Ausstellungen

Risiko Freiheit - Fluchthilfe für DDR-Bürger 1961-1989

Die Ausstellung in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde widmet sich den unterschiedlichen Aktivitäten zur Fluchthilfe von 1961 bis 1989 als Freiheits- und Widerstandsform. Sie geht auf die einzelnen Phasen und die jeweils spezifischen Formen der Fluchthilfe ein und setzt diese in den jeweiligen politischen Kontext. Erstmals sind Originalobjekte, Fotos und Dokumente von Fluchthelfern zu sehen. Ausgewählte Biografien und Schicksale zeigen, unter welch schwierigen Bedingungen Fluchthilfe überhaupt nur möglich war.

Informationen zur privaten und organisierten Fluchthilfe nach dem Mauerbau sind ebenso zu finden wie Exponate, Film- und Tondokumente zur Kommerzialisierung der Fluchthilfe ab Mitte der 1960er-Jahre sowie zu den Veränderungen nach dem Transitabkommen. Außerdem werden den privaten Fluchthilfeaktionen, die es im gesamten Zeitraum gab, sowie Formen der Fluchthilfe im Jahr 1989 eigene Kapitel gewidmet.

Begleitet wird die Ausstellung von Angeboten der historisch-politischen Bildungsarbeit, über die Sie sich hier informieren können.

Nach der Flucht – Leben im Übergangswohnheim Marienfelde

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gestaltete gemeinsam mit dem Internationalen Bund, der auf dem Gelände des ehemaligen Notaufnahmelagers ein Übergangswohnheim für Asylsuchende betreibt, 2012 neue Elemente ihrer Dauerausstellung. Unter der Überschrift "Nach der Flucht. Leben im Übergangswohnheim Marienfelder Allee" wurden im zweimonatigen Wechsel jeweils ein Videointerview mit einer hier lebenden Familie sowie ein Gegenstand präsentiert, der besondere persönliche Bedeutung besitzt. Filme und Exponate erzählten exemplarisch von den Erfahrungen der Flüchtlinge im Heimatland, ihrem Berliner Alltag und ihren Zukunftshoffnungen.
Zu den Porträts der Flüchtlinge.

Filme und Dokumentationen

Der Duft des Westens
Animationsfilm von Mark Huff und Arne Breusing, hrsg. von der Bundesstiftung Aufarbeitung, 2013. Die DVD enthält umfangreiches didaktisches Begleitmaterial.

In ihrem Animationsfilm beschreiben Mark Huff und Arne Breusing eine Fluchtgeschichte – die erfolgreiche Flucht von Reinhold Huff, dem Vater von Mark Huff, der im September 1973 über die innerdeutsche Grenze ins westdeutsche Bayern floh.
Auf wahren Begebenheiten basiert neben der Geschichte auch das verwendete Textmaterial. Original-Druckerzeugnisse aus den frühen 1970er Jahren sowie Briefe, Zeitungen, Comics, Stasi-Verhörprotokollen wurden auf die Film-Figuren und Film-Orte per Software aufgetragen und bezeugen eindrucksvoll die Kreativität der beiden Designer. So ist etwa eine Stasizelle mit Original-Verhörprotokollen der Staatssicherheit gestaltet, ein VW-Käfer, der die Ankunft im Westen symbolisiert, mit West-Zeitschriften aus dem Jahr 1973. Die Gestalter nennen diese Technik "real existierende Papierwelt".

 

Das kurze Leben des Chris Gueffroy

Dokumentarfilm von Klaus Salge, November Film, in Co-Produktion mit dem Rundfunk Berlin Brandenburg, gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung, 2011. Die DVD enthält umfangreiches didaktisches Begleitmaterial.

