Aktuelle Ausgabe

Die 116. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten März/April/Mai 2024 hin. Im Erinnerungsjahr 2024 wird der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf die Entwicklungen des Revolutionsjahres 1989 in Deutschland und Europa setzen, die sich zum 35. Mal jähren

Ausgabe Nr. 116 (PDF)

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Vor 85 Jahren

15.03.1939 | Deutsche Wehrmachtsverbände und SS-Verfügungstruppen besetzen das restliche Staatsgebiet der Tschecho-Slowakischen Republik, ein Bruch des Münchener Abkommens. Einen Tag zuvor war die Slowakei als selbständige Republik ausgerufen worden.


01.04.1939 | Der Spanische Bürgerkrieg endet nach fast drei Jahren mit dem Sieg der Nationalisten über die republikanischen Kräfte. Das Datum markiert zugleich den Beginn der Franco-Diktatur.


Vor 75 Jahren

25.03.1949 | Rund 90.000 Einwohner der baltischen Staaten werden bis zum 28. März in einer groß angelegten Aktion von den Sowjets nach Sibirien deportiert.


29.03.1949 | Das SED-Zentralsekretariat beschließt die Einrichtung des Marx-Engels-Lenin-Instituts beim Parteivorstand.


01.04.1949 | Lieferverbot des in West-Berlin gedruckten katholischen „Petrusblattes“ in die Gemeinden der DDR, ab 1954 auch nach Ost-Berlin.


04.04.1949 | Zwölf westliche Staaten unterzeichnen in Washington den NATO-Vertrag.


08.04.1949 | Westalliierte verabschieden in Washington das Besatzungsstatut für die aus elf Bundesländern zu bildende Bundesrepublik Deutschland.


10.05.1949 | Der Parlamentarische Rat bestimmt Bonn zur vorläufigen Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland.


11.05.1949 | Tschechoslowakei: Verhaftung des US-Amerikaners Noel Field, Schlüsselfigur der Schauprozesse in Osteuropa, in Prag.


12.05.1949 | Ende der seit Juni 1948 andauernden Berlin-Blockade.


15.05.1949 | Wahlen zum III. Volkskongress in der SBZ: Mit Einheitslisten sichert sich die SED die absolute Mehrheit.


23.05.1949 | Verkündung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.


30.05.1949 | Der III. Volkskongress bestätigt die vom I. Volksrat am 19. März 1949 verabschiedete DDR-
Verfassung.


Vor 70 Jahren

14.03.1954 | SED-Politbüro beschließt neues auf Diffamierung und Unterwanderung angelegtes kirchenpolitisches Konzept. Das MfS bildet eine kirchenpolitische Abteilung.


25.03.1954 | Die Sowjetunion gewährt der DDR „erweiterte Souveränitätsrechte“, ausgenommen bleiben Sicherheitsfragen. An die Stelle der Behörde des „Hohen Kommissars“ tritt der Botschafter der UdSSR in der DDR.


28.03.1954 | Änderung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland – Aufbau der Bundeswehr nach NATO-Beitritt wird möglich.


05.04.1954 | Das West-Berliner Schloss Bellevue wird im Zuge des Wiederaufbaus als Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten vorgesehen.


13.04.1954 | Früherer rumänischer Justizminister Pǎtrǎşcanu, der einen eigenständigen Sozialismus in Rumänien wollte, nach sechs Jahren Haft zum Tode verurteilt und drei Tage später hingerichtet.


20.04.1954 | Bischof Otto Dibelius beantragt Strafverfahren gegen die DDR-Zeitungen, die die Junge Gemeinde mehrfach als Kriegshetzer, Saboteure und Spione im US-Auftrag diffamierten.


22.04.1954 | In Neubrandenburg werden sechs Angeklagte wegen Kontakten zum CDU-Ostbüro zu Haftstrafen verurteilt.


24.04.1954 | Tschechoslowakei: Im Rahmen der Parteisäuberungen endet in Bratislava der Prozess gegen Gustáv Husák und andere kommunistische Funktionäre mit Haftstrafen. Sie waren eines angeblichen „slowakisch-bourgeoisen Nationalismus“ beschuldigt worden.


01.05.1954 | Erste Ausgabe des „Eulenspiegel“, der einzigen Satirezeitschrift der DDR.


16.05.1954 | Sowjetunion: Generalstreik im kasachischen Zwangsarbeiterlager Kengir - 11.000 Menschen beteiligen sich. Der Aufstand wird am 26. Juni 1954 niedergeschlagen.


Vor 65 Jahren

09.03.1959 | 10.000 Menschen versammeln sich zum Schutz des Dalai Lama, der ins chinesische Hauptquartier in Lhasa zitiert wurde. Am Folgetag bricht ein Volksaufstand gegen die seit 1951 andauernde Besetzung Tibets aus, der nach elf Tagen niedergeschlagen wird.


19.03.1959 | Chruschtschow nimmt sein Berlin-Ultimatum vom November 1958 zurück und erkennt die Berlin-Rechte der früheren westalliierten Besatzungsmächte an.


24.04.1959 | 1. Bitterfelder Konferenz über kulturpolitische Probleme gibt die Losung „Greif zur Feder, Kumpel“ aus.


25.05.1959 | Grundsteinlegung für ein neues Verlagsgebäude von Axel Springer unmittelbar an der Grenze zu Ost-Berlin.


Vor 60 Jahren

01.03.1964 | Protestbrief des Schriftstellers Franz Fühmann an DDR-Kulturminister Hans Bentzien gegen politische Anforderungen für Romane und den „Bitterfelder Weg“.


12.03.1964 | Robert Havemann wird aus der SED ausgeschlossen. Am Folgetag erhält er Berufs- und Publikationsverbot und verliert seinen Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität.


24.03.1964 | Offene Kritik an DDR-Kulturpolitik von Künstlern und Kunstwissenschaftlern auf dem V. Kongress des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands in Ost-Berlin.


24.04.1964 | Das Institut für Meinungsforschung beim ZK der SED wird gegründet. Es soll als ein Informations- und Analyseinstrument der Parteiführung dienen.


26.04.1964 | Rumänien erklärt sich von der Sowjetunion unabhängig.


23.05.1964 | Nach internationalen Protesten wird der 1961 in einem Geheimprozess in der DDR zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilte frühere Kommunist Heinz Brandt wieder freigelassen.


Vor 55 Jahren

17.04.1969 | Tschechoslowakei: Der Erste Sekretär der kommunistischen Partei und Leitfigur des Prager Frühlings, Alexander Dubček, verliert sämtliche Parteiämter.


Vor 50 Jahren

24.04.1974 | Günter Guillaume, persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, unter dem Verdacht der Spionage für die DDR verhaftet.


02.05.1974 | Die beiden deutschen Staaten eröffnen im Rahmen des Grundlagenvertrags ihre Ständigen Vertretungen in Bonn bzw. Ost-Berlin.


03.05.1974 | Der nationale Verteidigungsrat der DDR bestätigt den „Schusswaffeneinsatz gegen Grenzverletzer“.


06.05.1974 | Bundeskanzler Willy Brandt tritt nach der Enttarnung seines persönlichen Referenten Günter Guillaume als DDR-Spion zurück.


Vor 45 Jahren

05.03.1979 | Größter Spionagefall der NATO-Geschichte: Die Sekretärin im NATO-Generalsekretariat und MfS-Agentin Ursel Lorenzen setzt sich nach Ost-Berlin ab.


19.03.1979 | In „Der Spiegel“ berichtet die 1977 in die Bundesrepublik geflüchtete Sprinterin Renate Neufeld über Dopingpraktiken im DDR-Sport.


16.04.1979 | Einführung von Forumschecks für den Einkauf in Intershops. DDR-Bürger müssen Westgeld und andere Valuta ab sofort in diese neue Binnenwährung umtauschen.


14.05.1979 | Ausweisung des ZDF-Korrespondenten Peter van Loyen. Er hatte mit dem Schriftsteller Stefan Heym, gegen den wegen „Devisenvergehens“ in der DDR ermittelt wird, ohne Genehmigung ein Interview geführt.


22.05.1979 | Robert Havemann und Stefan Heym werden wegen angeblicher Devisenvergehen zu hohen Geldstrafen verurteilt.


Vor 40 Jahren

07.03.1984 | Ausreisewelle: 500 DDR-Bürger kommen im Notaufnahmelager Gießen an; seit Februar reisten 3.600 DDR-Bürger in die Bundesrepublik aus.


27.04.1984 | Bluesmessen in Ost-Berlin ziehen Tausende von Jugendlichen aus der ganzen DDR an.


08.05.1984 | Boykott der olympischen Sommerspiele in Los Angeles von Sowjetunion und Ostblockstaaten angekündigt.


31.05.1984 | Friedensbibliothek in der Ost-Berliner Bartholomäuskirche eröffnet.


Vor 35 Jahren

02.03.1989 | Die MfS-Bezirksverwaltung beschließt, allen Leipziger Ausreisewilligen, die sich oppositionell engagieren, die Ausreise zu genehmigen.


03.03.1989 | Der rumänische Schriftsteller Dan Deșliu richtet einen offenen Brief an Staatschef Nicolae Ceaușescu, in dem er ihn wegen konkreter Menschenrechtsverletzungen und seiner Selbstinszenierung als „Großfürst“ anklagt.


05.03.1989 | Sowjetunion: An Stalins Todestag gedenken auf Initiative von „Memorial“ zahlreiche Menschen in verschiedenen Städten der Zeit des stalinistischen Terrors.


08.03.1989 | Winfried Freudenberg stirbt auf dem Weg nach West-Berlin bei einem Fluchtversuch mit einem selbstgebauten Ballon. Er ist das letzte Todesopfer der Mauer in Berlin.


12.03.1989 | Aus Protest gegen Schüsse an der Berliner Mauer sagt Bundeswirtschaftsminister Haussmann seinen geplanten Besuch der Leipziger Frühjahrsmesse und Gespräche mit Erich Honecker ab.


13.03.1989 | Trotz eines Großaufgebots der Polizei demonstrierten etwa 600 Ausreisewillige nach dem wöchentlichen Friedensgebet in der Nikolaikirche in Leipzig.


19.03.1989 | Sowjetunion: Auf dem Roten Platz findet eine Demonstration von 10.000 Anhängern des Reformers Boris Jelzin statt. Die Proteste richten sich gegen das drei Tage zuvor gegen ihn eingeleitete Parteiverfahren.


22.03.1989 | Der polnische Sejm befasst sich in erster Lesung mit Verfassungs- und Gesetzesnovellen zur Einrichtung eines Präsidentenamtes, zum Gewerkschaftspluralismus und Vereinsrecht.


25.03.1989 | Sowjetunion: In Riga, der Hauptstadt der Sowjetrepublik Lettland, gedenken rund 300.000 Menschen mit einem Schweigemarsch der Opfer der stalinistischen Deportationen 40 Jahre zuvor.


26.03.1989 | Bei den Wahlen zum ersten sowjetischen Volksdeputiertenkongress können sich Bürger erstmals zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Zahlreiche reformorientierte Politiker werden gewählt.


27.03.1989 | Rolf Henrich wird wegen seines im Rowohlt-Verlag erschienenen Buches „Der vormundschaftliche Staat“ aus der SED ausgeschlossen und darf seinen Beruf als Rechtsanwalt nicht weiter ausüben.


02.04.1989 | Das ungarische nationale Radio sendet erstmals die am 3. November 1956 während des Volksaufstands gehaltene Rede des Kardinals József Mindszenty, die bisher als „konterrevolutionär“ galt.


05.04.1989 | In Polen enden die zweimonatigen Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition am Runden Tisch mit der Unterzeichnung eines „Gesellschaftsvertrags“ über umfassende Reformen.


08.04.1989 | Der letzte bekannte Schusswaffengebrauch an der Berliner Mauer beendet am Grenzübergang
Chausseestraße den Fluchtversuch zweier Jugendlicher.


09.04.1989 | Sowjetunion: In Tiflis werden bei anhaltenden Demonstrationen für den Unabhängigkeit Georgiens sechzehn Menschen getötet und 100 weitere verletzt. Die Sowjetrepublik wird für ausländische
Journalisten gesperrt.


12.04.1989 | Neubesetzung des ungarischen Politbüros stärkt „Reformer“.


16.04.1989 | 48 DDR-Oppositionelle aus zehn verschiedenen Gruppen kündigen öffentlich den Boykott der bevorstehenden Kommunalwahl an.


17.04.1989 | Die polnische Gewerkschaft Solidarność wird nach ihrem Verbot 1981 offiziell wieder legalisiert.


22.04.1989 | Volksrepublik China: Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking protestieren während der offiziellen Trauerfeier für den gestürzten Reformer Hu Yaobang mehrere Zehntausend Studenten für
mehr Meinungs- und Pressefreiheit.


02.05.1989 | Ungarn beginnt mit dem Abbau des Eisernen Vorhangs an der Grenze zu Österreich. ARD und ZDF berichten über die Demontage des Stacheldrahtzaunes und der Signalanlagen durch Grenzsoldaten.


03.05.1989 | Der rumäniendeutsche Prosaautor Roland Kirsch wird im rumänischen Timișoara nach Securitate-Verhör tot in seiner Wohnung aufgefunden.


06.05.1989 | Sowjetunion: In Jerewan, der Hauptstadt der Sowjetrepublik Armenien, fordern trotz Ausgangssperre 150.000 Demonstranten den Rücktritt der Regierung und die Freilassung der inhaftierten armenischen Nationalistenführer.


07.05.1989 | DDR-Bürgerrechtler kontrollieren DDR-Kommunalwahlen und machen erstmals Wahlfälschungen publik.


08.05.1989 | Erstmals wird zum Friedensgebet ein Polizeikessel um die Leipziger Nikolaikirche gebildet.


14.05.1989 | Die über 400 Delegierten der Volksfronten aus Estland, Lettland und Litauen fordern in Tallinn ultimativ die wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Sowjetunion und den Widerruf des Hitler-Stalin-Paktes.


14.05.1989 | Volksrepublik China: Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking treten 3.000 Studenten für demokratische Freiheiten in den Hungerstreik.


17.05.1989 | Tschechoslowakei: Václav Havel wird nach Verbüßung der Hälfte seiner Freiheitsstrafe aus der Haft entlassen.


18.05.1989 | Sowjetunion: Der Litauische Oberste Sowjet verabschiedet die „Deklaration über die Souveränität Litauens“, in der der Anschluss an die Sowjetunion erstmals offiziell als „gewaltsam und widerrechtlich“ bezeichnet wird.


19.05.1989 | Über 250 DDR-Bürgerrechtler erheben in einem Schreiben an den Nationalrat der Nationalen Front Einspruch gegen die Gültigkeit der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989.


20.05.1989 | Volksrepublik China: Angesichts der andauernden Demonstrationen von Millionen Menschen in mehreren chinesischen Städten und auf dem Platz des Himmlischen Friedens wird über acht Pekinger Bezirke das Kriegsrecht verhängt.


24.05.1989 | Eine sowjetische Historikerkommission räumt im polnischen KP-Organ „Trybuna Ludu“ erstmals die Existenz des geheimen Zusatzprotokolls zum Hitler-Stalin-Pakt von 1939 ein.


29.05.1989 | Das polnische Parlament hebt alle seit 1980 verhängten politischen Urteile gegen Oppositionelle auf. Solidarność kommentiert: „Man begnadigt keine Unschuldigen“.


Vor 30 Jahren

17.03.1994 | Walter Janka stirbt in Kleinmachnow bei Berlin.


05.04.1994 | Das ungarische Parlament erlässt mit einem Gesetz über die Kontrolle auf Verflechtungen mit der Geheimpolizei des früheren Systems die Rechtsgrundlage der Lustration hoher politischer und staatlicher Amtsträger.


29.05.1994 | Erich Honecker stirbt in Santiago de Chile.


Vor 25 Jahren

12.03.1999 | Polen, Tschechien und Ungarn treten der NATO bei.


19.04.1999 | Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages im Berliner Reichstagsgebäude.


09.05.1999 | Tod des Schriftstellers und Bürgerrechtlers Jürgen Fuchs in Berlin.


Vor 20 Jahren

29.03.2004 | Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien treten der NATO bei.


01.05.2004 | Beitritt der ehemaligen kommunistischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn sowie von Malta und Zypern zur Europäischen Union.

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Ausgaben 2024

Die 115. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Januar, Februar und März 2024 hin. Im Erinnerungsjahr 2024 wird der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf die Entwicklungen des Revolutionsjahres 1989 in Deutschland und Europa setzen, die sich zum 35. Mal jähren.

Ausgabe Nr. 115 (PDF)

Historischer Kalenderdienst 1/2024 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

21.01.1924 | Lenin stirbt im Alter von 53 Jahren in Gorki bei Moskau.


Vor 85 Jahren

15.03.1939 | Deutsche Wehrmachtsverbände und SS-Verfügungstruppen besetzen das restliche Staatsgebiet der Tschecho-Slowakischen Republik, ein Bruch des Münchener Abkommens. Einen Tag zuvor war die Slowakei als selbständige Republik ausgerufen worden.


Vor 75 Jahren

03.01.1949 | Zentrale Kontrollkommission der SED wird ermächtigt, verbindliche Weisungen an Polizei und Justiz zu erteilen.


25.01.1949 | Gründung des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) in Moskau.


22.02.1949 | Verhaftung von Karl Wilhelm Fricke nach Denunziation durch eine Lehrerkollegin in Hoym (Sachsen-Anhalt). Er kann noch am selben Tag aus dem Polizeigewahrsam fliehen.


25.03.1949 | Rund 90.000 Einwohner der baltischen Staaten werden bis zum 28. März in einer groß angelegten Aktion von den Sowjets nach Sibirien deportiert.


29.03.1949 | Das SED-Zentralsekretariat beschließt die Einrichtung des Marx-Engels-Lenin-Instituts beim Parteivorstand.


Vor 70 Jahren

07.01.1954 | DDR-Ministerrat setzt einen „Ausschuss für deutsche Einheit“ ein.


20.01.1954 | DDR-Ministerpräsident Grotewohl zieht Zustimmung für die im Sommer geplante Ausrichtung des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Leipzig zurück.


23.01.1954 | Der frühere Minister für Staatssicherheit, Wilhelm Zaisser, und der ehemalige Chefredakteur des „Neuen Deutschlands“, Rudolf Herrnstadt, werden aus der SED ausgeschlossen.


18.02.1954 | Die seit dem 25. Januar andauernde Berliner Außenministerkonferenz der Alliierten über die deutsche Wiedervereinigung scheitert.


14.03.1954 | SED-Politbüro beschließt neues auf Diffamierung und Unterwanderung angelegtes kirchenpolitisches Konzept. Das MfS bildet eine kirchenpolitische Abteilung.


25.03.1954 | Die Sowjetunion gewährt der DDR „erweiterte Souveränitätsrechte“, ausgenommen bleiben Sicherheitsfragen. An die Stelle der Behörde des „Hohen Kommissars“ tritt der Botschafter der UdSSR in der DDR.


28.03.1954 | Änderung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland – Aufbau der Bundeswehr nach NATO-Beitritt wird möglich.


Vor 65 Jahren

16.02.1959 | Kuba: Fidel Castro wird Regierungschef.


09.03.1959 | 10.000 Menschen versammeln sich zum Schutz des Dalai Lama, der ins chinesische Hauptquartier in Lhasa zitiert wurde. Am Folgetag bricht ein Volksaufstand gegen die seit 1951 andauernde Besetzung Tibets aus, der nach elf Tagen niedergeschlagen wird.


19.03.1959 | Chruschtschow nimmt sein Berlin-Ultimatum vom November 1958 zurück und erkennt die Berlin-Rechte der früheren westalliierten Besatzungsmächte an.


Vor 60 Jahren

02.01.1964 | In der DDR werden neue Personalausweise mit dem zusätzlichen Vermerk „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ ausgegeben.


01.03.1964 | Protestbrief des Schriftstellers Franz Fühmann an DDR-Kulturminister Hans Bentzien gegen politische Anforderungen für Romane und den „Bitterfelder Weg“.


12.03.1964 | Robert Havemann wird aus der SED ausgeschlossen. Am Folgetag erhält er Berufs- und Publikationsverbot und verliert seinen Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität.


24.03.1964 | Offene Kritik an DDR-Kulturpolitik von Künstlern und Kunstwissenschaftlern auf dem V. Kongress des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands in Ost-Berlin.


Vor 55 Jahren

01.01.1969 | Die „Tschechoslowakische Sozialistische Republik“ wird in eine Föderation der „Tschechischen Sozialistischen Republik“ und der „Slowakischen Sozialistischen Republik“ transformiert.


16.01.1969 | Tschechoslowakei: Selbstverbrennung des 20-jährigen Studenten Jan Palach auf dem Prager Wenzelsplatz aus Protest gegen den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes und die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ in der Tschechoslowakei.


27.02.1969 | Richard Nixon besucht als erster US-Präsident nach John F. Kennedy im Jahr 1963 West-Berlin.


Vor 50 Jahren

01.01.1974 | Angesichts der laufenden Verhandlungen zwischen Warschauer Pakt und NATO zur Truppen- und Rüstungsreduzierung löst die SED die Grenztruppen aus der NVA.


01.01.1974 | Das Kfz-Kennzeichen „DDR“ ersetzt das bisherige „D“.


01.02.1974 | DDR-Bürgern ist erstmals der Besitz ausländischer Währungen gestattet. Intershops werden ausgebaut.


14.02.1974 | Die sowjetische Regierung weist den oppositionellen Schriftsteller Alexander Solschenizyn aus. Er wird am selben Tag nach Frankfurt/M. ausgeflogen.


Vor 45 Jahren

07.01.1979 | Kambodscha: Vietnamesische Truppen marschieren in die Hauptstadt Phnom Penh ein, beenden die Schreckensherrschaft der Roten Khmer und installieren eine pro-vietnamesische Regierung.


17.01.1979 | Das ZK-Sekretariat beschließt die Auflösung des 1964 gegründeten Instituts für Meinungsforschung. Honecker lässt den Großteil der empirischen Untersuchungsergebnisse vernichten.


18.01.1979 | MfS-Offizier Werner Stiller läuft in den Westen über und enttarnt zahlreiche Westagenten des MfS.


17.02.1979 | Mit dem Einmarsch chinesischer Truppen in Vietnam beginnt der Chinesisch-Vietnamesische Krieg. Nach rund drei Wochen werden die Kampfhandlungen beendet.


05.03.1979 | Größter Spionagefall der NATO-Geschichte: Die Sekretärin im NATO-Generalsekretariat und MfS-Agentin Ursel Lorenzen setzt sich nach Ost-Berlin ab.


19.03.1979 | In „Der Spiegel“ berichtet die 1977 in die Bundesrepublik geflüchtete Sprinterin Renate Neufeld über Dopingpraktiken im DDR-Sport.


Vor 40 Jahren

07.01.1984 | Unabhängige Friedensgruppen treffen sich zur „Synode der kleinen Leute“ in Rostock, auf der die Gründung einer Samisdat-Zeitschrift beschlossen wird.


08.01.1984 | MfS verübt einen Brandanschlag auf das Haus von Jürgen Vogel in Saalfeld, einem Treffpunkt der Offenen Arbeit.


09.01.1984 | Der West-Berliner S-Bahn-Betrieb geht von der Deutschen Reichsbahn (DDR) an die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) über.


02.02.1984 | Staatssicherheitsminister Erich Mielke konkretisiert in einer Rede vor hohen MfS-Offizieren Maßnahmen gegen Ausreisewillige.


09.02.1984 | Sowjetunion: Im Alter von 69 Jahren stirbt Juri Andropow in Moskau. Neuer sowjetischer Staats- und Parteichef wird Konstantin Tschernenko.


24.02.1984 | Die Nichte von DDR-Ministerpräsident Willi Stoph flüchtet mit Familie in die Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.


07.03.1984 | Ausreisewelle: 500 DDR-Bürger kommen im Notaufnahmelager Gießen an; seit Februar reisten 3.600 DDR-Bürger in die Bundesrepublik aus.


Vor 35 Jahren

01.01.1989 | Den internationalen Gerichtshof in Den Haag erreicht eine Petition von 38 polnischen Intellektuellen und Gewerkschaftlern, in der die „Nicht-Verjährung“ stalinistischer Verbrechen gefordert wird.


02.01.1989 | Sowjetunion: Nach 28 Jahren Verbannung kehrt der litauische Titularbischof Steponavičius nach Vilnius zurück.


04.01.1989 | Die Polnische KP-Wochenzeitung „Polityka“ interviewt erstmals den Vorsitzenden der verbotenen Gewerkschaft Solidarność, Lech Wałęsa.


11.01.1989 | Bulgarien: 25 Mitglieder des „Unabhängigen Komitees für Menschenrechte“ werden bei einem Treffen in der Wohnung des Schriftstellers Petr Manolov festgenommen.


14.01.1989 | Sowjetunion: Die Moskauer Sektion von „Memorial“ gründet einen Verein und startet erste Spendenaufrufe für die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Stalinismus.


