Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein

2019 wurde das Denkmal um ein Hinweisschild und eine Gedenktafel mit zusätzlichen Informationen zum Volksaufstand erweitert.
2019 wurde das Denkmal um ein Hinweisschild und eine Gedenktafel mit zusätzlichen Informationen zum Volksaufstand erweitert. © Stadt Elmshorn, Amt für Kultur und Weiterbildung

Elmshorn. Am 17. Juni 1963 jährte sich der Volksaufstand in der DDR zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass wurde am Probstenfeld in der Stadt Elmshorn ein Denkmal zur Erinnerung an die landesweiten Proteste installiert. Ursprünglich bestand das Denkmal aus einer Mauer mit einer Inschrift sowie einer schmiedeeisernen Landkarte des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937. Damit erinnerte es nicht nur an die deutsch-deutsche Teilung, sondern auch an die ehemaligen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze. Nachdem die Inschrift und die Landkarte in den 1990er Jahren durch Vandalismus zerstört wurden, blieb die Mauer zunächst für einige Jahre als Denkmal an den 17. Juni unkenntlich.

Auf Beschluss des Magistrats wurde im Herbst 1998 die heutige Gedenktafel mit einer Inschrift an die Mauer montiert. Die Inschrift enthält den ursprünglichen Text von 1963, während das Symbol der Landesgrenzen von 1937 aufgrund revanchistischer Konnotationen nicht erneuert wurde. Seit September 2019 befindet sich links neben der Gedenktafel auch ein Hinweisschild, das über den Volksaufstand am 17. Juni 1953 informiert. Über einen QR-Code können weitere Informationen zum Denkmal abgerufen werden.

Historische Aufnahme des Denkmals in seiner ursprünglichen Gestaltung von 1963.
Historische Aufnahme des Denkmals in seiner ursprünglichen Gestaltung von 1963. © Stadt Elmshorn – Stadtarchiv / Walter Placzek
Inschriften

Auf der Gedenktafel: 17. JUNI 1953 / GEGEN TERROR UND WILLKÜR / FÜR / EINIGKEIT, RECHT UND FREIHEIT

Auf dem Hinweisschild: Elmshorn / Das Denkmal erinnert an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 / In über 700 Städten und Gemeinden kam es zwischen dem 16. und / 21. Juni zu Demonstrationen und Streiks. An diesen waren etwa eine / Million Menschen beteiligt. / Was zunächst als Protest gegen erhöhte Arbeitsnormen begann, / weitete sich rasch aus. Die Hauptforderungen der Demonstranten / lauteten nun: Nieder mit der SED | Freie Wahlen | Freilassung aller / politischen Häftlinge | Rücktritt der Regierung | Abzug der Besat- / zungstruppen aus Deutschland und Wiedervereinigung. / Der Aufstand wurde durch den Einsatz sowjetischer Panzer blutig / niedergeschlagen und so die Herrschaft der SED in den folgenden / Jahrzehnten gesichert. / Erst durch die friedliche Revolution im Oktober/November 1989 / fand die Idee von Einheit und Freiheit ihre unverhoffte Vollendung.

Standort

Elmshorn, am Probstenfeld

 

Mit der Errichtung des Berlin-Meilensteins wurde auf Fehmarn auch das Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953 verbunden.
Mit der Errichtung des Berlin-Meilensteins wurde auf Fehmarn auch das Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953 verbunden. © Timo Jädke

Fehmarn. Zur Erinnerung an Berlin als Hauptstadt eines ungeteilten Deutschlands wurden in einer Reihe von Städten der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren „Meilensteine“ errichtet, die eine Entfernungsangabe des Ortes von Berlin angaben. In Burg auf der Insel Fehmarn wurde dieses Gedenken mit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR verbunden. Das Inselkuratorium Unteilbares Deutschland rief die Bevölkerung am 16. Juni 1960 zu einer Kundgebung auf. Mit einer Feierstunde sollte der „Tag der Deutschen Einheit“ begangen werden. Dabei bekannten sich die Teilnehmer zur Unteilbarkeit des deutschen Volkes und erinnerten an die Opfer des Volksaufstandes von 1953 in der DDR. Nach der von Schülern der Mittelschule Burg gestalteten Gedenkfeier wurde an einer Doppeleiche eines zentralen Platzes in Burg ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Tapferkeit der Berliner Bevölkerung und als Symbol des Freiheitswillens der Deutschen enthüllt. Der „Meilenstein“ enthält den Berliner Bären als Wappentier und die Inschrift „Berlin / 395 km“. Der Platz neben der Doppeleiche wurde bewusst gewählt, da diese 1898 nach dem Motiv „Up ewig ungedeelt“ gepflanzt und als Symbol der Unteilbarkeit Schleswigs und Holsteins an den Schleswig-Holsteinischen Krieg von 1848 erinnert.

Inschrift

Berlin / 395 km

Standort

Fehmarn, Breite Straße/ Sahrensdorfer Straße

 

1987 entstandene Aufnahme des Berlin-Gedenksteins zur Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953.
1987 entstandene Aufnahme des Berlin-Gedenksteins zur Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. © Stadt Lütjenburg, Stadtbildarchiv

Lütjenburg. Am 29. September 1959 beschloss die Lütjenburger Stadtverordnetenversammlung auf Initiative von Ludolf Süßenguth die Aufstellung eines Berlin-Gedenksteines, der an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnern sollte. Bis zum Jahr 1989 wurde auf dem Marktplatz von Lütjenburg alljährlich mit einer Veranstaltung an den Volksaufstand gedacht. Nach 1961 kam die Erinnerung an den Mauerbau hinzu. Anlässlich des 15. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer wurde in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der mecklenburg-vorpommerischen Partnerstadt Sternberg der Gedenkstein um das Datum des 9. November 1989 ergänzt.

Der Gedenkstein erinnert an den Volksaufstand 1953, den Bau der Berliner Mauer 1961 sowie den Mauerfall 1989.
Der Gedenkstein erinnert an den Volksaufstand 1953, den Bau der Berliner Mauer 1961 sowie den Mauerfall 1989. © Stadt Lütjenburg, Stadtbildarchiv
Inschrift

17. Juni 1953 / 13. August 1961 / 9. November 1989

Standort

Lütjenburg, Markt

 

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