Neun Monate vor dem Mauerfall starb Chris Gueffroy. Er wurde an der Berliner Mauer auf der Flucht erschossen und ist das letzte Todesopfer des unmenschlichen Grenzregimes der SED-Diktatur. Chris Gueffroy war 20 Jahre alt, als er starb. Sein Name wurde zu einer Chiffre für das Sterben an der Berliner Mauer. Wer war Chris Gueffroy? Warum wollte er nicht mehr in der DDR leben? Was trieb ihn und seinen Freund Christian Gaudian dazu, ihr Leben an der Berliner Mauer aufs Spiel zu setzen?
Der Filmemacher Klaus Salge fragt Karin Gueffroy, die Mutter des Toten, und seine Freunde nach Chris. Behutsam trägt der Film Schichten der Vergangenheit ab und zeichnet ein sensibles Porträt von Chris Gueffroy, seinem Leben in der DDR, seinen Träumen und kleinen Fluchten. Gefragt wird auch danach, was der grausame Tod an der Mauer mit der Mutter und den Freunden gemacht hat. Wie sie mit dem Verlust des Sohnes, des Freundes zurechtkamen und – kommen.

NBC News special report: East Germans escape through tunnel
Videobeitrag von NBC vom 10. Dezember 1962

Um die Grabungen an dem "Tunnel 29" in der Bernauer Straße im Jahr 1962 zu finanzieren, hatte ein Teil der Fluchthelfer die Filmrechte an die amerikanische NBC verkauft.
Zum Film

 

Der Tunnel – Die wahre Geschichte

Im September 1962 flüchteten 29 Menschen durch einen Tunnel, der von der Bernauer Straße 78 unter der Berliner Mauer zur Schönholzer Straße 7 führte. Die Dokumentation erzählt von der Idee, den Anfängen und den Schwierigkeiten bei den Grabungsarbeiten und lässt die Fluchthelfer selbst zu Wort kommen.

D, 2003, f., s/w, 89 Min. Vertrieb: Alive - Vertrieb und Marketing / DVD

Literatur

Flucht und Ausreise aus der DDR

Viele Bewohner der DDR entschieden sich zur Flucht in die Bundesrepublik. Sie hofften auf bessere Lebensverhältnisse, bessere Berufschancen oder wollten der politisch motivierten Gängelei entkommen - dafür riskierten sie lange Haftstrafen und sogar ihr Leben. Die Publikation gibt einen Überblick über das Thema.
von Arnim-Rosenthal, Anna: Flucht und Ausreise aus der DDR (Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen; Bundesstiftung Aufarbeitung), Erfurt 2016.

Verschleierte Flucht

Kerstin Beck gelang eine spektakuläre Flucht. Die Studentin nutzte die Gelegenheit ihres Sprachpraktikums in Afghanistan und floh mit der Hilfe von Mudschahedin von Kabul zur Grenze nach Pakistan.
Beck, Kerstin: Verschleierte Flucht. Aus der DDR über Afghanistan in die Freiheit, Berlin 2005.

Der Freikauf als Handel

Die Autoren beschäftigen sich mit dem Freikauf als profitablen Handel zwischen Parteien, Politikern, Verbänden und Wirtschaftsunternehmen in Ost und West. Neben einer Darstellung der Rolle von Wolfgang Vogel und dem Verhältnis von Kirche und der MfS-Abteilung Kommerzielle Koordinierung (KoKo) findet sich auch ein Beitrag zu der Affäre Franke-Hirt.
Brinkschulte, Wolfgang/Gerlach, Hans Jörgen/Heise, Thomas: Freikaufgewinnler, Frankfurt am Main/Berlin 1993.

Ankunft im Westen: Notaufnahmelager Marienfelde

Vier Millionen Menschen kamen zwischen 1949 und 1989 aus der DDR in den Westen. Die Autoren untersuchen ihre Motive und Wege, die Bedingungen ihrer Ankunft, das Notaufnahmeverfahren und die Lebensumstände im Aufnahmelager Marienfelde.
Effner, Bettina/Heidemeyer, Helge (Hrsg.): Flucht in geteilten Deutschland. Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Berlin 2005.

Spektakuläre Fluchtgeschichten

Bodo Müller hat Flüchtlinge von damals befragt. Er erzählt spektakuläre Fluchtabenteuer und dokumentiert sie mit umfangreichem Bild- und Aktenmaterial.
Müller, Bodo: Faszination Freiheit. Die spektakulärsten Fluchtgeschichten, 5. Auflage, Berlin 2008.