15.01.1989 | Tschechoslowakei: Die Prager Polizei geht brutal gegen Demonstranten vor, die an die Selbstverbrennung von Jan Palach vor zwanzig Jahren erinnern.


16.01.1989 | Die Polnische KP beschließt die Wiederzulassung der seit 1981 verbotenen unabhängigen Gewerkschaft Solidarność. Sie wird am 17. April wieder legalisiert.


22.01.1989 | Mehrere DDR-Oppositionsgruppen kündigen in einem offenen Brief eigene Kandidaten bei den Kommunalwahlen am 7. Mai an.


26.01.1989 | Polen: Etwa 8.000 Menschen nehmen an der Beerdigung des vor wenigen Tagen ermordeten oppositionellen Priesters Stefan Niedzielak teil.


26.01.1989 | Sowjetunion: Der Rigaer Weihbischof Kasimir Dulbinskis, der 40 Jahre in Haft, Arbeitslager oder Verbannung verbrachte, wird rehabilitiert.


28.01.1989 | Polen: Regierung und Vertreter der Solidarność verständigen sich auf gemeinsame Verhandlungen am „Runden Tisch“.


29.01.1989 | Sowjetunion: Auf Initiative des Dissidenten Andrej Sacharow gründen in Moskau mehrere hundert Delegierte die Gesellschaft „Memorial“, die sich die Auseinandersetzung mit dem Terror der Stalin-Zeit zur Aufgabe macht.


01.02.1989 | Stasi-Chef Mielke erklärt intern, die DDR habe das KSZE-Abschlussdokument nur aus Angst vor politischer Isolation unterschrieben; „Helsinki-Gruppen“ würden nicht zugelassen.


05.02.1989 | Der sowjetische Historiker Roi Medwedew macht als erster in einem offiziellen Presseorgan, der Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“, detaillierte Zahlenangaben über die Opfer Stalins.


05.02.1989 | Der 20-jährige Chris Gueffroy wird bei einem Fluchtversuch an der Berliner Mauer von Grenzsoldaten erschossen. Er ist das letzte Maueropfer, das durch den Einsatz von Schusswaffen ums Leben kommt.


06.02.1989 | Polen: In Warschau beginnen die Gespräche am Runden Tisch mit 57 Vertretern von Opposition, Regierung und Kirche.


08.02.1989 | Im bulgarischen Plowdiw gründen acht Intellektuelle die unabhängige Gewerkschaft „Podkrepa“ (Unterstützung).


11.02.1989 | Ungarn: Das Zentralkomitee der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei beschließt ihr Machtmonopol aufzugeben und zum Mehrparteiensystem überzugehen. Zudem soll der Stacheldraht an der österreichischen Grenze durch eine normale Grenzsicherung ersetzt werden.


15.02.1989 | Der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan ist termingerecht abgeschlossen.


21.02.1989 | Tschechoslowakei: Václav Havel wird in Prag wegen „Rowdytums“ zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Es kommt zu anhaltenden Protesten im In- und Ausland.


23.02.1989 | In einem Offenen Brief an die Staats- und Parteiführung der ČSSR fordern 21 DDR-Oppositionsgruppen die Freilassung Václav Havels und weiterer 55 aus politischen Gründen Inhaftierten.


02.03.1989 | Die MfS-Bezirksverwaltung beschließt, allen Leipziger Ausreisewilligen, die sich oppositionell engagieren, die Ausreise zu genehmigen.


03.03.1989 | Der rumänische Schriftsteller Dan Deșliu richtet einen offenen Brief an Staatschef Nicolae Ceaușescu, in dem er ihn wegen konkreter Menschenrechtsverletzungen und seiner Selbstinszenierung als „Großfürst“ anklagt.


05.03.1989 | Sowjetunion: An Stalins Todestag gedenken auf Initiative von „Memorial“ zahlreiche Menschen in verschiedenen Städten der Zeit des stalinistischen Terrors.


08.03.1989 | Winfried Freudenberg stirbt auf dem Weg nach West-Berlin bei einem Fluchtversuch mit einem selbstgebauten Ballon. Er ist das letzte Todesopfer der Mauer in Berlin.


12.03.1989 | Aus Protest gegen Schüsse an der Berliner Mauer sagt Bundeswirtschaftsminister Haussmann seinen geplanten Besuch der Leipziger Frühjahrsmesse und Gespräche mit Erich Honecker ab.


13.03.1989 | Trotz eines Großaufgebots der Polizei demonstrierten etwa 600 Ausreisewillige nach dem wöchentlichen Friedensgebet in der Nikolaikirche in Leipzig.


19.03.1989 | Sowjetunion: Auf dem Roten Platz findet eine Demonstration von 10.000 Anhängern des Reformers Boris Jelzin statt. Die Proteste richten sich gegen das drei Tage zuvor gegen ihn eingeleitete Parteiverfahren.


22.03.1989 | Der polnische Sejm befasst sich in erster Lesung mit Verfassungs- und Gesetzesnovellen zur Einrichtung eines Präsidentenamtes, zum Gewerkschaftspluralismus und Vereinsrecht.


25.03.1989 | Sowjetunion: In Riga, der Hauptstadt der Sowjetrepublik Lettland, gedenken rund 300.000 Menschen mit einem Schweigemarsch der Opfer der stalinistischen Deportationen 40 Jahre zuvor.


26.03.1989 | Bei den Wahlen zum ersten sowjetischen Volksdeputiertenkongress können sich Bürger erstmals zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Zahlreiche reformorientierte Politiker werden gewählt.


27.03.1989 | Rolf Henrich wird wegen seines im Rowohlt-Verlag erschienenen Buches „Der vormundschaftliche Staat“ aus der SED ausgeschlossen und darf seinen Beruf als Rechtsanwalt nicht weiter ausüben.


Vor 30 Jahren

17.03.1994 | Walter Janka stirbt in Kleinmachnow bei Berlin.


Vor 25 Jahren

12.03.1999 | Polen, Tschechien und Ungarn treten der NATO bei.


Vor 20 Jahren

22.01.2004 | Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte urteilt, dass die 1992 entschiedene entschädigungslose Enteignung von „Bodenreform-Erben“, die 1945 in der SBZ enteignete und neu verteilte Agrarfläche geerbt hatten, gegen Menschenrechtskonvention verstößt.


29.03.2004 | Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien treten der NATO bei.

Ausgaben 2023

Die 109. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Januar, Februar und März hin. Im Jahr 2023 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1953, dem Jahr des Volksaufstandes vom 17. Juni in der DDR.

Ausgabe Nr. 109

Historischer Kalenderdienst 2/2023 (HTML-Version)
Vor 90 Jahren

30.01.1933 | Tag der „Machtergreifung“: Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt.


23.03.1933 | Der SPD-Fraktionsvorsitzende Otto Wels lehnt in einer Rede im Reichstag das von Adolf Hitler vorge- legte Ermächtigungsgesetz ab: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“. Alle anwesenden 94 SPD-Abgeordneten stimmen gegen das Gesetz.


Vor 75 Jahren

20.02.1948 | Albanien: Zwei Katholische Bischöfe werden zum Tode verurteilt und hingerichtet.


23.02.1948 | Rumänien: Zwangsvereinigung zwischen kommunistischer und sozialdemokratischer Partei.


25.02.1948 | Februarumsturz in der Tschechoslowakei: Unter massivem Druck der Kommunisten nimmt Staatspräsident Beneš den Rücktritt der nichtkommunistischen Kabinettsmitglieder an. Damit erfolgt die Machübernahme der Kommunisten.


26.02.1948 | Befehl Nr. 35 der SMAD: Ende der Entnazifizierung in der SBZ


12.03.1948 | In Rumänien wird die Volksrepublik ausgerufen.


20.03.1948 | Der Alliierte Kontrollrat für Deutschland stellt nach Auseinandersetzungen zwischen der UdSSR und den Westalliierten über die Londoner Sechsmächtekonferenz seine Tätigkeit ein.


Vor 70 Jahren

04.01.1953 | Das ZK der SED verkündet die Überprüfung aller Parteimitglieder, die vor 1945 in westlichen Staaten emigriert sind.


13.01.1953 | „Ärzteverschwörung“ in der Sowjetunion: Die TASS meldet die Entlarvung einer „terroristischen“ jüdischen Ärztegruppe, die sowjetische Politiker durch falsche Behandlungsmethoden ermordet haben soll.


15.01.1953 | Der bisherige Außenminister der DDR, Georg Dertinger (CDU), wird wegen angeblicher Spionage verhaftet und später zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.


19.01.1953 Unter dem Eindruck des Slánský-Prozesses in Prag im November 1952 fliehen fünf der acht jüdischen Gemeindevorsteher aus der DDR in die Bundesrepublik.


21.01.1953 | Ost-Berliner Magistrat ordnet die Registrierung aller im Westteil der Stadt arbeitenden und die Schule besuchenden Ost-Berliner an.


23.01.1953 | Die DDR-Behörden schaffen auch an der Grenze zwischen West-Berlin und dem DDR-Gebiet eine ein Kilometer breite Sperrzone, in der alle Geschäfte geschlossen werden müssen.


27.01.1953 | SED-Politbüro beschließt Durchführung von Schauprozessen gegen Mitglieder der evangelischen „Jungen Gemeinde“.


03.02.1953 | Das ZK der SED ruft den „Feldzug für strenge Sparsamkeit“ aus, um die Produktivität zu steigern und die „materielle und kulturelle Lage der werktätigen Massen zu verbessern“.


07.02.1953 | Der Magistrat von Ost-Berlin weitet das seit November 1952 für den Handel geltende Verkaufsverbot aus. Fortan dürfen auch Ost-Berliner Hotels, Gaststätten, Imbissbuden und Kioske nichts mehr an West-Berliner verkaufen.


09.02.1953 | Die DDR-Regierung verbietet Bürgern und Behörden den Kontakt zu „Vertretern ausländischer staatlicher Organe sowie […] internationaler Organisationen“.


10.02.1953 | Beginn der „Aktion Rose“, bei dem Privatquartiere und Hotels an der DDR-Ostseeküste beschlagnahmt und deren Besitzer als „Wirtschaftsverbrecher“ mit bis zu zehnjährigen Zuchthausstrafen belegt werden.


21.02.1953 | Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) in der DDR wird zugunsten eines Komitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer aufgelöst.


21.02.1953 | Elisabeth Reclam flieht als letzte Mitinhaberin des Philipp Reclam Verlags in Leipzig mit ihrer Tochter Ilse nach West-Berlin.


25.02.1953 | Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen warnt die Evangelische Kirche die DDR-Führung vor einer Katastrophe. Die Massenflucht sei Folge des zunehmenden Drucks auf Privatunternehmen und der Zwangskollektivierungen.


26.02.1953 | DDR-Ministerpräsident Grotewohl kündigt auf dem „Kongress der werktätigen Bauern“ die Bildung weiterer Produktionsgenossenschaften an, denen sich die Bauern anschließen müssten.


27.02.1953 | Londoner Abkommen über deutsche Auslandsschulden: Bundesrepublik Deutschland übernimmt alle Auslandsschulden des Deutschen Reiches seit dem Ersten Weltkrieg.


05.03.1953 | Der sowjetische Diktator Josef Stalin, der für Unterdrückung, Verfolgung und Massenmorde verantwortlich ist, stirbt im Alter von 73 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.


06.03.1953 | Die westdeutschen Länderchefs beschließen ein vereinfachtes Notaufnahmeverfahren für DDR- Flüchtlinge.


11.03.1953 | Der Beirat der Berliner Verkehrs-Betriebe BVG beschließt, dass Ost-Berliner und DDR-Bürger künftig Rückfahrten aus West-Berlin auch mit Ostgeld bezahlen können.


12.03.1953 | In Grenznähe zur DDR bei Lauenburg schießen sowjetische Jagdflieger ein britisches Militärflugzeug ab. Dabei kommen fünf Personen ums Leben.


14.03.1953 | Sowjetunion: Nach Stalins Tod wird Nikita Chruschtschow zu einem der vier Sekretäre der KPdSU ernannt.


17.03.1953 | Auf Beschluss des ZK der SED soll das Wohngebiet des Eisenhüttenkombinats Ost bei Fürstenberg/Oder ab dem 7. Mai in Stalinstadt umbenannt werden.


19.03.1953 | Der Bundestag ratifiziert den Deutschlandvertrag über das Ende des Besatzungsstatuts für die Bundesrepublik und den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG).


19.03.1953 | Die DDR-Regierung erlässt eine „Disziplinarverordnung für Richter“, wonach diese die Bürger „zur Bereitschaft beim Aufbau des Sozialismus und der Verteidigung der demokratischen Verteidigung erziehen“ sollen.


25.03.1953 | Bundestag verabschiedet Bundesvertriebenengesetz mit Regelungen auch für Flüchtlinge aus der DDR.


27.03.1953 | Das Luxemburger Abkommen tritt in Kraft. Danach sichert die Bundesrepublik den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus Wiedergutmachungszahlungen zu.


30.03.1953 | Jugoslawische Bauern dürfen zwangsweise gebildete Kollektivwirtschaften wieder verlassen und ihr Eigentum behalten.


Vor 65 Jahren

09.01.1958 | Außenhandel der DDR wird per Gesetz zum Staatsmonopol.


14.01.1958 | Politbürobeschluss „Über die Rolle der Partei in der NVA“ – das Politbüro erhält damit mehr Einfluss auf militärische Entscheidungen als das Verteidigungsministerium.


28.01.1958 | Ungarn: Geheimprozess gegen den früheren Ministerpräsidenten Imre Nagy und andere und endet am 16. Juni 1958 mit Todesurteilen.


06.02.1958 Die „Schirdewan-Gruppe“ wird des „Opportunismus“, der „Zersetzung“ und der „Fraktionsbildung“ in der SED beschuldigt. Kaderchef Karl Schirdewan, Staatssicherheitsminister Ernst Wollweber und Chefideologe Fred Oelßner verlieren ihr Ämter.


12.02.1958 „Lange-Erlass“ des DDR-Volksbildungsministers macht den Religionsunterricht in den Schulen praktisch unmöglich.


13.02.1958 | MfS verhaftet Thomas Ammer und andere Initiatoren der Widerstandsgruppe „Eisenberger Kreis“, die u. a. auf Flugblättern freie Wahlen und die Zulassung der Opposition gefordert hatte.


28.02.1958 | 3. Hochschulkonferenz der SED statuiert Kontrolle der Hochschulgremien durch SED- bzw. FDJ-Funktionäre.


18.03.1958 | Sowjetunion: Etwa 4.300 Leningrader Studenten wurden laut einer Meldung der Komsomolskaja Prawda wegen ihrer kritischen Haltung zur Niederschlagung des Ungarn-Aufstands von den Hochschulen verwiesen.


Vor 60 Jahren

08.03.1963 | Die Konferenz der Kirchenleitungen der DDR verabschiedet die „Zehn Artikel über Freiheit und Dienst der Kirche“ über den Auftrag und den Standort der Kirche im sozialistischen Staat. 


Vor 55 Jahren

05.01.1968 | Tschechoslowakei: Auf dem Januar-Plenum des ZK der Kommunistischen Partei wird Alexander Dubček zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Amt wird von dem des Staatspräsidenten getrennt, das weiterhin Antonín Novotný bekleidet.


08.01.1968 Sowjetunion: In Moskau beginnt ein Aufsehen erregender Prozess gegen Aleksandr Ginzburg und drei weitere Schriftsteller, denen die Verbreitung von Untergrundliteratur vorgeworfen wird. Im Umfeld finden zahlreiche Proteste statt.


12.01.1968 | Die Volkskammer beschließt das neue Strafgesetzbuch der DDR. Nach § 213 gilt ein ungesetzlicher Grenzübertritt, sogenannte Republikflucht, als Verbrechen und wird mit bis zu acht Jahren Haft bestraft.


30.01.1968 | Polen: In Warschau kommt es nach der letzten, vom Publikum umjubelten Vorstellung von Adam Mickiewicz’ „Die Totenfeier“ zu lautstarken Protesten gegen seine Absetzung. Sie sind Vorboten der Märzunruhen in Polen.


04.02.1968 | Am 20. Jahrestag des rumänisch-sowjetischen Freundschaftsvertrages läuft der Vertrag ohne Erneuerung aus.


06.02.1968 | Zur Eröffnung der X. Olympischen Winterspiele in Grenoble gehen zum ersten Mal zwei deutsche Mannschaften an den Start.


22.02.1968 | Auf den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der kommunistischen Machtergreifung spricht Dubček erstmals vor den Parteichefs der Ostblockstaaten über seine Reformvorhaben („Prager Frühling“) und erntet dafür Kritik.


04.03.1968 | Tschechoslowakei: Die Dubček-Führung veranlasst die Aufhebung der Pressezensur und gibt damit ihr Parteimonopol über die Massenmedien auf. Die rechtliche Aufhebung im Parlament folgt im Juni.


08.03.1968 | März-Unruhen in Polen: In Warschau werden die seit Januar währenden Studentenproteste gegen die Absetzung des Stücks „Die Totenfeier“ brutal von der Staatsmacht beendet. Es folgen landesweite Unruhen.


10.03.1968 | Tschechoslowakei: 3.000 Studenten demonstrieren am Grab des früheren Außenministers Jan Masaryk, der bei der kommunistischen Machtergreifung 1948 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.


18.03.1968 | DDR-Journalisten wird verboten, die tschechoslowakische Botschaft und das Haus der tschechoslowakischen Kultur in Ost-Berlin zu besuchen und über das Land zu berichten. Privat- und Geschäftsreisen in die ČSSR werden verboten.


19.03.1968 | März-Unruhen in Polen: Vor dem Hintergrund der antisemitischen Kampagne, die sich gegen die protestierenden Studenten und Intellektuellen richtet, fordert Parteichef Gomułka die polnischen Juden zur Emigration auf.


23.03.1968 | Auf dem als „Wirtschaftskonferenz“ getarnten Treffen der Warschauer-Pakt-Staaten Sowjetunion, Polen, DDR, Ungarn, Bulgarien und Tschechoslowakei in Dresden wird Dubček zur Beendigung seiner Reformpolitik aufgefordert.


Vor 50 Jahren

31.01.1973 | Syrien wird zur Demokratischen Sozialistischen Volksrepublik erklärt.


20.02.1973 | Die Schriftstellerin Brigitte Reimann stirbt in Ost-Berlin.


08.03.1973 | In einer ersten offiziellen Stellungnahme in der FDJ-Zeitung „Junge Welt“ lehnt die DDR Wiedergut- machungszahlungen für Israel ab.


Vor 45 Jahren

02.01.1978 | „Der Spiegel“ veröffentlicht das „Manifest des Bundes Demokratischer Kommunisten“, in dem oppositionelle SED-Mitglieder über den Machtapparat und das Leben von Spitzenfunktionären informieren.


06.03.1978 | Gespräch Erich Honeckers mit dem Vorstand des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR führt zu einer Einigung bei der Altersversorgung der Pfarrer, Erleichterungen für kirchliche Kindergärten und monatlichen Sendezeiten in Funk und Fernsehen.


30.03.1978 | Als erster westlicher Regierungschef besucht der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky die DDR.


Vor 40 Jahren

05.03.1983 | In Ost-Berlin findet das erste Treffen des oppositionellen Netzwerkes „Konkret für den Frieden“ in der DDR statt.


07.03.1983 | Der in die Bundesrepublik geflüchtete DDR-Fußballspieler Lutz Eigendorf stirbt an den Folgen eines Autounfalls, bei dem die Beteiligung der Staatssicherheit vermutet wird.


08.03.1983 | Friedensgemeinschaft Jena meldet erste offizielle und kirchlich unabhängige Gedenkdemonstration zum Jahrestag der Bombardierung Jenas an. Der Antrag wird unter Hinweis auf die offizielle Veranstaltung an diesem Tag abgelehnt.


Vor 35 Jahren

08.01.1988 | 30 Vertreter von Umweltgruppen beschließen in Ost-Berlin die Gründung der „Arche – grünökologisches Netzwerk in der Evangelischen Kirche“.


10.01.1988 | Jürgen Sparwasser, Schütze des 1:0 gegen die bundesdeutsche Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1974, setzt sich anlässlich eines Spiels der Altherrenmannschaft des 1. FC Magdeburg in Saarbrücken ab.


17.01.1988 | Rund 150 Mitglieder von Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen auf der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Ost-Berlin verhaftet. Demonstranten hatten das Rosa-Luxemburg-Zitat „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ getragen.


25.01.1988 | Schlag gegen die Friedensbewegung: Freya Klier, Bärbel Bohley, Lotte und Wolfgang Templin, Werner Fischer und Ralph Hirsch werden verhaftet.


02.02.1988 | Freya Klier und Stephan Krawczyk werden aus der DDR-Haft nach Westdeutschland abgeschoben.


11.02.1988 | Sowjetunion: Nach schweren Unruhen in Berg Karabach setzt Moskau Truppen ein.


19.02.1988 | Pfarrer Christian Führer lädt erstmals zu Vortragsabend „Leben und Bleiben in der DDR“ in die Leipziger Nikolaikirche.


25.02.1988 | Beginn des Abzugs sowjetischer Mittelstreckenraketen aus der DDR.


14.03.1988 | Während der Leipziger Frühjahrsmesse kommt es unter den Augen westlicher Journalisten nach einem Friedensgebet in der Nikolaikirche zu einer Demonstration mit rund 100 Teilnehmern in der Innenstadt.


Vor 30 Jahren

04.01.1993 | Die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO) im Bundesarchiv nimmt ihre Arbeit auf.


11.01.1993 | Schriftsteller Heiner Müller räumt regelmäßige Kontakte zum MfS ein.


12.01.1993 | Das Berliner Landesverfassungsgericht gibt der Verfassungsbeschwerde des angeklagten Erich Honecker statt und setzt den Todkranken auf freien Fuß. Er fliegt am selben Tag nach Chile.


21.01.1993 | Die Öffentlichkeit erfährt, dass die Schriftstellerin Christa Wolf von 1959 bis 1962 „Gesellschaftlicher Informant“ des MfS war. Ihr selbst gewählter Deckname ist „Margarete“.


31.03.1993 | Verfassungsbeschwerde abgelehnt: Die Bewährungsstrafe gegen Dresdens Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer wegen Wahlfälschung wird rechtskräftig.

Die 110. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Januar, Februar und März hin. Im Jahr 2023 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1953, dem Jahr des Volksaufstandes vom 17. Juni in der DDR.

Ausgabe Nr. 110

Historischer Kalenderdienst 2/2023 (HTML-Version)
Vor 90 Jahren

23.03.1933 | Der SPD-Fraktionsvorsitzende Otto Wels lehnt in einer Rede im Reichstag das von Adolf Hitler vorgelegte Ermächtigungsgesetz ab: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“. Alle anwesenden 94 SPD-Abgeordneten stimmen gegen das Gesetz.


Vor 80 Jahren

15.05.1943 | Die Komintern wird aufgelöst.


Vor 75 Jahren

12.03.1948 | In Rumänien wird die Volksrepublik ausgerufen.


20.03.1948 | Der Alliierte Kontrollrat für Deutschland stellt nach Auseinandersetzungen zwischen der UdSSR und den Westalliierten über die Londoner Sechsmächtekonferenz seine Tätigkeit ein.


Vor 70 Jahren

05.03.1953 | Der sowjetische Diktator Josef Stalin, der für Unterdrückung, Verfolgung und Massenmorde verantwortlich ist, stirbt im Alter von 73 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.


06.03.1953 | Die westdeutschen Länderchefs beschließen ein vereinfachtes Notaufnahmeverfahren für DDR- Flüchtlinge.


11.03.1953 | Der Beirat der Berliner Verkehrs-Betriebe BVG beschließt, dass Ost-Berliner und DDR-Bürger künftig Rückfahrten aus West-Berlin auch mit Ostgeld bezahlen können.


12.03.1953 | In Grenznähe zur DDR bei Lauenburg schießen sowjetische Jagdflieger ein britisches Militärflugzeug ab. Dabei kommen fünf Personen ums Leben.


14.03.1953 | Sowjetunion: Nach Stalins Tod wird Nikita Chruschtschow zu einem der vier Sekretäre der KPdSU ernannt.


17.03.1953 | Auf Beschluss des ZK der SED soll das Wohngebiet des Eisenhüttenkombinats Ost bei Fürstenberg/Oder ab dem 7. Mai in Stalinstadt umbenannt werden.


19.03.1953 | Der Bundestag ratifiziert den Deutschlandvertrag über das Ende des Besatzungsstatuts für die Bundesrepublik und den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG).


19.03.1953 | Die DDR-Regierung erlässt eine „Disziplinarverordnung für Richter“, wonach diese die Bürger „zur Bereitschaft beim Aufbau des Sozialismus und der Verteidigung der demokratischen Verteidigung erziehen“ sollen.


25.03.1953 | Bundestag verabschiedet Bundesvertriebenengesetz mit Regelungen auch für Flüchtlinge aus der DDR.


27.03.1953 | Das Luxemburger Abkommen tritt in Kraft. Danach sichert die Bundesrepublik den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus Wiedergutmachungszahlungen zu.


