Das Kanzlerversprechen und die "Leuna-Affäre"

Am 10. Mai 1991 gab Bundeskanzler Kohl in Schkopau ein Versprechen zum Erhalt der Werke des mitteldeutschen Chemiedreiecks. Wenige Stunden später wurde er in Halle mit Eiern beworfen. Beide Ereignisse markierten die Spannweite zwischen Hoffnung und Enttäuschung in Ostdeutschland. Ein erster Schritt zur Restrukturierung der chemischen Industrie stellte der Leuna-Minol-Vertrag vom Januar 1992 dar. Der Neubau der Raffinerie war jedoch höchst umstritten, wurde von einer Schmiergeldaffäre überschattet und von der Konkurrenz bekämpft. In seinem Vortrag spricht Dr. Rainer Karlsch über Privatisierung, Strukturpolitik und die Rolle der Treuhandanstalt in der „Leuna-Affäre“. Er geht außerdem der Frage nach, wie die „Rettung“ des mitteldeutschen Chemiedreiecks rückblickend zu bewerten ist.