Aktuelles

Aktuelle Meldung vom 04.06.2019

30 Jahrestag des Massakers am Platz des Himmlischen Friedens in Peking

Mit blutiger Gewalt ging das chinesische Militär am 4. Juni 1989 gegen die Freiheitsbewegung in Peking vor, viele Hundert Menschen wurden dabei getötet und Tausende verletzt. Ermutigt durch die von Michael Gorbatschow in der Sowjetunion angestoßenen Reformen und die Demokratiebewegungen in Osteuropa hatten vor allem chinesische Studenten seit dem Frühjahr 1989 anhaltend für mehr Freiheit demonstriert.

Das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens war ein Fanal für die Oppositionsbewegung nicht nur in China, sondern für Dissidenten im gesamten kommunistischen Machtbereich: „Die Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 rief den Zeitgenossen drastisch in Erinnerung, dass die kommunistischen Diktatoren stets bereit waren, ihre Macht mit Gewalt zu verteidigen: sei es in der DDR am 17. Juni 1953, in Polen und Ungarn 1956 oder in der Tschechoslowakei 1968“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Anna Kaminsky.


Insbesondere in der DDR erklärte die Staatsspitze unverzüglich ihre Solidarität mit den chinesischen Genossen und dem gewaltsamen Vorgehen gegen die eigene Zivilbevölkerung. „Der demonstrative Schulterschluss der SED mit ihren chinesischen Genossen war nichts weniger als eine unverhohlene Drohung an die demokratische Opposition im eigenen Land. Der Sozialismus sei notfalls auch mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, ließ etwa DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker am 13. Juni 1989 verlauten.“, sagte Anna Kaminsky. Im September 1989 reiste Egon Krenz nach Peking und solidarisierte sich öffentlichkeitswirksam mit der chinesischen KP. Doch die Friedliche Revolution in der DDR konnte er damit nicht aufhalten, zu entschlossen war der Widerstand gegen die kommunistische Herrschaft. „Dass sich die Opposition in der DDR und Ostmitteleuropa davon nicht hat einschüchtern lassen und in den Folgemonaten die kommunistischen Diktaturen mit friedlichem Protest in die Knie gezwungen hat, war ein Akt ungeheuren Mutes“, sagte Kaminsky.

Der STERN-Fotograf Harald Schmitts dokumentiert die Pekinger Protestbewegung und das Massaker in seinen Bildern, die heute im Bildarchiv der Bundesstiftung Aufarbeitung verwahrt werden. Hier finden Sie die Bildervorschau.