Flucht über die Ostsee

Rund 500 Menschen versuchten, über die Ostsee zu fliehen. Die Autoren berichten von erfolgreichen und gescheiterten Fluchtabenteuern. Zahlreiche Fotos und Faksimiles illustrieren die Erinnerungen der Flüchtlinge.
Müller, Christine und Bodo: Über die Ostsee in die Freiheit. Segeln und Abenteuer, Bielefeld 1996.

Flucht im Kofferraum

Im Kofferraum eines Mercedes versuchte die Familie der Autorin aus der DDR in den Westen zu fliehen. An der Grenze wurden sie festgenommen und Eva-Maria Neumann in das Frauengefängnis Hoheneck gebracht – getrennt von ihrem Ehemann und ihrer dreijährigen Tochter.
Neumann, Eva-Maria: Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit: Geschichte einer gescheiterten Republikflucht, München 2010.

Die Geschichte einer Familie

Nach der erfolgreichen Flucht von drei jungen Männern im März 1984 begann für sie im Westen ein neues Leben. Ihre Angehörigen im Osten gerieten immer tiefer in das Netz der Stasi. Zwei Ehefrauen wurden im Frauengefängnis Hoheneck inhaftiert. Neun Personen erzählen die dramatische Geschichte ihrer Familie.
Otto, Heike: Beim Leben meiner Enkel. Wie eine DDR-Flucht zum Familiendrama wurde, Hamburg 2011.

Fluchtversuch über die griechisch-bulgarische Grenze

Der Fluchtversuch über die griechisch-bulgarische Grenze scheiterte. Helga Priester berichtet von ihrer Haftzeit in den bulgarischen Gefängnissen und von der Auslieferung an die DDR.
Priester, Helga: Fluchtweg Bulgarien: 1983 - Dritter Versuch, Berlin 2008.

Erinnerungen von Ludwig Rehlinger an den Freikauf

Von 1962 bis 1989 kaufte die Bundesregierung Deutschland 33.000 politische Häftlinge aus DDR-Gefängnissen frei. Ludwig A. Rehlinger verhandelte für die Bundesrepublik mit der DDR und schildert in seinem Buch die Hintergründe und Abläufe der bis heute umstrittenen "Besonderen Bemühungen".
Rehlinger, Ludwig A.: Freikauf. Die Geschäfte der DDR mit politisch Verfolgten 1963-1989, 2. Auflage, Halle/Saale 2011.

Flucht auf dem Moskau-Paris-Express

Acht Gymnasiasten gelang 1964 eine spektakuläre Flucht nach West-Berlin: Innerhalb von drei Wochen sprangen sie aus einem Versteck unmittelbar hinter dem Bahnhof Friedrichstraße auf den Moskau-Paris-Express auf. Als einer der Schulkameraden stolperte, flog alles auf. Der Autor erzählt die dramatische Geschichte seiner Flucht.
Richter, Karl-Heinz: Mit dem Moskau-Paris-Express in die Freiheit - Eine Flucht von Ost nach West, Berlin 2003.

Die Todesopfer an der Berliner Mauer

Biografien von 136 Todesopfer an der Berliner Mauer. Das Forschungsprojekt beleuchtet nicht nur die genauen Todesumstände, sondern auch die individuellen Beweggründe, die dazu führten eine lebensgefährliche Flucht über die Mauer zu wagen.
Hertle, Hans-Hermann/Nooke, Maria u.a.: Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Ein biografisches Handbuch, hrsg. v. Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer, 2. Aufl., Berlin 2009.

Glasbausteine in Beton

Den Mauerbau 1961 erlebte der Autor als 16-jähriger Oberschüler im Internat in Bergen auf Rügen. Dieses einschneidende Ereignis führte nach mehreren erfolglosen Versuchen zu seiner abenteuerlichen Flucht aus der DDR im Schrank eines Möbeltransporters.
Bieber, Peter: Glasbausteine in Beton. Als Flüchtling und Fluchthelfer hinter Gittern in der DDR, Oldenburg 2015

Wege durch die Mauer

Burkhart Veigel hat für dieses Buch etwa 100 Flüchtlinge, Fluchthelfer und andere Beteiligte interviewt.
Veigel, Burkhart: Wege durch die Mauer. Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West, 3. Aufl., Berlin 2013

Die Sache mit Tom

Autobiografischer Bericht über die Fluchthilfe für Verwandte und Freunde.
Rüdiger von Fritsch: "Die Sache mit Tom", Berlin 2009.

