Gulag-Zeitzeugin

Anna Aschenbrenner

Die sowjetischen Behörden verwehrten dieses Ansinnen jedoch. Seit 1940 stand der Vater unter Hausarrest. Anna, als Älteste, musste neben dem Schulbesuch zum Lebensunterhalt der großen Familie beitragen. Unmittelbar nach dem Überfall deutscher Truppen auf die UdSSR am 22. Juni 1941 verhafteten Angehörige der sowjetischen Sicherheitsorgane Annas Vater. Seine Ehefrau wurde mit allen sechs Kindern, darunter die drei Monate alte Maria, am 6. Juli 1941 interniert; zunächst in einem Gefängnis in Omsk, dann in einem Haftlager bei Nowosibirsk. Im Jahr darauf folgte die Deportation in das „Karagandinsker Besserungsarbeitslager“ in der Steppe Kasachstans. Dort blieb die gesamte Familie bis 1949 ohne jegliche Verurteilung gefangen.
Gulag-Zeitzeugin Anna Aschenbrenner mit ihrem Bruder