Am 23. August 1939 unterzeichneten der Außenminister des Deutschen Reiches, Joachim von Ribbentrop, und der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Kommissar für Äußeres der Sowjetunion, Wjatscheslaw Molotow, den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Der Vertrag diente nur scheinbar der Wahrung des Friedens in Europa. Tatsächlich ebnete der Hitler-Stalin-Pakt den Weg für den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939, mit dem der Zweite Weltkrieg begann.

In einem geheimen Zusatzprotokoll hatten die beiden Vertragspartner die Aufteilung der Länder Ost- und Ostmitteleuropas in jeweilige Einflusssphären vereinbart. Dies hatte weitreichende Folgen: Polen wurde von seinen aggressiven Nachbarn untereinander aufgeteilt und verlor seine Souveränität. Der „Frieden“ zwischen den ideologischen Kontrahenten Hitler und Stalin dauerte nicht lange: Er endete de facto mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941.

Zum Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes hat die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ein Online-Dossier veröffentlicht, das zahlreiche Informationen und Recherchehinweise zum Thema bietet. In seinem Beitrag „Der Hitler-Stalin-Pakt in der Erinnerungslandschaft Ostmitteleuropas“ beschreibt der Historiker Ronny Heidenreich die weitreichende Bedeutung des Vertrags und die Erinnerungs- und Gedenkkultur in den verschiedenen Ländern der Region.

Zum Dossier „Der Hitler-Stalin-Pakt“