30.03.1953 | Jugoslawische Bauern dürfen zwangsweise gebildete Kollektivwirtschaften wieder verlassen und ihr Eigentum behalten.


01.04.1953 | Die FDJ-Zeitung „Junge Welt“ bezeichnet die „Junge Gemeinde“ als „Tarnorganisation für Kriegshetze“.


04.04.1953 | „Ärzteverschwörung“ in der Sowjetunion: Nach Stalins Tod im März rehabilitiert das sowjetische Innenministerium die im Januar verhaftete überwiegend jüdische Ärztegruppe.


09.04.1953 | Entzug der Lebensmittelkarten für „Grenzgänger“, Selbständige und Hausbesitzer in der DDR.


13.04.1953 | Das ZK der SED fasst den Beschluss „gegen das Versöhnlertum in ideologischen Fragen“; in diesem Zusammenhang werden schwere Vorwürfe gegen Dozenten der Hochschule für Planökonomie erhoben.


14.04.1953 | Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde von Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet.


15.04.1953 | Das Politbüro der KPdSU legt dem ZK der SED die Rücknahme des rücksichtslosen Kurses beim Aufbau des Sozialismus in der DDR nahe.


18.04.1953 | „Kirchenkampf“ in der DDR: Der Vorsitzende des Zentralrats der FDJ, Erich Honecker, kündigt einen Liquidierungskampf gegen die Junge Gemeinde an, der er staatsfeindliche Aktivitäten vorwirft.


27.04.1953 | Das DDR-Innenministerium verbietet die Junge Gemeinde. 


02.05.1953 | Bischof Dibelius und das Evangelische Konsistorium Berlin- Brandenburg stellen gegen die FDJ-Zeitung „Junge Welt“ wegen verleumderischer Berichterstattung über die kirchliche Jugendarbeit Strafanzeige.


05.05.1953 | Anlässlich des 135. Geburtstags von Karl Marx bezeichnet Walter Ulbricht die politische Ordnung der DDR erstmals als Diktatur des Proletariats.


07.05.1953 | Das Arbeiterwohngebiet des Eisenhüttenkombinats Ost bei Fürstenberg wird in Stalinstadt umbenannt. Das Werk selbst trägt fortan den Namen „J. W. Stalin“.


10.05.1953 | Chemnitz wird in „Karl-Marx-Stadt" umbenannt.


13.05.1953 | Franz Dahlem wird im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozess in Prag aus Politbüro und ZK der SED als „Zionist“ ausgeschlossen.


14.05.1953 | Das ZK der SED beschließt „die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und die Durchführung strengster Sparsamkeit“.


27.05.1953 | Die Flüchtlingswelle aus der DDR steigt sprunghaft an: In West-Berlin treffen an einem Tag fast 4.000 Flüchtlinge ein.


28.05.1953 | Auf Beschluss des ZK der SED ordnet der DDR-Ministerrat eine Erhöhung der Arbeitsnormen um 10,3 Prozent an.


28.05.1953 | Sowjetische Kontrollkommission in Deutschland aufgelöst, stattdessen Schaffung eines Hohen Kommissars zur Überwachung der Tätigkeit der DDR-Staatsorgane.


31.05.1953 | Tschechoslowakei: Nach der Bekanntgabe einer Währungsreform im Radio treten spontan rund 17.000 Arbeiter der Skoda-Werke Plzeň in Streik.


Vor 65 Jahren

18.03.1958 | Sowjetunion: Etwa 4.300 Leningrader Studenten wurden laut einer Meldung der Komsomolskaja Prawda wegen ihrer kritischen Haltung zur Niederschlagung des Ungarn-Aufstands von den Hochschulen verwiesen.


24.05.1958 | Warschauer Pakt beschließt Abzug sowjetischer Truppen aus Rumänien.


28.05.1958 | Durch Beschluss der Volkskammer werden in der DDR die letzten Lebensmittelkarten abgeschafft.


28.05.1958 | Sowjetunion: Unter Stalin verfemte Musikstücke von Schostakowitsch, Chatschaturjan und Prokofjew werden wieder zugelassen.


Vor 60 Jahren

08.03.1963 | Die Konferenz der Kirchenleitungen der DDR verabschiedet die „Zehn Artikel über Freiheit und Dienst der Kirche“ über den Auftrag und den Standort der Kirche im sozialistischen Staat.


01.04.1963 | Nach dem drastischen Rückgang der Flüchtlingszahlen aus der DDR durch den Mauerbau gibt es nun nur noch in Gießen ein zentrales Notaufnahmelager.


04.04.1963 | Das ZK der tschechoslowakischen KP enthebt mehrere Stalinisten ihrer Ämter und rehabilitiert früher politisch Verfolgte. Neuer Erster Parteisekretär der slowakischen KP wird Alexander Dubček.


07.04.1963 | Jugoslawisches Parlament verabschiedet einstimmig neue Verfassung, Jugoslawien wird zur sozialistischen Bundesrepublik, Tito zum Präsidenten auf Lebenszeit ernannt.


11.04.1963 | Veröffentlichung der Enzyklika „Pacem in terris“ von Papst Johannes XXIII. über Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Staatsformen.


14.05.1963 | Die „Arbeiter- und Bauerninspektion“ (ABI) wird im Rahmen des „Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung“ (NÖS) als „Gesellschaftliches Kontrollorgan“ in der DDR gegründet.


27.05.1963 | Tschechoslowakei: Internationale Kafka-Konferenz in Liblice markiert das Ende der kulturellen Isolation.


Vor 55 Jahren

04.03.1968 | Tschechoslowakei: Die Dubček-Führung veranlasst die Aufhebung der Pressezensur und gibt damit ihr Parteimonopol über die Massenmedien auf. Die rechtliche Aufhebung im Parlament folgt im Juni.


08.03.1968|  März-Unruhen in Polen: In Warschau werden die seit Januar währenden Studentenproteste gegen die Absetzung des Stücks „Die Totenfeier“ brutal von der Staatsmacht beendet. Es folgen landesweite Unruhen. 


10.03.1968 | Tschechoslowakei: 3.000 Studenten demonstrieren am Grab des früheren Außenministers Jan Masaryk, der bei der kommunistischen Machtergreifung 1948 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.


18.03.1968 | DDR-Journalisten wird verboten, die tschechoslowakische Botschaft und das Haus der tschechoslowakischen Kultur in Ost-Berlin zu besuchen und über das Land zu berichten. Privat- und Geschäftsreisen in die ČSSR werden verboten.


19.03.1968 | März-Unruhen in Polen: Vor dem Hintergrund der antisemitischen Kampagne, die sich gegen die protestierenden Studenten und Intellektuellen richtet, fordert Parteichef Gomułka die polnischen Juden zur Emigration auf.


23.03.1968 | Auf dem als „Wirtschaftskonferenz“ getarnten Treffen der Warschauer-Pakt-Staaten Sowjetunion, Polen, DDR, Ungarn, Bulgarien und Tschechoslowakei in Dresden wird Dubček zur Beendigung seiner Reformpolitik aufgefordert.


05.04.1968 | Tschechoslowakei: Die KPČ verabschiedet unter dem Titel „Der Weg der Tschechoslowakei zum Sozialismus“ ein Aktionsprogramm, das Dubčeks Vorstellungen eines „Kommunismus mit menschlichem Antlitz“ verwirklichen soll.


06.04.1968 | Nach monatelanger SED-Kampagne wird der Volksentscheid über die zweite DDR-Verfassung abgehalten. Es werden wesentlich mehr Gegenstimmen und Enthaltungen bekannt gegeben (94,49 Pro- zent stimmen mit „Ja“) als bei den Volkskammerwahlen.


09.04.1968 | Die nach dem Vorbild osteuropäischer Volksdemokratien entwickelte zweite DDR-Verfassung tritt in Kraft. Darin wurde die führende Rolle der SED verankert, die nun auch durch Wahlen nicht mehr aus der Regierung zu entfernen ist.


16.04.1968 | Ulbricht kritisiert in einer Besprechung mit dem tschechoslowakischen Botschafter Kolář die öffentliche Rehabilitierung der Opfer der Repression der 1950er-Jahre: „Warum müssen Sie die Toten ausgraben?“


21.04.1968 | Sowjetunion: In Chirchiq in Usbekistan wird eine friedliche Demonstration der 1944 deportierten Krimtataren, die ein Rückkehrrecht auf die Krim fordern, von der Polizei gewaltsam aufgelöst. 300 Menschen kommen in Haft.


30.04.1968 | In der Sowjetunion erscheint die erste Ausgabe des Samisdat-Bulletins „Chronik der laufenden Ereignisse“, herausgegeben von Akteuren der Protestbewegung gegen politische Verfolgungen.


08.05.1968 | Auf einem Geheimtreffen in Moskau diskutieren die „Warschauer Fünf“, die Parteichefs der Sowjet- union, der DDR, Polens, Ungarns und Bulgariens, die Lage in der ČSSR. Ulbricht nennt Dubček einen „hoffnungslosen Fall“.


12.05.1968 | Im Smetana-Saal des Prager Repräsentationshauses wird das alljährlich stattfindende Klassikfestival „Prager Frühling“ mit einem Festkonzert eröffnet. Es prägt den Begriff „Prager Frühling“ mit.


30.05.1968 | Die in Teilen aus dem 15./16. Jahrhundert stammende Leipziger Universitätskirche wird trotz Protes- ten aus der Bevölkerung auf Weisung der SED gesprengt.


Vor 50 Jahren

08.03.1973 | In einer ersten offiziellen Stellungnahme in der FDJ-Zeitung „Junge Welt“ lehnt die DDR Wiedergutmachungszahlungen für Israel ab.


11.05.1973 | Der Deutsche Bundestag ratifiziert den Grundlagenvertrag mit der DDR.


19.05.1973 | „Königswalder Friedensseminare“ gegründet.


21.05.1973 | Albanien: Im Straflager für politische Gefangene Spaç kommt es zum Aufstand. Es wird eine Flagge ohne den kommunistischen Stern gehisst. Nach drei Tagen wird der Aufstand blutig niedergeschlagen.


Vor 45 Jahren

06.03.1978 | Gespräch Erich Honeckers mit dem Vorstand des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR führt zu einer Einigung bei der Altersversorgung der Pfarrer, Erleichterungen für kirchliche Kindergärten und monatlichen Sendezeiten in Funk und Fernsehen.


30.03.1978 | Als erster westlicher Regierungschef besucht der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky die DDR.


24.04.1978 | Tschechoslowakei: Gründung des Komitees zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten (Výbor na obranu nespravedlivě stíhaných, VONS).


Vor 40 Jahren

05.03.1983 | In Ost-Berlin findet das erste Treffen des oppositionellen Netzwerkes „Konkret für den Frieden“ in der DDR statt.


07.03.1983 | Der in die Bundesrepublik geflüchtete DDR-Fußballspieler Lutz Eigendorf stirbt an den Folgen eines Autounfalls, bei dem die Beteiligung der Staatssicherheit vermutet wird.


08.03.1983 | Friedensgemeinschaft Jena meldet erste offizielle und kirchlich unabhängige Gedenkdemonstration zum Jahrestag der Bombardierung Jenas an. Der Antrag wird unter Hinweis auf die offizielle Veranstaltung an diesem Tag abgelehnt.


13.04.1983 | In Rumänien wird aus Angst vor Flugblättern der Besitz und Gebrauch von Schreibmaschinen eingeschränkt.


28.04.1983 | Erich Honecker sagt seinen geplanten Besuch in der Bundesrepublik nach den Spannungen aufgrund des Todes zweier bundesdeutscher Transitreisender an Grenzübergangsstellen der DDR ab.


12.05.1983 | Mitglieder der westdeutschen Grünen, darunter Petra Kelly und Gert Bastian, demonstrieren auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz für Abrüstung in Ost und West und werden von der Polizei abgeführt.


18.05.1983 | MfS-Aktion gegen die Jenaer „Friedensgemeinschaft“ beginnt; 40 Mitglieder werden in den Westen abgeschoben.


Vor 35 Jahren

14.03.1988 | Während der Leipziger Frühjahrsmesse kommt es unter den Augen westlicher Journalisten nach einem Friedensgebet in der Nikolaikirche zu einer Demonstration mit rund 100 Teilnehmern in der Innenstadt.


23.04.1988 | Zweitägiges Seminar im Stendaler Dom über Gefahren der Atomkraft beginnt; Sicherheitskräfte verhindern Demonstration. Seit 1982 befindet sich das Kernkraftwerk Stendal im Bau.


15.05.1988 | Der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan beginnt.


Vor 30 Jahren

31.03.1993 | Verfassungsbeschwerde abgelehnt: Die Bewährungsstrafe gegen Dresdens Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer wegen Wahlfälschung wird rechtskräftig.


Vor 25 Jahren

04.04.1998 | Der Ost-P.E.N. stimmt dem Verschmelzungsvertrag mit West-P.E.N. zu, am 15.05. billigt der West- P.E.N. die Fusion der beiden Autorenverbände.


15.04.1998 | Ein DDR-Grenzkommandeur wird wegen Totschlags an zwei Flüchtlingen vor dem Berliner Landge- richt zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. In dem Prozess wurde der Tod einer 18-jährigen Frau und des 25-jährigen Michael Bittner verhandelt.


Vor 20 Jahren

10.04.2003 | Zwei Ex-MfS-Offiziere freigesprochen: Die Ermordung Michael Gartenschlägers am 30. April 1976 bleibt ungesühnt.

Die 111. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Er- eignisse in den Monaten Mai/Juni/Juli hin. Im Jahr 2023 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1953, dem Jahr des Volksaufstandes vom 17. Juni in der DDR.

Ausgabe Nr. 111

Historischer Kalenderdienst 3/2023 (HTML-Version)
Vor 90 Jahren

10.05.1933 | Öffentliche Bücherverbrennungen auf dem Berliner Opernplatz und in 21 weiteren deutschen Städten auf Initiative der „Deutschen Studentenschaft“.


Vor 80 Jahren

15.05.1943 | Die Komintern wird aufgelöst.


12.07.1943 | Stalin lässt auf einer zweitägigen Konferenz in Krasnogorsk das Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) gründen. Unter der maßgeblichen Führung deutscher Exilkommunisten soll der Widerstand gegen das NS-Regime gefördert werden.


Vor 75 Jahren

02.06.1948 | Londoner Sechsmächtekonferenz endet mit einer Entschließung zur Bildung einer westdeutschen Bundesregierung.


18.06.1948 | In den westlichen Besatzungszonen geben die Militärregierungen die Durchführung der Währungsreform am 20. Juni 1948 bekannt.


24.06.1948 | Mit der Abriegelung aller Zufahrtswege nach West-Berlin durch die sowjetische Besatzungsmacht beginnt die Berlin-Blockade.


28.06.1948 | Stalin bricht mit Tito: Ausschluss der Kommunistischen Partei Jugoslawiens aus der Kominform.


11.07.1948 | Gesamtdeutsche Tagung der evangelischen Kirche beginnt in Eisenach – Beschluss über eine einheitliche Grundordnung und Vereinigung zu einer einheitlichen Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD).


22.07.1948 | Bulgarien: Der Führer der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, Kosta Lultscheff, wird verhaftet. Die bulgarische Sozialdemokratie ist bis dato die einzige bedeutende sozialistische Partei Osteuropas, die sich weigert, eine Fusion mit den Kommunisten einzugehen.


23.07.1948 | Der Fraktionsvorsitzende der LDP im thüringischen Landtag, Hermann Becker, wird trotz seiner parlamentarischen Immunität vom NKWD verhaftet und 1950 zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


24.07.1948 | 25 oppositionelle CDU-Mitglieder in Berlin von sowjetischem Militärtribunal zu Strafen von bis zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


Vor 70 Jahren

02.05.1953 | Bischof Dibelius und das Evangelische Konsistorium Berlin- Brandenburg stellen gegen die FDJ-Zeitung „Junge Welt“ wegen verleumderischer Berichterstattung über die kirchliche Jugendarbeit Strafanzeige.


05.05.1953 | Anlässlich des 135. Geburtstags von Karl Marx bezeichnet Walter Ulbricht die politische Ordnung der DDR erstmals als Diktatur des Proletariats.


07.05.1953 | Das Arbeiterwohngebiet des Eisenhüttenkombinats Ost bei Fürstenberg wird in Stalinstadt umbenannt. Das Werk selbst trägt fortan den Namen „J. W. Stalin“.


10.05.1953 | Chemnitz wird in „Karl-Marx-Stadt" umbenannt.


13.05.1953 | Franz Dahlem wird im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozess in Prag aus Politbüro und ZK der SED als „Zionist“ ausgeschlossen.


14.05.1953 | Das ZK der SED beschließt „die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und die Durchführung strengster Sparsamkeit“.


27.05.1953 | Die Flüchtlingswelle aus der DDR steigt sprunghaft an: In West-Berlin treffen an einem Tag fast 4.000 Flüchtlinge ein.


28.05.1953 | Auf Beschluss des ZK der SED ordnet der DDR-Ministerrat eine Erhöhung der Arbeitsnormen um 10,3 Prozent an.


28.05.1953 | Sowjetische Kontrollkommission in Deutschland aufgelöst, stattdessen Schaffung eines Hohen Kommissars zur Überwachung der Tätigkeit der DDR-Staatsorgane.


31.05.1953 | Tschechoslowakei: Nach der Bekanntgabe einer Währungsreform im Radio treten spontan rund 17.000 Arbeiter der Skoda-Werke Plzeň in Streik.


01.06.1953 | Tschechoslowakei: In Plzeň weiten sich die Streiks zu den bisher größten Protesten gegen die Kommunisten aus. Der Aufstand wird von Polizei und Armee blutig niedergeschlagen. Der Kreml fordert von der DDR-Führung in Moskau einen radikalen politischen Kurswechsel.


09.06.1953 | Das Politbüro des ZK der SED verkündet den „Neuen Kurs“ der Politik, mit dem der zunehmenden Unruhe in der Bevölkerung nach den Normenerhöhungen vom 28. Mai begegnet werden soll.


10.06.1953 | Ministerpräsident Otto Grotewohl kündigt den Bischöfen der DDR die Beilegung des „Kirchenkampfs“ und das Ende der Verfolgung der „Jungen Gemeinde“ an.


12.06.1953 | Trotz einiger Zugeständnisse der SED und der Ankündigung über die Verbesserung der Lebensbedingungen kommt es in zahlreichen Städten der DDR zu Streiks und Demonstrationen.


15.06.1953 | Als eine Petition von Arbeitern der Ost-Berliner Stalinallee mit der Forderung zur Rücknahme der Normerhöhung vom Sekretär der SED-Betriebsgruppe nicht weitergeleitet wird, kommt es zu Arbeitsniederlegungen.


17.06.1953 | Volksaufstand in der DDR mit Forderungen nach Rücktritt der Regierung und freien Wahlen. Er wird am Nachmittag von der sowjetischen Armee und der Kasernierten Volkspolizei blutig niedergeschlagen.


18.06.1953 | Trotz verhängtem Ausnahmezustand und des brutalen Vorgehens von Militär und Polizei halten in Teilen der DDR die Unruhen an; es kommt zu Massenverhaftungen und standrechtlichen Erschießungen von Demonstranten.


20.06.1953 | USA: In der Nacht zum 20. Juni wird das wegen Atomspionage für die Sowjetunion zum Tode verurteilte Ehepaar Rosenberg im New Yorker Staatsgefängnis auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.


21.06.1953 | ZK der SED nimmt Normenerhöhungen vom 29. Mai zurück und bezeichnet den Aufstand vom 17. Juni als eine vom Westen gesteuerte „faschistische Provokation“.


22.06.1953 | Der West-Berliner Senat beschließt die Umbenennung der zwischen der Siegessäule und dem Brandenburger Tor verlaufenden bisherigen „Charlottenburger Chaussee“ in „Straße des 17. Juni“.


23.06.1953 | Vor dem Schöneberger Rathaus findet eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des 17. Juni, unter denen auch sieben West-Berliner sind, mit rund 250.000 Teilnehmern statt.


25.06.1953 | Das ZK der SED beschließt weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung.


26.06.1953 | Sowjetunion: Lawrentij P. Berija, Leiter des sowjetischen Ministeriums für Staatssicherheit und Innenminister, wird im Zuge des Machtkampfes nach Stalins Tod in Moskau verhaftet.


01.07.1953 | Infolge des Volksaufstandes vom 17. Juni werden aus den Betriebskampfgruppen der DDR die straff organisierten „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ gebildet.


03.07.1953 | In der Bundesrepublik Deutschland wird der 17. Juni als „Tag der Deutschen Einheit“ zum gesetzlichen Feiertag.


08.07.1953 | Der Ost-Berliner Magistrat gibt den seit dem Volksaufstand vom 17. Juni eingeschränkten Ost-West- Verkehr wieder frei.


11.07.1953 | Der sowjetische Militärkommandant in Ost-Berlin, Generalmajor Dibrowa, hebt den am 17. Juni verhängten Ausnahmezustand auf.


15.07.1953 | DDR-Justizminister Max Fechner wegen seiner Kritik am Vorgehen der Regierung am 17. Juni 1953 abgesetzt und am Folgetag verhaftet. Nachfolgerin wird die Vorsitzende des Obersten Gerichts, Hilde Benjamin.


22.07.1953 | Kurz nach Ernennung Hilde Benjamins zur DDR-Justizministerin macht das Oberste Gericht Urteile rückgängig, durch die Teilnehmer des Volksaufstandes vom 17. Juni freigesprochen wurden.


25.07.1953 | „Neues Deutschland“ teilt die Eingliederung des MfS als Staatssekretariat in das DDR-Innenministerium und die Absetzung des bisherigen Ministers, Wilhelm Zaisser, mit.


26.07.1953 | Wilhelm Zaisser und der Chefredakteur von „Neues Deutschland“, Rudolf Herrnstadt, werden wegen ihrer „gegen die Einheit der Partei gerichteten Linie“ aus dem ZK ausgeschlossen.


27.07.1953 | Die USA und Nordkorea unterzeichnen in Panmunjon das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakrieges.


Vor 65 Jahren

24.05.1958 | Warschauer Pakt beschließt Abzug sowjetischer Truppen aus Rumänien.


28.05.1958 | Durch Beschluss der Volkskammer werden in der DDR die letzten Lebensmittelkarten abgeschafft.


16.06.1958 | Ungarn: Der ehemalige Premier Imre Nagy, Leitfigur des Ungarnaufstands 1956, wird nach Geheimprozess wegen "konterrevolutionären Verhaltens" gehängt.


10.07.1958 | Auf dem V. Parteitag der SED veröffentlicht Walter Ulbricht die „10 Gebote für den neuen sozialistischen Menschen“. 


Vor 60 Jahren

14.05.1963 | Die „Arbeiter- und Bauerninspektion“ (ABI) wird im Rahmen des „Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung“ (NÖS) als „Gesellschaftliches Kontrollorgan“ in der DDR gegründet.


27.05.1963 | Tschechoslowakei: Internationale Kafka-Konferenz in Liblice markiert das Ende der kulturellen Isolation.


19.06.1963 | USA und Sowjetunion stellen gegenseitige Störungen des Rundfunks ein.


20.06.1963 | USA und Sowjetunion vereinbaren Einrichtung einer direkten Telefon- und Fernschreibverbindung zwischen Washington und Moskau.


21.06.1963 | Errichtung eines Kontroll- und Schutzstreifens an der Berliner Mauer. Das Betreten des innerhalb Berlins 100 Meter und innerhalb des Bezirks Potsdams 500 Meter breiten Streifens ist genehmigungspflichtig.


26.06.1963 | US-Präsident John F. Kennedy wird für sein Bekenntnis „Ich bin ein Berliner“ begeistert in West-Berlin gefeiert.


11.07.1963 | Egon Bahr prägt in Tutzing die Formel „Wandel durch Annäherung“, die später die Basis für die Neue Ostpolitik der Bundesrepublik wird.


23.07.1963 | Oberstes Gericht der DDR verurteilt in Propagandaprozess Hans Globke, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, wegen seiner NS-Vergangenheit in Abwesenheit zu lebenslanger Haft.


Vor 55 Jahren

08.05.1968 | Auf einem Geheimtreffen in Moskau diskutieren die „Warschauer Fünf“, die Parteichefs der Sowjetunion, der DDR, Polens, Ungarns und Bulgariens, die Lage in der ČSSR. Ulbricht nennt Dubček einen „hoffnungslosen Fall“.


12.05.1968 | Im Smetana-Saal des Prager Repräsentationshauses wird das alljährlich stattfindende Klassikfestival „Prager Frühling“ mit einem Festkonzert eröffnet. Es prägt den Begriff „Prager Frühling“ mit.

30.05.1968 | Die in Teilen aus dem 15./16. Jahrhundert stammende Leipziger Universitätskirche wird trotz Protesten aus der Bevölkerung auf Weisung der SED gesprengt.


02.06.1968 | Jugoslawien: In Belgrad kommt es am Rande eines Konzerts zu Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Miliz. Am Tag darauf besetzen tausende Studierende die Universität, um gegen die Gewalt der Staatsorgane zu protestieren. Nach einer Woche ebben die Proteste ab.


