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Aktuelle Meldung vom 09.11.2019

9. November: Erinnern an 30 Jahre Mauerfall und die Pogromnacht 1938

Der 9. November steht als historische Chiffre für die tragischsten Ereignisse und zugleich einen der glücklichsten Momente in der deutschen Geschichte: Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer, es öffnete sich der Weg zur Selbstdemokratisierung der DDR und schließlich zur deutschen Einheit. In Berlin wird der Höhepunkt der Festivalwoche erwartet, bei der seit dem 4. November Veranstaltungen, Kunstinstallationen und Kulturbeiträge zu den Ereignissen vom Herbst 1989 angeboten werden.

Bei aller Freude über den Fall der Mauer muss der 9. November immer mit der Erinnerung an die schändlichen Ereignisse des Jahres 1938 verbunden bleiben. Vor 81 Jahren ließen die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht überall in Deutschland Juden misshandeln, einsperren, berauben und töten; Synagogen und Geschäfte brannten. Zehntausende wurden in die KZs verschleppt.

Am 9. November 1923 hatten antidemokratische Kräfte beim sogenannten Hitlerputsch gewaltsam versucht, die junge Demokratie zu stürzen. Die erste deutsche Republik war erst fünf Jahre zuvor, am 9. November 1918 von Philipp Scheidemann in Berlin ausgerufen worden. 70 Jahre zuvor war der Revolutionär Robert Blum am 9. November 1848 für sein Eintreten für eben diese Demokratie hingerichtet worden.

Wie kein anderes Datum markiert der 9. November die Wechselfälle der deutschen Geschichte. Die Vielfalt historischer Ereignisse angemessen zu würdigen, bleibt eine Herausforderung für unsere Erinnerungskultur.