Die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland

Marion Detjen legt die erste Gesamtgeschichte der Fluchthilfe vor und schildert die Motive der Fluchthelfer, ihre Zwänge und politischen Konflikte. Gedruckt mit der Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Detjen, Marion: Ein Loch in der Mauer. Die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland 1961-1989, München 2005.

Fluchthelfer. Die Gruppe um Wolfgang Fuchs

Die Autoren erzählen die Fluchhilfeaktionen der Gruppe um Wolfgang Fuchs. Bei der Darstellung des erfolgreichen "Tunnel 57" stützen sie sich auf ihre eigenen Erinnerungen als Beteiligte. Darüber hinaus rekonstruieren sie die zum Teil spektakulären Aktionen anhand von Tagebüchern und Gesprächen mit Zeitzeugen.
Keussler, Klaus-M. von/Schulenburg, Peter: Fluchthelfer. Die Gruppe um Wolfgang Fuchs, Berlin 2011.

Bei der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 2011 in der Gedenkstätte Berliner Mauer erzählte Peter Schulenburg von seiner Flucht am Wilhemlsruher Damm. Klaus von Keussler schilderte, aus welchen Gründen er anderen DDR-Bürgern zur Flucht verhalf. Er erläuterte, welche Schwierigkeiten beim Bau eines Fluchttunnels auftraten.

Die Fluchttunnel von Berlin

Die Autoren haben Zeitzeugen befragt sowie einschlägige Stasi-Akten ausgewertet und legen eine Gesamtdarstellung der Berliner Fluchttunnel vor.
Arnold, Dietmar/Kellerhoff, Sven Felix: Die Fluchttunnel von Berlin, Berlin 2008.

1197 Tage als Fluchthelfer in DDR-Haft

Mathias Bath kam bei seiner ersten Fluchthilfeaktion mit Flüchtlingen im Kofferraum in eine gezielte Grenzkontrolle und wurde festgenommen. In seinem Buch schildert und entlarvt er die Mittel und Methoden der Strafverfolgungs- und Strafvollzugsorgane der DDR.
Bath, Matthias: Gefangen und freigetauscht. 1197 Tage als Fluchthelfer in DDR-Haft, Berlin 1987.

Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West

Beschreibung von Fluchthilfeaktionen mit Ausweisen und Pässen, durch die Kanalisation, mit umgebauten Autos, mithilfe von Alliierten und Diplomaten sowie durch Tunnel. Burkhart Veigel verhalf etwa 650 Menschen zu einem Leben im Westen und stützt seine Darstellung auf eigene Erinnerungen und zahlreiche Befragungen.
Veigel, Burkhart: Wege durch die Mauer – Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West, Berlin 2011.

Der verratene Tunnel

Die Autorin deckt die Hintergründe auf, die zum Verrat eines Fluchttunnels in der geteilten Stadt geführt haben. Neben der Geschichte zahlreicher Menschen aus Ost und West beschreibt das Buch ausführlich den Tunnelbau und den Kontakt zwischen Fluchthelfern und Flüchtlingen. Auch die Beteiligten selbst kommen zu Wort.
Nooke, Maria: Der verratene Tunnel. Geschichte einer verhinderten Flucht im geteilten Berlin. Edition Temmen, Bremen 2002

Aktionen der Girrmann-Gruppe

Vielen DDR-Bürgern gelang mithilfe der studentischen Fluchthilfegruppe um Detlef Girrmann, Dieter Thieme und Bodo Köhler die Flucht in den Westen. Die danach aufgezeichneten Berichte der DDR-Flüchtlinge spiegeln Maßnahmen der SED-Führung zur inneren Absicherung des Mauerbaus. Sie zeigen, dass sich der Druck auf alle gesellschaftlichen Bereiche erstreckte, um die DDR-Bürger zur Anpassung zu zwingen.
Nooke, Maria/Dollmann, Lydia (Hg.): Fluchtziel Freiheit. Berichte von DDR-Flüchtlingen über die Situation nach dem Mauerbau – Aktionen der Girrmann-Gruppe, Berlin 2011, Ch. Links Verlag

