Aktuelles

Aktuelle Meldung vom 09.04.2019

Belarus: Staatliche Stellen entfernen in der Gedenkstätte Kurapaty Kreuze

In Belarus wurden am Morgen des 4. April mit schwerem Gerät Gedenkzeichen an der Gedenkstätte Kurapaty entfernt, die am Ort früherer Massenerschießungen an die Opfer des stalinistischen Terrors erinnern. Über 70 Kreuze seien bereits abgebaut worden, berichtete der polnische Fernsehsender Belsat TV. Mehrere Aktivisten und Politiker, die gegen die Räumung protestiert hatten, wurden von der Polizei festgenommen.

In dem Waldstück Kurapaty hatte die sowjetische Geheimpolizei zwischen 1937 und 1941 Zehntausende Menschen hingerichtet. Ab 1944 wurden die dortigen Massengräber vom NKWD beseitigt, das Gebiet gezielt aufgeforstet. Seit der Wiederentdeckung des Gräberfeldes 1988 ist der Gedenkort Kurapaty umstritten. Zivilgesellschaftliche Aktivisten, Religionsgemeinschaften sowie die Angehörigen von Opfern des stalinistischen Terrors haben in dem Waldstück Hunderte Gedenkkreuze errichtet. Immer wieder musste der Gedenkort gegen staatlich geplante Baumaßnahmen verteidigt werden. Die Entfernung der Kreuze scheint ein weiterer Schritt weißrussischer Regierungsstellen zu sein, die missliebige Erinnerung an die kommunistischen Gewaltverbrechen aus dem öffentlichen Bewusstsein zu tilgen.

Zum Bericht des Fernsehsender Belsat TV.

Die Geschichte der Gedenkstätte Kurapaty ist in dem Band „Museen und Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktaturen“ der Bundesstiftung Aufarbeitung dargestellt. Zum Buch.

Einen Gesamtüberblick bietet der Band "Erinnerungsorte an die Opfer des Kommunismus Belarus".