11.06.1968 | DDR führt Pass- und Visazwang für Transitreisende nach West-Berlin ein.


23.06.1968 | Die Ruine der Potsdamer Garnisonskirche wird auf Geheiß Walter Ulbrichts gesprengt.


25.06.1968 | Tschechoslowakei: Das Parlament verabschiedet Gesetze zur Rehabilitierung der Opfer politischer Prozesse, Aufhebung der Zensur und Föderalisierung.


27.06.1968 | Tschechoslowakei: In Prag wird das „Manifest der 2000 Worte“ veröffentlicht, in dem der Schriftsteller Ludvík Vaculíc und weitere 67 Intellektuelle scharfe Kritik an der KPČ äußern und die Weiterführung der Reformpolitik fordern. 13.07.1968 In „Neues Deutschland“ erscheint als publizistischer „Hauptstoß“ der SED gegen die Prager Reformer und die vermeintliche Einmischung des Westens der Artikel „Die Strategie des Imperialismus und die ČSSR“.


16.07.1968 | Tschechoslowakei: In Prag wird der „Warschauer Brief“ an Dubček übergeben. Er stellt einen der letzten Versuche Breschnews dar, die „Wende“ in der KPČ auf politischem Weg zu erreichen.


18.07.1968 | Der „Warschauer Brief“ wird in der Sowjetunion, der DDR, Polen, Ungarn und Bulgarien entgegen der Bitte der KPČ veröffentlicht. Dies ist beispiellos in den Beziehungen der regierenden Parteien des Ostblocks.


19.07.1968 | Das Politbüro der KPdSU beginnt mit der Ausarbeitung der „äußersten Maßnahmen“ bezüglich der Entwicklungen in der ČSSR. Die militärische Intervention zur Beendigung des Prager Frühlings wird vorbereitet.


29.07.1968 | Das dreitägige Krisentreffen der Führungen von KPdSU und KPČ im ostslowakischen Čierna nad Tisou findet teilweise in Zugwaggons statt. Ein endgültiger Bruch wird zunächst vermieden. 


Vor 50 Jahren

11.05.1973 | Der Deutsche Bundestag ratifiziert den Grundlagenvertrag mit der DDR.


19.05.1973 | „Königswalder Friedensseminare“ gegründet.


21.05.1973 | Albanien: Im Straflager für politische Gefangene Spaç kommt es zum Aufstand. Es wird eine Flagge ohne den kommunistischen Stern gehisst. Nach drei Tagen wird der Aufstand niedergeschlagen.


06.06.1973 | Bundestag beschließt das Gesetz zum Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.


21.06.1973 | Der Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR tritt in Kraft.


31.07.1973 | Bundesverfassungsgericht stellt die Vereinbarkeit des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR mit dem Grundgesetz fest und lehnt damit eine Klage Bayerns ab.


Vor 45 Jahren

21.06.1978 | Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR über den Bau einer Autobahn Berlin-Hamburg beginnen.


25.06.1978 | Evangelische Bischöfe wenden sich mit einem auf den Kanzeln verlesenen „Wort an die Gemeinden“ wie zuvor die katholische Kirche gegen die Einführung des Wehrkundeunterrichts an den Schulen.


30.06.1978 | Rudolf Bahro wird in der DDR wegen der in der Bundesrepublik erfolgten Veröffentlichung seines Buches „Die Alternative“ zu acht Jahren Haft verurteilt.


Vor 40 Jahren

12.05.1983 | Mitglieder der westdeutschen Grünen, darunter Petra Kelly und Gert Bastian, demonstrieren auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz für Abrüstung in Ost und West und werden von der Polizei abgeführt.


18.05.1983 | MfS-Aktion gegen die Jenaer „Friedensgemeinschaft“ beginnt; 40 Mitglieder werden in den Westen abgeschoben.


05.06.1983 | Fahrraddemonstration mit 150 Teilnehmern in Halle macht auf die Umweltverschmutzung durch die Buna-Werke aufmerksam. 40 Teilnehmer werden verhaftet und einen Tag lang festgehalten.


08.06.1983 | Roland Jahn, Mitglied der Jenaer Friedensbewegung, wird in den Westen abgeschoben.


23.06.1983 | Der ehemalige Hallenser Jugenddiakon Lothar Rochau, Organisator der offenen Jugendarbeit in der Saalestadt, wird wegen „staatsfeindlicher Hetze“ verhaftet und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.


29.06.1983 | Die Bundesregierung bürgt für einen Kredit an die DDR in Höhe von über einer Milliarde DM. In der Folge kündigt die DDR den Abbau der Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze an.


22.07.1983 | Polen: Das am 13. Dezember 1981 verhängte Kriegsrecht wird wieder aufgehoben.


24.07.1983 | Nach der Vermittlung eines Milliardenkredites trifft Franz-Josef Strauß auf seiner als „privat“ bezeichneten Reise im Schloss Hubertusstock am Werbellinsee mit Erich Honecker zusammen.


Vor 35 Jahren

15.05.1988 | Der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan beginnt.


03.06.1988 | Sowjetunion: Gründung der litauischen Volksbewegung „Sajudis“ als Reformbewegung.


01.07.1988 | Durch einen Gebietsaustausch werden alle verbliebenen Enklaven in Berlin beseitigt.


07.07.1988 | Sowjetunion: In Lwiw wird die Gründung der „Ukrainischen Helsinki-Union“ bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um die erste öffentlich agierende Organisation, die sich in Opposition zur KPdSU sieht.


19.07.1988 | Bruce Springsteen gibt vor rund 160.000 begeisterten Zuschauern ein Konzert auf der Bühne der Radrennbahn Weißensee in Berlin. Die Show wird zeitversetzt und zensiert auch im DDR-Radio und Fernsehen ausgestrahlt.


Vor 25 Jahren

13.06.1998 | Das Gesetz über die Errichtung einer Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur tritt in Kraft.

Die 112. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Juli/August/September hin. Im Jahr 2023 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1953, dem Jahr des Volksaufstandes vom 17. Juni in der DDR.

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Historischer Kalenderdienst 4/2023 (HTML-Version)
Vor 80 Jahren

12.07.1943 | Sowjetunion: Stalin lässt auf einer zweitägigen Konferenz in Krasnogorsk das Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) gründen. Unter der maßgeblichen Führung deutscher Exilkommunisten soll der Widerstand gegen das NS-Regime gefördert werden.


Vor 75 Jahren

11.07.1948 | Gesamtdeutsche Tagung der evangelischen Kirche beginnt in Eisenach – Beschluss über eine einheit- liche Grundordnung und Vereinigung zu einer einheitlichen Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD).


22.07.1948 | Bulgarien: Der Führer der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, Kosta Lultscheff, wird verhaftet. Die bulgarische Sozialdemokratie ist bis dato die einzige bedeutende sozialistische Partei Osteuropas, die sich weigert, eine Fusion mit den Kommunisten einzugehen.


23.07.1948 | Der Fraktionsvorsitzende der LDP im thüringischen Landtag, Hermann Becker, wird trotz seiner parlamentarischen Immunität vom NKWD verhaftet und 1950 zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


24.07.1948 | 25 oppositionelle CDU-Mitglieder in Berlin von sowjetischem Militärtribunal zu Strafen von bis zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


04.08.1948 | Der erste Nachkriegs-Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlins, Erich Nehlhans, wird nach Verhaftung durch den sowjetischen Geheimdienst zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Er stirbt am 15. Februar 1950 in sowjetischer Haft.


09.08.1948 | Jugoslawien: „Dachauer Prozess“ in Ljubljana gegen KP-Mitglieder und Überlebende des KZ Dachau wegen angeblicher Kollaboration mit der Gestapo.


01.09.1948 | In Bonn tritt der Parlamentarische Rat als verfassunggebende Versammlung der drei Westzonen zusammen.


01.09.1948 | Bulgarien: Ausländische und konfessionelle Schulen werden geschlossen.


08.09.1948 | Tschechoslowakei: Während der offiziellen Begräbnisfeier für Staatspräsident Beneš in Prag demonstrieren mehrere tausend Bürger friedlich für Demokratie. 79 Personen werden festgenommen.


09.09.1948 | Rund 250.000 Berliner demonstrieren gegen die Verhinderung der Stadtverordnetenversammlung durch kommunistisch gelenkte Störtrupps drei Tage zuvor. Legendäre Worte Ernst Reuters: „Ihr Völker der Welt (…) Schaut auf diese Stadt!“ Vor 70 Jahren


01.07.1953 | Infolge des Volksaufstandes vom 17. Juni werden aus den Betriebskampfgruppen der DDR die straff organisierten „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ gebildet.


03.07.1953 | In der Bundesrepublik Deutschland wird der 17. Juni als „Tag der Deutschen Einheit“ zum gesetzlichen Feiertag.


08.07.1953 | Der Ost-Berliner Magistrat gibt den seit dem Volksaufstand vom 17. Juni eingeschränkten Ost-West-Verkehr wieder frei.


11.07.1953 | Der sowjetische Militärkommandant in Ost-Berlin, Generalmajor Dibrowa, hebt den am 17. Juni verhängten Ausnahmezustand auf.


15.07.1953 | DDR-Justizminister Max Fechner wegen seiner Kritik am Vorgehen der Regierung am 17. Juni 1953 abgesetzt und am Folgetag verhaftet. Nachfolgerin wird die Vorsitzende des Obersten Gerichts, Hilde Benjamin.


22.07.1953 | Kurz nach Ernennung Hilde Benjamins zur DDR-Justizministerin macht das Oberste Gericht Urteile rückgängig, durch die Teilnehmer des Volksaufstandes vom 17. Juni freigesprochen wurden.


25.07.1953 | „Neues Deutschland“ teilt die Eingliederung des MfS als Staatssekretariat in das DDR-Innenministe- rium und die Absetzung des bisherigen Ministers, Wilhelm Zaisser, mit.


26.07.1953 | Wilhelm Zaisser und der Chefredakteur von „Neues Deutschland“, Rudolf Herrnstadt, werden wegen ihrer „gegen die Einheit der Partei gerichteten Linie“ aus dem ZK ausgeschlossen.


27.07.1953 | Die USA und Nordkorea unterzeichnen in Panmunjon das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakrieges.


01.08.1953 | Sowjetunion: Höhepunkt der Häftlingsrevolte in sibirischer Workutaregion – vermutlich 64 Häftlinge erschossen.


04.08.1953 | In mehreren Städten der DDR kommt es wegen Reisesperre und Lebensmittelspendenbeschlagnah- mungen zu Auseinandersetzungen zwischen aufgebrachten Bürgern und der Volkspolizei.


07.08.1953 | Der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin, Hans Jendretzky, wird wegen Unterstützung der „parteifeindlichen Fraktion Zaisser/Herrnstadt“ seiner politischen Funktionen enthoben.


10.08.1953 | Die Säuberungsaktionen der SED gehen weiter: Der IG Metall-Vorsitzende Schmidt wird für den Streik vom 10. Juli im VEB Carl Zeiss Jena verantwortlich gemacht und wegen „opportunistischen Zurückweichens“ abgesetzt.


12.08.1953 | Die Sowjetunion zündet auf dem Testgelände Semipalatinsk in Kasachstan ihre erste Wasserstoffbombe.


22.08.1953 | Die diplomatischen Vertretungen der Sowjetunion in Ost-Berlin und der DDR in Moskau werden in Botschaften umgewandelt.


23.08.1953 | Die Sowjetunion teilt mit, dass sie der DDR ab dem 1. Januar 1954 alle Reparationszahlungen erlässt und die restlichen 33 SAG-Betriebe zurückgibt.


06.09.1953 | Bei den Wahlen zum zweiten Deutschen Bundestag erhält die CDU/CSU 45,2 % der Stimmen und bleibt somit stärkste Fraktion.


10.09.1953 | Die Vorsitzende des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) Elli Schmidt wird entlassen, weil sie „in den Tagen der faschistischen Provokation nicht konsequent die Interessen der Frauen und des Volkes“ vertreten habe.


13.09.1953 | Sowjetunion: Nikita Chruschtschow wird zum 1. Sekretär des ZK der KPdSU gewählt.


15.09.1953 | Tschechoslowakei: Radio Prag verkündet die Umstrukturierung der Regierung nach sowjetischem Vorbild. Erster Sekretär der KP wird Antonín Novotný.


24.09.1953 | Polen: Warschauer Militärgericht verurteilt Bischof von Kielce, Czesław Kaczmarek, und andere Geistliche wegen angeblicher Spionage, staatsfeindlicher Propaganda und umstürzlerischer Tätigkeit zu Haftstrafen bis zu zwölf Jahren.


25.09.1953 | Der Primas von Polen und Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Kardinal Wyszyński, wird verhaftet.


29.09.1953 | West-Berlins Regierender Bürgermeister Ernst Reuter stirbt im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt. Vor 65 Jahren 10.07.1958 Auf dem V. Parteitag der SED veröffentlicht Walter Ulbricht die „10 Gebote für den neuen sozialisti- schen Menschen“.


Vor 60 Jahren

11.07.1963 | Egon Bahr prägt in Tutzing die Formel „Wandel durch Annäherung“, die später die Basis für die Neue Ostpolitik der Bundesrepublik wird.


23.07.1963 | Oberstes Gericht der DDR verurteilt in Propagandaprozess Hans Globke, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, wegen seiner NS-Vergangenheit in Abwesenheit zu lebenslanger Haft.


05.08.1963 | Moskauer Atomteststoppabkommen: Die USA, die Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnen einen Vertrag, der oberirdische Kernwaffenversuche verbietet. Das Abkommen markiert den Beginn für ein System der nuklearen Abrüstung.


15.08.1963 | Verhaftung des Malers Roger Loewig, der die deutsche Teilung und den Mauerbau in seinen Bildern thematisierte. Nach einer bis 1964 dauernden Untersuchungshaft wird er zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.


22.08.1963 | Tschechoslowakei: Rehabilitierung der Verurteilten des stalinistischen „Slánský-Schauprozess“ des Jahres 1952.


23.09.1963 | Mit der Personalausweisordnung werden Personalausweise mit dem Aufdruck „für Bürger der DDR“ eingeführt.


Vor 55 Jahren

13.07.1968 | In „Neues Deutschland“ erscheint als publizistischer „Hauptstoß“ der SED gegen die Prager Reformer und die vermeintliche Einmischung des Westens der Artikel „Die Strategie des Imperialismus und die ČSSR“.


16.07.1968 | Prager Frühling in der Tschechoslowakei: In Prag wird der „Warschauer Brief“ an Dubček übergeben. Er stellt einen der letzten Versuche Breschnews dar, die „Wende“ in der KPČ auf politischem Weg zu erreichen.


19.07.1968 | Das Politbüro der KPdSU beginnt mit der Ausarbeitung der „äußersten Maßnahmen“ bezüglich der Entwicklungen in der ČSSR. Die militärische Intervention zur Beendigung des Prager Frühlings wird vorbereitet.


29.07.1968 | Tschechoslowakei: Das dreitägige Krisentreffen der Führungen von KPdSU und KPČ im ostslowakischen Čierna nad Tisou findet teilweise in Zugwaggons statt. Ein endgültiger Bruch wird zunächst vermieden.


03.08.1968 | Tschechoslowakei: Beim Gipfel in Bratislava übergeben konservative Präsidiumsmitglieder der KPČ heimlich einen „Einladungsbrief der gesunden Kräfte“ an Breschnew, in dem um eine „kollektive Hilfsaktion“ der Bruderstaaten gebeten wird.


17.08.1968 | In Moskau fällt in einer Sitzung des ZK der KPdSU die Entscheidung, die militärische Intervention in der ČSSR zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorzunehmen.


18.08.1968 | Die Parteichefs aus Polen, der DDR, Ungarn und Bulgarien befürworten in Moskau einstimmig die sowjetische Entscheidung über die Invasion in die Tschechoslowakei.


21.08.1968 | Tschechoslowakei: Truppen der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens schlagen den Prager Frühling blutig nieder und beenden damit die Reformbestrebungen im Land gewaltsam. Die Spitzen von Partei, Regierung und Parlament werden verhaftet.


26.08.1968 | Die „Verhandlungen“ zwischen der nach Moskau gebrachten Führung der ČSSR und der UdSSR enden mit Unterzeichnung des „Moskauer Protokolls“, in dem die Besetzung der Tschechoslowakei „akzeptiert“ wird.


29.08.1968 | Proteste in der DDR: Das Ministerium des Inneren zählt seit der Niederschlagung des Prager Frühlings durch den Einmarsch des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei 1.742 „Straftatbestände“, die mit Protesten in Verbindung stehen.


04.09.1968 | „Neues Deutschland“ lobt die Angehörigen der NVA für ihren Einsatz bei der Besetzung der ČSSR. „An der Seite der Sowjetunion und der Sowjetarmee zu kämpfen heißt, an der Seite des Siegers stehen.“


22.09.1968 | Nach dem Verbot der KPD 1956 wird in der Bundesrepublik mit der „Deutschen Kommunistischen Partei“ (DKP) erstmals wieder eine kommunistische Partei zugelassen. Sie steht der SED nahe und wird von ihr mitfinanziert.


Vor 50 Jahren

31.07.1973 | Bundesverfassungsgericht stellt die Vereinbarkeit des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR mit dem Grundgesetz fest und lehnt damit eine Klage Bayerns ab.


01.08.1973 | Walter Ulbricht stirbt in Groß Dölln/Templin.


04.09.1973 | Beginn der Grenzmarkierung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR durch deutsch- deutsche Grenzkommission bei Lübeck.


11.09.1973 | Chile: Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende mit General Augusto Pinochet an der Spitze. Allende begeht am Nachmittag des gleichen Tages Selbstmord.


18.09.1973 | Beide deutsche Staaten werden in die Vereinten Nationen aufgenommen.


Vor 45 Jahren

26.08.1978 | Als erster Deutscher fliegt Siegmund Jähn an Bord einer sowjetischen Raumkapsel ins All.


01.09.1978 | Am Weltfriedenstag wird in den Schulen der DDR für die Klassenstufen 9 und 10 der Wehrkundeunterricht eingeführt.


Vor 40 Jahren

22.07.1983 | Polen: Das am 13. Dezember 1981 verhängte Kriegsrecht wird wieder aufgehoben.


24.07.1983 | Nach der Vermittlung eines Milliardenkredites trifft Franz-Josef Strauß auf seiner als „privat“ bezeichneten Reise im Schloss Hubertusstock am Werbellinsee mit Erich Honecker zusammen.


25.08.1983 | Einer von nur vier Strafprozessen vor 1989 aufgrund von Ermittlungen der DDR-Unrechts-Erfassungsstelle in Salzgitter endet mit einer Verurteilung zu Bewährung wegen Freiheitsberaubung.


01.09.1983 | Eine vom Kurs abgekommene Passagiermaschine der Korean Airlines wird in sowjetischem Luftraum durch einen Abfangjäger abgeschossen. Alle 269 Menschen an Bord sterben.


01.09.1983 | Die unabhängige Friedensbewegung versucht in Ost-Berlin, eine Kerzenkette zwischen der sowjetischen und US-amerikanischen Botschaft zu bilden.


17.09.1983 | Erste Veranstaltung der „Frauen für den Frieden“ in der Ost-Berliner Auferstehungskirche mit rund 500 Teilnehmerinnen.


24.09.1983 | In Wittenberg wird ein Schwert öffentlich zur „Pflugschar“ umgeschmiedet.


Vor 35 Jahren

01.07.1988 | Durch einen Gebietsaustausch werden alle verbliebenen Enklaven in Berlin beseitigt.


07.07.1988 | Sowjetunion: In Lwiw wird die Gründung der „Ukrainischen Helsinki-Union“ bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um die erste öffentlich agierende Organisation, die sich in Opposition zur KPdSU sieht. 19.07.1988 Bruce Springsteen gibt vor rund 160.000 begeisterten Zuschauern ein Konzert auf der Bühne der Radrennbahn Weißensee in Berlin. Die Show wird zeitversetzt und zensiert auch im DDR-Radio und Fernsehen ausgestrahlt.


22.08.1988 | Polen: Streiks in der Danziger Lenin-Werft sowie in anderen Werften der Stadt, in den Posener Cegielski-Werken und in der Hütte Stalowa Wola u. a. für die Wiederzulassung der Solidarność.


05.09.1988 | Protestdemonstration mit rund 150 Teilnehmern in Leipzig gegen den Versuch, Friedensgebet einzuschränken und oppositionelle Gruppen davon auszuschließen. 10.09.1988 Die dänische Botschaft in Ost-Berlin erlaubt die Verhaftung von 18 dorthin geflüchteten DDR-Bürgern, darunter fünf Kinder, durch ein MfS-Kommando.


30.09.1988 | Schüler der Carl-von-Ossietzky-Oberschule in Berlin-Pankow werden wegen Protests gegen die Militärparade zum anstehenden Republikgeburtstag relegiert.


Vor 30 Jahren

01.09.1993 | Erstes Urteil gegen einen an den Waldheimer Prozessen 1950 beteiligten Staatsanwalt: Otto Jürgens wird zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.


08.09.1993 | Der frühere Ost-Berliner Oberbürgermeister Erhard Krack, seine Stellvertreterin Hannelore Mensch sowie der 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung Helmut Müller werden wegen Anstiftung zur Fälschung der Kommunalwahl 1989 zu Bewährungsstrafen verurteilt.


Vor 25 Jahren

20.08.1998 | Im ersten Urteil in einem DDR-Dopingprozess („TSC-Prozess“) werden Geldstrafen verhängt.


Vor 20 Jahren

23.09.2003 | OVG-Urteil im Prozess um das Vermögen der 1951 in Ost-Berlin gegründeten Parteifirma Novum für Handelsgeschäfte mit Österreich: Vermögen fällt der Bundesrepublik Deutschland und besonders der DDR-Aufarbeitung zu.

Die 113. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten September/Oktober/November hin. Im Jahr 2023 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1953, dem Jahr des Volksaufstandes vom 17. Juni in der DDR.

Ausgabe Nr. 113 als PDF herunterladen

Historischer Kalenderdienst 5/2023 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

23.10.1923 | Hamburger Aufstand: In den frühen Morgenstunden überfallen Mitglieder der KPD Polizeiwachen und entwenden Waffen und Munition. Zwei Tage später wird die Revolte niedergeschlagen.


Vor 85 Jahren

09.11.1938 | Reichspogromnacht


Vor 75 Jahren

01.09.1948 | In Bonn tritt der Parlamentarische Rat als verfassunggebende Versammlung der drei Westzonen zusammen.


01.09.1948 | Bulgarien: Ausländische und konfessionelle Schulen werden geschlossen.


08.09.1948 | Tschechoslowakei: Während der offiziellen Begräbnisfeier für Staatspräsident Beneš in Prag demonstrieren mehrere tausend Bürger friedlich für Demokratie. 79 Personen werden festgenommen.


09.09.1948 | Rund 250.000 Berliner demonstrieren gegen die Verhinderung der Stadtverordnetenversammlung durch kommunistisch gelenkte Störtrupps drei Tage zuvor. Legendäre Worte Ernst Reuters: „Ihr Völker der Welt (…) Schaut auf diese Stadt!“


13.10.1948 | Polen: Beginn einer Verhaftungswelle in der Polnischen Arbeiterpartei wegen angeblicher Unterwanderung im Auftrag der Londoner Exilregierung – insgesamt 104 Festnahmen.


25.10.1948 | Tschechoslowakei: Mit dem Gesetz Nr. 247 werden Zwangsarbeitslager (TNP) für so genannte „Arbeitsscheue Elemente“ eingerichtet. Zunächst ohne Gerichtsurteil werden Menschen dort vor allem aus politischen Gründen interniert.


15.11.1948 | In Ostteil Berlins wird die erste Verkaufsstelle der Handelsorganisation (HO) in der SBZ eröffnet – der private Einzelhandel wird zunehmend zurückgedrängt.


20.11.1948 | Sowjetunion: Die Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees markiert den Beginn einer antisemitischen Kampagne.


Vor 70 Jahren

06.09.1953 | Bei den Wahlen zum zweiten Deutschen Bundestag erhält die CDU/CSU 45,2 % der Stimmen und bleibt somit stärkste Fraktion.


10.09.1953 | Die Vorsitzende des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) Elli Schmidt wird entlassen, weil sie „in den Tagen der faschistischen Provokation nicht konsequent die Interessen der Frauen und des Volkes“ vertreten habe.


13.09.1953 | Sowjetunion: Nikita Chruschtschow wird zum 1. Sekretär des ZK der KPdSU gewählt.


15.09.1953 | Tschechoslowakei: Radio Prag verkündet die Umstrukturierung der Regierung nach sowjetischem Vorbild. Erster Sekretär der KP wird Antonín Novotný.


24.09.1953 | Polen: Warschauer Militärgericht verurteilt Bischof von Kielce, Czesław Kaczmarek, und andere Geistliche wegen angeblicher Spionage, staatsfeindlicher Propaganda und umstürzlerischer Tätigkeit zu Haftstrafen bis zu zwölf Jahren.


25.09.1953 | Der Primas von Polen und Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Kardinal Wyszyński, wird verhaftet.


