Anlässlich des 40. Todestages des rumäniendeutschen Schriftstellers Rolf Bossert widmet sich der Themenabend den Bedingungen literarischen Arbeitens unter diktatorischer Herrschaft. Im Mittelpunkt steht die Aktionsgruppe Banat, ein Kreis junger Autoren, der sich Anfang der 1970er-Jahre in Rumänien formierte und gegen ideologische Bevormundung und Indoktrination anschrieb. Überwachung, Drangsalierung, Inhaftierung und Emigration der Beteiligten waren die Folge. Davon ausgehend richtet der Abend den Blick vergleichend auf Autorinnen und Autoren in Rumänien, Ungarn und der DDR: Welche Handlungsspielräume eröffnete Literatur? Wie zeigte sich Widerstand, wenn offener Protest unmöglich war? Und welche Rolle spielte die innere Haltung?
Programm:
Begrüßung: Dr. Robert Grünbaum, Bundesstiftung Aufarbeitung
Auftaktvortag: Herta Müller, geb. in Nitzkydorf (Rumänien), Schriftstellerin, Literaturnobelpreisträgerin
Podiumsgespräch mit: Carmen-Francesca Banciu, geb. in Lippa/Lipova (Rumänien), Schriftstellerin; Dr. Noémi Kiss, geb. in Gödöllő (Ungarn), Schriftstellerin, Dozentin; Uwe Kolbe, geb. in Ost-Berlin, Lyriker, Prosaautor und Übersetzer; Ernest Wichner, geb. in Guttenbrunn/Zăbrani (Rumänien), Publizist und Übersetzer; Moderation: Jan Koneffke, geb. in Darmstadt, Dichter, Schriftsteller, Übersetzer
Eine Veranstaltung der Bundesstiftung Aufarbeitung und des Deutschen Kulturforum östliches Europa.