Natürliche Gegner? Die Treuhand und die Gewerkschaften in der Geschichte des ostdeutschen Transformationsprozesses

„Es wird auch Enttäuschungen geben und wir werden auch manche unangenehmen Sachen mittragen müssen.“ Mit diesen Worten skizzierte Franz Steinkühler, Vorsitzender der IG Metall, die Situation der westdeutschen Gewerkschaften in Ostdeutschland im Sommer 1990. Auf der einen Seite entstand mit der Auflösung des FDGB ein neues Mitgliederpotenzial, dass angesprochen werden konnte, auf der anderen Seite waren die ostdeutschen Beschäftigten von unvermeidbaren Massenentlassungen bedroht. In seinem Vortrag spricht Christian Rau darüber, welche Position die Gewerkschaften im Transformationsprozess und zur Treuhand einnahmen, wie sich ihr Handeln in der politischen und wirtschaftlichen Praxis gestaltete und sie sich gegenüber dem wachsenden Protest der von Entlassungen bedrohten Menschen verhielten.