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Aktuelle Meldung vom 02.01.2019

Bundesstiftung Aufarbeitung fördert 2019 bundesweit 191 Projekte

3,2 Mio. Euro für die weitere Auseinandersetzung mit den kommunistischen Diktaturen

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt 2019 bundesweit 191 Projekte zur Diktaturaufarbeitung mit rund 3,2 Millionen Euro. Dazu zählen Archivprojekte, Dokumentarfilme, Publikationen, Ausstellungen sowie Tagungen und Bildungsmaterialien. Die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky erklärte: „Dank der Bereitstellung von zusätzlichen Projektmitteln durch den Deutschen Bundestag können wir zu 30 Jahren Friedliche Revolutionen viele interessante Projekte fördern. Die Resonanz ist enorm, wir hatten für 2019 deutlich mehr Anträge als in den vergangenen Jahren.“ Insgesamt 67 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 1,38 Mio. Euro widmen sich besonders den Umbrüchen von 1989/90 und der anschließenden Transformationsphase. „Bei aller Freude über die zumeist friedlichen Umbrüche in Europa darf nicht vergessen werden, dass dabei brutale kommunistische Diktaturen entmachtet worden sind“, betonte Kaminsky. Die Unterstützung der Opfer politischer Verfolgung betrachtet die Bundesstiftung als eine zentrale Aufgabe. Die Arbeit der entsprechenden Verbände wird mit 183.000 Euro gefördert. Für die Unterstützung der Opferberatung wendet die Stiftung 126.000 Euro auf. Hinzu kommen Förderprojekte, die sich verschiedenen Verfolgungsperioden oder dem hochsensiblen Thema der Zwangsadoptionen widmen.

30 Jahre Friedliche Revolutionen und Transformationsprozesse in Europa

Mit Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung wird etwa das Universitätsarchiv Leipzig einen umfänglichen Fotobestand zur Friedlichen Revolution in der Messestadt digitalisieren und online zur Verfügung stellen. Gefördert werden mehrere Dokumentarfilme zur Friedlichen Revolution und den Folgen, die in Kooperation mit verschiedene Sendeanstalten entstehen. Die Themen reichen von den Runden Tischen und dem Neuen Forum bis zur Geschichte der geteilten Bernauer Straße in Berlin. Für Schülerinnen und Schüler mit Lern- und Sprachschwierigkeiten entwickelt der Eduversum-Verlag Unterrichtsmaterialien zur Friedlichen Revolution 1989 in Einfacher Sprache, die bundesweit 2.000 Schulen zur Verfügung gestellt werden. Hinzu kommen zahlreiche Workshops, Tagungen und Vortragsreihen, wie etwa vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam sowie den Universitäten von Leipzig, Tübingen und Bochum oder der Volkshochschule München.

Steigende Nachfrage beim internationalen Austauschprogramm Memory Work

Auf große Resonanz stieß das internationale Programm Memory Work , das den internationalen Austausch von Gedenkstätten, Archiven, Museen und anderen Aufarbeitungseinrichtungen unterstützt. Die Zahl der Projektanträge war hier so hoch wie nie: Insgesamt 15 Stipendien konnten für 2019 vergeben werden, hierfür werden insgesamt rund 70.000 Euro bereitgestellt. Ziel von Memory Work ist es, die grenzüberschreitende Kooperation bei der Aufarbeitung von Diktaturen und staatlichen Gewalterfahrungen zu unterstützen, den Erfahrungsaustausch anzuregen und den Austausch zwischen Personen und Institutionen zu befördern.

Alle Förderprojekte der Bundesstiftung Aufarbeitung 2019 im regionalen Überblick unter: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/projektfoerderung_2019