"Ach, Du bist gar kein Ossi?" Diese Frage höre ich immer wieder - meistens von Wessis. "Aber Du berlinerst doch!" Ja, auch West-Berliner können das…

Was hat das mit Dirk Oschmanns "Der Osten: eine westdeutsche Erfindung" zu tun? Erst dachte ich: nichts. Aber dann fiel mir ein, wie verunsichert manche Westdeutsche nach ihrer Sinnestäuschung auf mich wirkten: als wäre es ihnen peinlich, mich für einen Ostdeutschen gehalten zu haben.

Wer so reagiert, gehört wahrscheinlich zur Zielgruppe eines Hamburger Magazins. "Der Spiegel" verblüffte seine Leserschaft 2019 zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit mit einer Titelgeschichte über einen vermeintlich ganz besonderen Menschenschlag: "So isser, der Ossi". Auf elf Seiten wird dabei versucht, "den Menschen, vor allem im Westen, ihre Landsleute zu erklären".

Vielleicht hat der aus Gotha stammende Dirk Oschmann damals beschlossen, den Spieß einfach mal umzudrehen. Er tut das mit Verve, Wut, Humor und heiligem Ernst: "Was ist das eigentlich bisher für ein Text?", fragt er sich und uns im letzten Kapitel. Seine Antwort: "Eine Schmähschrift, eine Tirade, eine Litanei, eine Polemik, ein undifferenzierter Redeschwall?" Finden Sie's selbst heraus!

Bibliografische Angaben

Dirk Oschmann: Der Osten: eine westdeutsche Erfindung. Ullstein-Verlag, Berlin 2023; 224 Seiten, ISBN 978-3-55020-234-6

Dirk Oschmann

Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

Lesetipp von Marcel Fürstenau, Journalist bei der Deutschen Welle in Berlin.
Lesetipp von Marcel Fürstenau mit dem Buch "Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung" von Dirk Oschmann