1. Mahnmal für die Opfer der politischen Verfolgung, Ulaanbaatar, Mongolei (1997): Das Mahnmal steht neben dem „Museum zur Erinnerung an die Opfer politischer Verfolgung“, welches 1996 eröffnet wurde. In einem schwarzen Kubus ist eine sich in Abwehrhaltung befindende Figur hineingepfercht, die sich gegen die trichterförmig enger werdenden Wände stützt. Jedes Jahr finden am 10. September, dem nationalen Gedenktag für die Opfer der politischen Verfolgung, Gedenkfeiern am Mahnmal statt.

2. Mahnmal für die Opfer des Kommunismus in Prag, Tschechische Republik (2002): Das Mahnmal befindet sich am Fuße des Petřín-Hügels (Laurenziberg). Es wurde von der Konföderation der politischen Häftlinge der Tschechischen Republik initiiert.  Auf einer weißen, immer enger werdenden Treppe stehen auf 26 Stufen sieben stilisierte, aus Bronze gestaltete Männerskulpturen. Vom Fuß der Anhöhe aus betrachtet, lösen sich die Figuren, je weiter die Treppe emporsteigt, immer mehr auf, bis sie schließlich nur noch als Fragmente auszumachen sind. Die Männerfiguren repräsentieren symbolhaft einen Menschen, der zur Liquidierung bestimmt wurde. Jedes Jahr am 27. Juni (dem Tag der Hinrichtung von Milada Horáková, Záviš Kalandra, Jan Buchal und Oldřich Pecl im Jahr 1950) findet eine große Gedenkveranstaltung am Denkmal statt.

3. Nationales Denkmal zur Erinnerung an den antikommunistischen Widerstand 1945-1989 in Bukarest, Rumänien (2016): Das Denkmal steht am „Platz der freien Presse“. Es wurde vom Verein ehemaliger politischer Häftlinge in Rumänien initiiert. Die 20 Meter hohe Stahlkonstruktion in Form von Flügeln („Aripi“), die auf dem Fundament einer abgerissenen Lenin-Statue am „Platz der Freien Presse“ errichtet wurde, schuf der Bildhauer Mihai Buculei, dessen Vater als politisch Verurteilter in Aiud inhaftiert war. Die drei Flügel stellen die Heilige Dreifaltigkeit dar, die die Seelen der Opfer des kommunistischen Regimes in den Himmel trägt. Jedes Jahr werden am 9. März am Denkmal Zeremonien zum Gedenken an die Opfer des kommunistischen Regimes abgehalten.

4. Die Mauer der Trauer in Moskau, Russland (2017): Wladimir Putin hatte das Denkmal, das an der zentral gelegenen Kreuzung Sacharow-Prospekt und Gartenring liegt, 2015 in Auftrag gegeben. An der Konzeption arbeiteten Künstler, Kremlpolitiker und Menschenrechtler gemeinsam. Der Staat zahlte nach offiziellen Angaben umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro; private Spender haben knapp 700.000 Euro gesammelt. Das Denkmal, entworfen von Georgij Franguljan, stellt etwa 500 menschliche Figuren – die Opfer der Repressionen – dar, darauf steht das Wort „Gedenke“ in 22 Sprachen. Die Gesichter der Figuren sind nur schemenhaft zu erkennen; Mund, Nase, Augen, alles Persönliche fehlt. Das Terrain um das Denkmal ist mit Steinen gepflastert, die aus ehemaligen Lagern und Gefängnissen des GULAG stammen.

5. Mahnmal für die Opfer des Kommunismus in Sofia, Bulgarien (1998): Das Mahnmal befindet sich im östlichen Teil des Parks rund um den Nationalen Kulturpalast und ist das größte seiner Art im Land. Das Denkmal ist den Opfern der terroristischen Aktionen der Kommunistischen Partei vor dem 9. September 1944 und den Opfern des totalitären Regimes zwischen 1944 und 1989 in Bulgarien gewidmet. Jedes Jahr werden am 23. August, dem europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus, sowie am 1. Februar (nationaler Gedenktag für die Opfer des Kommunismus) und am 9. November (Tag der kommunistischen Machtübernahme in Bulgarien) Gedenkveranstaltungen abgehalten.

6. Der Mahnmalkomplex „Post-Bloc“ in Tirana, Albanien (2013): Der Mahnmalkomplex steht an einem zentralen Platz gegenüber dem Amtssitz des albanischen Premierministers. Die Kunstinstallation besteht aus einem Originalsegment der Berliner Mauer, einem Betonstützen aus den Bergwerkstollen des Arbeitslager Spaç und einem Bunker. Der Bunker befindet sich in seiner ursprünglichen Position und gehört zu einem ehemals abgeschotteten Wohnblock, in dem der verstorbene Diktator Enver Hoxha und hohe kommunistische Beamte von 1945 bis 1991 lebten. Entworfen wurde das Mahnmalvon dem albanischen Schriftsteller Fatos Lubonja und dem Künstler Ardian Isufi. Lubonja war selbst politischer Gefangener während des Regimes.

(Das Copyright für alle Fotos liegt bei der Stiftung Aufarbeitung)