Anna Aschenbrenner kam am 29. Februar 1928 in Omsk, im sibirischen Teil der UdSSR, zur Welt. Nach zunehmenden Repressionen in der UdSSR versuchte der Vater ab 1936 mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren.
Die sowjetischen Behörden verwehrten dieses Ansinnen jedoch. Seit 1940 stand der Vater unter Hausarrest. Anna, als Älteste, musste neben dem Schulbesuch zum Lebensunterhalt der großen Familie beitragen. Unmittelbar nach dem Überfall deutscher Truppen auf die UdSSR am 22. Juni 1941 verhafteten Angehörige der sowjetischen Sicherheitsorgane Annas Vater. Seine Ehefrau wurde mit allen sechs Kindern, darunter die drei Monate alte Maria, am 6. Juli 1941 interniert; zunächst in einem Gefängnis in Omsk, dann in einem Haftlager bei Nowosibirsk. Im Jahr darauf folgte die Deportation in das „Karagandinsker Besserungsarbeitslager“ in der Steppe Kasachstans. Dort blieb die gesamte Familie bis 1949 ohne jegliche Verurteilung gefangen.