Gegen alle Mauern – Zeitzeugeninterviews: Volker Wiedersberg

Volker Wiedersberg (*1969) wächst in Schwerin auf. Schon früh ist ihm Gewalt jeglicher Art, zum Beispiel auch unter seinen Mitschülern, zuwider. Er weigert sich, den verpflichtenden Wehrkundeunterricht in der 9. Klasse mitzumachen. 

Mit 15 Jahren beginnt er, sich in den aktiven Gruppen unter dem Dach der evangelischen Kirche zu engagieren, die die Militarisierung und die allgegenwärtige Umweltzerstörung in der DDR kritisch sehen. Als er während seiner Lehre als Fliesenleger in Potsdam für zwei Wochen in ein Wehrerziehungslager geschickt wird, verweigert er dort das Schießen mit der Waffe. Mit 18 Jahren wird er für den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee gemustert und gibt dort seine Verweigerung bekannt, den Dienst an der Waffe auszuüben und seinen Wehrdienst als Bausoldat ausüben zu wollen. Er begründet diesen Schritt mit seiner christlichen und pazifistischen Haltung. Am Weltfriedenstag, dem 1. September 1989, erklärt er schließlich schriftlich dem Wehrkreiskommando Potsdam seine Totalverweigerung.