29.09.1953 | West-Berlins Regierender Bürgermeister Ernst Reuter stirbt im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt.


02.10.1953 | In Ost-Berlin wird die „Distel“ als erstes Kabarett eröffnet, um den Unzufriedenheiten in der Bevölkerung humorvoll entgegenzutreten.


03.10.1953 | DDR-Ministerpräsident Grotewohl kündigt die Enteignung von geflohenen Bauern an, die bis zum 15. Oktober 1953 nicht in die DDR zurückgekehrt sind.


07.10.1953 | Wilhelm Pieck wird von Volkskammer und Länderkammer einstimmig zum Präsidenten der DDR wiedergewählt.


09.10.1953 | Mit 304 gegen 148 Stimmen wird Konrad Adenauer erneut vom Deutschen Bundestag zum Bundeskanzler gewählt.


 10.10.1953 | In West-Berlin endet die Lebensmittelhilfsaktion für die DDR-Bevölkerung. Seit dem 27. Juli wurden trotz Drohungen und Maßnahmen der SED gegen hilfesuchende DDR-Bürger rund 5,5 Millionen Pakete verteilt.


12.10.1953 | Rumänien: Bukarester Militärgericht verhängt 13 Todesurteile und drei Haftstrafen im „Legionäre-Prozess“ gegen Gegner des kommunistischen Regimes.


24.10.1953 Der DDR-Ministerrat beschließt umfangreiche Preissenkungen für Nahrungsmittel und Konsumgüter und gibt die Möglichkeit von Ratenzahlungen bei größeren Anschaffungen bekannt.


25.11.1953 | DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl fordert angesichts der schlechten Versorgungslage die Bauern zu einer schnelleren Ablieferung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf.


25.11.1953 | Die DDR schafft die Interzonenpässe ab. Einreisende aus der Bundesrepublik benötigen nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung, DDR-Bürger können die Grenze mit Personalbescheinigungen passieren.


Vor 65 Jahren

27.10.1958 | Walter Ulbricht erklärt während einer Kundgebung im Ost-Berliner Friedrichstadtpalast, ganz Berlin gehöre zum Hoheitsgebiet der DDR, und eröffnet damit eine neue Phase der Auseinandersetzung um den Status der Stadt.


10.11.1958 | Sowjetischer Ministerpräsident Chruschtschow fordert Revision des Potsdamer Abkommens und kündigt Übertragung der Kontrolle des sowjetischen Teils Berlins an die DDR an.


27.11.1958 | Erstes „Berlin-Ultimatum“ des sowjetischen Staats- und Parteichefs Chruschtschow und Aufkündigung des Viermächte-Status durch die Sowjetunion.


Vor 60 Jahren

23.09.1963 | Mit der Personalausweisordnung werden Personalausweise mit dem Aufdruck „für Bürger der DDR“ eingeführt.

Vor 55 Jahren

04.09.1968 | „Neues Deutschland“ lobt die Angehörigen der NVA für ihren Einsatz bei der Besetzung der ČSSR. „An der Seite der Sowjetunion und der Sowjetarmee zu kämpfen heißt, an der Seite des Siegers stehen.“


22.09.1968 | Nach dem Verbot der KPD 1956 wird in der Bundesrepublik mit der „Deutschen Kommunistischen Partei“ (DKP) erstmals wieder eine kommunistische Partei zugelassen. Sie steht der SED nahe und wird von ihr mitfinanziert.


07.11.1968 | Tschechoslowakei: Am 51. Jahrestag der Oktoberrevolution finden nach der Niederschlagung des Prager Frühlings massive antisowjetische Proteste und Demonstrationen statt. In Prag werden 176 Personen verhaftet.


12.11.1968 | Die auf dem V. Parteitag der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei vom sowjetischen Parteichef verkündete Breschnew-Doktrin beinhaltet eine Verpflichtung zur „militärischen Hilfe“ bei drohender Abspaltung vom Sowjetimperium.


15.11.1968 | Offizielles Ende der Operation „Donau“, d. h. der Intervention des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei. Sowjetische Truppen bleiben nach der Niederschlagung des Prager Frühlings dauerhaft im Land stationiert.


Vor 50 Jahren

04.09.1973 | Beginn der Grenzmarkierung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR durch deutsch-deutsche Grenzkommission bei Lübeck.


11.09.1973 | Chile: Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende mit General Augusto Pinochet an der Spitze. Allende begeht am Nachmittag des gleichen Tages Selbstmord.


18.09.1973 | Beide deutsche Staaten werden in die Vereinten Nationen aufgenommen.


01.11.1973 | Tschechoslowakei: Die sterblichen Überreste Jan Palachs, der sich 1969 aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings selbst verbrannte, werden nach monatelangem Besuchsverbot umgebettet und aus Prag entfernt.


02.11.1973 | Grundsteinlegung für den Palast der Republik in Ost-Berlin.


05.11.1973 | Ost-Berliner Stadtgericht verurteilt drei Bundesbürger zu Haftstrafen zwischen sieben und elfeinhalb Jahren, weil sie als Fluchthelfer mit umgebauten Fahrzeugen mindestens 92 DDR-Bürger über Transitstrecken in den Westen „schleusten“.


05.11.1973 | Der Mindestumtauschsatz für Besucher aus westlichen Staaten wird auf 10 DM pro Tag in Ost-Berlin und 20 DM pro Tag in der DDR verdoppelt.


Vor 45 Jahren

01.09.1978 | Am Weltfriedenstag wird in den Schulen der DDR für die Klassenstufen 9 und 10 der Wehrkundeunterricht eingeführt.


16.10.1978 |Der Krakauer Erzbischof Karol Józef Wojtyła wird zum Papst gewählt und nimmt den Namen Johannes Paul II. an. 13.11.1978 Sowjetunion: In Litauen wird das „Komitee für die Verteidigung der Rechte der Gläubigen“ gegründet.


23.11.1978 | Beschluss der Kultusministerkonferenz in der Bundesrepublik: „Die Deutsche Frage im Unterricht“ als fester Bestandteil des Schulunterrichts.


Vor 40 Jahren

01.09.1983 | Eine vom Kurs abgekommene Passagiermaschine der Korean Airlines wird in sowjetischem Luftraum durch einen Abfangjäger abgeschossen. Alle 269 Menschen an Bord sterben.


01.09.1983 | Die unabhängige Friedensbewegung versucht in Ost-Berlin, eine Kerzenkette zwischen der sowjetischen und US-amerikanischen Botschaft zu bilden.


17.09.1983 | Erste Veranstaltung der „Frauen für den Frieden“ in der Ost-Berliner Auferstehungskirche mit rund 500 Teilnehmerinnen.


24.09.1983 | In Wittenberg wird ein Schwert öffentlich zur „Pflugschar“ umgeschmiedet.


05.10.1983 | Erich Honecker kündigt vor dem Hintergrund eines Milliardenkredites der Bundesrepublik den Abbau der Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze an.


05.10.1983 | Lech Wałęsa wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 25.10.1983 Der Musiker Udo Lindenberg tritt im Palast der Republik auf. Eine geplante DDR-Tournee im Folge- jahr wird aber von der SED-Regierung abgesagt.


12.11.1983 | Erste Festnahmen von Jugendlichen, die nach Friedensgebeten in der Nikolaikirche mit Kerzen auf öffentlichen Plätzen Leipzigs demonstrieren.


Vor 35 Jahren

05.09.1988 | Protestdemonstration mit rund 150 Teilnehmern in Leipzig gegen den Versuch, Friedensgebet einzuschränken und oppositionelle Gruppen davon auszuschließen.


10.09.1988 | Die dänische Botschaft in Ost-Berlin erlaubt die Verhaftung von 18 dorthin geflüchteten DDR-Bürgern, darunter fünf Kinder, durch ein MfS-Kommando.


30.09.1988 | Schüler der Carl-von-Ossietzky-Oberschule in Berlin-Pankow werden wegen Protests gegen die Militärparade zum anstehenden Republikgeburtstag relegiert.


10.10.1988 | 200 Menschen protestieren in Ost-Berlin gegen die Zensur von Kirchenzeitungen.


15.10.1988 | Tschechoslowakei: „Demokratie für alle“ – Erklärung der „Bewegung für bürgerliche Freiheit“ veröffentlicht.


19.11.1988 | ADN meldet Verbot der sowjetischen Zeitschrift „Sputnik“ in der DDR. Vor 30 Jahren


01.09.1993 | Erstes Urteil gegen einen an den Waldheimer Prozessen 1950 beteiligten Staatsanwalt: Otto Jürgens wird zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.


08.09.1993 | Der frühere Ost-Berliner Oberbürgermeister Erhard Krack, seine Stellvertreterin Hannelore Mensch sowie der 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung Helmut Müller werden wegen Anstiftung zur Fälschung der Kommunalwahl 1989 zu Bewährungsstrafen verurteilt.


Vor 25 Jahren

31.10.1998 | Vereinigung der noch immer getrennten Schriftstellerorganisationen P.E.N. (Ost) und P.E.N. Bundesrepublik Deutschland zum P.E.N. Deutschland.


Vor 20 Jahren

23.09.2003 | OVG-Urteil im Prozess um das Vermögen der 1951 in Ost-Berlin gegründeten Parteifirma Novum für Handelsgeschäfte mit Österreich: Vermögen fällt der Bundesrepublik Deutschland und besonders der DDR-Aufarbeitung zu.

Die 114. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten November 2023/Dezember 2023/Januar 2024 hin. Im Erinnerungsjahr 2024 wird der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf die Entwicklungen des Revolutionsjahres 1989 in Deutschland und Europa setzen, die sich zum 35. Mal jähren.

Ausgabe Nr. 114 als PDF herunterladen

Historischer Kalenderdienst 6/2023 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

21.01.1924 | Lenin stirbt im Alter von 53 Jahren in Gorki bei Moskau.


Vor 85 Jahren

09.11.1938 | Reichspogromnacht


Vor 75 Jahren

15.11.1948 | In Ostteil Berlins wird die erste Verkaufsstelle der Handelsorganisation (HO) in der SBZ eröffnet – der private Einzelhandel wird zunehmend zurückgedrängt.


20.11.1948 | Sowjetunion: Die Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees markiert den Beginn einer antisemitischen Kampagne.


01.12.1948 | In Rumänien wird die griechisch-katholische (unierte) Kirche verboten.


01.12.1948 | „Notopfer Berlin“: Postsendungen der amerikanisch-britischen Zone müssen mit einer Zuschlagsmarke versehen werden. Bis 1956 werden davon über 20 Milliarden Stück verbraucht.


04.12.1948 | Gründung der Freien Universität Berlin in West-Berlin als Alternative zur kommunistisch dominierten Humboldt-Universität.


26.12.1948 | Der Primas von Ungarn, József Kardinal Mindszenty, wird im Zuge des Kampfes gegen die Kirche fest- genommen und später zu lebenslanger Haft verurteilt.


03.01.1949 | Zentrale Kontrollkommission der SED wird ermächtigt, verbindliche Weisungen an Polizei und Justiz zu erteilen.


25.01.1949 | Gründung des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) in Moskau.


Vor 70 Jahren

25.11.1953 | DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl fordert angesichts der schlechten Versorgungslage die Bau- ern zu einer schnelleren Ablieferung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf.


25.11.1953 | Die DDR schafft die Interzonenpässe ab. Einreisende aus der Bundesrepublik benötigen nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung, DDR-Bürger können die Grenze mit Personalbescheinigungen passieren.


12.12.1953 | In Erfurt werden die Betriebsleiter des Kali-Kombinats Volkenroda wegen angeblicher Sabotage zu acht und zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.


17.12.1953 | Der DDR-Ministerrat beschließt den Ausbau der LPG und eine Verordnung zur Erhöhung und Verbes- serung der Produktion von Verbrauchsgütern für die Bevölkerung.


23.12.1953 | Der ehemalige sowjetische Innenminister Berija und sechs weitere Angeklagte werden zum Tode verurteilt und noch am selben Tag erschossen.


31.12.1953 | Nach Angaben des Bundesministeriums für Vertriebene sind 1953 insgesamt 331.390 Personen aus der DDR in die Bundesrepublik und nach West-Berlin geflohen.


31.12.1953 | Ende der Reparationsleistungen der DDR an die Sowjetunion.


07.01.1954 | DDR-Ministerrat setzt einen „Ausschuss für deutsche Einheit“ ein.


20.01.1954 | DDR-Ministerpräsident Grotewohl zieht Zustimmung für die im Sommer geplante Ausrichtung des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Leipzig zurück.


23.01.1954 | Der frühere Minister für Staatssicherheit, Wilhelm Zaisser, und der ehemalige Chefredakteur des „Neuen Deutschlands“, Rudolf Herrnstadt, werden aus der SED ausgeschlossen.


Vor 65 Jahren

10.11.1958 | Sowjetischer Ministerpräsident Chruschtschow fordert Revision des Potsdamer Abkommens und kündigt Übertragung der Kontrolle des sowjetischen Teils Berlins an die DDR an.


27.11.1958 | Erstes „Berlin-Ultimatum“ des sowjetischen Staats- und Parteichefs Chruschtschow und Aufkündigung des Viermächte-Status durch die Sowjetunion.

08.12.1958 | Die Länderkammer der DDR wird abgeschafft.


10.12.1958 | „Großer Sprung nach vorn“: Mao Tse-tung erklärt vor dem ZK der KP Chinas, landwirtschaftliche Ar- beitskräfte in der Industrie einzusetzen. Die daraus resultierende Hungerkatastrophe fordert Millionen Tote.


31.12.1958 | Kuba: Nach dem Fall von Santa Clara flieht Diktator Batista aus dem Land. Einen Tag später verkündet Fidel Castro in Santiago de Cuba den Sieg der Revolution.


Vor 60 Jahren

17.12.1963 | Erstes Passierscheinabkommen zwischen DDR und West-Berlin geschlossen. Zum ersten Mal seit dem Mauerbau vor 28 Monaten dürfen West-Berliner wieder nach Ost-Berlin reisen und Verwandte besuchen.


19.12.1963 | Polnische Rechtsanwälte dürfen keine Privatpraxen mehr eröffnen und müssen sich Kollektiven oder Staatsbetrieben anschließen.


02.01.1964 | In der DDR werden neue Personalausweise mit dem zusätzlichen Vermerk „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ ausgegeben.


Vor 55 Jahren

07.11.1968 | Tschechoslowakei: Am 51. Jahrestag der Oktoberrevolution finden nach der Niederschlagung des Prager Frühlings massive antisowjetische Proteste und Demonstrationen statt. In Prag werden 176 Personen verhaftet.


12.11.1968 | Die auf dem V. Parteitag der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei vom sowjetischen Parteichef verkündete Breschnew-Doktrin beinhaltet eine Verpflichtung zur „militärischen Hilfe“ bei drohender Abspaltung vom Sowjetimperium.


15.11.1968 | Offizielles Ende der Operation „Donau“, d. h. der Intervention des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei. Sowjetische Truppen bleiben nach der Niederschlagung des Prager Frühlings dauerhaft im Land stationiert.


22.12.1968 | Tschechoslowakei: Auf der ZK-Tagung der slowakischen KP hält Parteichef Dubček seine bislang schärfste Rede seit der Invasion der ČSSR im August. Er übt heftige Kritik an „Leuten, die noch immer Illusionen über die gegenwärtige Lage haben“.


01.01.1969 | Die „Tschechoslowakische Sozialistische Republik“ wird in eine Föderation der „Tschechischen Sozialistischen Republik“ und der „Slowakischen Sozialistischen Republik“ transformiert.


16.01.1969 | Tschechoslowakei: Selbstverbrennung des 20-jährigen Studenten Jan Palach auf dem Prager Wenzelsplatz aus Protest gegen den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes und die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ in der Tschechoslowakei.


Vor 50 Jahren

01.11.1973 | Tschechoslowakei: Die sterblichen Überreste Jan Palachs, der sich 1969 aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings selbst verbrannte, werden nach monatelangem Besuchsverbot umgebettet und aus Prag entfernt.


02.11.1973 | Grundsteinlegung für den Palast der Republik in Ost-Berlin.


05.11.1973 | Ost-Berliner Stadtgericht verurteilt drei Bundesbürger zu Haftstrafen zwischen sieben und elfeinhalb Jahren, weil sie als Fluchthelfer mit umgebauten Fahrzeugen mindestens 92 DDR-Bürger über Transitstrecken in den Westen „schleusten“.


05.11.1973 | Der Mindestumtauschsatz für Besucher aus westlichen Staaten wird auf 10 DM pro Tag in Ost-Berlin und 20 DM pro Tag in der DDR verdoppelt.


15.12.1973 | Unter dem Vorsitz von Manfred Wilke wird das Sozialistische Osteuropa-Komitee Hamburg gegründet, das Oppositionelle in Mittel- und Osteuropa unterstützt.


28.12.1973 | Der erste Band der russischen Ausgabe von „Archipel GULag“ von Alexander Solschenizyn erscheint in Pariser Emigrantenverlag, die sowjetische Regierung protestiert.


01.01.1974 | Angesichts der laufenden Verhandlungen zwischen Warschauer Pakt und NATO zur Truppen- und Rüstungsreduzierung löst die SED die Grenztruppen aus der NVA.


01.01.1974 | Das Kfz-Kennzeichen „DDR“ ersetzt das bisherige „D“.


Vor 45 Jahren

13.11.1978 | Sowjetunion: In Litauen wird das „Komitee für die Verteidigung der Rechte der Gläubigen“ gegründet.


23.11.1978 | Beschluss der Kultusministerkonferenz in der Bundesrepublik: „Die Deutsche Frage im Unterricht“ als fester Bestandteil des Schulunterrichts.


07.01.1979 | Kambodscha: Vietnamesische Truppen marschieren in die Hauptstadt Phnom Penh ein, beenden die Schreckensherrschaft der Roten Khmer und installieren eine pro-vietnamesische Regierung.


17.01.1979 | Das ZK-Sekretariat beschließt die Auflösung des 1964 gegründeten Instituts für Meinungsforschung. Honecker lässt den Großteil der empirischen Untersuchungsergebnisse vernichten.


18.01.1979 | MfS-Offizier Werner Stiller läuft in den Westen über und enttarnt zahlreiche Westagenten des MfS.


Vor 40 Jahren

12.11.1983 | Erste Festnahmen von Jugendlichen, die nach Friedensgebeten in der Nikolaikirche mit Kerzen auf öffentlichen Plätzen Leipzigs demonstrieren.


12.12.1983 | Mitglieder der Initiative „Frauen für den Frieden“, darunter Bärbel Bohley und Ulrike Poppe, wegen „Landesverrats“ verhaftet. Nach internationalen Protesten werden sie am 24. Januar 1984 freigelassen.


07.01.1984 | Unabhängige Friedensgruppen treffen sich zur „Synode der kleinen Leute“ in Rostock, auf der die Gründung einer Samisdat-Zeitschrift beschlossen wird.


08.01.1984 | MfS verübt einen Brandanschlag auf das Haus von Jürgen Vogel in Saalfeld, einem Treffpunkt der Offenen Arbeit.


09.01.1984 | Der West-Berliner S-Bahn-Betrieb geht von der Deutschen Reichsbahn (DDR) an die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) über.


Vor 35 Jahren

19.11.1988 | ADN meldet Verbot der sowjetischen Zeitschrift „Sputnik“ in der DDR.


01.12.1988 | Auf einer ZK-Tagung verkündet Erich Honecker den „Sozialismus in den Farben der DDR“ und grenzt sich damit von der Reformpolitik Michail Gorbatschows ab.


31.12.1988 | Erich Honecker kündigt in seiner Neujahrsansprache tief greifende Entwicklungsprozesse in den sozialistischen Ländern für das Jahr 1989 an.


01.01.1989 | Den internationalen Gerichtshof in Den Haag erreicht eine Petition von 38 polnischen Intellektuellen und Gewerkschaftlern, in der die „Nicht-Verjährung“ stalinistischer Verbrechen gefordert wird.


02.01.1989 | Sowjetunion: Nach 28 Jahren Verbannung kehrt der litauische Titularbischof Steponavičius nach Vilnius zurück.


04.01.1989 | Die Polnische KP-Wochenzeitung „Polityka“ interviewt erstmals den Vorsitzenden der verbotenen Gewerkschaft Solidarność, Lech Wałęsa.


11.01.1989 | Bulgarien: 25 Mitglieder des „Unabhängigen Komitees für Menschenrechte“ werden bei einem Treffen in der Wohnung des Schriftstellers Petr Manolov festgenommen.


14.01.1989 | Sowjetunion: Die Moskauer Sektion von „Memorial“ gründet einen Verein und startet erste Spendenaufrufe für die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Stalinismus.


15.01.1989 | Tschechoslowakei: Die Prager Polizei geht brutal gegen Demonstranten vor, die an die Selbstverbrennung von Jan Palach vor zwanzig Jahren erinnern.


16.01.1989 | Die Polnische KP beschließt die Wiederzulassung der seit 1981 verbotenen unabhängigen Gewerkschaft Solidarność. Sie wird am 17. April wieder legalisiert.


22.01.1989 | Mehrere DDR-Oppositionsgruppen kündigen in einem offenen Brief eigene Kandidaten bei den Kommunalwahlen am 7. Mai an.


26.01.1989 | Polen: Etwa 8.000 Menschen nehmen an der Beerdigung des vor wenigen Tagen ermordeten oppositionellen Priesters Stefan Niedzielak teil.


26.01.1989 | Sowjetunion: Der Rigaer Weihbischof Kasimir Dulbinskis, der 40 Jahre in Haft, Arbeitslager oder Verbannung verbrachte, wird rehabilitiert.


28.01.1989 | Polen: Regierung und Vertreter der Solidarność verständigen sich auf gemeinsame Verhandlungen am „Runden Tisch“.


29.01.1989 | Sowjetunion: Auf Initiative des Dissidenten Andrej Sacharow gründen in Moskau mehrere hundert Delegierte die Gesellschaft „Memorial“, die sich die Auseinandersetzung mit dem Terror der Stalin-Zeit zur Aufgabe macht.


Vor 30 Jahren

06.12.1993 | Ex-DDR-Spionagechef Markus Wolf wird vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hebt das Urteil zwei Jahre später auf.


12.12.1993 | Russland nimmt durch eine Volksabstimmung eine neue Verfassung an, die einen Bruch mit der sowjetischen Vergangenheit darstellt. Der Mensch, seine Rechte und Freiheiten werden zum ersten Mal in der Geschichte Russlands zum höchsten Wert erklärt.


Vor 25 Jahren

18.12.1998 | In Polen wird das Institut des Nationalen Gedenkens (Instytut Pamięci Narodowej, IPN) gegründet.


Vor 20 Jahren

18.12.2003 | Der frühere DDR-Staatschef Egon Krenz wird nach weniger als vier Jahren Haft wegen Totschlags wieder freigelassen. Der Rest der Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.


22.01.2004 | Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte urteilt, dass die 1992 entschiedene entschädigungslose Enteignung von „Bodenreform-Erben“, die 1945 in der SBZ enteignete und neu verteilte Agrarfläche geerbt hatten, gegen Menschenrechtskonvention verstößt.

Ausgaben 2022

Ausgabe Nr. 103

Historischer Kalenderdienst 1/2022 (HTML-Version)

Die 103. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Januar/Februar/März hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung.

Vor 100 Jahren

11.02.1922 | Sowjetrussland: Die Tscheka wird zur Staatlichen Politischen Abteilung (GPU) umgewandelt, der neuen Geheimpolizei.


Vor 85 Jahren

23.01.1937 | Sowjetunion: Eröffnung des zweiten „Trotzkistenprozesses“ in Moskau vor dem Hintergrund des beginnenden „Großen Terrors“.


Vor 75 Jahren

25.02.1947 | Der Staat Preußen wird per Gesetz des Alliierten Kontrollrates aufgelöst.


13.03.1947 | Manfred Klein, CDU-Vertreter im Zentralrat der FDJ, und weitere Mitglieder der Jungen Union werden wegen angeblicher Spionage verhaftet und im Dezember 1948 zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


21.03.1947 | Die Provinz Sachsen-Anhalt und die Mark Brandenburg werden zu Ländern umbenannt.


Vor 70 Jahren

08.01.1952 | Erste Urteile gegen Mitglieder der Werderaner Widerstandsgruppe: Vier junge Frauen zu langjährigen Arbeitslager-Strafen verurteilt.


10.03.1952 | Stalin bietet den Westmächten in der sog. „Stalin-Note“ Verhandlungen über die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an.


Vor 65 Jahren

01.01.1957 | Das Saarland wird politisch in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert.


12.03.1957 | Sowjetunion und DDR vereinbaren ein Abkommen über die zeitweilige Stationierung der „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ (GSSD). Vor 60 Jahren.


14.01.1962 | DDR-Touristen gelingt vor Tunis die Flucht vom FDGB-Urlauberschiff „Fritz Heckert“.


24.01.1962 | Das Gesetz zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in der DDR wird von der Volkskammer beschlossen.


