Thüringer Allgemeine (27.05.2003)

Otto Reckstat erhält eine Gedenktafel: Zwei Termine zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes in Nordhausen

Was am 17. Juni 1953 und an den Folgetagen in Nordhausen passierte, darüber wird der Nordhäuser Geschichts- und Heimatforscher Rainer Hellberg anlässlich des 50. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR berichten. Zu dieser Veranstaltung lädt das städtische Amt für Kultur, Bildung und Soziales herzlich ein. Der Eintritt ist frei.
Hellberg wird am 17. Juni um 19.30 Uhr im Bürgersaal des Neuen Rathauses in Nordhausen wichtige Ergebnisse aus der 80-seitigen Arbeit Der 17. Juni in Nordhausen vorstellen, die er gemeinsam mit dem Heimatforscher Fritz Schmalz erstellt hat. Er wird darüber berichten, welche Ursachen und Folgen dieser Tag hatte und welche Einzelschicksale sich damit verbanden. Für die Arbeit haben Hellberg und Schmalz jahrelang in Bundes- und Staatsarchiven recherchiert.
Nordhausen war im Jahre 1953 eine von zwölf Städten beziehungsweise zehn Kreisen des damaligen Bezirkes Erfurt, in denen es Aufstände gab.
Am 18. Juni um 9.30 Uhr enthüllt ( ebenfalls anlässlich des 50. Jahrestages ( Nordhausens Bürgermeister Klaus Wahlbuhl an der Otto-Reckstat-Brücke zwischen der Halleschen- und Barbarossastraße eine neue Gedenktafel für Otto Reckstat, der als eine der Symbolfiguren des 17. Juni in Nordhausen gilt.
Otto Reckstat war seit dem Jahre 1952 der Gewerkschaftsgruppen-Organisator im Nordhäuser VEB ABUS-Maschinenbau gewesen und wurde von seinen Kollegen zum Streikführer während der Arbeitsniederlegung am 17. und 18. Juni 1953 gewählt. Er wurde damals verhaftet und von der DDR-Justiz zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Man entließ Reckstat im Dezember 1956 aus der Haft. Im Jahre 1957 flüchtete er mit seiner Frau aus der DDR nach Westberlin.

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