und Zivilgesellschaft in Ostdeutschland
Datum: 17. September 2018
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Bundesstiftung Aufarbeitung | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.