Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR?":

Geb. in Gräfenroda als Sohn eines Schneidermeisters; 1909 – 14 Studium am Lehrerseminar in Gotha; 1914 Volksschullehrer; im Ersten Weltkrieg Kriegsfreiwilliger; 1918 USPD, 1922 SPD; 1924 – 26 Jurastudium in Jena, 1929 jurist. Promotion; 1920 – 33 MdL Thüringen; 1923 Ministerialdir. im thüringischen Innenmin.; Richter am Disziplinarhof Jena; 1924 Vereinigung sozialdemokratischer Juristen; 1932 Mitgl. des Reichstags; 1933 Entlassung aus dem Staatsdienst; 1934 Mitgl. der Widerstandsgr. »Neu Beginnen«, 1936 mit Otto Brass Gründung der »Dt. Volksfront« in Berlin; 21.9.1938 Verhaftung durch die Gestapo, 28.7.1939 Verurteilung zu 12 Jahren Zuchthaus durch den VGH, bis 1943 Zuchthaus Brandenburg, 1943 – 45 KZ Buchenwald, 19.4.1945 Mitverfasser des »Buchenwalder Manifestes«.
Anfang Juni 1945 Ministerpräs. von Thüringen, nach Übergabe Thüringens an die SMAD am 1. Juli 1945 statt einer Wiedergründung von SPD und KPD am 2. Juli 1945 Gründung des »Bundes demokrat. Sozialisten«, Mitte Juli Absetzung als Ministerpräs. auf Intervention von  Walter Ulbricht; nach zweimaliger Verhaftung durch sowj. Besatzungsbehörden Ende 1945 Flucht in die amerikan. Zone; 1946 – 49 Chef der hess. Staatskanzlei; 1949 – 53 MdB; Honorarprof. an der Univ. Frankfurt (Main).

Publ.
Gegen den Strom. Offenbach 1946; Das sowj. Herrschafts-System. Der Weg in die Staatssklaverei. Köln 1951; Die Problematik der mod. Staatstheorie. Berlin 1950.
Sek.-Lit.
Overesch, M.: H. B. Ein Kämpfer gegen Hitler u. Ulbricht. Bonn 1992.