Bundesstiftung Aufarbeitung, Günter Bersch, Bersch-030-A070-2017

Die Förderlinie zur Aufarbeitung des SED-Unrechts zielt auf die langfristige Zusammenarbeit der mit der DDR-Geschichte befassten Einrichtungen der historisch-politischen Bildung mit Trägern der Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit sowie mit Jugendorganisationen. In Kooperationsprojekten sollen zeitgemäße (digitale) Bildungsformate mit und für junge Menschen entstehen, die in die Gesellschaft ausstrahlen und ihre Zielgruppe in unterschiedlichen Kontexten erreichen: in Freizeit, Schule, Aus- und Weiterbildung, beim Studium oder im beruflichen Umfeld – auch über Landesgrenzen hinweg.

Insgesamt stehen für Bildungs- und Vermittlungsprojekte zur Aufarbeitung des SED-Unrechts bis Ende 2023 sieben Millionen Euro bereit. Je Projekt konnten dabei in der Regel bis zu 200.000 Euro beantragt werden. Die Koordinierung der Förderlinie hat Kulturstaatsministerin Prof. Grütters der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur übertragen. Die Entscheidung über die Förderwürdigkeit der Anträge wurde von einer neunköpfigen, unabhängigen Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Opferverbänden, aus politischer Bildung und Wissenschaft sowie von Jugendorganisationen begleitet.

Den Empfehlungen der Jury folgend, fördert die Beauftragte für Kultur und Medien im Rahmen von „Jugend erinnert“ 44 Projekte, die sich der Aufarbeitung und Vermittlung der SED-Diktatur und ihren Folgen widmen. Dabei stellt das Bundesprogramm auch eine Plattform zur nachhaltigen Vernetzung der jeweiligen Projektträger und ihrer Kooperationspartner untereinander als auch mit anderen Einrichtungen der historisch-politischen Bildungs- und Jugendarbeit dar. So sollen neue Kooperationen auch nach 2023 angestoßen und verstetigt werden.

Das große Interesse an „Jugend erinnert“ und die vielen thematischen Facetten der hier geförderten Projekte verdeutlichen, dass die Aufarbeitung des SED-Unrechts weiterhin relevant ist und bleibt – insbesondere im Hinblick auf eine Zielgruppe, die die deutsche Teilung und die Geschichte der DDR nur noch aus Schulbüchern und Erzählungen der (Groß-)Eltern kennt.

Weitere Informationen
  • Katrin Behr

Zeitzeugin und Beauftragte für Betroffene von DDR-Zwangsadoptionen bei der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e. V. (UOKG)

  • Helene Fuchs

Ehrenamtliche Vorständin der Jugendpresse Deutschland e.V., Leitung und Koordination des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder und des Jugendmedienworkshops im Deutschen Bundestag.

  • Dr. Mike Lukasch

Direktor der Abteilung Berlin der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

  • Birgit Marzinka

Leiterin des Lernorts Keibelstraße, Berlin.

  • Matthias Schröder

Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings und zuständig für Gedenken & Erinnern.

  • Tom Sello

Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

  • Andreas Stäbe

Geschäftsführer des Bundesverbandes „Netzwerk für Demokratie und Courage“.

  • Ralf Weber

Zeitzeuge, Unterbringung in neun verschiedenen Heimeinrichtungen der DDR, darunter das Kombinat der Sonderheime und der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau, von 1972 bis 1975 politischer Häftling.

  • Dr. Irmgard Zündorf

Leiterin des Bereichs Public History am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF).

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