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Aktuelle Meldung vom 04.07.2011

Bundespräsident Wulff: Aufarbeitung von SED-Unrecht wird nie erledigt sein

Bundespräsident Christian Wulff hat bei einem Besuch in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 4. Juli 2011 beklagt, dass „der menschenverachtende Charakter des SED-Regimes im öffentlichen Bewusstsein noch nicht ausreichend verankert“ sei. Er forderte dazu auf, den Opfern der Diktatur zuzuhören, die historische Forschung zu verstärken und der Verharmlosung der SED-Diktatur entgegen zu treten.

Anlass seines Besuches war der Auftakt zur gemeinsamen Veranstaltungsreihe des Bundespräsidenten und der Bundesstiftung Aufarbeitung „Vergangenheit erinnern – Demokratie gestalten“, über die die Website www.erinnern-und-gestalten.de informiert. Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung, sagte: „Junge Menschen verfügen heute – glücklicherweise – nicht über eigene Erfahrungen zum Leben in der Diktatur. Deshalb gilt es, Geschichte für sie erfahr- und erlebbar zu machen. Durch gemeinsames Erinnern und demokratisches Gestalten wird die nachwachsende Generation den Erfahrungen der Vergangenheit und den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft gerecht.“

Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung, regte in ihrer Begrüßung an, das Jahr 2014 als ein „Europäisches Jahr der Zeitgeschichte“ zu begehen. 2014 jährten sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100., der des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal, die Friedlichen Revolutionen zum 25. und die EU-Osterweiterung zum 10. Mal. „Damit bietet das Jahr 2014 die einmalige Chance, einen gesamteuropäischen Geschichtsdiskurs zu befördern, der die Verflochtenheit der verschiedenen Nationalgeschichten verdeutlicht und dazu beitragen kann, europäische Identität zu stiften“, so Kaminsky.

Über 100 junge Menschen waren der Einladung zum Podiumsgespräch „Demokratie versus Diktatur“ gefolgt. Es diskutierten Dr. Zsusa Breier, Rainer Eppelmann, Prof. Paul Nolte, Cornelia Schmalz-Jacobsen und Andreas Schönfelder unter der Moderation von Stephan Detjen, Chefredakteur des Medienpartners Deutschlandfunk.

Zuvor hatten Markus Meckel, Rainer Eppelmann und Dr. Anna Kaminsky (Ratsvorsitzender, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung) bei einem Rundgang durch die Geschäftsstelle und bei einem 45-minütigen persönlichen Gespräch Bundespräsident Wulff einen Überblick über die Arbeit der Bundesstiftung gegeben. Der Bundespräsident hob dabei hervor, dass die Bundesstiftung Aufarbeitung „vielen Opfern des SED-Regimes, vielen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen das Wort gegeben“ habe. Die Arbeit der Bundesstiftung wie auch all der anderen Institutionen der DDR-Aufarbeitung werde, so der Bundespräsident, „nie erledigt sein, da die Gefahr totalitärer Ideen nie gebannt ist“.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe sowie Fotos für Ihre Berichterstattung finden Sie auf der Webseite www.erinnern-und-gestalten.de .

Die Rede des Bundespräsidenten finden Sie hier. Es gilt das gesprochene Wort: http://www.bundespraesident.de

Die Gesprächsrunde wird am Mittwoch, 6. Juli 2011 ab 19.15 Uhr auf dem Sendeplatz "Zur Diskussion" im Deutschlandfunk ausgestrahlt.
In Berlin hören Sie den Deutschlandfunk auf UKW 97,7.Weitere Frequenzen finden Sie unter http://www.dradio.de/dlf/frequenzen/.

Weitere Informationen erhalten Sie über Bundesstiftung Aufarbeitung,
Telefon: 030 31 98 95 223 oder E‐Mail .