Die Preisträger
Hauptpreis

Freya Klier

»Du sollst dich erinnern!«, mit dieser Mahnung hat Freya Klier selbst ihre Bildungs- und Aufklärungsarbeit zur SED-Diktatur versehen. Unermüdlich setzt sich die Autorin, Regisseurin und Filmemacherin mit den deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts auseinander und tritt seit vielen Jahren öffentlich für die Demokratie ein. Für ihr bis heute herausragendes Engagement für die Demokratie und ihr Lebenswerk erhält Freya Klier den Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2020.
Freya Klier
Sonderpreis

Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V.

1990 begannen ehemalige Häftlinge und deren Angehörige des Speziallagers Nr. 1 in Mühlberg, die Geschichte des sowjetischen Lagers, das dort nach 1945 bestanden hatte und in dem Tausende Häftlinge ums Leben kamen, nach dem jahrzehntelangen Verschweigen in der DDR wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Initiativgruppe Lager Mühlberg e. V. wird für ihr Engagement für das Gedenken an das sowjetische Speziallager ausgezeichnet, das immer auch die Erinnerung an das zuvor bestehende NS-Kriegsgefangenenlager vor 1945 eingeschlossen hat.
Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V.
Sonderpreis

Martin-Luther-King-Zentrum Werdau für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e. V. – Archiv Bürgerbewegung

Als der Anführer der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Martin Luther King im September 1964 Berlin besucht, lässt sich der Pastor nicht davon abhalten, in der Ost-Berliner Marienkirche zu predigen. Seine Botschaft des friedlichen Widerstandes und zivilen Ungehorsams wirkt in der DDR lange nach und beflügelt die Friedens- und Oppositionsbewegung bis in die 1980er-Jahre. Das Zentrum ist heute ein herausragender zivilgesellschaftlicher Träger der Bildungsarbeit für Demokratie, Menschenrechte und ein Vergangenheitsbewusstsein, das die Verbrechen beider deutscher Diktaturen thematisiert. Die wichtige Arbeit des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau für Gewaltfreiheit und Zivilcourage wird mit dem Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2020 gewürdigt.
Karl Wilhelm Fricke Preis 2020 Martin Luther King Zentrum
Sonderpreis

National Human Rights Museum in Taiwan

Nach der Machtübernahme der chinesischen Kommunisten unter Mao Zedong 1949 zogen sich Millionen Anhänger der im Bürgerkrieg unterlegenen Kuomintang-Partei nach Taiwan zurück. Während ihrer uneingeschränkten Herrschaft gab es zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, die heute als »weißer Terror« bezeichnet werden. Das bislang einzige Menschenrechtsmuseum auf dem asiatischen Kontinent pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Opfern des über 38 Jahre dauernden Regimes. Darüber hinaus ist die Bildungsarbeit mit jungen Erwachsenen zu würdigen, durch die das Museum einen wertvollen Beitrag zur Förderung und Sicherung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten leistet. In Anerkennung und zur Unterstützung dieses Engagements wird das National Human Rights Museum in Taiwan mit dem Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2020 ausgezeichnet.
Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2020 National Human Rights Museum Taiwan
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Die Karl-Wilhelm-Fricke-Preisträger

2019
  • Hauptpreis Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e. V.
  • Sonderpreis Hartmut Büttner (Niedersachsen)
  • Ines Geipel (Berlin)
  • »Gerbergasse 18«. Thüringer Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik
2018
  • Hauptpreis Gegenwind. Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der SED-Diktatur (Berlin)
  • Sonderpreis Die Initiative »Posledny Adres« (»Die letzte Adresse« / Russland)
2017
  • Mit dem ersten verliehenen Preis wird Karl Wilhelm Fricke für sein Lebenswerk geehrt, der seitdem dessen Namen trägt.

 

Karl Wilhelm Fricke Preis