Orte des Erinnerns an die Ungarische Revolution 1956
Dr. Anna Kaminsky, Dr. Ronny Heidenreich, Ruth Gleinig und Lena Ens für Bundesstiftung Aufarbeitung, 2021
Teil des Dokumentationsprojekts: "Erinnerungsorte an die kommunistischen Diktaturen"
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Die Ungarische Revolution war eine der ersten großen Erhebungen gegen die kommunistischen Regime hinter dem Eisernen Vorhang. Der Wunsch, die Ereignisse des Oktobers 1956 für die Nachwelt festzuhalten, entstand bereits während der Revolution. Schon am 24. Oktober 1956 errichteten die Einwohner der südungarischen Stadt Baja auf dem Sockel eines gestürzten Stalin-Denkmales ein Mahnmal für die Opfer der ersten Kämpfe in Budapest. Es wurde nach dem Einmarsch der Interventionstruppen zerstört, wie auch das Gedenken an die Revolution in den nächsten Jahrzehnten offiziell verdrängt wurde.

Die Erinnerung blieb dennoch durch tausende Flüchtlinge in der westlichen Emigration gegenwärtig. Das erste Mahnmal entstand ebenfalls noch während der Revolution am 24. Oktober 1956 in Bolzano (Italien). Ihm folgten in den kommenden Jahrzehnten dutzende weitere auf allen Kontinenten.

Mit dem Sturz des sozialistischen Regimes 1989 kehrte die Erinnerung an die Revolution wieder nach Ungarn zurück. Es entstanden seither zahllose Gedenkorte, die auf die Initiative verschiedener Vereine, Parteien vor allem aber ehemaliger Aufständischer und deren Angehörige zurückgehen. Die Broschüre „Orte des Erinnerns an die Ungarische Revolution 1956“ erfasst mehr als 90 Gedenkzeichen in Budapest. Sie ist im Rahmen des Dokumentationsprojekts: "Erinnerungsorte an die kommunistischen Diktaturen" der Bundesstiftung Aufarbeitung entstanden.

Typ
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Datum
2021
Thema
Opposition und Widerstand
Erinnerungskultur
Ostmitteleuropa
Kommunismusgeschichte
Aufstand und Protest