Bildungsangebote

Die Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR findet sowohl von Seiten der Länder und des Bundes, der Wissenschaft, der Erinnerungs- und Begegnungsstätte im ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau und der Opferverbänden statt und dient nicht nur dazu den ehemaligen Heimkindern Unterstützungsangebote zur Verfügung zu stellen. Durch Ausstellungen, Publikationen und Filme wird ebenso versucht an das Schicksal der Kinder- und Jugendlichen zu erinnern, die dem System der Heimerziehung hilflos ausgeliefert waren und somit Verständnis in der Gesellschaft für die Schicksale Betroffener zu wecken und Vorurteile ihnen gegenüber abzubauen.

Hier finden Sie eine Auswahl an Ausstellungen, Filmen, Radio- und Fernsehbeiträgen, die in der Auseinandersetzung mit dem Thema Heimerziehung entstanden sind.

Material für die Schule

  • "Weggesperrt" und "Abgehauen" - Romane von Grit Poppe mit didaktischem Begleitmaterial
    Grit Poppes Roman "Weggesperrt" basiert auf Zeitzeugenberichten ehemaliger Heimkinder und eignet sich als Schullektüre für die Klassenstufen 9 und 10. Die Verlagsgruppe Oetinger bietet zusätzlich umfangreiche didaktische Materialien an, die als PDF online zur Verfügung stehen.

    "Abgehauen" knüpft an "Weggesperrt" an, indem die Geschichte der Nebenfigur Gonzo im geschlossenen Jugendwerkhof Torgau zu einer eigenen Romanhandlung erweitert wird. Auch für diese Publikation werden didaktische Materialien online als PDF angeboten.

Ausstellungen

In der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau informiert die Dauerausstellung "Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus - Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau im Erziehungssystem der DDR" über das System der Spezialheime der DDR-Jugendhilfe. Video- und Tondokumente geben einen Einblick in den Alltag und das fragwürdige Erziehungskonzept. Einzelbiographien und Aktenauszüge beschreiben Lebenswege von Betroffenen. Die Dauerausstellung kann zu den regulären Öffnungszeiten der Gedenkstätte besichtigt werden. Weitere Infos

Die Wanderausstellung "Ziel: Umerziehung - Die Geschichte repressiver Heimerziehung der DDR" erklärt das System und den Alltag der DDR-Heimerziehung. Die Ausstellung vermittelt Wissen über einzelne Umerziehungs-einrichtungen, schildert exemplarisch die Lebenswege fünf ehemaliger Heimkinder und thematisiert die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels DDR-Geschichte in der Bundesrepublik. Die Ausstellung besteht aus zwölf Tafeln, einer Hörstation und einem Monitor. Details zur Ausleihe und einem Begleitprogramm gibt es bei der Gedenkstätte GJWH Torgau.

Die Wanderausstellung "Die Jugend der Anderen" zeigt Fotografien, die Anfang der 1980er Jahre im Jugendwerkhof Crimmitschau entstanden sind. Die Fotografin Christiane Eisler bekam damals im Rahmen ihrer Diplomarbeit für die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst die Erlaubnis, die Bewohnerinnen im Jugendwerkhof Crimmitschau mehrere Monate lang mit der Kamera zu begleiten. Für die Wanderausstellung wurden einige der damaligen Bewohnerinnen ausfindig gemacht und erneut fotografiert. In der Ausstellung erzählen sie von ihren damaligen Erlebnissen und beschreiben, welche Auswirkungen die Monate im Jugendwerkhof auf ihr weiteres Leben hatten. Weitere Infos

Die Wanderausstellung "Auf Biegen und Brechen" informiert über die Geschichte des Geschlossenen Jugendwerkhofes Torgau. Anhand von Fotos, Dokumenten und Begleittexten wird der Alltag der Jugendlichen nachgezeichnet, die diese Unterbringung durchlaufen mussten. Weitere Infos

Das größte Kinderheim der DDR befand sich mit einer Dauerbelegung von bis zu 600 Kindern und Jugendlichen in der Berliner Königsheide. Es entstand 1953 und war später auch unter dem Namen »A.S. Makarenko« bekannt. Anfangs erbaut um Kriegswaisen unterzubringen, avancierte die Einrichtung schnell zum Vorzeigeheim der DDR. Die Wanderausstellung »Aufbruch in die Vergangenheit« des Vereins "Königsheider Eichhörnchen" beleuchtet die Geschichte dieses Normalheims. Weitere Infos