Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR?":

Geb. in Sonneberg; ab 1938 kaufm. Lehre bei einem Rechtsanwalt, HJ; 1940 Kriegsmarine; 1945 engl. Kriegsgef.
Anfang 1946 Entlassung, arbeitslos in Sonneberg; SPD, dann SED; Volkspolizist; 1949 Austritt aus der SED, deshalb Ablehnung eines Studiums der Wirtschaftswiss., quittiert daraufhin den Polizeidienst; 6.6.1952 im Rahmen der »Aktion Ungeziefer« Zwangsumsiedl. mit Frau u. Sohn nach Jena; dort Buchhalter bei der DHZ Kohle; am 17. Juni 1953 gewählter Sprecher der Jenaer Kohlearbeiter, beauftragt mit der Übermittl. polit. u. ök. Forderungen an die SED-KL Jena-Stadt; in der SED-KL zus. mit Herbert Bähnisch u.  Alfred Diener verhaftet u. an das Sowj. Militärtribunal Weimar überführt (Diener wird am 18.6.1953 standrechtl. erschossen); Verurteilung zu 25 Jahren Lagerhaft, ab Ende Juli 1953 Haft in Bautzen (»Gelbes Elend«), bis 1956 Einzelhaft; 1961 Entlassung durch präsidialen Gnadenerlaß; anschl. Hilfsarb. im Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Lagerist in einem Möbelgeschäft u. schließl. Beauftragter für Technik-, Brand- u. Arbeitsschutz der HO-Gaststätten Jena; 1988 Rentner.
Seit 1990 als Zeitzeuge aktiv an der Aufarbeitung des 17. Juni 1953 beteiligt; 15.11.1993 Rehabilitierung durch die russ. Generalstaatsanwaltschaft; 2003 Ehrenbürgerschaft der Stadt Jena; gest. in Jena.
2009 erstmalige Ausschreibung des W.-Sch.-Preises durch die Geschichtswerkstatt Jena.

Sek.-Lit.
Voigt, H.: W. Sch. In: Mählert, U. (Hrsg.): Der 17. Juni 1953. Bonn 2003.
ISK