Kahl am Main. 1957 flüchtete der junge Steinmetz Peter Seydel aus der DDR. Er besuchte die Meisterschule in Aschaffenburg und schuf als sein Meisterstück ein „Mahnmal für die deutsche Wiedervereinigung“. Auf seinen Vorschlag hin sollte es in Kahl am Main aufgestellt werden, um auch in Orten, die weiter entfernt von der Grenze zur DDR lagen, die Erinnerung an die Teilung und die Hoffnung auf Wiedervereinigung wachzuhalten. Die Gemeinde griff diesen Vorschlag. Das 2,80 Meter hohe Kunstwerk ist aus Basalttuff-Stein geschaffen. Der Stein ist gespalten, was die Teilung Deutschlands symbolisiert, bildet aber gleichzeitig eine Einheit durch ein in der Mitte vorhandenes Loch, das einen verbindenden Tunnel verkörpert.
Eingeweiht wurde das Mahnmal 1966 anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953, auf den auch das eingearbeitete Datum „17. Juni“ verweist. Eine weitere Inschrift lautet „13. August“ und erinnert an den Mauerbau im Jahr 1961. Bedingt durch die natürlichen Eigenschaften des Basalttuffs löst sich der Stein mit voranschreitender Zeit langsam auf; ein Vorgang, der vom Künstler bewusst nicht aufgehalten wird, weil er das Verschwinden der Teilung symbolisiert.
Anfang der 1990er Jahre griff Ralph Detzner, ein Schüler Peter Seydels, das Thema seines Meisters auf und schuf in Kahl am Main ein neues Denkmal zur Wiedervereinigung.
17. Juni / 13. August
Kahl am Main, Aschaffenburger Straße, Höhe Ortsausgang
Selb. Auf dem Selber Goldberg befindet sich ein Gedenkstein zur Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Der Gedenkstein trägt eine Inschrift.
DEN OPFERN / 17. Juni 1953
Selb, auf dem Goldberg