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Aktuelle Meldung vom 03.10.2018

Tag der Deutschen Einheit: Langzeitfolgen von 40 Jahren Teilung überwinden

Bundesstiftung Aufarbeitung präsentiert Angebote beim Bürgerfest vom 1. bis 3. Oktober 2018 in Berlin

Die Friedliche Revolution und die Wiedererlangung der deutschen Einheit jähren sich 2019 und 2020 zum 30. Mal. „Diese Jubiläen müssen dazu genutzt werden, um an die herausragenden Ereignisse der deutschen Freiheits- und Demokratiegeschichte zu erinnern“, sagte Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur aus Anlass des 28. Jahrestags der Wiedervereinigung am 3. Oktober.

Dieser Rückblick dürfe sich nicht allein auf die Zeit der Teilung und der kommunistischen Diktatur beschränken, so Kaminsky: „Wir müssen mehr denn je die Geschichte der deutschen Einheit in den Blick zu nehmen. Der Einigungsprozess war in Ostdeutschland mit gesellschaftlichen Verwerfungen verbunden, die nicht allein als Folge der vorausgegangenen Diktatur beschrieben werden können. Die gegenwärtige Krise der Politik speist sich in Ostdeutschland auch aus den Erfahrungen der 1990er Jahre, die im Bewusstsein der Ostdeutschen tiefe Spuren hinterlassen haben. Wir brauchen eine Vergangenheitsdebatte, die das Jahr 1989 nicht zum Ende oder Ausgangspunkt der Geschichtsbetrachtung macht, sondern die Alltagsgeschichte der Ostdeutschen in der Diktatur wie auch im vereinten Deutschland gleichermaßen in den Blick nimmt“, erklärte Anna Kaminsky. Die Bundesstiftung Aufarbeitung wolle mit ihrem Schwerpunkt #revolutiontransformation in den kommenden Jahren für eine solche Perspektive werben.

Beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit 2018 in Berlin wird die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vom 1. bis 3. Oktober im Bereich „Geschichte und Erinnerung“ ihre Angebote präsentieren. Am 3. Oktober wird der Leipziger Zeichner Scharwel am Infostand bei einem Live-Comiczeichnen mehrere Motive zum Thema deutsche Einheit entwickeln. Gezeigt wird dort durchgehend die aktuelle Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“. Am 3. Oktober um 15:15 Uhr werden der Fotograf Harald Hauswald und der Autor der Ausstellung Stefan Wolle auf der Bühne des Geschichtsbereichs über Hintergründe und Entstehung des Projekts sprechen. Bei dem Wissensspiel „Wo war die innerdeutsche Grenze?“ haben die Besucherinnen und Besucher des Infostandes die Möglichkeit, aus dem Gedächtnis den Verlauf des ehemaligen Grenzstreifens nachzuzeichnen. Wem diese Aufgabe zu leicht erscheint, kann sich daran versuchen, die Berliner Mauer auf einem Stadtplan einzutragen. Außerdem bietet die Bundesstiftung Aufarbeitung ein großes Sortiment von Filmen, Büchern und Broschüren zur deutschen Teilung und Einheit an.

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