Welchen Zweck verfolgt das Programm?

Prof. Dr. Hermann Heimpel hat testamentarisch verfügt, dass ein Teil seines Erbes für gemeinnützige Zwecke verwendet werden soll. Seine Tochter, Frau Susanne Heimpel, hat sich entschieden, über die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Vorhaben zu fördern, die entlang der einstigen innerdeutschen Grenze angesiedelt sind und die Erinnerung an die Teilung des Landes wachhalten.  

Dank einer Zuwendung von Frau Heimpel in Höhe von 150.000 € ist es nunmehr möglich, dass Museen und Erinnerungsorte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei der Bundesstiftung Aufarbeitung Anträge auf Projektförderung zur Erarbeitung von Informationsangeboten stellen können.

Nach Maßgabe dieser Ausschreibung kann den Einrichtungen eine finanzielle Unterstützung in Form von Zuwendungen bis zu einer Höhe von 5.000 € gewährt werden und zwar zur Erweiterung, Überarbeitung oder Erstellung von Informationsangeboten, die die Geschichte der deutschen Teilung und/oder einzelner Aspekte entlang der einstigen innerdeutschen Grenze aus ost-, west- oder gesamtdeutscher Perspektive behandeln. Ziel der Informationsangebote soll es sein, mit modernen, zeitgemäßen Formen zu vermitteln, was die deutsche Teilung und das Leben an der Grenze sowohl auf staatlicher, gesellschaftlicher als auch persönlicher Ebene bedeutete. Entsprechend dem gesetzlichen Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur können auch die Ursachen und die Folgen der deutschen Teilung in den Projekten thematisiert werden. 

Die Laufzeit des Förderprogramms beträgt beginnend mit der Antragsphase 2022 insgesamt drei Jahre bis einschließlich 31.12.2024. Dabei können pro Förderjahr bis zu 10 (zehn) Vorhaben gefördert werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden insbesondere Ausstellungsvorhaben, die Erstellung von Informations- und Bildungsmaterialien aller Art, Veranstaltungen sowie die Markierung von historischen Orten. Zuwendungsfähig sind unter anderem:

  • Honorare für freie Mitarbeiter zur Recherche und zur Erstellung von Ausstellungen, Informationsangeboten, Hinweistafeln, ggf. Erstellung eines historischen Gutachtens in Vorbereitung der Markierung eines historischen Ortes;
  •  Ausgaben, die die praktische Umsetzung der Entwürfe zum Gegenstand haben;
  • die Erstellung museumspädagogischer Angebote und ausstellungsbegleitender Bildungsangebote, sowie Flyer und Werbematerialien.

Ziel der Förderung ist es, Informationsangebote zu bzw. an den historischen Orten zu erstellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bevorzugt werden innovative Projekte, die eine besondere, auf die jeweilige regionale Geschichte bezogene Ausrichtung erkennen lassen.

Nicht zuwendungsfähig sind bauliche Maßnahmen aller Art am Museumsgebäude oder zur Restaurierung historischer Überreste. Ausgeschlossen von der Förderung sind zudem Vorhaben, die auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sind. Ein Rechtsanspruch der Antragsteller auf die Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Zuwendungsvoraussetzungen

Die zu fördernden Projekte müssen erkennbar einen räumlichen oder fachlich-inhaltlichen Bezug zur innerdeutschen Grenze und der Grenzregion haben. Das Projekt darf vor der Entscheidung über den Antrag nicht begonnen worden sein. Auf die Förderung durch die Bundesstiftung Aufarbeitung sowie die Spende ist im Projektverlauf sowie nach Projektabschluss in geeigneter Form hinzuweisen.

Art und Höhe der Zuwendung

Die Zuwendung wird als Projektförderung in Form der Festbetragsfinanzierung gewährt. Die über die Bundesstiftung Aufarbeitung bereitgestellte Förderungssumme beträgt maximal € 5.000 pro Projekt.

Antragsverfahren

Zuwendungsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts, d.h. Museen, Gedenkstätten und Vereine entlang der innerdeutschen Grenze, die sich in öffentlicher oder privater Trägerschaft befinden. Privatpersonen sind von der Antragstellung ausgeschlossen.

Zur Bewilligung einer Zuwendung bedarf es eines formlosen schriftlichen Antrages. Der Antrag ist per E-Mail und in Papierform bei der Bundesstiftung Aufarbeitung einzureichen und soll folgende Informationen enthalten:

  • Zusammenfassung/Kurzbeschreibung des Vorhabens  
  • Inhaltliche Skizze bzw. Konzeption des geplanten Vorhabens, bei Veranstaltungen Programmentwurf
  • Selbstdarstellung der beantragenden Einrichtung
  • Detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan mit Darstellung der bei der Bundesstiftung Aufarbeitung beantragten Mittel sowie der Eigen- und ggf. anderer Drittmitteln
  • Zeitplan zur Realisierung des Projektes
  • Unterlagen über den rechtlichen Status des Antragstellers

Antragsschluss für eine Projektförderung 2022 ist der 31. Mai 2022. Für eine Projektförderung im Jahr 2023 sowie 2024 sind die Anträge jeweils bis zum 28.2. des betreffenden Jahres einzureichen. Anträge können auch für überjährige Projekte gestellt werden.

Ihre Anträge richten Sie bitte per Post und per E-Mail an:

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Förderprogramm Grenzlandmuseen

Kronenstraße 5

10117 Berlin

E-Mail: foerderung@bundesstiftung-aufarbeitung.de

Die Entscheidung über die Projektbewilligungen trifft eine Jury, der Susanne Heimpel, die Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Anna Kaminsky, der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung, Rainer Eppelmann, Dr. Christine Schoenmakers (Bundesstiftung Aufarbeitung), Tobias Soldner (Ehemann von Susanne Heimpel) sowie Silvia Kannegießer (Metropolregion Hamburg, Koordinatorin des Verbunds „Grenzgeschichten“) angehören.

Nachweis und Berichterstattung

Für eine abschließende Erfolgs- und Wirkungskontrolle ist der Bundesstiftung Aufarbeitung ein Bericht über die Realisierung des Vorhabens entsprechend der im Zuwendungsbescheid angeführten Frist zu übermitteln. Hierzu gehören sowohl ein Sachbericht als auch ein zahlenmäßiger Verwendungsnachweis der Fördermittel. Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat das Recht, eine Rückzahlung oder Teilrückzahlung der Zuwendung zu verlangen, wenn die Mittel nicht dem Förderzweck entsprechend verwendet oder nicht ordnungsgemäß abgerechnet wurden.

Öffentliche Präsentation

Die Bundesstiftung Aufarbeitung plant im Verlauf des Jahres 2023 sowie 2024 jeweils eine Tagung durchzuführen, bei der Vertreter der Grenzlandmuseen und -initiativen ihre Arbeitsansätze, Fragestellungen und Probleme thematisieren und sich austauschen können.

Auf dieser Tagung, die voraussichtlich in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Geschichtsmuseen des Deutschen Museumsbundes und den regionalen Museumsverbänden veranstaltet wird, sollen auch die Erfahrungen aus dem Förderprogramm vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.

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