24.01.1962 | Erfolgreiche Flucht durch „Tunnel 28“ – 28 Menschen fliehen durch einen 27 Meter langen Tunnel unter der Oranienburger Chaussee von Ost-Berlin nach Berlin-Frohnau.


10.02.1962 | Erster Agentenaustausch an der Glienicker Brücke. Der US-Amerikaner Francis Gary Powers wird ge- gen den sowjetischen Oberst Rudolf Abel ausgetauscht.


Vor 55 Jahren

20.02.1967 | DDR führt eigene Staatsbürgerschaft ein.


Vor 50 Jahren

01.01.1972 | Zwischen der DDR und Polen beginnt der pass- und visafreie Reiseverkehr.


05.01.1972 | Sowjetunion: Der Philologe Wladimir Bukowski wird wegen „Untergrabung und Schwächung der sowjetischen Macht“ zu sieben Jahren Haft und anschließend fünf Jahren Verbannung verurteilt.


10.01.1972 | DDR-Eiskunstlaufmeister Günter Zöller ersucht bei den Europameisterschaften in Göteborg in der Botschaft der Bundesrepublik um politisches Asyl.


15.01.1972 | Zwischen der DDR und der Tschechoslowakei wird die Pass- und Visafreiheit eingeführt.


24.01.1972 | Der CDU-Bundesausschuss beschließt einstimmig, die Ostverträge im Bundestag abzulehnen.


29.01.1972 | Die erste Sendung von „Ein Kessel Buntes“ wird im „Deutschen Fernsehfunk“ ausgestrahlt.


02.02.1972 | Tschechoslowakei: Der Journalist Jiri Lederer wird in Prag zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er in der Presse „verleumderische Informationen über Polen“ verbreitet haben soll.


03.02.1972 | Beginn der XI. Olympischen Winterspiele in Sapporo. Die DDR nimmt mit 42 Sportlerinnen und Sportlern und erstmals mit eigener Hymne und Staatssymbolen teil.


04.02.1972 | Mit einem Aero-Flot-Flug von Moskau nach Frankfurt/Main beginnt der planmäßige Flugverkehr zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion.


08.02.1972 | SED-Politbüro beschließt die Verstaatlichung aller 11.000 verbliebenen privaten Industrie- und Baubetriebe und Betriebe mit staatlicher Beteiligung.


11.02.1972 | Umbenennung des „Deutschen Fernsehfunks“ in „Fernsehen der DDR“.


17.02.1972 | Das DDR-Außenministerium meldet, dass seit Abschaffung der Pass- und Visapflicht zwischen der DDR, Polen und der ČSSR am 1. bzw. 15. Januar mehr als eine Million Reisende die Grenzen passiert haben.


21.02.1972 | Richard M. Nixon besucht als erster US-amerikanischer Präsident die Volksrepublik China.


23.02.1972 | Die Erste Lesung der Ratifizierungsgesetze zu den Ostverträgen im Bundestag beginnt und geht nach 26-stündiger Debatte am 25. Februar zu Ende.


09.03.1972 | Zum ersten und bis 1989 einzigen Mal gibt es Gegenstimmen in der DDR-Volkskammer: Bei der Abstimmung über das Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch stimmen 14 Abgeordnete mit „nein“ und acht enthalten sich.


24.03.1972 | Die DDR wird von westdeutschen Briefmarkenbörsen ausgeschlossen, da die Bundesrepublik als einziges Land der Welt keine DDR-Marken direkt beziehen kann.


Vor 45 Jahren

07.01.1977 | Tschechoslowakei: Erste Erklärung der „Charta 77“ für Menschen- und Grundrechte veröffentlicht.


11.01.1977 | Die Volkspolizei schränkt die Zugangsmöglichkeiten für DDR-Bürger zur Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin ein.


12.01.1977 | Tschechoslowakei: Das Parteiorgan "Rudé právo" kritisiert scharf die am 7. Januar veröffentlichte erste Erklärung der Charta 77 und eröffnet damit eine groß angelegte Hetzkampagne in den staatlichen Medien.


03.02.1977 | Polnischer Staatsrat begnadigt verurteilte Streikende vom Juni 1976.


16.02.1977 | SED-Führung beschließt strafrechtliche Verfolgung von Ausreisewilligen.


17.02.1977 | Erich Honecker bestätigt in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung zahlreiche „Auswanderungsanträge“ aus der DDR seit Verabschiedung der Schlussakte von Helsinki 1975.


18.02.1977 | Bundesregierung verurteilt Kontrolle von Besuchern der Ständigen Vertretung in der DDR als Verstoß gegen den Grundlagenvertrag.


03.03.1977 | Sowjetische Künstler bilden eine Dissidentengruppe, die Verstöße gegen KSZE-Beschlüsse im Kulturbereich ermittelt. Sprecher der Gruppe ist der Maler Jossif Kiblizki.


13.03.1977 | Tschechoslowakei: Jan Patočka, tschechischer Philosoph und einer der ersten drei Sprecher der Charta 77, stirbt nach mehreren Verhören durch die Staatssicherheit in Prag.


Vor 40 Jahren

25.01.1982 | Rainer Eppelmann und Robert Havemann veröffentlichen den „Berliner Appell“ - „Frieden schaffen ohne Waffen“.


09.02.1982 | Nach dem „Berliner Appell“ wird Rainer Eppelmann verhaftet und drei Tage später wieder freigelassen.


13.02.1982 | Rund 6.000 Teilnehmer bei oppositionellem „Forum Frieden mit der Jugend“ in Dresden.


16.03.1982 | Der saarländische SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine wird erstmals von Erich Honecker empfangen.


17.03.1982 | Dem Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung Helmut Lölhöffel wird wegen des Aufklebers „Frieden schaffen ohne Waffen“ an seinem Pkw die Einreise in die DDR verweigert.


18.03.1982 | Am Jahrestag der Märzrevolution von 1848 findet in Ost-Berlin das erste offizielle Treffen von Abgeordneten des Bundestages mit Vertretern der Volkskammer der DDR statt.


22.03.1982 | Aufnäher der unabhängigen Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ in der DDR verboten.


Vor 35 Jahren

22.01.1987 | Tschechoslowakei: In Brno wird Petr Pospíchal, einer der Charta-77-Unterzeichner und Vertreter der jungen Katholiken, verhaftet.


06.02.1987 | Erich Honecker distanziert sich in einer Rede vor den 1. Sekretären der Kreisleitungen öffentlich von Glasnost und Perestroika.


Vor 30 Jahren

02.01.1992 | In der Stasi-Unterlagenbehörde beginnt die Akteneinsicht. Neun betroffene DDR-Bürgerrechtler, darunter Bärbel Bohley und Ulrike und Gerd Poppe, dürfen zuerst ihre Akten lesen, 3.000 Menschen geben ihren Antrag ab.


06.01.1992 | Georgien: Nach zweiwöchigen Kämpfen in der Hauptstadt Tiflis flieht Präsident Gamsachurdia außer Landes. Die siegreiche Opposition kündigt an, die Macht im Land bis zu baldigen Parlamentsneuwahlen ausüben zu wollen.


07.01.1992 | Prozessbeginn gegen früheren Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer und andere wegen Wahlfälschung bei den Kommunalwahlen 1989 und Anstiftung zum Wahlbetrug. Am 7. Februar werden Bewährungsstrafen verhängt.


16.01.1992 | Die ostdeutsche MINOL AG mit rund 930 Tankstellen sowie die Raffinerie der Leuna-Werke werden verkauft. Die Treuhandanstalt schließt hierzu einen Vorvertrag mit einem Konsortium unter der Führung des französischen Staatsunternehmens Elf Aquitaine ab.


18.01.1992  | Durch eine Vorabmeldung des Spiegel wird bekannt, dass Brandenburgs Ministerpräsident Stolpe nach eigenem Bekunden in der DDR für die evangelische Kirche umfangreiche Kontakte auch mit der Stasi unterhielt.


20.01.1992 | Im ersten Mauerschützenprozess werden zwei von vier angeklagten DDR-Grenzsoldaten vom Berliner Landgericht zu Freiheitsstrafen verurteilt.


23.01.1992 | Bundestagsbeschluss: Archivbestände von Parteien und Massenorganisationen der DDR sollen zukünftig von unselbstständiger Stiftung unter dem Dach des Bundesarchivs verwaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.


29.01.1992 | Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) gibt bekannt, allen ehemaligen Sowjetrepubliken die Aufnahme in die Organisation zu ermöglichen.


02.02.1992 | Unter Protest früherer DDR-Dissidenten werden 45 Mitglieder der Akademie der Künste (Ost) in die Akademie der Künste (West) aufgenommen.


04.02.1992 | Polen: Das Parlament erklärt das Dekret des Staatsrates vom Dezember 1981 zur Verhängung des Kriegsrechts für ungültig.


07.02.1992 | Russland: Die letzten politischen Gefangenen werden freigelassen.


08.02.1992 | Im französischen Albertville werden die Olympischen Winterspiele 1992 eröffnet. Erstmals seit 1964 startet wieder eine gesamtdeutsche Mannschaft.


10.02.1992 | Der Prozess gegen den ehemaligen DDR-Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, wegen eines Doppelmordes im Jahre 1931 beginnt vor dem Berliner Landgericht.


13.02.1992 | Die Treuhandanstalt gibt bekannt, entgegen der ursprünglichen Empfehlung, einen „lebensfähigen Kern“ der einstigen DDR-Mikroelektronik zu erhalten.


19.02.1992 | Die Berliner Staatsanwaltschaft erhebt erstmals Anklage gegen einen ehemaligen Volkspolizisten wegen der Übergriffe auf Demonstranten am Rande der 40-Jahr-Feier der DDR am 7. Oktober 1989.


21.02.1992 | Bulgarien: Verteidigungsminister Ludshew teilt dem Parlament mit, dass an der südlichen Staatsgrenze zwischen 1946 und 1985 nach unvollständigen Angaben 339 Menschen beim versuchten Grenzübertritt erschossen wurden.


22.02.1992 | Nach monatelangen Diskussionen beschließt der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen die Entsendung einer 14.000 Mann starken UN-Friedenstruppe nach Jugoslawien.


25.02.1992 | In Russland werden erstmals Dokumente über die NKWD-Speziallager in der Sowjetischen Besatzungszone in Ostdeutschland bekannt. Der Zeitung „Rossija“ zufolge wurden bis 1948 insgesamt 122.671 Deutsche eingeliefert, von denen 42.889 ums Leben kamen.


27.02.1992 | Der Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ČSFR über „Gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ wird in Prag nach langen Verhandlungen unterzeichnet.


28.02.1992 | In Hoyerswerda demonstrieren rund 40.000 Menschen für den Erhalt der ostdeutschen Braunkohlereviere.


01.03.1992 | Referendum in Bosnien-Herzegowina: 99,7 Prozent sprechen sich für die Unabhängigkeit von Jugoslawien aus; die serbische Bevölkerung, ein Drittel des Teilstaats, boykottiert die Abstimmung.


03.03.1992 | Jugoslawien: Präsident Izetbegović verkündet die Unabhängigkeit der ehemaligen Teilrepublik Bosnien-Herzegowina. Bereits am Vortag waren blutige Unruhen zwischen den Nationalitäten ausgebrochen.


09.03.1992 | Wissenschaftler der Freien Universität Berlin geben ihren Zusammenschluss zum Forschungsverbund „SED-Staat“ bekannt und stellen erste Projekte vor, die die zentrale Rolle der Partei im politischen und gesellschaftlichen System der DDR untersuchen.


10.03.1992 | Georgien: Nach dem Sturz von Präsident Gamsachurdia im Januar wird der frühere sowjetische Außenminister Schewardnadse vom georgischen Militärrat an die Spitze des neugebildeten Staatsrats berufen.


11.03.1992 | Werftenkrise in Mecklenburg-Vorpommern: Mit einer Stimme Mehrheit votiert der Landtag für einen getrennten Verkauf der Standorte und gegen die Verbundlösung, die die Werftarbeiter gefordert hatten.


12.03.1992 | Der Deutsche Bundestag beschließt die Einsetzung der Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“. Sie nimmt am 20. Mai 1992 die Arbeit auf.


17.03.1992 | Treuhand-Verwaltungsrat beschließt Verkauf der Werften in Rostock und Wismar an die Bremer Vulkan AG und den norwegischen Konzern Kvaerner. Die bislang teuerste Privatisierung kostet drei Milliarden D-Mark an Subventionen.


18.03.1992 | Südafrika: In einem Referendum spricht sich die weiße Bevölkerung mit einer Mehrheit von 69 Prozent für eine Fortsetzung der Reformpolitik von Präsident de Klerk und damit für die endgültige Abschaffung der Apartheid aus.


20.03.1992 | Im Prozess um die Verschiebung von 107 Millionen DM aus dem PDS-Vermögen ins Ausland werden nach 41 Verhandlungstagen drei ehemalige Funktionäre der Partei wegen Untreue zu Bewährungsstrafen verurteilt.


23.03.1992 | Albanien: Nach der Bekanntgabe des Erdrutschsieges der demokratischen Opposition bei den Parlamentswahlen am Vortag feiern zehntausende Menschen in Tirana.


29.03.1992 | Lech Wałęsa besucht als erstes polnisches Staatsoberhaupt die Bundesrepublik.


31.03.1992 | Russische Föderation: In Moskau unterzeichnen zunächst siebzehn von 20 nichtrussischen autonomen Republiken und Regionen den Föderationsvertrag mit der russischen Regierung. Tatarstan, Baschkirien und Inguschetien lehnen dies ab.


Vor 25 Jahren

19.02.1997 | Deng Xiaoping, faktisch Staatschef Chinas, stirbt im Alter von 92 Jahren in Peking.

Die 104. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten März/April/Mai hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung

Ausgabe Nr. 104

Historischer Kalenderdienst 2/2022 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

03.04.1922 | Sowjetrussland: Josef Stalin wird zum Generalsekretär des ZK der Kommunistischen Partei gewählt.


16.04.1922 | Das Deutsche Reich und die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik schließen den Vertrag von Rapallo, der die Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern normalisieren soll.


Vor 85 Jahren

11.04.1937 In Paris enden die Verhandlungen zur Bildung einer antifaschistischen Volksfront zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) ergebnislos.


26.04.1937 | Spanien: Luftwaffeneinheiten der deutschen „Legion Condor" bombardieren im spanischen Bürgerkrieg völkerrechtswidrig die Stadt Guernica.


Vor 75 Jahren

13.03.1947 | Manfred Klein, CDU-Vertreter im Zentralrat der FDJ, und weitere Mitglieder der Jungen Union werden wegen angeblicher Spionage verhaftet und im Dezember 1948 zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


21.03.1947 | Die Provinz Sachsen-Anhalt und die Mark Brandenburg werden zu Ländern umbenannt.


Vor 70 Jahren

10.03.1952 | Stalin bietet den Westmächten in der sog. „Stalin-Note“ Verhandlungen über die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an. 10.04.1952 Vier Todesurteile gegen junge Mitglieder der Werderaner Widerstandsgruppe in Moskau vollstreckt.


16.05.1952 | Die DDR-Grenzpolizei wird mit der offiziellen Bezeichnung Deutsche Grenzpolizei zeitweise dem MfS unterstellt.


22.05.1952 | Schriftstellerverband der DDR gegründet; Bekenntnis zum „sozialistischen Realismus“.


25.05.1952 | Schauprozess vor dem Obersten Gericht der DDR gegen sieben Angeklagte wegen angeblicher „Spionage“ und „Diversion“; Todesstrafe gegen Johann Burianek.


26.05.1952 | DDR-Ministerrat beschließt Abriegelung der innerdeutschen Grenze und errichtet Sperrzone, die für Flüchtlinge zum Todesstreifen wird.


27.05.1952 | Beginn des IV. Parlaments der FDJ in Leipzig mit Anerkennung der führenden Rolle der SED, Bekenntnis zu Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Übernahme des Prinzips des „Demokratischen Zentralismus“.


27.05.1952 | Die DDR kappt alle Telefonverbindungen nach West-Berlin. Erst im Januar 1971 werden wieder direkte Leitungen nach West-Berlin geschaltet.


28.05.1952 | Günther Beggerow, der eine Widerstandsgruppe von West-Berlin aus leitete und Kontakte zur Werderaner Gruppe hatte, wird in Moskau erschossen.


Vor 65 Jahren

12.03.1957 Sowjetunion und DDR vereinbaren ein Abkommen über die zeitweilige Stationierung der „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ (GSSD).


27.04.1957- 28.04.1957 | Gründung des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) als Massenorganisation in der DDR.


Vor 60 Jahren

10.05.1962 | Venezuela: Kommunistische Partei verboten – Aufstandsversuch von Kommunisten und kubanischen Castro-Anhängern für Regimewechsel zum Kommunismus zuvor gescheitert.


23.05.1962 | Während der Flucht eines 14-jährigen Schülers wird bei einem Feuergefecht zwischen West-Berliner Polizisten und DDR-Grenzsoldaten der DDR-Soldat Peter Göring getötet. In der DDR wird er in der Folge zum Helden stilisiert.


Vor 55 Jahren

17.04.1967- 22.04.1967 | Auf dem VII. Parteitag der SED wird die „sozialistische Menschengemeinschaft“ proklamiert, der Konföderationsgedanke zurückgenommen und vom NÖSPL zum „ökonomischen System des Sozialismus“ übergegangen.


17.05.1967 | Die Bundesregierung teilt mit, von nun an alle an sie gerichteten Schreiben von Mitgliedern der Regierung der DDR anzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden offizielle Schreiben nicht entgegengenommen.


Vor 50 Jahren

09.03.1972 | Zum ersten und bis 1989 einzigen Mal gibt es Gegenstimmen in der DDR-Volkskammer: Bei der Abstimmung über das Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch stimmen 14 Abgeordnete mit „nein“ und acht enthalten sich.


24.03.1972 | Die DDR wird von westdeutschen Briefmarkenbörsen ausgeschlossen, da die Bundesrepublik als ein- ziges Land der Welt keine DDR-Marken direkt beziehen kann.


02.04.1972 | Zwischen der DDR und Rumänien beginnt der visafreie Reiseverkehr.


07.04.1972 Paraphierung eines deutsch-sowjetischen Handelsabkommens, das erstmals West-Berlin entsprechend dem Berlin-Abkommen von 1971 in seinen Geltungsbereich einbezieht.


19.04.1972 | In Bonn tagt zum ersten Mal die deutsch-sowjetische Kommission für wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit.


24.04.1972 | Tschechoslowakei: Der Vorsitzende des Journalistenverbandes Valenta vermeldet in Prag die Entlassung von 1.212 Journalisten wegen „antisozialistischen Verhaltens“ seit 1968.


27.04.1972 | Das konstruktive Misstrauensvotum der CDU/CSU gegen Bundeskanzler Willy Brandt scheitert knapp.


03.05.1972 | Nach der Novellierung des Häftlingshilfegesetzes kündigt das Bundesinnenministerium Nachzahlungen an ehemalige politische Häftlinge der DDR und Ostblockstaaten in Höhe von bis zu 8.500 DM an.


05.05.1972 | Die Bundesregierung billigt den Verkehrsvertrag mit der DDR.


14.05.1972 | Sowjetunion: Aus Protest gegen die Unterdrückung des Katholizismus in Litauen verbrennt sich ein katholischer Arbeiter selbst. Bei der Beisetzung am 18. Mai kommt es zu antisowjetischen Unruhen, die blutig niedergeschlagen werden.


17.05.1972 | Der Deutsche Bundestag beschließt die Ratifizierung der Ostverträge mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltung der CDU/CSU- Fraktion mit einfacher Mehrheit.


19.05.1972 | Auch der Deutsche Bundesrat stimmt den Ostverträgen zu. Damit ist die Ratifizierung endgültig abgeschlossen.


22.05.1972 | Richard M. Nixon besucht als erster US-Präsident die Sowjetunion.


26.05.1972 | In Ost-Berlin unterzeichnen Egon Bahr und Michael Kohl (DDR) den Verkehrsvertrag, der erhebliche Erleichterungen für den Reiseverkehr zwischen beiden deutschen Staaten beinhaltet.


26.05.1972 | Richard M. Nixon und Leonid Breschnew unterzeichnen in Moskau das SALT-Abkommen zur Begrenzung von strategischen Offensivwaffen.


Vor 45 Jahren

03.03.1977 | Sowjetische Künstler bilden eine Dissidentengruppe, die Verstöße gegen KSZE-Beschlüsse im Kulturbereich ermittelt. Sprecher der Gruppe ist der Maler Jossif Kiblizki.


13.03.1977 | Tschechoslowakei: Jan Patočka, tschechischer Philosoph und einer der ersten drei Sprecher der Charta 77, stirbt nach mehreren Verhören durch die Staatssicherheit in Prag.


01.04.1977 | Kambodscha: Vor dem Hintergrund des von der Kommunistischen Partei propagierten Hasses gegen Vietnam wird die Verhaftung aller in Kambodscha lebenden Vietnamesen angeordnet.


07.04.1977 | Das zweite Strafrechtsänderungsgesetz der DDR sieht u.a. für schwere Fälle der Fluchthilfe lebenslängliche Freiheitsstrafe vor.


13.04.1977 | Der Schriftsteller Reiner Kunze verlässt nach seinem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband und Repressionen gegen seine Familie die DDR.


19.04.1977 | Der Schauspieler Manfred Krug beantragt nach Repressalien in Folge seines Protests gegen die Biermann-Ausbürgerung die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Am 20. Juni verlässt er die DDR.


Vor 40 Jahren

16.03.1982 | Der saarländische SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine wird erstmals von Erich Honecker empfangen.


17.03.1982 | Dem Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung Helmut Lölhöffel wird wegen des Aufklebers „Frieden schaffen ohne Waffen“ an seinem Pkw die Einreise in die DDR verweigert.


18.03.1982 | Am Jahrestag der Märzrevolution von 1848 findet in Ost-Berlin das erste offizielle Treffen von Abgeordneten des Bundestages mit Vertretern der Volkskammer der DDR statt. 


22.03.1982 | Aufnäher der unabhängigen Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ in der DDR verboten.


08.04.1982 | In zwei thüringischen Zeitungen erscheinen kurz vor dem Todestag von Matthias Domaschk Annoncen, die auf seinen gewaltsamen Tod in der MfS-Haftanstalt in Gera am 12. April 1981 hinweisen.


09.04.1982 | Robert Havemann stirbt in Grünheide bei Berlin. Vor 35 Jahren 09.04.1987 Absage an Glasnost und Perestroika: DDR-Chefideologe Kurt Hager spricht im Magazin „Stern“ davon, dass in der DDR kein „Tapetenwechsel“ nötig sei, nur weil der Nachbar seine Räume neu gestaltet.


28.05.1987 | Der 18-jährige westdeutsche Sportflieger Mathias Rust landet mit einer Cessna nahe dem Roten Platz in Moskau.


Vor 30 Jahren

01.03.1992 | Referendum in Bosnien-Herzegowina: 99,7 Prozent sprechen sich für die Unabhängigkeit von Jugoslawien aus; die serbische Bevölkerung, ein Drittel des Teilstaats, boykottiert die Abstimmung.


03.03.1992 | Jugoslawien: Präsident Izetbegović verkündet die Unabhängigkeit der ehemaligen Teilrepublik Bosnien- Herzegowina. Bereits am Vortag waren blutige Unruhen zwischen den Nationalitäten ausgebrochen.


09.03.1992 | Wissenschaftler der Freien Universität Berlin geben ihren Zusammenschluss zum Forschungsverbund „SED-Staat“ bekannt und stellen erste Projekte vor, die die zentrale Rolle der Partei im politischen und gesellschaftlichen System der DDR untersuchen.


10.03.1992 | Georgien: Nach dem Sturz von Präsident Gamsachurdia im Januar wird der frühere sowjetische Außenminister Schewardnadse vom georgischen Militärrat an die Spitze des neugebildeten Staatsrats berufen.


11.03.1992 | Werftenkrise in Mecklenburg-Vorpommern: Mit einer Stimme Mehrheit votiert der Landtag für einen getrennten Verkauf der Standorte und gegen die Verbundlösung, die die Werftarbeiter gefordert hatten.

12.03.1992 | Der Deutsche Bundestag beschließt die Einsetzung der Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“. Sie nimmt am 20. Mai 1992 die Arbeit auf.


17.03.1992 | Treuhand-Verwaltungsrat beschließt Verkauf der Werften in Rostock und Wismar an die Bremer Vulkan AG und den norwegischen Konzern Kvaerner. Die bislang teuerste Privatisierung kostet drei Milliarden D-Mark an Subventionen.


18.03.1992 | Südafrika: In einem Referendum spricht sich die weiße Bevölkerung mit einer Mehrheit von 69 Prozent für eine Fortsetzung der Reformpolitik von Präsident de Klerk und damit für die endgültige Abschaffung der Apartheid aus.


20.03.1992 | Im Prozess um die Verschiebung von 107 Millionen DM aus dem PDS-Vermögen ins Ausland werden nach 41 Verhandlungstagen drei ehemalige Funktionäre der Partei wegen Untreue zu Bewährungsstrafen verurteilt.


