Journalistinnen und Journalisten wurden an parteitreuen Einrichtungen wie der Journalistenschule in Leipzig ausgebildet, wo sie ihre politische Loyalität unter Beweis stellen mussten. Die staatliche Nachrichtenagentur ADN bestimmte, über welche Themen berichtet wurde und wie diese einzuordnen waren. Abweichungen von der Parteilinie konnten für Medienschaffende schwerwiegende Konsequenzen haben. Die wichtigste Nachrichtensendung, die Aktuelle Kamera, verbreitete vor allem Lob für die Staatsführung und blendete gesellschaftliche Probleme systematisch aus.
Trotzdem fanden viele Bürgerinnen und Bürger Wege, sich unabhängig zu informieren. In den meisten Regionen der DDR waren westliche Fernseh- und Radiosender empfangbar und wurden von Millionen genutzt – sehr zum Ärger der SED, die im Rahmen der sogenannten Aktion Ochsenkopf sogar versuchte, Empfangsantennen zu zerstören. Zudem entwickelten viele Menschen die Fähigkeit, in den DDR-Medien zwischen den Zeilen zu lesen und feine Signale sowie politische Veränderungen zu erkennen.
In den 1980er-Jahren wurde die Diskrepanz zwischen offizieller Berichterstattung und der Realität immer offensichtlicher. Während in der Sowjetunion unter Glasnost und Perestroika offen über Missstände gesprochen wurde, versuchte die SED-Führung, jede Diskussion über Probleme in der DDR zu unterdrücken – sie ging sogar so weit, die sowjetische Zeitschrift Sputnik zu verbieten. Diese restriktive Medienpolitik untergrub das Vertrauen in die Regierung weiter und nährte die Unzufriedenheit – ein wichtiger Faktor, der schließlich zur Friedlichen Revolution von 1989 beitrug.
Die neunte Folge von Backstage DDR zeigt, wie die Medien in der DDR kontrolliert wurden, wie sich die Menschen trotz Zensur informierten und warum es der staatlichen Propaganda letztlich nicht gelang, den Wunsch der Bevölkerung nach Wahrheit und Freiheit zu unterdrücken.