Aufstände gegen die kommunistischen Diktaturen

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Das Jahr 1956 in Polen

Das Jahr 1956 in Polen

Und seine Resonanz in Europa

Institut für Politische Studien, Polnische Akademie der Wissenschaften,
Collegium Civitas, Bundesstiftung Aufarbeitung, Warschau 2009,
Im Buchhandel erhältlich.
ISBN 978-83-60580-50-9 / ISBN 978-83-61067-13-9


In dem Buch analysieren bekannte Historiker und Politologen aus Tschechien, Deutschland, Polen, Russland und Ungarn die Ereignisse des Jahres 1956 in Polen sowie ihre Resonanz in anderen europäischen Ländern. Sehr interessant und manchmal auch überraschend sind die Diskussionsbeiträge und Stellungnahmen von vier Zeitzeugen und Teilnehmern der Ereignisse von 1956.

Gustav Just: Ich war glühender Anhänger des neuen Kurses noch Stalins Tod, der leider durch den Volksaufstand in der DDR zunichte gemacht, aber von einigen Oppositionellen fortgeführt wurde. Als solcher sah ich mich im „Sonntag" konfrontiert mit der Möglichkeit, die Lehren des XX Parteitages der KPdSU - die Demokratisierung, die Berücksichtigung der nationaler Besonderheiten - in irgendeiner Form in unsere Zeitung zu bringen. [..."> Das war eine Zeit der Hoffnungen, ich war nie so glücklich und zufrieden wie mit der Arbeit, die ich damals machen konnte.

Lechoslaw Gozdzik: Ein solches Schockerlebnis war für mich prinzipiell das gesamte Jahr 1956. Das, was ich mit eigenen Augen als Folge unserer Aktivität gesehen habe, wie sich dieses Volk von den Knien erhebt, wie die Menschen Mut fassen. Man spürte den Hauch der Freiheit, das war sichtbar bei jedem Schritt. Und das war ein wunderschöner Moment in meinem Leben, als ich mich freuen konnte, als ich diese Menschen gesehen habe, mit ihnen auf den Versammlungen in den Betrieben sprechen konnte.

Krzysztof T.Toeplitz: Ich erinnere mich nicht an den einen herausragenden Moment, der mich beflügelt hätte. Stattdessen habe ich aus jenen Zeiten eine ganze Reihe von Ereignissen im Gedächtnis, die ich ungemein ermutigend fand und die für mich und meine gesamte Umgebung ein richtiger Frühling waren. [..."> Durch eine ganze Reihe dieser Ereignisse entdeckten ich und meine Umgebung die Welt. Wie diese Welt wirklich war und wie sie sein konnte.

Andrzej Kurz: Ab dem Oktober 1956 kann man zwar von einer Abhängigkeit Polens von der Sowjetunion und von einer eingeschränkten Souveränität sprechen, aber nicht mehr davon, dass es diese Souveränität nicht gegeben oder dass die Sowjetunion die inneren Angelegenheiten Polens dominiert habe. Auch in der Politik des amerikanischen Außenministeriums begann man Polen ab 1956 als eigenständiges Subjekt zu behandeln. Die im Oktober 1956 erlangte Freiheit des Wortes, besser gesagt, des gesprochenen, wenn auch nicht des gedruckten und in den Medien veröffentlichten Wortes, war ein Wert und überdauerte trotz verschiedener aggressiver Ausfälle der Propaganda, besonders in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre und der ersten Phase des Kriegszustandes. Der Oktober 1956 leitete einen großen schöpferischen Aufschwung in Kunst und Wissenschaft ein und knüpfte Verbindungen zum Gedankengut und zur Kultur der Welt, besonders des Westens.

Im Buchhandel erhältlich.