Materialien für den Unterricht

Unterrichtsheinheit: Flucht und Ausreise aus der DDR
Lehrer-Online bietet eine Unterrichtseinheit für sechs bis acht Unterrichtsstunden an und stellt umfangreiches Material vor. Die Unterrichtseinheit ist modular aufgebaut und eignet sich für ein fächerübergreifendes Projekt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten überwiegend in Teams zusammen. Eine Vielzahl multimedialer und interaktiver Angebote im Internet kann in den Unterricht eingebunden werden, vom computeranimierten Film zum Aufbau der Grenzanlagen über Zeitzeugenberichte in Text, Videos und Audios bis hin zum Dokumentarfilm über die Ereignisse an der Bernauer Straße. Die Internetseiten können den Lernenden online, teilweise auch offline, zur Verfügung gestellt werden. Arbeitsergebnisse werden auf Arbeitsblättern, aber auch auf Plakaten oder Stellwänden vorgestellt.

Grenzfall. Wie eine DDR-Flucht zum Familiendrama wurde
Verlaufspläne für eine Doppelunterrichtsstunde als PDF zum Download
Vorschlag der Bundesstiftung Aufarbeitung für eine zusammenhängende und eine getrennte Doppelstunde zum Feature von Heike Otto, Bayerischer Rundunk 2010. Die Jugendlichen sollen die Bedeutung der Teilung Deutschlands und die Unterschiede von Diktatur und Demokratie nach 1945 anhand einer spektakulären DDR-Flucht exemplarisch analysieren und verstehen. Zum Feature

Multimediale Unterrichtsentwürfe
Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt Unterrichtsentwürfe unter Einbeziehung von interaktiven Whiteboards vor. Die Einheit "Die Geschichte der Mauer – unsere Geschichte" geht darauf ein, warum viele Menschen die DDR verlassen wollten.

"Wir waren so frei" im Unterricht
Die Internetseite stellt Informationen, Arbeitsaufträge und Fotomaterial zum Thema Flucht zur Verfügung. Die Fotos von Amateuren erzählen die Geschichten der Abgebildeten und spiegeln unmittelbar die Stimmungslagen der Menschen zur Umbruchszeit wider. Die Wünsche und Hoffnungen der Menschen waren vielfältig und teils divergent. Auch in der Bundesrepublik Deutschland gab es verschiedene Stimmungslagen und Sichtweisen auf die Ereignisse.

Flucht in den Akten der Stasi
Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes stellt auf seiner Internetseite verschiedene Bildungsmaterialien zur Verfügung. Die Auszügen aus Akten der Staatssicherheit wurden für den Unterricht oder für Schülerprojekttage zusammengestellt, die die Arbeitsweise des MfS erkennen lassen. Der Aufbau der Stasi-Akten wurde weitgehend beibehalten. Bis auf eine Einordnung und Begriffserläuterungen ist auf weitere Kommentare verzichtet worden. Zusätzlich gibt es Themenmappen mit Arbeitsaufträgen.

