Hedwig Richter studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Heidelberg, Belfast und Berlin. Für die Dissertation und Forschungsaufenthalte in den USA und der Schweiz erhielt sie Stipendien der Stiftung Aufarbeitung, des Deutschen Historischen Instituts in Washington, und der FAZIT-Stiftung. 2008 war sie Visiting Fellow an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag. Von 2009 bis 2011 war sie Postdoc an der Universität Bielefeld. 2011 bis 2016 war sie Assistentin am Historischen Institut der Universität Greifswald, danach am Hamburger Institut für Sozialforschung. Zum 1. Januar 2020 erfolgte ihr Ruf auf die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München.

Die Herrnhuter Brüdergemeine gilt als die bedeutendste Gemeinschaft, die der Pietismus hervorgebracht hat. Wie gelang es der Brüdergemeine unter den Bedingungen der SED-Diktatur zu überleben? Für entscheidend hält die Autorin die »Traditionserfindung« (Eric Hobsbawm) der Herrnhuter, ihre Fähigkeit, das pietistische Erbe an die jeweilige Obrigkeit anzupassen und damit zugleich zu bewahren. Um diese Traditionserfindung zu verstehen wird auch die Vorgeschichte in den Blick genommen, insbesondere die bisher noch nicht untersuchte NS-Zeit. Hedwig Richter wirft allgemeine Probleme des Verhältnisses zwischen Herrschaft und Gesellschaft in der SED-Diktatur auf und behandelt darüber hinaus transfergeschichtliche Fragen, da die Tradition der Internationalität gerade in der DDR eine neue Bedeutung erlangte.

Beschreibung des Dissertationsthemas von Hedwig Richter

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