„Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft“ ist ein Buch des Berliner Soziologen Steffen Mau. Es ist zum 30. Jahrestag des Mauerfalls erschienen und stellt eine Bestandsaufnahme zum Leben in der DDR und der Transformationsgesellschaft aus einer soziologischen Perspektive dar. Die DDR war eine „arbeiterliche“, ethnisch homogene und „auf Konformität getrimmte Gesellschaft“, ist dort u.a. zu lesen. Es ist aber nicht alles. Steffen Mau erzählt immer wieder biographische und persönliche Geschichten, denn er ist in Lütten Klein aufgewachsen ist, einem Neubaugebiet der Stadt Rostock. „In der DDR […] wohnten fast ein Viertel der Bevölkerung in der „Platte“, in Rostock damals sogar siebzig Prozent.“ (S. 28) Von der Wohnung in der achten Etage konnte die fünfköpfige Familie bis nach Warnemünde und zur Kabelkrananlage der Warnowwerft sehen. Die Mutter war Ärztin, der Vater Abteilungsleiter in einem Schiffsbaubetrieb. Der Stadtteil dient dem Autor als ein Mikrokosmos der DDR und der in der Transformation befindlichen ostdeutschen Gesellschaft, die es sich zu erkunden lohnt. Anastasia Kempke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Archiv der Bundesstiftung, hat das Buch mit viel Gewinn gelesen und so lautet ihr Urteil: eine besonders persönliche und analytisch starke Lektüre Eine gute Nachricht zum Schluss: Das Buch kann gegen eine Schutzgebühr von 4,50 Euro bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt werden.
Steffen Mau: Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft. Berlin: Suhrkamp 2019, 284 Seiten, ISBN 978-3-518-42894-8