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Ich habe mich für das Internationale Austauschprogramm "Erinnerungsarbeit" beworben, mit dem Ziel, das Repertoire und deren Strategien von Aktionen kennenzulernen, die in Deutschland auf dem Gebiet des historischen Erinnerns der kommunistischen Diktatur stattgefunden haben und das Thema der Rekonstruktion von Erinnerungsstrategien im Kontext der Friedenskonsolidierung für den Fall Kolumbien zu vertiefen. Der bewaffnete Konflikt eine tief gespaltene Gesellschaft rund um politisierende Ideen des Kapitalismus und Kommunismus geformt. In diesem Zusammenhang ist die Rekonstruktion des historischen Gedächtnisses und der Prozess der Friedenskonsolidierung ein hart umkämpftes politisches Thema auf allen Ebenen des täglichen Lebens.

Die Herausforderungen dieser Art von Prozessen sind in Deutschland wohlbekannt. Sie haben die Erinnerungsarbeit und den Versöhnungsprozess in einem Kontext der tiefen gesellschaftlichen Spaltung gepaart mit einer bemerkenswerten territorialen Ungleichheit zwischen der ehemaligen DDR und der BRD durchgeführt. Aus diesen Erfahrungen heraus erscheint es für den kolumbianischen Prozess höchst relevant und dringend, von den deutschen Erfahrungen zu lernen und das gewonnene Wissen zu transferieren. Die akademischen Reflexionen, die öffentliche Politik und die Räume, die geschaffen wurden, um mit der Erinnerung und der Versöhnung zu arbeiten, waren im Kontext eines Lernaustauschs besonders interessant.

Aus dem Lernaustausch resultierten folgende Aktivitäten:

Vernetzung

Für die Vernetzung und des Austausches der Stiftung Aufarbeitung und potentieller kolumbianischer Counterparts wurden im April 2017 Treffen mit den kolumbianischen Institutionen durchgeführt, welche ein Memorandum of understanding mit der Stiftung Aufarbeitung anstreben. Eine solche Kooperationsform will internationale Präsenz, Plattform, Austausch, Beratung und Publikations- und Fördermöglichkeiten für beide Seiten prüfen und anstreben. Zu diesen interessierten Institutionen gehören u.a. das Centro de memoria, paz y reconciliación. Stadtverwaltung Bogotá; El espectador, kol. Zeitung, Centro de memoria histórica, Bundesstiftung für Erinnerungsarbeit in Kolumbien; Staatliches Sektreteriat/ Ministerium für Erinnerung und Zusammenlebe. Die Direktion der Bundesstiftung zur Bearbeitung war im November 2017 in Kolumbien und hat mit einigen der interessierten Institutionen persönlichen Kontakt zur Bundesanstalt und anderen deutschen Institutionen zur Förderung der Erinnerung in der Gedächtnisarbeit aufgenommen.

Präsentation der Stiftung Aufarbeitung/Events

Um gegenseitiges Verständnis und Wissen zu generieren wurden folgende Aktivitäten durchgeführt, in denen die Stiftung Aufarbeitung durch Vorstellung des Stipendiaten Präsenz zeigte:

  • Vortrag/Präsentation zum Kolumbientag Universität Jena zum Thema Friedensprozess, Erinnerungsarbeit
  • Vortrag bei Geschichtsmesse Suhl zum Thema „For not to loose the peace“
  • Präsentation Stipendiums- und Forschungsvorhaben bei Arbeitsgemeinschaft Friedenskonfliktforschungsstudientag Jena
  • Teilnahme an wöchentlichen Seminaren an der Uni Jena zum Thema "Erinnerung und Versöhnung" und Vorstellung Stipendiumsprojekt und Forschungsvorhaben.
  • Weiterhin Durchführung und Transkription der Interviews mit Prof. Dr. Leiner (Univ. Jena), Jens Hüttman (Stiftung Aufarbeitung), sowie ehemaligem Grenzsoldat; DDR- Museumsinhaber zur Veröffentlichung im El Espectador, kol. Medien und Nutzung für wiss. Artikel als Primärmaterial.

Ein Artikel zum Thema Erinnerungsarbeit in Deutschland in Zeitschrift El Espectador, Kolumbien wurden veröffentlicht.

Im Rahmen des Austauschprogramms wurde der Stipendiat zum Koordinator des Programmes „Global Understanding“ der Vereinten Nationen für das Regional Action Center in Kolumbien ernannt sowie zum Mitglied des Steering Commitees des gleichen Programmes. Es wird angestrebt, das Thema „Erinnerungsarbeit“ hier speziell zu etablieren und sich eng mit der Stiftung Aufarbeitung auszutauschen.

Recherche

Recherche in Bibliothek JCSR, HU Berlin, Archiv Stiftung Aufarbeitung wurden durchgeführt. Der Besuch von Denkmälern und Gedenkstätten in Thüringen und Deutschland: zB Ettersberg Stiftung Weimar und Erfurt, Grenzmuseum Brocken, DDR Museum Leutenthal, Geisa Checkpoint Alpha, Birx Gedenkturm wurden gemacht.

Dr. Luis Peña

Dieser Bericht stellt keine Meinungsäußerung der Bundesstiftung Aufarbeitung dar.