Braunschweig. Zur Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, die Friedliche Revolution 1989 und die deutsche Einheit im Jahre 1990 wurde am 2. Oktober 2003 am Rathaus Braunschweig eine Gedenktafel angebracht und gleichzeitig der Rathausvorplatz vom Rat der Stadt Braunschweig in „Platz der Deutschen Einheit“ umbenannt. Der Oberbürgermeister Braunschweigs, Dr. Gert Hoffmann, griff damit eine Initiative der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur auf, anlässlich des 50. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 Straßen und Plätze nach diesem Ereignis zu benennen und die Geschichte desselben in den Kommunen zu erforschen. Bei der feierlichen Namensgebung und Enthüllung der Gedenktafel waren auch der Magdeburger Oberbürgermeister sowie Streikteilnehmer vom 17. Juni 1953 anwesend.
PLATZ DER DEUTSCHEN EINHEIT // Der Rat der Stadt Braunschweig hat am 8. Juli 2003 beschlossen, den / Platz vor dem Rathaus „Platz der Deutschen Einheit“ zu nennen. / Damit würdigen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Braunschweig / den Mut und die Entschlossenheit vieler, zumeist unbekannter Menschen / am 17. Juni 1953 und vor dem 9. November 1989. An ihr Eintreten für / die Freiheit des Einzelnen und für die deutsche Einheit wird mit dieser / Namensgebung dauerhaft erinnert. // Braunschweig, 3. Oktober 2003
Braunschweig, Platz der Deutschen Einheit 1
Hannover. Karl Hartung (1908–1967) gehörte in den 1940er bis 1960er Jahren zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern. Er gab wichtige Impulse auf dem Weg zur abstrakten Kunst. Im Jahr 1951 stellte er auf der Bauausstellung constructa in Hannover seine Skulptur „Große Kugelform“ vor. Sie ist aus Muschelkalk gefertigt und 1,89 Meter hoch. 1956 wurde sie für die Werner-von-Siemens-Schule in Hannover angekauft. In die Form des Kunstwerks – eine sich nicht schließende Kugel – wurde die deutsche Teilung hineininterpretiert. Der damalige Kulturdezernent der Stadt, Heinz Lauenroth, schlug vor, die Skulptur zu einem Mahnmal der Teilung Deutschlands zu erklären. Der Künstler, dessen Signatur im Sockel eingearbeitet ist, erklärte sich damit einverstanden. Die Skulptur wurde dafür vom Schulhof auf den Verkehrskreisel des Aegidientorplatzes umgesetzt. Zum 6. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni in der DDR wurde die Skulptur mit einer großen Kundgebung am 17. Juni 1959 eingeweiht und mit einer Steintafel mit Inschrift versehen.
Ein Schweigemarsch führte an diesem Tag zum Aegidientorplatz, an dem das Mahnmal enthüllt wurde. Jugendverbände, Schüler und Studenten hatten Geld für die Verlagerung der Skulptur gesammelt. 1976 wurde die Skulptur mit der Steinplatte zu einer in der Nähe befindlichen zentralen Stelle am Friedrichswall umgesetzt. Im Jahr 2004 wurde die Skulptur instand gesetzt.
Einigkeit / und / Recht / und / Freiheit
Hannover, Friedrichswall/ Ecke Einmündung Georgswall
Jever. In der friesischen Stadt erinnert ein Gedenkstein an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR. Eingeweiht wurde der eiszeitliche Findling am 17. Juni 1981. Aufgestellt wurde er zunächst am Sportzentrum an der Jahnstraße. Für viele Einwohner Jevers kam er an diesem Standort allerdings nicht genügend zur Geltung. Am 3. Oktober 1990 wurde er schließlich an seinen neuen Standort verbracht. Seither steht der große Findling in der Grünanlage Prinzengraft, direkt gegenüber vom alten Denkmalsort Schlosserplatz. Den Umzug des tonnenschweren Gedenksteins ermöglichten Soldaten der Bundeswehr. Das Datum „17. Juni“ wurde nach der deutschen Einheit im Jahr 1990 auf dem Stein um den „3. Oktober 1990“ ergänzt. Es schlägt damit den Bogen von dem in der Bundesrepublik gefeierten Tag der Deutschen Einheit am 17. Juni zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, an dem sich 1990 die Bundesrepublik Deutschland mit der DDR vereinigte.
17. JUNI / TAG DER / DEUTSCHEN EINHEIT / 3. OKT. 1990
Jever, Grünanlage Prinzengraft
Lüneburg. Die Stadt, einst mitten in Deutschland gelegen, wurde mit dessen Teilung zu einem Ort an der Grenze. Das war für die Lüneburger auch mit der Berlin-Blockade verbunden, da von dem ganz in der Nähe gelegenen Faßberg die Flugzeuge zur Versorgung West-Berlins starteten.
Die Erinnerung an die Teilung Deutschlands wurde mit einer Straßenbenennung „Berliner Straße“ in Lüneburg wachgehalten. Anlässlich des 5. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR wurde am 17. Juni 1958 in Lüneburg zudem ein „Berlin-Stein“ eingeweiht. Die Initiative dafür ergriff das Kuratorium Unteilbares Deutschland, das in zahlreichen Orten der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren, Veranstaltungen am Tag der Deutschen Einheit durchführte und Denkmale setzte. Der ursprünglich in der Schießgrabenstraße eingeweihte Gedenkstein musste wegen Bauarbeiten verlegt werden. Er steht heute an der Kreuzung der Willy-Brandt-Straße/ Uelzener Straße. Mit der Straßenbenennung nach dem früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin und Bundeskanzler, Willy Brandt, erinnert Lüneburg ebenfalls an dieser Stelle an die deutsche Teilung und Einheit. Bis heute wird am Gedenkstein von zahlreichen Verbänden und Organisationen der Ereignisse des 17. Juni 1953 gedacht.
