Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR?":

Geb. in Hof (Saale); Vater Textilarb.; Volks- u. Fortbildungsschule für Textil in Hof, Leipzig u. Mittweida; 1909 – 12 Ausbildung in einer Baumwollspinnerei in Hof (Saale); ab 1911 Jugendriege im Arbeitersport Hof, später Chemnitz-Leipzig; 1912 – 24 Dt. Textilarbeiterverb., ausgeschl.; 1912 SPD-Jugend in Hof; 1914 – 17 SPD in Chemnitz u. Leipzig, dann USPD; 1915 – 17 Kriegsdienst in Frankreich, Gefangenschaft; 1916 Kriegsgericht Brüssel, zu neun Jahren Festung in Passau verurteilt wegen »Flugblattverteilens«, Nov. 1918 entlassen; 1918 Spartakusbund in Ingolstadt; Arbeiter- u. Soldatenrat in Ingolstadt, 1919 in München; 1919 KPD; Mitgl. der Ortsgr.-Ltg. Ingolstadt; Mai 1919 verhaftet, neun Mon. Strafe in Niederschönefeld, Sept. 1919 amnestiert; Ausweisung aus Bayern nach Sachsen; 1920 – 24 Textilarb. u. Betriebsratsvors. in der Baumwollspinnerei Chemnitz; 1923/24 Vors. des DTV Chemnitz, nach einem Streik entlassen; 1920 Gewerkschaftsltr. im Unterbez. Chemnitz, 1921 Mitgl. der KPD-BL Erzgeb. (Vogtl.); 1924 in Chemnitz verhaftet, fünf Mon. U-Haft; 1924 – 31 Angest. des ZK der KPD; 1925 Mitgl. der KPD-BL Ostsachsen-Dresden; als Delegierter zum III. RGI-Kongreß u. zum V. Weltkongreß der KI 1925 in Moskau; Mitarb. der Gewerkschaftsabt. des ZK der KPD; 1926 KPD-Instrukteur; 1927 Mitgl. der KPD-BL Westsachsen-Leipzig; 1929/30 Org. Ltr. der KPD-BL Baden u. Stadtverordneter in Mannheim/Baden; 1931 Entsendung in die RGI Moskau; danach Mitarb. in der KI, Mitteleurop. Sekt.; 1933 Instrukteur in Dtl.; 8.2.1934 Verhaftung in Berlin-Schöneberg, 19.3.1935 vom Oberlandesgericht Hamburg zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus in Fuhlsbüttel verurteilt, anschl. KZ Sachsenhausen bis 1939; Juli 1939 Emigr. nach Dänemark; 15.8.1940 Verhaftung durch die Gestapo, Haft in den KZ Neuengamme u. Sachsenhausen bis 1945.
1945 Pol. Mitarb. des ZK der KPD; 1946 SED; Hauptref. im ZS der SED; danach ab 1948 Abt.-Ltr. u. stellv. Geschäftsf. bei der Zentrag, ab Okt. 1951 ihr Geschäftsltr., Jan. 1954 Ltr. der Zentrag; seit 1954 Mitgl. der ZRK, stellv. Vors.; 1956 VVO; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959 Banner der Arbeit; 1961 KMO.

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:

Geboren am 6. Juli 1896 in Hof, Sohn eines Hausdieners; lernte Elektriker und arbeitete vor dem Weltkrieg in einer Textilmaschinenfabrik in der Schweiz. 1912 Mitglied der Sozialistischen Jugend, 1914 der SPD. Bei Kriegsbeginn eingezogen, 1917 wurde er als Kriegsgegner wegen Gehorsamsverweigerung zu zwölf Jahren Festung verurteilt. Durch die Revolution 1918 aus der Festung Passau befreit. Seit 1919 Mitglied der KPD, im Frühjahr 1919 Angehöriger der Roten Armee in der Bayerischen Räterepublik, deshalb Verurteilung zu neun Monaten Festungshaft, jedoch im September 1919 amnestiert und aus Bayern nach Sachsen ausgewiesen. Ab 1921 Mitglied der BL Erzgebirge-Vogtland. 1924 war er auf einem Lehrgang in Moskau und nahm am V. Weltkongreß der Komintern und am II. RGI-Kongreß teil. Danach wurde er Agitpropleiter im Bezirk Erzgebirge-Vogtland. Sein kritischer Bericht über den V. Weltkongreß brachte ihm ein Parteiverfahren ein, das nach dem »Offenen Brief« des EKKI im September 1925 eingestellt wurde. In den Jahren 1926 bis 1928 war Hahn Sekretär und enger Vertrauter Ernst Thälmanns. Deshalb als ZK-Instrukteur längere Zeit in Ost- und Westsachsen eingesetzt, um die Rechten zu bekämpfen, 1929 schickte Thälmann Hahn als Orgleiter nach Baden, um dort die linke Kenzler-Ritter-Gruppe auszuschalten. Bis 1931 Stadtverordneter in Mannheim, zeitweise auch RGO-Vorsitzender in Baden. Von 1931 bis 1933 war Hahn Instrukteur in der Mitteleuropäischen Sektion des RGI in Moskau sowie Kursant an der Internationalen Leninschule. Ende 1933 Rückkehr zur illegalen Arbeit nach Deutschland, am 8. Februar 1934 in Berlin verhaftet. Im Gefängnis konnte er noch mit Dimitroff zusammenkommen und Nachrichten austauschen. Der Gestapo gelang es nicht, Hahns Identität nachzuweisen (er besaß falsche Papiere), und er konnte auch verheimlichen, aus Moskau nach Deutschland zurückgekehrt zu sein. Am 19. März 1935 vom OLG Hamburg zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach im Juli 1939 nach Dänemark emigriert, dort nach der Besetzung durch deutsche Truppen am 15.August 1940 von der Gestapo verhaftet und zunächst in das KZ Neuengamme und anschließend ins KZ Sachsenhausen gebracht. Hahn war 1945/46 Abteilungsleiter im Sekretariat des ZK der KPD, 1946 Hauptreferent im PV des SED, von 1948 bis 1954 Geschäftsführer bzw. Hauptdirektor der SED-eigenen Verlagsgruppe Zentrag. Von 1954 bis 1965 stellvertretender Vorsitzender der ZRK der SED in Ost-Berlin, er erhielt den Karl-Marx-Orden. Joseph Hahn starb am 24.Februar 1965 in Ost-Berlin.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).

Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Tel. 030 - 29 78 45 34