23.03.1992 | Albanien: Nach der Bekanntgabe des Erdrutschsieges der demokratischen Opposition bei den Parlamentswahlen am Vortag feiern zehntausende Menschen in Tirana.


29.03.1992 | Lech Wałęsa besucht als erstes polnisches Staatsoberhaupt die Bundesrepublik.


31.03.1992 | Russische Föderation: In Moskau unterzeichnen zunächst siebzehn von 20 nichtrussischen autonomen Republiken und Regionen den Föderationsvertrag mit der russischen Regierung. Tatarstan, Baschkirien und Inguschetien lehnen dies ab.


01.04.1992 | Nach über 30 Jahren Unterbrechung durch den Mauerbau fährt wieder der erste durchgehende S-Bahn-Zug der Linie S3 von Potsdam über die Berliner Bahnhöfe Wannsee, Zoo und Ostkreuz nach Erkner.


03.04.1992 | Polen verhängt kurzfristig eine Einreisesperre für Autos der Typen Trabant und Wartburg. Begründung: Die deutschen Fahrzeughalter würden die Autos einfach stehen lassen, um den Verschrottungskosten zu entgehen.


05.04.1992 | Bei den beiden einzigen Landtagswahlen des Jahres 1992 kommt es zu einem Rechtsruck: In Baden- Württemberg ziehen die rechtsradikalen Republikaner mit 10,9 Prozent ins Parlament ein, in Schleswig-Holstein die DVU mit 6,3 Prozent.


06.04.1992 | Albanien: Das Parlament wählt den Schriftsteller Pjetër Arbnori zu seinem Präsidenten, der unter dem kommunistischen Regime 28 Jahre in politischer Haft verbrachte.


17.04.1992 | Der russische Volksdeputiertenkongress einigt sich nach heftiger Debatte auf zwei Namen für das Land: „Russische Föderation“ und „Russland“.


25.04.1992 | Afghanischer Bürgerkrieg: Nach dem Sturz der einst von der Sowjetunion gestützten Regierung von Präsident Nadschibullāh beginnen die Kämpfe rivalisierender Mudschahedin-Fraktionen um die Hauptstadt Kabul.


03.05.1992 | Die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90 bekennt sich in Berlin nach kontroverser Debatte zur Zusammenarbeit mit den westdeutschen Grünen. Bis 1993 soll eine gemeinsame politische Vereinigung gegründet werden.


05.05.1992 | Die Bundespost entscheidet über die neuen Postleitzahlen, die ab dem 1. Juli 1993 gelten sollen; Sachsen und Sachsen- Anhalt bekommen als erste Ziffer die Null. Aktuell gibt es in Deutschland 800 Orte mit identischen Kennungen.


14.05.1992 | Ein Verzichtsvertrag der PDS auf ihr gesamtes Auslandsvermögen wird in Berlin unterzeichnet. Mit der Unterschrift vollzieht sie den 1990 gefassten Beschluss, auf die Auslandsgelder der SED zu verzichten.


15.05.1992 | Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Erich Honecker und andere wegen der Toten an der innerdeutschen Grenze.


18.05.1992 | Russland lenkt im Streit mit der Ukraine um die Halbinsel Krim überraschend ein. Parlamentspräsident Chasbulatow verkündet, sein Land erhebe keinerlei Gebietsansprüche gegenüber „dem ukrainischen Brudervolk“.


19.05.1992 | Die traditionsreichen DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg werden von der Treuhandanstalt an den französischen Mischkonzern CGE verkauft. Zusammen mit der Bertelsmann-Tochter Ufa soll rund eine Milliarde DM investiert werden.


20.05.1992 | Die vom Deutschen Bundestag am 12. März eingesetzte Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ nimmt unter dem Vorsitz von Rainer Eppelmann ihre Arbeit auf.


23.05.1992 | Mehr als 5.000 Menschen nehmen in Magdeburg an einem Trauermarsch für den am 9. Mai bei einem Überfall auf eine Gaststätte von Skinheads getöteten 23-jährigen Torsten Lamprecht teil.


26.05.1992 | Die Verfassung des Freistaates Sachsen wird vom Landtag mit einer Mehrheit von 132 gegen 15 Stimmen bei vier Enthaltungen beschlossen. Sie wird am Folgetag als erste Verfassung der neuen Bundesländer ausgefertigt.


29.05.1992 | Das polnische Parlament beschließt die Veröffentlichung der Namen von Politikern und hohen Beamten, die Mitarbeiter des früheren Staatssicherheitsdienstes SB waren.

Die 105. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Mai/Juni/Juli hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung.

Ausgabe Nr. 105

Historischer Kalenderdienst 3/2022 (HTML-Version)
Vor 85 Jahren

02.07.1937 | Sowjetunion: Politbüro-Beschluss „Über die antisowjetischen Elemente“ bildet die Grundlage für die größte Massenoperation des „Großen Terrors“, dem 1937/38 Hunderttausende zum Opfer fallen.


25.07.1937 | „Großer Terror“ in der Sowjetunion: NKWD-Befehl Nr. 439 richtet sich gegen alle Deutschen vor allem in Rüstungsbetrieben wegen angeblicher Spionage – innerhalb von zwei Jahren werden etwa 70.000 Deutsche in der Sowjetunion verhaftet.


30.07.1937 | „Großer Terror“ in der Sowjetunion: NKWD-Einsatzbefehl „Über die Operation zur Repression ehemaliger Kulaken, Krimineller und anderer antisowjetischer Elemente“ wird erteilt.


Vor 75 Jahren

04.06.1947 | Britische Regierung protestiert gegen Verbot oppositioneller Zeitungen in Bulgarien.


05.06.1947 | US-Außenminister George Marshall kündigt in Harvard-Rede Wirtschaftshilfen für europäische Staaten an (Marshall-Plan).


06.06.1947 | Erste und letzte gesamtdeutsche Ministerpräsidentenkonferenz scheitert in München.


13.06.1947 | Der erste sächsische Ministerpräsident nach dem Zweiten Weltkrieg, Rudolf Friedrichs (SPD), stirbt in Dresden unter ungeklärten Umständen.


14.06.1947 | „Deutsche Wirtschaftskommission“ (DWK) als erste zentrale Verwaltung der SBZ geschaffen.


Vor 70 Jahren

16.05.1952 | Die DDR-Grenzpolizei wird mit der offiziellen Bezeichnung Deutsche Grenzpolizei zeitweise dem MfS unterstellt.


22.05.1952 | Schriftstellerverband der DDR gegründet; Bekenntnis zum „sozialistischen Realismus“.


25.05.1952 | Schauprozess vor dem Obersten Gericht der DDR gegen sieben Angeklagte wegen angeblicher „Spionage“ und „Diversion“; Todesstrafe gegen Johann Burianek.


26.05.1952 | DDR-Ministerrat beschließt Abriegelung der innerdeutschen Grenze und errichtet Sperrzone, die für Flüchtlinge zum Todesstreifen wird.


27.05.1952 | Beginn des IV. Parlaments der FDJ in Leipzig mit Anerkennung der führenden Rolle der SED, Bekennt- nis zu Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Übernahme des Prinzips des „Demokratischen Zentralismus“.


27.05.1952 | Die DDR kappt alle Telefonverbindungen nach West-Berlin. Erst im Januar 1971 werden wieder direkte Leitungen nach West-Berlin geschaltet.


28.05.1952 | Günther Beggerow, der eine Widerstandsgruppe von West-Berlin aus leitete und Kontakte zur Werderaner Gruppe hatte, wird in Moskau erschossen.


01.06.1952 | In der DDR erhält die bisherige Hauptverwaltung Ausbildung im Ministerium des Innern die Bezeichnung Kasernierte Volkspolizei. 06.06.1952 Aktion „Ungeziefer“ zur Zwangsumsiedlung von in der Sperrzone der DDR an der innerdeutschen Grenze lebenden Bewohnern.


08.06.1952 | Die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) wird im thüringischen Merxleben gegründet.


30.06.1952 | Grundsteinlegung für das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde in West-Berlin.


18.07.1952 | Zwölf Todesurteile im Prozess gegen das Jüdische antifaschistische Komitee in der Sowjetunion wegen angeblicher nationalistischer Tätigkeit und Spionage verhängt.


22.07.1952 | In der neuen polnischen Verfassung wird der totale Machtanspruch der Kommunistischen Partei festgeschrieben.


23.07.1952 | Mit dem „Demokratisierungsgesetz“ wird der zentralistische Einheitsstaat in der DDR geschaffen. Die fünf Länder werden aufgelöst.


Vor 65 Jahren

18.06.1957 | Sowjetunion: Das Parteipräsidium der KPdSU versucht, Chruschtschow seines Amtes als Erster Sekretär zu entheben. Chruschtschow kann sich jedoch vor dem einberufenen Zentralkomitee gegen die Gruppe um Molotov und Malenkow durchsetzen und gewinnt den Machtkampf.


07.07.1957 | Der polnische Journalistenverband fordert Recht auf freie Meinungsäußerung in der Presse, nachdem im Februar 1957 nach kurzer Aussetzung die Zensur wieder eingeführt worden war.


26.07.1957 | Walter Janka wird wegen „Bildung einer konterrevolutionären Gruppe“ zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.


Vor 60 Jahren

10.05.1962 | Venezuela: Kommunistische Partei verboten – Aufstandsversuch von Kommunisten und kubanischen Castro-Anhängern für Regimewechsel zum Kommunismus zuvor gescheitert.


23.05.1962 | Während der Flucht eines 14-jährigen Schülers wird bei einem Feuergefecht zwischen West-Berliner Polizisten und DDR-Grenzsoldaten der DDR-Soldat Peter Göring getötet. In der DDR wird er in der Folge zum Helden stilisiert.


01.06.1962 | Sowjetunion: In Betrieben und Lehranstalten in Nowotscherkask kommt es zu einem Aufstand, nachdem Preiserhöhungen von Lebensmitteln bekannt gemacht wurden. Er wird am Folgetag gewaltsam beendet.


08.06.1962 | Ost-Berliner entführen auf der Spree den Ausflugsdampfer „Friedrich Wolf“ und steuern ihn auf West-Berliner Gebiet – 13 Männer und Frauen sowie ein Baby können auf diese Weise fliehen.


18.06.1962 Bei der versuchten Tunnelflucht von 22 Ost-Berlinern am Baugelände des Axel-Springer-Hauses kommen nur vier in West-Berlin an, der DDR-Grenzsoldat Reinhold Huhn wird erschossen.


04.07.1962 | Erstes Urteil des Obersten Gerichts der DDR gegen fünf Fluchthelfer: Zuchthausstrafen zwischen fünf und 15 Jahren verhängt.


Vor 55 Jahren

17.05.1967 | Die Bundesregierung teilt mit, von nun an alle an sie gerichteten Schreiben von Mitgliedern der Regierung der DDR anzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden offizielle Schreiben nicht entgegengenommen.


27.06.1967 | Tschechoslowakei: Scharfe Kritik gegen staatliche Zensur und den kommunistischen Machtapparat auf dem IV. Schriftstellerkongress.


Vor 50 Jahren

03.05.1972 | Nach der Novellierung des Häftlingshilfegesetzes kündigt das Bundesinnenministerium Nachzahlungen an ehemalige politische Häftlinge der DDR und Ostblockstaaten in Höhe von bis zu 8.500 DM an.


05.05.1972 | Die Bundesregierung billigt den Verkehrsvertrag mit der DDR.


14.05.1972 | Sowjetunion: Aus Protest gegen die Unterdrückung des Katholizismus in Litauen verbrennt sich ein katholischer Arbeiter selbst. Bei der Beisetzung am 18. Mai kommt es zu antisowjetischen Unruhen, die blutig niedergeschlagen werden.


17.05.1972 | Der Deutsche Bundestag beschließt die Ratifizierung der Ostverträge mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltung der CDU/CSU- Fraktion mit einfacher Mehrheit.


19.05.1972 | Auch der Deutsche Bundesrat stimmt den Ostverträgen zu. Damit ist die Ratifizierung endgültig abgeschlossen.


22.05.1972  | Richard M. Nixon besucht als erster US-Präsident die Sowjetunion.


26.05.1972 | In Ost-Berlin unterzeichnen Egon Bahr und Michael Kohl (DDR) den Verkehrsvertrag, der erhebliche Erleichterungen für den Reiseverkehr zwischen beiden deutschen Staaten beinhaltet.


26.05.1972 | Richard M. Nixon und Leonid Breschnew unterzeichnen in Moskau das SALT-Abkommen zur Begrenzung von strategischen Offensivwaffen.


03.06.1972 | Der Moskauer und Warschauer Vertrag, die sogenannten Ostverträge, treten in Kraft, ebenso das Viermächte-Abkommen („Berlin-Abkommen“) und das Transit-Abkommen.


04.06.1972 | Sowjetunion: Der Dichter Jossif Brodskij wird ausgebürgert.


09.06.1972 | Auf dem 11. Bauernkongress in Leipzig bezeichnet Honecker die Annahme des Moskauer Vertrags durch Bonn als Anerkennung der Souveränität der DDR. Die Bundesregierung weist dies am Folgetag zurück.


15.06.1972 | In Ost-Berlin beginnen die Staatssekretäre Bahr und Kohl (DDR) erste Gespräche über einen Grundla- genvertrag zwischen beiden deutschen Staaten.


21.06.1972 | Sowjetunion: Pjotr Jakir, einer der führenden Oppositionellen mit engem Kontakt zu den Systemkritikern Solschenyzin und Sacharow, wird in Moskau verhaftet.


22.06.1972 | Sowjetunion: Der 26-jährige Astrophysiker Juri Melnik wird in Leningrad wegen „antisowjetischer Propaganda und Agitation“ zu drei Jahren Arbeitslager verurteilt.


23.06.1972 | Der sowjetische Kernphysiker und Oppositionelle Andrej Sacharow prangert die Wiederkehr stalinistischer Praktiken in der UdSSR an.


01.07.1972 | In Reykjavik wird die 28. Schachweltmeisterschaft eröffnet. In deren stark politisierten Verlauf kommt es zum „Match des Jahrhunderts“ zwischen Boris Spasski (Sowjetunion) und Bobby Fischer (USA), das dieser schließlich gewinnt.


06.07.1972 | Unterzeichnung eines zweiten deutsch-sowjetischen Abkommens über die Lieferung sowjetischen Erdgases in die Bundesrepublik und deutscher Großröhren in die Sowjetunion.


07.07.1972 | „Neues Deutschland“ vermeldet erfolgreichen Abschluss der Verstaatlichungskampagne. Der Anteil der in volkseigenen Betrieben produzierten Waren sei 1972 von 83,3 auf 99,4 Prozent gestiegen.


14.07.1972 | Mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Gerhard Schröder (CDU), reist erstmals ein bundesdeutscher Spitzenpolitiker in die Volksrepublik China.


17.07.1972 | Tschechoslowakei: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit beginnt in Prag eine Reihe von Prozessen gegen Intellektuelle und ehemalige Funktionäre der KP wegen „Versuch des Umsturzes der Republik“.


24.07.1972 | Der Selbstwählferndienst wird zwischen West-Berlin und 32 Ortsnetzen in der DDR aufgenommen. Danach kann man für 21 Pfennig 45 Sekunden sprechen.


Vor 45 Jahren

18.06.1977 | „Brüsewitz-Informations- und Dokumentationszentrum“ zur Erinnerung an den DDR-Pfarrer, der sich 1976 aus Protest selbst verbrannte, in Bad Oeynhausen gegründet.


20.06.1977 | Der Schauspieler Manfred Krug verlässt nach Repressalien infolge seiner Kritik an der Biermann-Ausbürgerung die DDR. 04.07.1977 Sowjetunion: Der Gründer des Moskauer Zweiges von Amnesty International, Valentin Turtschin, wird verhaftet.


26.07.1977 | „Kaffeekrise“ in der DDR: SED-Politbüro beschließt neue „Versorgungsrichtlinien für Kaffee“. Er wird deutlich teurer und besteht nur noch zu 51 Prozent aus Röstkaffee.


Vor 40 Jahren

10.06.1982 | Rede von Jürgen Fuchs auf der Bonner Friedensdemonstration über die Ziele der ost- und westdeutschen Friedensbewegung.


27.06.1982 | Erste Friedenswerkstatt in der Ost-Berliner Erlöserkirche unter dem Motto „Hände für den Frieden“ mit rund 3.000 Teilnehmern.


Vor 35 Jahren

28.05.1987 | Der 18-jährige westdeutsche Sportflieger Mathias Rust landet mit einer Cessna nahe dem Roten Platz in Moskau.


07.06.1987 | Anlässlich eines Rockkonzerts vor dem Reichstagsgebäude in West-Berlin liefern sich im Ostteil der Stadt Polizei und Jugendliche heftige Auseinandersetzungen. 12.06.1987 | US-Präsident Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor: „Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!“


14.06.1987 | Sowjetunion: Nicht genehmigte Demonstration der Gruppe „Helsinki 86“ mit rund 5.000 Teilnehmern im lettischen Riga zum Gedenken an die Opfer der stalinistischen Deportationen von 1941.


12.07.1987 | In Dresden endet nach drei Tagen das erste und einzige DDR-weite Katholikentreffen mit 100.000 Teilnehmern. Papst Johannes Paul II. schreibt in einer Botschaft: „Lasst Euch nicht einschüchtern, lasst Euch nicht verbittern.“


17.07.1987 | Die Todesstrafe wird in der DDR per Staatsratsbeschluss vor dem ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen abgeschafft.


22.07.1987 | Sendebeginn von „Radio Glasnost“ in West-Berlin. Die Sendereihe des Rundfunksenders „Radio Hundert, 6“ will der DDR-Opposition die Möglichkeit bieten, Themen unzensiert zu diskutieren und darzustellen. 


Vor 30 Jahren

03.05.1992 | Die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90 bekennt sich in Berlin nach kontroverser Debatte zur Zusammenarbeit mit den westdeutschen Grünen. Bis 1993 soll eine gemeinsame politische Vereinigung gegründet werden.


05.05.1992 | Die Bundespost entscheidet über die neuen Postleitzahlen, die ab dem 1. Juli 1993 gelten sollen; Sachsen und Sachsen- Anhalt bekommen als erste Ziffer die Null. Aktuell gibt es in Deutschland 800 Orte mit identischen Kennungen.


14.05.1992 | Ein Verzichtsvertrag der PDS auf ihr gesamtes Auslandsvermögen wird in Berlin unterzeichnet. Mit der Unterschrift vollzieht sie den 1990 gefassten Beschluss, auf die Auslandsgelder der SED zu verzichten.


15.05.1992 | Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Erich Honecker und andere wegen der Toten an der innerdeutschen Grenze.

18.05.1992 | Russland lenkt im Streit mit der Ukraine um die Halbinsel Krim überraschend ein. Parlamentspräsident Chasbulatow verkündet, sein Land erhebe keinerlei Gebietsansprüche gegenüber „dem ukrainischen Brudervolk“.


19.05.1992 | Die traditionsreichen DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg werden von der Treuhandanstalt an den französischen Mischkonzern CGE verkauft. Zusammen mit der Bertelsmann-Tochter Ufa soll rund eine Milliarde DM investiert werden.


20.05.1992 | Die vom Deutschen Bundestag am 12. März eingesetzte Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ nimmt unter dem Vorsitz von Rainer Eppel- mann ihre Arbeit auf.


23.05.1992 | Mehr als 5.000 Menschen nehmen in Magdeburg an einem Trauermarsch für den am 9. Mai bei einem Überfall auf eine Gaststätte von Skinheads getöteten 23-jährigen Torsten Lamprecht teil.


26.05.1992 | Die Verfassung des Freistaates Sachsen wird vom Landtag mit einer Mehrheit von 132 gegen 15 Stimmen bei vier Enthaltungen beschlossen. Sie wird am Folgetag als erste Verfassung der neuen Bundesländer ausgefertigt.


29.05.1992 | Das polnische Parlament beschließt die Veröffentlichung der Namen von Politikern und hohen Beamten, die Mitarbeiter des früheren Staatssicherheitsdienstes SB waren.


03.06.1992 | Der Kassationssenat von Sachsen-Anhalt in Naumburg bestätigt das Urteil der DDR-Justiz von 1988 zu lebenslanger Haft gegen den NS-Kriegsverbrecher Manfred Pöhlig.


12.06.1992 | In Berlin einigen sich die Spitzen der Regierungskoalition auf die Berufung des Mitbegründers der Sozialdemokratischen Partei in der DDR Martin Gutzeit zum neuen Landesbeauftragten für die Stasi- Unterlagen.


14.06.1992 | Bei der ersten Volksabstimmung in den neuen Bundesländern votieren die Brandenburger mit 93,5 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Annahme der neuen Landesverfassung.


17.06.1992 | Am Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR stimmt der Bundestag dem ersten SED-Unrechtsbereinigungsgesetz zu, das die strafrechtliche Rehabilitierung sowie die Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgung regelt.


19.06.1992 | Die Tschechoslowakei steht 74 Jahre nach ihrer Gründung vor der Spaltung: Die Sieger der Parlamentswahlen, der Tscheche Klaus und der Slowake Mečiar, werden sich in der Nacht auf den 20. Juni über die Trennung einig.


20.06.1992 | Gründung der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG)


22.06.1992 | Zum ersten Mal werden in einem Mauerschützenprozess die Angeklagten freigesprochen: Vier früheren DDR-Grenzsoldaten sei eine Tötungsabsicht an einem Flüchtling nicht nachzuweisen, urteilt das Berliner Landgericht.


23.06.1992 | Den Präsidenten Russlands und der Ukraine gelingt bei einem Treffen eine Annäherung in wichtigen Konfliktfeldern wie dem Streit um die ehemalige sowjetischen Schwarzmeerflotte.


01.07.1992 | Bundeskanzler Kohl erklärt am Jahrestag der Währungsunion, Einschätzungen über den Zustand der DDR-Wirtschaft seien „bei weitem zu optimistisch gewesen“. Der Aufbau Ost habe „absoluten Vorrang in der Innenpolitik“.


07.07.1992 | Laut Bundesfinanzministerium belaufen sich die bisherigen Unterstützungszahlungen für den Reformprozess in der ehemaligen Sowjetunion auf insgesamt 79,84 Milliarden DM. Deutschland trägt damit 55,3 Prozent der internationalen Hilfen. 


14.07.1992 | Bulgarien: Der ehemalige kommunistische Regierungschef Filipow wird verhaftet. Ihm wird Veruntreuung sowie die Verantwortung für die Kampagne gegen die türkische Minderheit ab 1984 vorgeworfen.


17.07.1992 | Der slowakische Nationalrat verabschiedet eine Souveränitätserklärung, die den Beginn der Spaltung der Tschechoslowakei markiert.


20.07.1992 | Tschechoslowakei: Als Reaktion auf die slowakische Unabhängigkeitserklärung vom 17. Juli tritt Václav Havel vom Amt des Präsidenten der ČSFR zurück.


25.07.1992  Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Barcelona – erstmals seit 1964 mit einer gesamtdeutschen Mannschaft.


26.07.1992 Mit Sonderzügen der Bundesbahn treffen die ersten rund 2.600 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien- Herzegowina in Nürnberg, Unna, Karlsruhe und Erfurt ein. Deutschland will zunächst 5.000 Menschen aufnehmen.


29.07.1992 | Der frühere DDR-Staats- und Parteichef Honecker wird nach seiner Flucht nach Moskau im März 1991 und seinem Aufenthalt in der dortigen chilenischen Botschaft ab Dezember 1991 wieder nach Berlin zurückgeflogen und dort verhaftet.

Die 106. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Er- eignisse in den Monaten Juli/August/September hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwer- punkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung.

Ausgabe Nr. 106

Historischer Kalenderdienst 4/2022 (HTML-Version)
Vor 90 Jahren

11.08.1932 | Sowjetunion: Stalin fordert die ukrainischen Kommunisten auf, die Lage im Land „in Ordnung zu bringen“ – der Widerstand gegen Getreidebeschaffung und Kollektivierung wird mit Hungerterror (Holodomor) und Säuberungen beantwortet, Millionen Menschen sterben.


Vor 85 Jahren

02.07.1937 | Sowjetunion: Politbüro-Beschluss „Über die antisowjetischen Elemente“ bildet die Grundlage für die größte Massenoperation des „Großen Terrors“, dem 1937/38 Hunderttausende zum Opfer fallen.


25.07.1937 | „Großer Terror“ in der Sowjetunion: NKWD-Befehl Nr. 439 richtet sich gegen alle Deutschen vor allem in Rüstungsbetrieben wegen angeblicher Spionage – innerhalb von zwei Jahren werden etwa 70.000 Deutsche in der Sowjetunion verhaftet.


30.07.1937 | „Großer Terror“: NKWD-Einsatzbefehl „Über die Operation zur Repression ehemaliger Kulaken, Krimineller und anderer antisowjetischer Elemente“ wird erteilt.


04.08.1937 | „Großer Terror“: Beginn der NKWD-Operation zur „Auflösung der rechtsgerichteten militaristisch- japanischen Kosakenorganisation“.


Vor 75 Jahren

08.08.1942 | In der Sowjetunion wird die deutsche kommunistische Schriftstellerin Maria Osten im Zuge stalinistischer Säuberungen erschossen. Sie wird 1957 rehabilitiert.


