Gulag-Zeitzeugin Elvira Raitsch und ihre Mutter Irmgard in Kurgan, 1956
Podcast aus der Reihe "Gulag-Zeitzeugen" von Dr. Meinhard Stark
Datum
03.01.19
Typ
Audio
Thema
Gulag
Repression und Haft

Elvira Raitsch kam am 30. April 1936 in Tscheljabinsk, östlich des Urals, zur Welt. Ihre 1913 geborene Mutter Irmgard Schünemann war 1931 mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus Berlin in die Sowjetunion gegangen, um beim Aufbau des Sozialismus zu helfen. Anfang 1937 setzten unter den ausländischen Spezialisten Verfolgungen ein. Zwischen Dezember 1937 und Februar 1938 verhaftete das NKWD nacheinander den Großvater, den Onkel und den Vater von Elvira. Alle drei wurden wenige Monate darauf erschossen. Irmgard musste mit ihrer Tochter und der Großmutter die angestammte Wohnung räumen. Nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR wurde sie zuerst arbeitslos, im Herbst 1941 schließlich vom NKWD verhaftet. Die Anklage lautete auf angebliche „antisowjetische Agitation“, das Urteil auf zehn Jahre Gulag. Ihre Mutter und Elvira wurden im Frühjahr 1942 in das westsibirische Dorf Prosekowa im Gebiet Kurgan verbannt. Anfang 1957 stellte ihre Mutter den Antrag auf Übersiedlung in die DDR; im Februar 1958 trafen sie in Berlin ein. Das Interview fand 2010 statt.

Gesamter Podcast

Vorgeschichte

Verhaftungen in der Familie

Leben in der Verbannung

Überleben

Das Leben danach

Elvira Raitsch

Elvira Raitsch