Handreichung für Lehrer
"Die Berliner Mauer. Quellen, Fragen, Kontexte" ist speziell auf die Bedürfnisse des Schulunterrichts zugeschnitten. Die Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer bietet kompakte Einführungstexte, kommentierte Quellen und weiterführende Methodentexte sowie eine umfangreiche kommentierte Zusammenstellung didaktischer Materialien und Websites. Sie ist als vierter Band der Reihe "DDR-Geschichte für die Schule" des LStU erschienen und kann kostenlos über die Gedenkstätte Berliner Mauer bezogen werden.
Sarah Bornhorst/Elena Demke (Hrsg.), Die Berliner Mauer. Quellen, Fragen, Kontexte (Werkstatt DDR-Geschichte für die Schule 4), Berlin 2011.
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Renate Werwigk-Schneider: "Wir wollten uns nicht einsperren lassen"
Wegen eines versuchten Fluchtversuches verurteilte das Bezirksgericht Rostock Renate Werwigk-Schneider 1963 zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Nach dem Prozess wurde Renate Werwigk-Schneider in die Haftanstalt Frankfurt/Oder verlegt, wo sie als Anstaltsärztin arbeiten musste. Zwei Jahre nach ihrer Entlassung wagte sie einen zweiten Fluchtversuch – im Wissen um den Freikauf. Mit einem gefälschten Pass wurde sie in Bulgarien an der türkischen Grenze verhaftet und in das Staatsgefängnis in Sofia verbracht. Im Dezember 1967 verurteilte sie das Gericht in Potsdam zu weiteren drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Ein Jahr später wurde sie von der Bundesrepublik freigekauft.
Zu Biografie, Tonaufnahmen und Fotos.

Vortrag "Häftlingsfreikauf – Das Geschäft zwischen Ost und West"
Im Rahmen der historisch-politischen Bildungsarbeit bietet die Gedenkstätte Berliner Mauer für Jugendliche und Erwachsene einen etwa einstündigen Vortrag zum Freikauf an. Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten

Der "Tunnel 57" als Comic
Die Comic-Autoren haben die Ereignisse um den legendären Fluchttunnel unter der Bernauer Straße anhand von Zeitzeugeninterviews, Originalfotos und Dokumenten detailgetreu rekonstruiert und grafisch umgesetzt. Ein Beitrag zu den historischen Hintergründen weitet den Blick auf das Fluchtgeschehen, Interviews mit einem Fluchthelfer und seiner geflüchteten Freundin veranschaulichen die Ereignisse aus deren Perspektive. Ergänzende Materialien für den Schulunterricht vertiefen die Thematik.

Henseler, Thomas/Buddenberg, Susanne: Tunnel 57. Eine Fluchtgeschichte als Comic. Veröffentlichungen der Stiftung Berliner Mauer, Berlin 2013. Das Comic ist auch in englischer Sprache erschienen (ohne Beitrag und Schulmaterialien): Tunnel 57. A True Escape-Story.

Fluchthelfer Dieter Wohlfart (27. Mai 1941 bis 9. Dezember 1961)
Fotos, Berichte und Originalaufnahmen zu Dieter Wohlfahrt.

Die Fluchthelfer Hasso Herschel und Joachim Neumann
Hasso Herschel überquerte im Oktober 1961 mit einem Schweizer Pass, den ihm West-Berliner Studenten beschafft hatten, die Grenze. Sofort sah er sich nach Fluchtmöglichkeiten für seine Schwester und deren Familie um. Er beteiligte sich an dem "Tunnel 29" in der Bernauer Straße. Bis 1972 verhalf er vielen DDR-Bürgern in umgebauten Autos, mit der Unterstützung von Diplomaten und über den Fernlastverkehr von Ungarn nach Österreich in den Westen.

Mit einem Schweizer Pass und der Hilfe von West-Berliner Studenten gelang Joachim Neumann im Dezember 1961 die Flucht über den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße. In West-Berlin angekommen, wollte er seiner Freundin und anderen Angehörigen die Flucht ermöglichen. Er beteiligte sich 1962 am "Tunnel 29" und zwei Jahre später am "Tunnel 57" in der Bernauer Straße.

Joachim Neumann berichtet von seiner Flucht mit einem Schweizer Pass, Gedenkverantsaltung 50. Jahrestag des Mauerbaus, Gedenkstätte Berliner Mauer, 13. August 2011

Webportale

Chronik der Mauer

www.chronik-der-mauer.de
Chronik der Mauer fasst die Geschichte der DDR-Fluchthilfe zusammen und dokumentiert derzeit 50 Fluchthilfeaktionen mit Texten und Fotos – zum Beispiel die Fluchthilfe mit einer "trojanischen Kuh", einem ausrangierten Ausstellungsstück, im Juli 1969. Die Seite wird kontinuierlich ausgebaut. Hier finden sich außerdem Biografien mit Texten und Fotos zu 136 Todesopfern.

