Projektbild: Museum für Werte
©BoazArad_MfW

Im vom Museum für Werte vorgeschlagenen Projekt sollen Jugendliche auf interaktive, praxisorientierte und begegnungsorientierte Weise die Zeitzeugenschaft der SED-Diktatur erforschen und sie für die Erinnerungskultur der Nachwendegeneration innovativ weiterentwickeln.

Für das Projekt werden insgesamt 60 „Young Citizen Scientists“ – 30 aus Chemnitz und 30 aus einer bundesweiten Ausschreibung – über die politischen Erfahrungen und die Alltagsgeschichte der SED-Diktatur sowie in Methoden der „Oral History“ ausgebildet. Als junge Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler werden die Jugendlichen dann von Zeitzeuginnen oder Zeitzeugen aus ihrem nächsten Umfeld authentische Gegenstände aus deren Alltag in der SED-Diktatur als Leihgaben erbitten. Gleichzeitig werden sie diesen dialogbasierten Übergabeprozess schriftlich und multimedial dokumentieren. Die Leihgaben und ihre vom SED-Unrecht beeinflussten Geschichten und Erinnerungen werden die Jugendlichen zu zwei Ausstellungen co-kuratieren, eine in Chemnitz und eine in Berlin.

Die entstandenen Ausstellungen zeigen schließlich aus der Sicht heutiger Jugendlicher und in den medialen Formaten der Jugendlichen die SED-Diktatur und ihre Auswirkungen auf den DDR-Alltag anhand konkreter Dinge, die somit als materielle Zeitzeugen ihre ‚Ding-Geschichte‘ erzählen. Die „Young Citizen Scientists“ werden die Interview- und Dokumentationsprozesse sowie die Geschichten der Zeitzeugen mit Bezug auf ihre eigene Lebenserfahrung, ihr Verständnis von Demokratie und die bis heute andauernden Folgen der SED-Diktatur reflektieren. Diese Reflexionen werden ebenfalls in den Ausstellungen gezeigt und schlagen damit narrativ, emotional und medial die Brücke von der SED-Zeitzeugenschaft zur heutigen Jugend.

Sowohl die Ausstellungen der Gegenstände, als auch die multimedialen Geschichten und Reflexionen werden mobil als Wanderausstellung konstruiert und in eine virtuelle Ausstellung übertragen. Als Online-Museum zusammengeführt und als innovative pädagogische Methode für Schulen und Aufarbeitungseinrichtungen dargelegt, können alle Teile des Projekts damit auf weitere Jahre in ganz Deutschland weiterverwendet werden.

Weitere Informationen