Zeitzeugeninterview zum 17. Juni 1953: Günter Kröber

Günter Kröber (Jahrgang 1928) arbeitete 1953 als junger Rechtsanwalt in Leipzig. Am Vormittag des 17. Juni wurde die Stafverhandlung, die im Bezirksgericht Leipzig gerade stattfand, wegen der Demonstrationen unterbrochen. Günter Kröber besuchte daraufhin seine Mandanten in der Haftanstalt in der Beethovenstraße, die er kurz darauf wieder verlassen musste, weil inzwischen eine Menschenmenge das Gefängnis belagerte. Nach der Niederschlagung des Aufstandes hat Günter Kröber viele Angeklagte des 17. Juni als Strafverteidiger vertreten. Einige Jahre später wurde er selbst aus politischen Gründen verhaftet und aus der Anwaltschaft ausgeschlossen.

Die Berliner Heimatfilm GbR porträtierte in einer Interviewreihe sieben Zeitzeugen des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953. Die Interviews entstanden in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte und mit Förderung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.