Gegen alle Mauern – Zeitzeugeninterviews: Michael „Pankow“ Boehlke

Michael „Pankow“ Boehlke (*1964): „Punk hieß, dass ich genau so sein darf, wie ich mich fühle. Voller Aggressionen, ohne Antworten, aber gegen alles.“ Michael Boehlke wächst in Berlin-Pankow auf. Die Kindheit ist auch von Gewalt in der Familie geprägt.

In der Schule ist er auffällig und hat Schwierigkeiten, sich anzupassen. Am Ende der 10. Klasse entdeckt er den Punk und lehnt sich für alle sichtbar gegen den allgegenwärtigen Anpassungsdruck in der SED-Diktatur auf. 1981 wird er Sänger der Punk-Band „Planlos“ und führt Konzerte in der ganzen DDR durch. Der Staatsapparat reagiert auf die illegalen Bands mit großer Härte. „Pankow“ wird immer wieder schikaniert, festgenommen und verhört. Seine Zeit als Punk endet 1983 mit dem erzwungenen Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee.