Andrea Prause

Kurzbiographie

Andrea Prause, geboren 1979 in Elsterwerda, studierte Neuere und Neueste Geschichte sowie Europäische Ethnologie an der HU Berlin. Nach Studienabschluss 2009 folgten die Mitarbeit an Ausstellungs- und Buchprojekten zur alternativen Kunst und Kultur der DDR sowie eine freiberufliche Tätigkeit in der qualitativen Sozialforschung. Seit 2010 Promotion am Institut für Europäische Ethnologie der HU Berlin bei Prof. Wolfgang Kaschuba.

E-Mail anAndrea Prause

Kurzbeschreibung der Dissertation

Subkulturelle Parallelwelt Mode – Die alternative Modeszene der DDR in den 1980er Jahren

Parallel zum offiziellen, staatlichen Modeschaffen der DDR bildete sich in den 1980er Jahren in einigen Städten der DDR eine alternative Modeszene um Designer, Fotografen, Models und Visagisten heraus. Das breite Spektrum des von Ost-Berlins ausgehenden Phänomens reichte dabei von simplen, an westlichen Stilen orientierten T-Shirt-Manufakturen über klassische Modenschauen sowie provokatorisch-enttabuisierende Mode-Shows mit subversiven, teils politischen Inhalten bis hin zu spektakulären Inszenierungen von Mode-Theatern, die über die Grenzen der Republik hinaus Aufsehen erregten.
Indem die Subkultur die sozialistische Anpassungsgesellschaft auf symbolisch-stilistische Weise attackierte und durch ihre nonkonformen Lebensweisen moralisch-habituelle Gegenentwürfe zum totalitären Herrschaftsanspruch des SED-Staates entwarf, avancierte sie zum Politikum. Die Diktatur entwickelte repressive Reaktionsmechanismen, die darauf abzielten, das Phänomen zu kontrollieren und zu begrenzen Als Produkt spezifischer Bedingungen der DDR verweist die zunehmende Popularität und Professionalisierung der Szene jedoch letztlich beispielhaft auf den Legitimations- und Machtverfall der Staatsmacht DDR im Verlauf der 1980er Jahre.