Chronik der Mauer ist ein gemeinsames Projekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V., der Bundeszentrale für politische Bildung und von Deutschlandradio.

Guter Fluchthelfer – böser Schleuser?

Der Audiobeitrag "Guter Fluchthelfer - böser Schleuser" von Maik Baumgärtner und Thilo Schmidt für Deutschlandradio Kultur hat Zeitzeugen zu ihren Motiven und Erinnerungen befragt und Meinungen von Experten eingeholt. Es wird ein Vergleich angestellt zwischen der als legitim geltenden DDR-Fluchthilfe bis 1989 und der aktuellen, als illegal geltenden und negativ besetzten Fluchthilfe. Was unterscheidet Fluchthelferorganisationen und "Schlepperbanden" voneinander?

Fluchthilfe und Menschenhandel – damals und heute

Beitrag zum Thema "Fluchthilfe und Menschenhandel" auf dem Weblog "Menschenhandel heute", der die Kontroversen um die DDR-Fluchthilfe aufzeigt: Handelten die Fluchthelfer aus idealistischen oder aus kommerziellen Motiven heraus? Greift der Vorwurf des Menschenhandels? Haben die Fluchthelfer sich – in der Bundesrepublik und in der DDR – strafbar gemacht? Herausgeberin des Weblog ist Sonja Dolinsek vom Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

Republikflucht, Ausreise, Freikauf

Der Themenschwerpunkt "Abstimmung mit den Füßen" auf der Webseite www.jugendopposition.de bietet Informationen zu Republikflucht, Ausreise und Freikauf. Außerdem werden Fotos, eine Zusammenfassung der Geschichte der Fluchthilfe in der DDR und Informationen zu Fluchttunneln präsentiert.

War der Freikauf Menschenhandel?

Marion Detjen hinterfragt den Freikauf der Bundesrepublik Deutschland von politischen Gefangenen aus der DDR: War es "Menschenhandel" oder Widerstand gegen die Diktatur im Osten? Lesen Sie hier die Projektskizze von Marion Detjen
Detjen, Marion: Ein Loch in der Mauer. Die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland 1961-1989, München 2005

Fluchten über die bundesdeutsche Botschaft in Prag

Die Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung und der Deutschen Botschaft Prag liefern Hintergrundinformationen zu den Fluchten über die bundesdeutsche Botschaft in Prag im Herbst 1989.

Fluchten und Mauertote

Die Internetseite des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen bietet Quellenmaterial des Ministeriums für Staatssicherheit zur ehemaligen innerdeutschen Grenze

Die Berliner Mauer. Geschichte in Bildern

Die Internetseite www.berlin-mauer.de des rbb erzählt in kurzen Video-Interviews zahlreiche Fluchtgeschichten.

Artikel, Videos, Audios über Fluchthelfer

Auf der Internetseite www.ddr-aufarbeitung.de werden zum Thema Fluchthilfe Zeitungsartikel, Audio- und Videobeiträge von und über Fluchthelfer sowie erfolgreiche und missglückte Fluchten verlinkt.

Flucht über die Transitautobahn

Bericht über die Fluchtgeschichte der Familie Schmidt auf der Webseite des Museumsportal Berlin : Ursula und Gustav Schmidt nahmen die Hilfe von Fluchthelfer Kay Mierendorff in Anspruch, um zusammen mit ihren beiden jüngsten Töchtern die DDR zu verlassen. Für 10.000 DM schleusten die Fluchthelfer die drei in einem speziell präparierten Auto über die Transitautobahn in den Westen.

Vernetzung von Fluchthelfern und Flüchtlingen

Der DDR-Fluchthelfer Burkhard Veigel informiert in seinem Forum Fluchthilfe über Termine, liefert Informationen zur Fluchthilfe und bietet darüber hinaus eine Plattform für den Austausch und die Kontaktaufnahme zwischen Flüchtlingen und Fluchthelfern.

Was war der Freikauf?

"Zeitklicks" ist eine Webseite für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. Sie bietet einen spielerischen und spannenden Zugang zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts von der Jahrhundertwende bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.