In unseren Dossiers finden Sie spannende Interviews, Diskussionen und Hintergrundinformationen zu verschiedenen historischen Themen und Ereignissen. Ob zum Volksaufstand am 17. Juni 1953, zum Mauerbau oder zur deutschen Einheit -  recherchieren Sie in unseren Materialsammlungen nach Publikationen, Ausstellungen, Filmen und Webportalen.

Themen im Überblick

deutsche emigranten im sowj. exil

Deutsche Emigranten im sowjetischen Exil

Zwischen 1918 und 1945 kamen Tausende Emigranten aus vielen Ländern nach Russland und in die Sowjetunion. Unter ihnen waren Fachleute für den noch jungen kommunistischen Staat ebenso wie politische Flüchtlinge. Nach der Machtübernahme 1933 durch die Nationalsozialisten kamen Tausende Emigranten aus Deutschland: Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter. Künstler und Intellektuelle. Während des „Großen Terrors“ (1936 bis 1938) wurden Tausende verhaftet und unter absurden Vorwänden erschossen oder in die Lager des GULAG deportiert. Auf den folgenden Seiten finden Sie unter anderem Informationen zu verfolgten Deutschen im Moskauer Gebiet, zur Auslieferung Deutscher aus der UdSSR an Nazi-Deutschland oder zur Remigration deutscher Emigranten nach 1945.
Detlev Putzar - Baracke, Mauer und Wachturm

Sowjetische Speziallager in der SBZ/DDR

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs errichtete die sowjetische Besatzungsmacht auf dem Gebiet ihrer Besatzungszone insgesamt zehn sogenannte Speziallager. In diesen sollten entsprechend alliierter Festlegungen zur Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft aktive Nationalsozialisten interniert werden. Zu den in den Lagern Gefangenen gehörten kleine und mittlere Funktionäre von NS-Organisationen, NSDAP-Mitglieder, aber auch willkürlich Verhaftete sowie Gegner des sowjetischen Gesellschaftsmodells. Die Lager wurden in ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern eingerichtet. Von den etwa 158.000 Gefangenen überlebte wegen der katastrophalen Bedingungen etwa ein Drittel nicht.
Transparent mit der Aufschrift Solidarność

Solidarność

Die Solidarność war weit mehr als eine polnische Gewerkschaft. Sie war eine Bewegung, die das ganze Land erfasste und in der sich das Streben der Polen nach Demokratie und Freiheit ausdrückte. Sie entstand im September 1980 als Ergebnis der Auguststreiks und der Danziger Vereinbarung zwischen den Streikenden und der polnischen Regierung. Ihre Mitgliederzahl wuchs schnell auf fast 10 Millionen an. Nach der Einführung des Kriegsrechts in Polen im Dezember 1981 wurde die Solidarność verboten und agierte im Untergrund weiter. 1989 wurde sie wieder zugelassen und handelte mit der kommunistischen Regierung am Runden Tisch den Übergang Polens in eine parlamentarische Demokratie aus. Der polnische Runde Tisch wurde zum Modell für den gewaltfreien Machtwechsel in Mittel- und Osteuropa.
Grenzsoldaten helfen beim Errichten der Berliner Mauer

Mauerbau am 13. August 1961

Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 wurden Millionen DDR-Bürger quasi über Nacht in der DDR eingesperrt - das letzte Schlupfloch für eine Flucht in den Westen und in die Freiheit wurde verschlossen. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur widmet sich in ihrer Arbeit der Auseinandersetzung mit diesem Ereignis und seinen dramatischen Folgen, wobei sowohl die persönlich-individuelle Ebene der Millionen Menschen und Familien in Ost und West, die Frage der innerdeutschen und weltpolitischen Ebene wie auch die Entwicklungen in der nun abgeschotteten DDR in den Blick genommen werden sollen. In diesem Themendossier finden Sie Informationen zu den historischen Ereignissen genauso wie zu Bildungsmaterialien und Zeitzeugen, die von Ihren persönlichen Erlebnissen berichten.
Demonstration

Friedliche Revolution, deutsche Einheit und Transformation

Mit den Jahren 1989/90 verbindet sich eine historische Zäsur – mit nachhaltigen Wirkungen für Deutschland und für die Welt. Die Oppositionsbewegungen in den sozialistischen Ländern und die Öffnung der Grenze, die Europa über Jahrzehnte geteilt hatte, läuteten das Ende der Systemkonfrontation des Kalten Krieges ein. Mit der Wiedervereinigung mussten die beiden deutschen Staaten Kompromisse finden und die Gesellschaft sich an die neuen Umstände gewöhnen. Diese Transformationsphase forderte schwierige Entscheidungen auf beiden Seiten. Bis heute wird dieser Prozess viel diskutiert.
Volksaufstand vom 17. Juni 1953 mit Panzern und Demonstranten in Berlin

Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR

Am 17. Juni 1953 gingen rund eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden in der DDR auf die Straße, um gegen die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Der Volksaufstand markiert kaum vier Jahre nach der Gründung der DDR die erste große Erhebung gegen ein kommunistisches Regime nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Aufstand wurde durch sowjetische Panzer mit Waffengewalt niedergeschlagen. Nach unterschiedlichen Schätzungen wurden zwischen 50 und 125 Menschen, Demonstranten und Unbeteiligte, am 17. Juni in Ostberlin und in der DDR von sowjetischen Soldaten und der Volkspolizei der DDR erschossen.
Demo gegen Einmarsch in die ČSSR in West-Berlin am 21.08.1968

