Aktuelles

Aktuelle Meldung vom 10.09.2018

Keine neue Mauer! – Wachsender Widerstand gegen das in Berlin geplante DAU-Projekt

Die kürzlich bekannt gewordenen Pläne, im Rahmen des Filmprojektes DAU in der Mitte Berlins eine Simulation der Berliner Mauer zu errichten, stoßen zunehmend auf Widerstand von Menschen, die sich intensiv mit unserer Erinnerungskultur auseinandersetzen. In einem von der Publizistin Lea Rosh initiierten offenen Brief, der auch von der Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky unterzeichnet wurde, heißt es: „Menschen einer Stadt, die in wenigen Jahrzehnten zwei Diktaturen durchlitten haben, brauchen gar keine Belehrung darüber, was Unfreiheit bedeutet.“

„Wir haben bereits früh öffentlich deutlich gemacht, dass wir das geplante DAU-Projekt sehr kritisch sehen“, erklärte Anna Kaminsky. Vieles an dem Vorhaben sei nach wie vor unklar. Es sei jedoch zu befürchten, dass die brutale Realität des Kalten Krieges als bloße Kulisse für ein gruseliges Big-Brother-Spiel zu Werbezwecken herhalten soll. „Für ein unhistorisches Disneyland ist das Leben unter kommunistischer Diktatur ein zu ernsthaftes Thema“, sagte Anna Kaminsky.

Auch der frühere DDR-Bürgerrechtler und ehemalige Bundestagsabgeordnete Konrad Weiß hat sich am Wochenende gegen das Vorhaben ausgesprochen. In einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) schrieb er: „Sie würden es zulassen, dass mitten in Berlin nach den Regeln einer fremden Macht gelebt und verfahren würde, und dass, unter dem Deckmantel der Kunst, demokratisch gewählte und legitimierte Institutionen nur noch bedingt handlungsfähig wären.“