Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:
Geboren am 13. Januar 1891 in Barmen, Sohn eines Webers (Bruder von Gustav Triebel); lernte Schlosser, trat in den DMV und in die Arbeiterjugend ein. Auch er floh bei Kriegsausbruch in die Niederlande, um sich dem Militärdienst zu entziehen. 1918 Mitbegründer des Spartakusbundes in Barmen, war Ende 1918 dessen Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD. Triebel, seit Anfang 1919 Leiter der Ortsgruppe Barmen, unterzeichnete 1920 als Vertreter der aufständischen Ruhrarbeiter nach der Niederschlagung des Kapp-Putsches das Bielefelder Abkommen. Dafür drohte ihm die BL mit Ausschluß. 1923 wurde er von der belgischen Besatzung als Geisel festgenommen. Von 1923 bis 1929 Redakteur und Verlagsleiter der »Niederrheinischen Arbeiterzeitung« in Duisburg, zugleich dort Stadtverordneter und Vorsitzender der KPD-Fraktion, Mitglied des Provinzialrats. Triebel wurde 1929 als Rechter aus der KPD ausgeschlossen, woraufhin die gesamte Stadtratsfraktion (zwölf Personen) das Mandat niederlegte. Er wurde Mitglied der KPO und leitete deren Ortsgruppe Duisburg-Hamborn. Zuletzt städtischer Angestellter, im Juli 1933 wurde er entlassen. Illegal für die KPO tätig, hatte er enge Verbindungen zu Dagobert Lubinski in Düsseldorf sowie zu konspirativ arbeitenden SAP-Gruppen. Im März 1934 in Essen festgenommen, wurde er am 12. Oktober 1934 vom OLG Hamm zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Danach zwar freigelassen, aber 1937 erneut verhaftet, kam ins KZ Oranienburg. Während des Krieges im Bergbau und nach dem 20. Juli 1944 nochmals für kurze Zeit inhaftiert. Mitte Mai 1945 gründete Oskar Triebel den Kampfbund gegen den Faschismus in Duisburg, einen informellen Zusammenschluß von SPD-, SAP-, KPO- und KPD-Mitgliedern. Er trat 1946 in die SPD ein, hielt losen Kontakt mit der Gruppe Arbeiterpolitik. Bis 1954 Leiter des Arbeitsamts in Duisburg, wieder in den Stadtrat gewählt und dort SPD-Fraktionsvorsitzender. Wegen kommunalpolitischer Differenzen im Oktober 1959 zurückgetreten, verließ er die SPD bei Bildung der Großen Koalition 1966. Oskar Triebel starb am 24. Mai 1968 in Duisburg.
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