Prager Frühling 1968

Mit dem "Prager Frühling" verbindet man vor allem seine gewaltsame Niederschlagung im August 1968. Damit endete die Reformbewegung, die Monate zuvor in der damaligen Tschechoslowakei begonnen hatte. Viele Bürger unterstützten die Forderungen nach einem "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". Mit dem Einmarsch der Truppen aus "sozialistischen Bruderstaaten" 1968 wurden ihre Hoffnungen jedoch zerschlagen.
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1956 – die ungarische Revolution

Im Herbst 2016 jährte sich die ungarische Revolution zum 60. Mal. Sie zählt zu den wichtigsten Erhebungen gegen die kommunistischen Diktaturen hinter dem Eisernen Vorhang. Wie zuvor der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR und später der „Prager Frühling“ 1968 in der Tschechoslowakei, wurde auch die Revolution in Ungarn durch das brutale Eingreifen des sowjetischen Militärs gewaltsam niedergeschlagen.
Bronzeplastik der knienden Mutter Gottes am Denkmal für die Opfer von Katyń, Niles bei Chicago

Das Massaker von Katyń

Das Verbrechen von Katyń ist als Symbol für die Ermordung von über 22.000 polnischen Zivilisten und Militärs durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD im Jahr 1940 in die öffentliche Erinnerung eingegangen. Dieses Verbrechen wurde unter dem Druck der sowjetischen Führung jahrzehntelang bis Anfang der 1990er Jahre verdrängt und verschwiegen.
Gulag Perm 36 in Russland

Sowjetische Straf- und Arbeitslager: »Gulag«

Wer "Gulag" hört, denkt an unmenschliche Lebensbedingungen, schwere körperliche Arbeit, drakonische Strafen, Mangelernährung, Erschöpfung, Krankheit, Tod. Der Begriff Gulag ist zum Synonym für das sowjetische Repressionssystem geworden, dem Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Abkürzung Gulag steht für das russische "Glavnoe Upravlenije Lagerej" und bedeutet "Hauptverwaltung der Lager". Es bezeichnet ein umfassendes System von Straf- und Arbeitslagern ("Besserungsarbeitslager") sowie Verbannungsgebieten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, das in den 1920er Jahren eingerichtet und systematisch ausgebaut wurde. Bis Mitte der 1950er Jahre durchliefen schätzungsweise 20 Millionen Menschen das Lagersystem. Die genaue Zahl der Todesopfer ist unbekannt.
Marx- und Engels-Statue in Berlin

Kommunismusgeschichte

Mit der gewaltsamen Machtübernahme der Bolschewiki wurde die kommunistische Ideologie erstmals in einem Land zur Grundlage von Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung gemacht. Die Geschichte des Kommunismus prägt Deutschland und Europa bis in die Gegenwart. Wir haben unter anderem den 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution zum Anlass genommen, um auf die Geschichte des Kommunismus, der kommunistischen Verbrechen und deren Opfer aufmerksam zu machen. In den folgenden Jahrzehnten haben Kommunisten in verschiedenster Weise die Weltgeschichte mitgeprägt – nicht zuletzt mit ihren Diktaturen in Europa und Asien, aber auch Afrika und Süd- sowie Mittelamerika.
Frauengefängnis Hoheneck

Frauengefängnis Hoheneck

Tausende Frauen waren von 1949 bis 1989 in dem berüchtigten DDR-Gefängnis Hoheneck in Sachsen eingesperrt. Etwa 40% der Häftlinge waren politische Gefangene der SED-Diktatur. Sie hatten zum Beispiel einen Ausreiseantrag gestellt oder einen Fluchtversuch in den Westen unternommen und waren wegen "versuchter Republikflucht", "illegaler Verbindungsaufnahme", "landesverräterischer Agententätigkeit" oder ähnlichen "Delikten" verhaftet worden. DDR-Gerichte verurteilten viele von ihnen zu mehreren Jahren Zuchthaus.
Ausstellung mit Zeitzeugen in der Gedenkstätte Geschlossener Jgendwerkhof Torgau

Heimerziehung in der DDR

In der DDR gab es mehr als 70 Spezialkinderheime und Jugendwerkhöfe, in denen die Heranwachsenden zu regimekonformen sog. "sozialistischen Persönlichkeiten" (um)erzogen werden sollten. Für viele Kinder und Jugendliche gehörten Zwang und Gewalt zum Alltag in diesen Einrichtungen. Ihr Leben war geprägt von Fremdbestimmung, Freiheitsbeschränkung, erzwungener Arbeit und entwürdigenden Strafen.
Person neben einem Schild mit der Aufschrift "Halt! Hier Zonengrenz"

Flucht, Fluchthilfe und Freikauf

Bis zum 13. August 1961 hatte die SED-Diktatur bereits etwa ein Sechstel ihrer Bürger verloren, über 3 Millionen Menschen waren geflohen. Mit dem Bau der Mauer versuchte die SED, die Fluchtbewegung in den Westen zu stoppen. Dies gelang ihr nicht vollständig, im Gegenteil: Gerade durch den Mauerbau wurden viele Beziehungen zwischen Ost und West getrennt, so dass besonders in Ost-Berlin und im Berliner Umland der Fluchtdruck anstieg.