Zum Gedenken / an den / 17. Juni 1953
Lüneburg, Willy-Brandt-Straße/Uelzener Straße
Sandbostel. Während des Zweiten Weltkrieges wurden von den Nationalsozialisten insgesamt mehr als eine Million Menschen aus 46 Nationen im Stalag X B gefangen gehalten. Etwa 50 000 Kriegsgefangene starben hier an Hunger, Seuchen, Misshandlungen oder wurden ermordet; darunter auch eine große Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener.
Die Toten wurden auf dem etwa zwei Kilometer östlich des Lagers gelegenen Friedhof beerdigt. Am 29. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager und richteten ein Internierungslager für SS-Offiziere und Wachmannschaften von Konzentrationslagern ein. 1948 wurde Sandbostel zur Außenstelle des Zuchthauses Celle und ab April 1952 diente das Gelände als Durchgangslager für männliche jugendliche Flüchtlinge aus der DDR. Parallel dazu eröffnete im September desselben Jahres ein Notaufnahmelager für Mädchen und junge Frauen im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Westertimke. Etwa ein Viertel aller Flüchtlinge aus der DDR waren jünger als 24 Jahre, weshalb sie in der Bundesrepublik als besonders betreuungsbedürftig galten. In Sandbostel waren bis zu 800 männliche Jugendliche zur gleichen Zeit untergebracht, in Westertimke etwa 300 Frauen. Rund 100 neue Flüchtlinge kamen täglich in Sandbostel an, und ungefähr die gleiche Zahl verließ jeden Tag das Lager. Schätzungsweise durchliefen 250 000 Jungen und junge Männer Sandbostel, Westertimke beherbergte insgesamt etwa 80 000 weibliche Jugendliche. Ein Aufnahmeausschuss entschied über die Vergabe von Aufenthaltserlaubnissen für die Jugendlichen und das Arbeitsamt vermittelte ihnen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätze. In den 1960er Jahren wurde das Gelände von der Bundeswehr als Depot genutzt und ab 1974 wurde es Gewerbegebiet.
2005 und 2008 erwarb die Stiftung Lager Sandbostel 3,2 Hektar des ehemals 35 Hektar großen Geländes mit elf historischen Gebäuden, um dort eine Dokumentations-, Gedenk- und Begegnungsstätte aufzubauen. Die Stiftung bemüht sich seitdem, die bis heute erhalten gebliebenen historischen Baracken vor dem Verfall zu retten und den Ort für Besucher zugänglich zu machen. Im April 2013 wurde die Dauerausstellung mit dem Titel „Das Stalag X B Sandbostel – Geschichte und Nachgeschichte eines Kriegsgefangenenlagers“ in Anwesenheit von Staatsminister Bernd Neumann, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligstadt feierlich eingeweiht. Die Ausstellung wird in zwei in der Nachkriegszeit entstandenen Baracken gezeigt, der „Gelben Baracke“ und der „CVJM-Baracke“ (Christlicher Verein Junger Menschen).
Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers erinnert des Weiteren ein Gedenkstein an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR.
17. Juni / 1953 / Einigkeit / und / Recht / und / Freiheit
Sandbostel, Gewerbegebiet Immenhain
Uelzen. Anlässlich des 25-jährigen Krönungsjubiläums von Kaiser Wilhelm II. wurde 1913 in Uelzen ein Findling aufgestellt und mit einer ersten Inschriftenplatte versehen. Die weitere Geschichte des Findlings symbolisiert Epochen und Brüche der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Kaisers wurde die Tafel entfernt. 1928 wurde der Stein dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gewidmet, mit seinem Kopfrelief versehen und fortan „Hindenburgstein“ genannt. 1954 sprach sich Stadtrat Georg Kühl gegen eine Erneuerung der Inschriftenplatte aus und schlug stattdessen vor, auf dem Stein an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR zu erinnern.
17. Juni / 1953
Uelzen, Am Ratsteich, Gudesstraße/Mühlenstraße
Schladen-Werla. Anlässlich des 30. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 pflanzten Mitglieder der Jungen Union Werlaburgdorf am 17. Juni 1983 vor dem Feuerwehrgerätehaus eine Eiche und stifteten einen Gedenkstein. Gastredner waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Sauer sowie der Kreistagsfraktionsvorsitzende der CDU, Werner Otte. Der Vorsitzende der Jungen Union Werlaburgdorf, Frank Oesterhelweg, erklärte bei der Einweihung des Steins, dass mit der Eiche an die Opfer des Aufstandes vom 17. Juni 1953 gedacht und gleichzeitig der Wille zur Wiedervereinigung aller Deutschen in Frieden und Freiheit dokumentiert werden soll. Der Gedenkstein trägt eine Inschrift.
17. Juni 1953 / Tag der Deutschen / Einheit / 17. Juni 1983 / Junge Union / Werlaburgdorf
Schladen-Werla/ Werlaburgdorf, Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr, Werlaburgdorf, Westendorf 10