Reihe "Transitional Justice" 4: Hass oder Versöhnung?

Jede Gesellschaft, jeder Staat steht nach Gewaltherrschaft, Diktaturen oder Kriegen vor der Frage, wie mit den begangenen Verbrechen, mit den Opfern und Tätern umgegangen werden soll. Die Formen des Umgangs mit der Vergangenheit sind dabei sehr vielfältig. Die 10-teilige Veranstaltungsreihe „Transitional Justice“ möchte anhand ausgewählter Länderbeispiele unterschiedliche Aspekte von gesellschaftlichen und rechtlichen Aufarbeitungsprozessen nach Systemumbrüchen aufzeigen sowie Einblicke in die Erinnerungskultur und -politik in ihrem jeweiligen nationalen Kontext geben. Moderiert wird die Reihe von Tamina Kutscher, Chefredakteurin von dekoder.org.

Die vierte Veranstaltung „Hass oder Versöhnung? Nationale Identität und transnationale Beziehungen auf dem Balkan“ rückt den Fokus auf die Prozesse der Transitional Justice in Albanien, Rumänien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Wie verlief die Auseinandersetzung mit der gewaltvollen und diktatorischen Vergangenheit unter Enver Hoxta in Albanien? Wie wird dort staatlicherseits mit der Vergangenheit und ihren Hinterlassenschaften umgegangen? Welchen Umgang mit dem kommunistischen Regime wählte Rumänien nach dem blutigen Umsturz von Ceaușescu? Wie gingen die nach dem Zerfall von Jugoslawien neu gegründeten Staaten mit dem Unrecht unter der Diktatur von Josip Broz Tito, aber auch mit den traumatischen Erfahrungen aus den Balkankriegen der 1990er Jahre um? Welchen Einfluss haben die ethnischen Konfliktlinien auf geschichtspolitische Narrative in Kroatien und Bosnien-Herzegowina bis heute? Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen Narrativen und nationalen Identitätskonstruktionen? Und in welchem Verhältnis stehen die Staaten auf dem Balkan aktuell zueinander? Was ist im Hinblick auf den Umgang mit der Vergangenheit vorherrschend: Hass oder Versöhnung?

Die Diskussion wird auf Deutsch und auf Englisch geführt, simultan übersetzt und auf zwei Livestreams in deutscher und englischer Sprache übertragen. Sie können sich gerne mit Fragen und Kommentaren im YouTube-Chat oder per Mail an veranstaltungen@bundesstiftung-aufarbeitung.de beteiligen.