Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:

Geboren am 19. April 1907 in Ostrowo/Provinz Posen, Tochter eines Kaufmanns. 1918 Übersiedlung nach Breslau, besuchte das Gymnasium, ab 1927 Studium der Philologie an der Universität Breslau. Eintritt in die SAJ, ab 1927 Mitglied des KJVD und der KPD. Von Ernst Wollweber als internationaler Kurier für die 4.Abteilung des sowjetischen militärischen Nachrichtendienstes geworben, zog sie 1928 nach Berlin. Ende 1928 Heirat mit Jan Basson (*1897), einem Mitarbeiter der GRU, mit dem sie 1930 nach Moskau übersiedelte. Zunächst in der Transportarbeitersektion der RGI beschäftigt, folgte sie ihrem Mann Anfang 1931 und unterstützte ihn bei seiner nachrichtendienstlichen Arbeit in Österreich. Gertrud Braun wurde im Dezember 1931 in Wien verhaftet, hochschwanger Anfang 1932 aus Österreich ausgewiesen. Sie kehrte im Mai 1932 über Breslau in die Sowjetunion zurück und begann am Marx-Engels-Lenin-Institut unter Karl Schmidt zu arbeiten. Wegen angeblicher »Herabwürdigung Stalins« erhielt sie eine Parteistrafe und wurde zur Bewährung in die Produktion geschickt, später Korrespondentin der DZZ. Am 2. Dezember 1937 wurde ihr Mann Jan Basson vom NKWD verhaftet und später erschossen. Gertrud Braun wurde am 15. April 1938 durch das NKWD verhaftet und zu acht Jahren Lager verurteilt. Sie kam nach Karaganda, war dort als Deutsch- und Englischlehrerin tätig. Seit Juni 1956 in der DDR, im Oktober 1956 durch die ZPKK nichtöffentlich »rehabilitiert«. Sie wurde Hochschullehrerin am Pädagogischen Institut für Fremdsprachen in Leipzig. Gertrud Braun starb am 6. Mai 1976 in Leipzig.

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