Berlin, 17.06.2022. Über eine Million Menschen gingen um den 17. Juni 1953 in der gesamten DDR auf die Straßen, um gegen die kommunistische Diktatur zu protestieren und ihre Freiheitsrechte, demokratische Wahlen und die deutsche Einheit einzufordern. „Der Volksaufstand zeigt den Mut der Menschen in der DDR, die sich gegen die kommunistische Diktatur stellten und trotz aller Gefahren demokratische Rechte und Freiheit forderten“, betonte die Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. Der Aufstand wurde – wie nur drei Jahre später in Ungarn sowie 1968 in der ČSSR – durch sowjetische Truppen blutig niedergeschlagen.

Wegen ihrer Beteiligung am Volksaufstand wurden etwa 10.000 Menschen verhaftet, mehr als 1.500 verbüßten teilweise lange Haftstrafen. 55 Menschen kamen bei dem Aufstand zu Tode. Die SED-Führung konnte ihre Macht nur mit Gewalt und Repressionen sowie mit Unterstützung der sowjetischen Besatzungsmacht erhalten. Es sollte noch weitere 36 Jahre dauern, bis sich die Menschen in der DDR ebenso wie die Menschen in den von der Sowjetunion besetzten Ländern von der kommunistischen Diktatur befreien konnten und sich ihre Forderungen nach Demokratie und Freiheit erfüllten.

„Um das Gedenken an den 17. Juni 1953 und die unterschiedlichen Formen von Protest, Aufbegehren und Aufständen gegen autoritäre Herrschaft und Diktaturen wachzuhalten, wird die Bundesstiftung deshalb 2023 schwerpunktmäßig Projekte mit diesem Fokus fördern“, erklärte Anna Kaminsky.

Auf der Website der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich neben den Informationen zum neuen Förderschwerpunkt auch zahlreiche Literaturhinweise, Bildungsmaterialien, Filme und Audioangebote zum 17. Juni sowie eine Dokumentation der Erinnerungsorte an den Volksaufstand.
Überdies ist die mobil einsetzbare Plakatausstellung zum Thema bei der Bundesstiftung Aufarbeitung erhältlich.