Am 19. und 20. September findet ein Treffen des Vereins „Kindheit hinter Stacheldraht“ in der Gedenkstätte Bautzen statt, das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt wird. Seit 1997 trifft sich der Verein „Kindheit hinter Stacheldraht“ jährlich an wechselnden Orten mit Repressionsgeschichte, um die Erinnerung an das Schicksal der in Haft geborenen Kinder und ihrer Eltern wachzuhalten.

Unsere Kollegin Anastasia Surkov wird dabei ein aktuell laufendes Zeitzeugenprojekt der Bundesstiftung mit den im Lager geborenen Kindern vorstellen. Die dabei geführten Interviews sollen die Erinnerungen der Betroffenen an ihr Schicksal langfristig sichern und für die Bildungsarbeit und Forschung nutzbar machen.

Am 20. September wird der Film „Kindheit ohne Namen“ gezeigt, der eindringlich von den bedrückenden Schicksalen von Kindern berichtet, die in den sowjetischen Speziallagern und im Gefängnis Hoheneck geborenwurden. Im anschließenden Gespräch mit Regisseur Hans-Dieter Rutsch berichten Protagonisten des Films von ihrem Schicksal. Unter ihnen ist Barbara Kirchner, die 1946 unter widrigsten Umständen im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen geboren wurde. Ihr Vater war als angeblicher Agent des amerikanischen Geheimdienstes mit seiner damals schwangeren Frau verhaftet worden. Mutter und Tochter wurden 1950 aus Sachsenhausen entlassen. Erst mit zehn Jahren lernte Barbara Kirchner ihren Vater kennen, nachdem dieser aus der Haft entlassen worden war. Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris, beantwortet beim Gespräch die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.