Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR?":

Geb. in Gleiwitz, Schles. (Gliwice, Polen); Vater Bahnbeamter, Mutter Klavierlehrerin; Besuch der Bürgerschule in Oberschles.; nach dem Einmarsch sowj. Truppen als Demontagearbeiter zwangsverpflichtet.
1946 Übersiedl. nach Köthen; später nach Potsdam, dort Beendigung der Oberschule, Abitur; 1949 / 50 Redaktionsvolontär bei der »Tagespost« in Potsdam; erste Gedichte; 1950 Teiln. am ersten Lehrgang für junge Schriftsteller in Bad Saarow (Vorläufer des Leipziger Literaturinst.), von  Johannes R. Becher u.  Stephan Hermlin lobend erwähnt, galt im Sinne der DDR-Kulturpolitik als förderungswürdig; 1951 Meisterschüler bei  Bertolt Brecht am »Berliner Ensemble«; Nov. 1951 wg. »antisowj. Hetze« vom MfS verhaftet u. den sowj. Besatzungsbehörden überstellt; Apr. 1952 Verurteilung wg. angebl. Spionage u. versuchtem Sturz der DDR-Regierung zu 25 Jahren Zwangsarbeit; Mai 1952 – Okt. 1955 Arbeitslager in Workuta; Amnestie u. Entlassung in die Bundesrep. Dtl.
1957 – 61 Red. beim Hess. Rundfunk in Frankfurt (Main); 1958 – 61 Mithrsg. der Ztschr. »blätter + bilder« u. Hrsg. der Buchreihe »studio 58«; 1960 Aufenthalt in Rom (Villa-Massimo-Stipendium); 1961 – 69 zunächst Lektor, dann Cheflektor des Dt. Taschenbuchverlages (dtv) München; anschl. freischaff. Schriftsteller; seit 1966 Mitgl. des PEN-Zentrums der Bundesrep. Dtl.; Vortragsreisen durch Europa, Amerika u. Australien; Mitgl. der Bayer. Akad. der Schönen Künste u. der Dt. Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt; sein literar. Werk umfaßt Lyrik, Prosa u. Essays u. beschäftigt sich vornehmlich mit der Kriegs- u. Nachkriegszeit sowie der menschl. Selbstbehauptung gegenüber staatl. Obrigkeit; zahlr. Auszeichnungen, u. a. für seine autobiograf. Romantetralogie »Gleiwitz. Eine oberschlesische Chronik« (1975 – 82); gest. in München.

Publ.
Traumbuch eines Gefangenen. Gedichte und Prosa. München 1957; Nachtstücke. Erzählung. München 1959; Die Zelle. München 1968 (1970 verfilmt, Buch u. Regie H. B.); Bakunin, eine Invention. Erzählung. München 1972; Solschenizyn und andere. Essays. München 1972; Gleiwitzer Kindheit. Gedichte aus 20 Jahren. München 1976.
Sek.-Lit.
Helbig, L. F.: H. B. 1930 – 1990. Leben u. Werk. München 2000.
BRB