Vor 70 Jahren

18.07.1952 Zwölf Todesurteile im Prozess gegen das Jüdische antifaschistische Komitee in der Sowjetunion wegen angeblicher nationalistischer Tätigkeit und Spionage verhängt.


22.07.1952 In der neuen polnischen Verfassung wird der totale Machtanspruch der Kommunistischen Partei festgeschrieben.


23.07.1952 Mit dem „Demokratisierungsgesetz“ wird der zentralistische Einheitsstaat in der DDR geschaffen. Die fünf Länder werden aufgelöst.


07.08.1952 Gründung der „Gesellschaft für Sport und Technik“ in der DDR.


15.09.1952 MfS richtet Postkontrollstellen für Briefe und Pakete zwischen beiden deutschen Staaten ein.


19.09.1952 Bundestagspräsident Hermann Ehlers empfängt eine Delegation der DDR-Volkskammer.


21.09.1952 Deutscher Sportbund der Bundesrepublik Deutschland beschließt den Abbruch der sportlichen Beziehungen mit der DDR.


24.09.1952 Rumänien erhält eine kommunistische Verfassung nach stalinistischem Vorbild.


Vor 65 Jahren

07.07.1957 Der polnische Journalistenverband fordert Recht auf freie Meinungsäußerung in der Presse, nachdem im Februar 1957 nach kurzer Aussetzung die Zensur wieder eingeführt worden war.


26.07.1957 Walter Janka wird wegen „Bildung einer konterrevolutionären Gruppe“ zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.


06.09.1957 Franz Hammer, letztes inhaftiertes Mitglied der 1951 in der DDR gegründeten Schüler-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, tötet sich im Alter von 23 Jahren in der Strafanstalt Waldheim selbst.


29.09.1957 Ulbricht fordert anlässlich der Eröffnung des Jugendweihejahres in Sonneberg die Teilnahme aller Jugendlichen an der Jugendweihe 1958 und greift christliche Lehre an.


Vor 60 Jahren

04.07.1962 Erstes Urteil des Obersten Gerichts der DDR gegen fünf Fluchthelfer: Zuchthausstrafen zwischen fünf und 15 Jahren verhängt.


17.08.1962 Der 18-jährige Bauarbeiter Peter Fechter wird bei einem Fluchtversuch an der Berliner Mauer angeschossen und verblutet im Grenzstreifen.


14.09.1962 Nach mehrmonatiger Arbeit von 41 Menschen an einem von der Bernauer Straße (West-Berlin) aus gebauten 150 Meter langen Tunnel flüchten 29 Ost-Berliner nach West-Berlin.


Vor 50 Jahren

01.07.1972 | In Reykjavik wird die 28. Schachweltmeisterschaft eröffnet. In deren stark politisierten Verlauf kommt es zum „Match des Jahrhunderts“ zwischen Boris Spasski (Sowjetunion) und Bobby Fischer (USA), das dieser schließlich gewinnt.


06.07.1972 | Unterzeichnung eines zweiten deutsch-sowjetischen Abkommens über die Lieferung sowjetischen Erdgases in die Bundesrepublik und deutscher Großröhren in die Sowjetunion.


07.07.1972 | „Neues Deutschland“ vermeldet erfolgreichen Abschluss der Verstaatlichungskampagne. Der Anteil der in volkseigenen Betrieben produzierten Waren sei 1972 von 83,3 auf 99,4 Prozent gestiegen.


14.07.1972 | Mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Gerhard Schröder (CDU), reist erstmals ein bundesdeutscher Spitzenpolitiker in die Volksrepublik China.


17.07.1972 | Tschechoslowakei: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit beginnt in Prag eine Reihe von Prozessen gegen Intellektuelle und ehemalige Funktionäre der KP wegen „Versuch des Umsturzes der Republik“.


24.07.1972 | Der Selbstwählferndienst wird zwischen West-Berlin und 32 Ortsnetzen in der DDR aufgenommen. Danach kann man für 21 Pfennig 45 Sekunden sprechen.


08.08.1972 | Der sowjetische Außenminister Gromyko fordert von der UNO eine Konvention zur Verhinderung unerwünschter Fernsehübertragungen über Nachrichtensatelliten.


14.08.1972 | Kurz nach dem Start in Berlin-Schönefeld stürzt eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug über Königs-Wusterhausen ab. Bei dem Unglück kommen alle 156 Insassen ums Leben.


16.08.1972 | In Ost-Berlin beginnen die offiziellen Verhandlungen über einen Grundlagenvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik.


26.08.1972 | Vor 80.000 Zuschauern und Mannschaften aus 123 Staaten eröffnet Bundespräsident Heinemann in München die XX. Olympischen Sommerspiele.


30.08.1972 | Die West-Berliner Exklave Steinstücken erhält eine durch die DDR führende Straßenverbindung nach Berlin-Zehlendorf.


01.09.1972 | In der DDR tritt eine neue Grenzordnung in Kraft, die Fluchtversuche schon im Vorfeld verhindern soll.


04.09.1972 | Drei Monate nach Inkrafttreten der neuen Besuchsregeln im Berlin-Abkommen haben rund 1 Million West-Berliner Ost-Berlin und die DDR besucht, teilt der West-Berliner Senat mit.


05.09.1972 | Bei einem Anschlag der arabischen Organisation „Schwarzer September“ auf die israelische Olympiamannschaft in München werden 17 Menschen getötet.


07.09.1972 | „Neues Deutschland“ betitelt die palästinensischen Terroristen des Olympia-Anschlags in München durchgängig als „Freischärler“.


14.09.1972 | Polen und die Bundesrepublik einigen sich über die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen.


20.09.1972 | Bundeskanzler Willy Brandt stellt gemäß Artikel 68 des Grundgesetzes im Bundestag die Vertrauensfrage und öffnet damit den Weg für Neuwahlen.


22.09.1972 Der Deutsche Bundestag verabschiedet den am 26. Mai zwischen der DDR und der Bundesrepublik unterzeichneten Verkehrsvertrag.


Vor 45 Jahren

04.07.1977 | Sowjetunion: Der Gründer des Moskauer Zweiges von Amnesty International, Valentin Turtschin, wird verhaftet.


26.07.1977 | „Kaffeekrise“ in der DDR: SED-Politbüro beschließt neue „Versorgungsrichtlinien für Kaffee“. Er wird deutlich teurer und besteht nur noch zu 51 Prozent aus Röstkaffee.


23.08.1977 | Rudolf Bahro wird in der DDR nach Veröffentlichung seines Buches in der Bundesrepublik, „Die Alternative“, verhaftet und 1978 zu acht Jahren Haft verurteilt.


26.08.1977 | Der Schriftsteller Jürgen Fuchs sowie die Musiker Christian Kunert und Gerulf Pannach werden aus der DDR ausgewiesen.


29.09.1977 | Polen: Das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (KOR) wandelt sich in das Komitee für gesellschaftliche Selbstverteidigung um.


Vor 40 Jahren

13.09.1982 | Erste Friedensgebete außerhalb der Friedensdekaden in der Leipziger Nikolaikirche.


Vor 35 Jahren

12.07.1987 | In Dresden endet nach drei Tagen das erste und einzige DDR-weite Katholikentreffen mit 100.000 Teilnehmern. Papst Johannes Paul II. schreibt in einer Botschaft: „Lasst Euch nicht einschüchtern, lasst Euch nicht verbittern.“


17.07.1987 | Die Todesstrafe wird in der DDR per Staatsratsbeschluss vor dem ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen abgeschafft.


22.07.1987 | Sendebeginn von „Radio Glasnost“ in West-Berlin. Die Sendereihe des Rundfunksenders „Radio Hundert, 6“ will der DDR-Opposition die Möglichkeit bieten, Themen unzensiert zu diskutieren und darzustellen.


15.08.1987 | Tschechoslowakische Bürgerrechtsbewegung Charta 77 fordert in einem Appell an die Regierung Amnestie für alle politischen Gefangenen und Ende der Berufsverbote aus politischen Gründen.


27.08.1987 | Gemeinsames SPD/SED-Papier über den „Streit der Ideologien und die gemeinsame Sicherheit“ vorgelegt.


07.09.1987 Einziger Staatsbesuch eines Staats- und Parteichefs aus der DDR in der Bundesrepublik: Erich Honecker wird von Bundeskanzler Helmut Kohl in Bonn empfangen.


11.09.1987 | Initiative „Kirche von unten“ in der DDR gegründet.


18.09.1987 | Ende des am 1. September begonnenen Olof-Palme-Friedensmarsches.


Vor 30 Jahren

01.07.1992 | Bundeskanzler Kohl erklärt am Jahrestag der Währungsunion, Einschätzungen über den Zustand der DDR-Wirtschaft seien „bei weitem zu optimistisch gewesen“. Der Aufbau Ost habe „absoluten Vorrang in der Innenpolitik“.


07.07.1992 | Laut Bundesfinanzministerium belaufen sich die bisherigen Unterstützungszahlungen für den Reformprozess in der ehemaligen Sowjetunion auf insgesamt 79,84 Milliarden DM. Deutschland trägt damit 55,3 Prozent der internationalen Hilfen.


14.07.1992 | Bulgarien: Der ehemalige kommunistische Regierungschef Filipow wird verhaftet. Ihm wird Veruntreuung sowie die Verantwortung für die Kampagne gegen die türkische Minderheit ab 1984 vorgeworfen.


17.07.1992 | Der slowakische Nationalrat verabschiedet eine Souveränitätserklärung, die den Beginn der Spaltung der Tschechoslowakei markiert.


20.07.1992 | Tschechoslowakei: Als Reaktion auf die slowakische Unabhängigkeitserklärung vom 17. Juli tritt Václav Havel vom Amt des Präsidenten der ČSFR zurück.


25.07.1992 | Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Barcelona – erstmals seit 1964 mit einer gesamtdeutschen Mannschaft.


26.07.1992 | Mit Sonderzügen der Bundesbahn treffen die ersten rund 2.600 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien- Herzegowina in Nürnberg, Unna, Karlsruhe und Erfurt ein. Deutschland will zunächst 5.000 Menschen aufnehmen.


29.07.1992 | Der frühere DDR-Staats- und Parteichef Honecker wird nach seiner Flucht nach Moskau im März 1991 und seinem Aufenthalt in der dortigen chilenischen Botschaft ab Dezember 1991 wieder nach Berlin zurückgeflogen und dort verhaftet.


01.08.1992 | In Oranienburg werden nahe der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Suchgrabungen erneut Massengräber aus der Zeit des sowjetischen Speziallagers Nr. 7 in den Jahren 1945–50 gefunden, teilt das Brandenburger Innenministerium mit.


03.08.1992 | Russland und die Ukraine einigen sich im Konflikt um die ehemalige sowjetische Schwarzmeerflotte auf ein gemeinsames Oberkommando in einer Übergangsperiode bis 1995.


06.08.1992 | Rund 1,2 Millionen Altbauten in Ostdeutschland seien in ihrer Bausubstanz gefährdet, warnt der Deutsche Mieterbund vor dem Hintergrund eines in Leipzig eingestürzten Wohnhauses von 1866.


14.08.1992  | Nach einem Besuch der ehemaligen DDR-Strafvollzugsanstalt Bautzen I kündigt Sachsens Sozialminister Geisler Suchgrabungen nach Massengräbern des sowjetischen Speziallagers Nr. 4 aus der Zeit von 1945–1950 an.


17.08.1992 | Der erste Prozess gegen frühere DDR-Richter wegen Rechtsbeugung geht am Landgericht Berlin mit Freisprüchen zu Ende. Alleine in Berlin laufen rund 3.000 Verfahren gegen DDR-Juristen.


22.08.1992 | In Rostock-Lichtenhagen beginnen mehrtägige fremdenfeindliche Ausschreitungen: Rund 2.000 Menschen versammeln sich am Abend vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber, hunderte Rechtsextreme schlagen die Polizei in die Flucht und greifen das sogenannte Sonnenblumenhaus an.


24.08.1992 | Rostock-Lichtenhagen: Nach der Evakuierung des Sonnenblumenhauses zündet der fremdenfeindliche Mob unter Beifall tausender Sympathisanten und ungehindert von der Polizei einen benachbarten Wohnblock an, in dem über 100 Vietnamesen leben.


25.08.1992 | In Berlin unterzeichnen Bundeskanzler Kohl, Berlins Regierender Bürgermeister Diepgen sowie Brandenburgs Ministerpräsident Stolpe den Hauptstadt-Vertrag.


26.08.1992 Tschechoslowakei: Die beiden Ministerpräsidenten der Teilrepubliken Tschechien, Václav Klaus, und Slowakei, Vladimir Mečiar, einigen sich auf eine Beendigung der Föderation und damit auf die friedliche Auflösung der Tschechoslowakei zum 1. Januar 1993.


29.08.1992 | Neue Welle der Gewalt: Während in Rostock über 14.000 Menschen unter dem Motto „Stoppt die Pogrome“ demonstrieren, kommt es am Wochenende in 15 zumeist ostdeutschen Städten zu rechtsextremistischen Angriffen.


04.09.1992 | Bulgariens ehemaliger kommunistischer Staats- und Parteichef Schiwkow wird als erster früherer Machthaber aus dem Ostblock wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung zu sieben Jahren Haft verurteilt.


13.09.1992 | Das dritte Wochenende in Folge eskalieren die andauernden ausländerfeindlichen Krawalle mit Schwerpunkt in Ostdeutschland. Alleine in Brandenburg werden zehn Unterkünfte von Asylbewerbern angegriffen.


14.09.1992 | Im Prozess um den Mord an Amadeu António Kiowa werden im Eberswalder Skinhead-Prozess fünf Jugendliche zu Freiheitsstrafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Das Gericht bleibt beim Strafmaß unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft.


15.09.1992 | Die Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur“ lädt ehemalige Häftlinge an den Schauplatz der „Waldheimer Prozesse“ ein. Der Schriftsteller Benno Prieß appelliert an die Politik, sich für die Opfer zu interessieren.


20.09.1992 | In Estland finden die ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion statt. Der Großteil des russischen Bevölkerungsanteils ist vom aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen.


24.09.1992 | Markus Wolf, ehemaliger Chef der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS, wird wegen Landesverrat, geheimdienstlicher Agententätigkeit und Bestechung von der Bundesanwaltschaft angeklagt.


Vor 25 Jahren

25.08.1997 | Das Landgericht Berlin verurteilt Egon Krenz als einen der Hauptverantwortlichen für die tödlichen Schüsse an der innerdeutschen Grenze wegen Totschlags in vier Fällen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten

Ausgabe Nr. 107

Die 107. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Juli/August/September hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung.

Historischer Kalenderdienst 5/2022 (HTML-Version)
Vor 90 Jahren

22.10.1932 | Sowjetunion: Stalin setzt außerordentliche Getreidebeschaffungskommissionen ein – sie sind vielfach mit Terror gegen Bauern verbunden.


18.11.1932 | Sowjetunion: Der von Molotov diktierte Beschluss des ZK der ukrainischen KP über „Maßnahmen zur Verstärkung der Getreidebeschaffung“ mit den darin vorgesehenen Naturalienstrafen löst in der Folge den Holodomor (Hungerterror) in der Ukraine aus. Millionen Menschen verhungern.


Vor 75 Jahren

08.09.1947 | Jakob Kaiser kritisiert auf dem 2. Parteitag der CDU der SBZ die SED-Politik.


11.09.1947 | Tschechoslowakei: Drei sozialdemokratische Minister entkommen knapp einem Attentat mit Sprengstoff gefüllten Paketen.


20.09.1947 | Polen: Einer der größten Arbeiterstreiks geht von den Textilarbeitern in Łódź aus – insgesamt streiken 26.000 Arbeiter aus 17 Fabriken gegen die kommunistischen Machthaber.


30.09.1947 | Gründung der „Kominform“ – Beginn einer kommunistischen „Blockdisziplin“.


02.11.1947 | Der Chef der polnischen oppositionellen Bauernpartei und ehemalige Vizepremier Stanisław Mikołajczyk trifft im Londoner Exil ein.


23.11.1947 | Bulgarien: Mit der „Vaterländischen Front“ wird ein Einparteiensystem errichtet.


Vor 70 Jahren

15.09.1952 | MfS richtet Postkontrollstellen für Briefe und Pakete zwischen beiden deutschen Staaten ein.


19.09.1952 | Bundestagspräsident Hermann Ehlers empfängt eine Delegation der DDR-Volkskammer.


21.09.1952 | Deutscher Sportbund der Bundesrepublik Deutschland beschließt den Abbruch der sportlichen Beziehungen mit der DDR.


24.09.1952 | Rumänien erhält eine kommunistische Verfassung nach stalinistischem Vorbild.


20.11.1952 | Tschechoslowakei: Beginn des Schauprozesses in Prag gegen führende KP-Mitglieder, darunter Rudolf Slánský, bis 1951 Generalsekretär der tschechoslowakischen KP. Immer wieder wird in der Anklage die „jüdische Abstammung“ der „Verbrecher“ betont.


24.11.1952 | Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, der jüdische Kommunist Hans Straschitz-Schrecker, wird im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozess verhaftet.


27.11.1952 | Tschechoslowakei: In Prag werden nach dem Schauprozess elf Angeklagte, darunter Rudolf Slánský, wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat zum Tode verurteilt und am 3. Dezember hingerichtet.


Vor 65 Jahren

06.09.1957 | Franz Hammer, letztes inhaftiertes Mitglied der 1951 in der DDR gegründeten Schüler-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, tötet sich im Alter von 23 Jahren in der Strafanstalt Waldheim selbst.


29.09.1957 | Ulbricht fordert anlässlich der Eröffnung des Jugendweihejahres in Sonneberg die Teilnahme aller Jugendlichen an der Jugendweihe 1958 und greift christliche Lehre an.


02.10.1957 | Polen: Demonstration von hunderten Menschen nach dem Verbot einer Ausgabe der Zeitschrift „Po prostu“.


04.10.1957 | Mit dem erfolgreichen Start des sowjetischen Satelliten Sputnik ins All beginnt das Zeitalter der Raumfahrt. Die USA und Westeuropa reagieren schockiert.


13.10.1957 | „Aktion Blitz“: DDR führt überraschend neue Banknoten ein, u.a. um die in West-Berliner Privathand befindlichen Ost-Mark-Bestände zu entwerten.


01.11.1957 | Erich Mielke wird Minister für Staatssicherheit.


Vor 60 Jahren

14.09.1962 | Nach mehrmonatiger Arbeit von 41 Menschen an einem von der Bernauer Straße (West-Berlin) aus gebauten 150 Meter langen Tunnel flüchten 29 Ost-Berliner nach West-Berlin.


14.10.1962 | Beginn der Kuba-Krise: Fotos, aufgenommen von einem Aufklärungsflugzeug der US-Luftwaffe, deuten auf die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba hin.


19.10.1962 | In einer Wohnung in der Bernauer Straße in West-Berlin eröffnet Rainer Hildebrandt die erste Ausstellung zur Berliner Mauer unter dem Titel „Es geschah an der Mauer“.


22.10.1962 | Kuba-Krise: US-Präsident Kennedy fordert ultimativ den Abbau der sowjetischen Raketenstellungen auf Kuba; zwei Tage später ordnet er eine Seeblockade der Insel an.


28.10.1962 | Kuba-Krise: Der sowjetische Partei- und Regierungschef Chruschtschow erklärt sich bereit, die Atomraketen aus Kuba abzuziehen. Im Gegenzug erklären die USA, Kuba nicht anzugreifen und, in geheimer Absprache, ihre Atomwaffen aus der Türkei abzuziehen.


Vor 55 Jahren

13.11.1967 | Albanien setzt alle Religionsdekrete außer Kraft und deklariert sich zum „ersten atheistischen Staat der Welt“.


Vor 50 Jahren

01.09.1972 | In der DDR tritt eine neue Grenzordnung in Kraft, die Fluchtversuche schon im Vorfeld verhindern soll.


04.09.1972 | Drei Monate nach Inkrafttreten der neuen Besuchsregeln im Berlin-Abkommen haben rund 1 Million West-Berliner Ost-Berlin und die DDR besucht, teilt der West-Berliner Senat mit.


05.09.1972 | Bei einem Anschlag der arabischen Organisation „Schwarzer September“ auf die israelische Olympiamannschaft in München werden 17 Menschen getötet.


07.09.1972 | „Neues Deutschland“ betitelt die palästinensischen Terroristen des Olympia-Anschlags in München durchgängig als „Freischärler“.


14.09.1972 | Polen und die Bundesrepublik einigen sich über die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen.


20.09.1972 | Bundeskanzler Willy Brandt stellt gemäß Artikel 68 des Grundgesetzes im Bundestag die Vertrauensfrage und öffnet damit den Weg für Neuwahlen.


22.09.1972 | Der Deutsche Bundestag verabschiedet den am 26. Mai zwischen der DDR und der Bundesrepublik unterzeichneten Verkehrsvertrag.


05.10.1972 | An der VII. Kunstausstellung in Dresden dürfen infolge von kulturpolitischen Zugeständnissen nach dem Machtantritt Honeckers auch einige der offiziell kritisierten Künstler teilnehmen.


06.10.1972 | Im Vorfeld des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages erlässt die DDR eine Amnestie für 32.000 politische und kriminelle Häftlinge.


07.10.1972 | Die „Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin“ wird in „Akademie der Wissenschaften der DDR“ umbenannt.


08.10.1972 | Die DDR wird von Indien anerkannt.


13.10.1972 | Polen erteilt dem gegenwärtigen Botschafter der Bundesrepublik in Frankreich, Hans Hellmuth Ruete, die Zustimmung zum ersten Botschafter in Polen.


16.10.1972 | Das „Gesetz zur Regelung von Fragen der Staatsbürgerschaft“ entzieht allen vor dem 1. Januar 1972 aus der DDR Geflohenen die Staatsbürgerschaft, stellt deren Strafverfolgung ein und erlaubt ihnen die Einreise in die DDR.


17.10.1972 | Der Verkehrsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik tritt in Kraft.


22.10.1972 | DDR-Verteidigungsminister Hoffmann bezeichnet die „unablässige Ausprägung des Feindbildes bei den DDR-Soldaten“ als wichtige Aufgabe der politisch-ideologischen Arbeit in der NVA.


26.10.1972 | Die Bundesregierung verurteilt die Errichtung von Selbstschussanlagen durch die DDR an der innerdeutschen Grenze. Gegenwärtig seien Anlagen auf einer Länge von 50-60 km fertiggestellt, weitere befänden sich im Bau.


30.10.1972 | DDR-Posten untersagen West-Berliner Feuerwehr Suche nach einem an der Oberbaumbrücke in die Spree gefallenen Kind. Nach 1,5 Stunden bergen DDR-Taucher die Leiche des Achtjährigen Cengaver Katrancı.


08.11.1972 | Egon Bahr und Michael Kohl paraphieren in Bonn den Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR.


19.11.1972 | Bei den vorgezogenen Wahlen zum 7. Deutschen Bundestag wird die SPD mit 45,8 Prozent der Stimmen erstmals stärkste Partei.


21.11.1972 | Die DDR wird als 131. Mitglied in die UNESCO aufgenommen.


22.11.1972 | Alle Staaten Europas – mit Ausnahme Albaniens – sowie die USA und Kanada beginnen in Helsinki Vorgespräche für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).


29.11.1972 | Italiens Außenminister Medici kündigt Anerkennung der DDR nach Unterzeichnung des Grundlagenvertrags an und bezeichnet diesen als Weg zur Normalisierung der Beziehungen zur DDR.


Vor 45 Jahren

29.09.1977 | Polen: Das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (KOR) wandelt sich in das Komitee für gesellschaftliche Selbstverteidigung um.


07.10.1977 | Jugendproteste auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz fordern 83 Verletzte, 468 Jugendliche werden festgenommen. Die Ausschreitungen am 28. Jahrestag der DDR-Staatsgründung begannen nach einem Rock-Konzert.


12.10.1977 | Das Politbüro beschließt den Ausbau von Exquisit- und Delikatläden mit westlichen und DDR-Produkten zu hohen Preisen, um die Devisenschulden einzudämmen und die Kaufkraft abzuschöpfen.


Vor 40 Jahren

13.09.1982 | Erste Friedensgebete außerhalb der Friedensdekaden in der Leipziger Nikolaikirche.


01.10.1982 | Helmut Kohl wird durch ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt zum Bundeskanzler gewählt.


08.10.1982 | Polen: Endgültiges Verbot der 1980 gegründeten Gewerkschaftsbewegung Solidarność durch neues Gewerkschaftsgesetz.


12.10.1982 | „Frauen für den Frieden“ protestieren in einer Eingabe an den Staatsrat gegen Wehrpflicht für Frauen in der DDR.


10.11.1982 | Sowjetunion: Leonid Breschnew stirbt in Moskau. Sein Nachfolger als Generalsekretär der der KPdSU wird am 12. November der bisherige KGB-Chef Juri W. Andropow.


14.11.1982 | Die Jenaer Friedensgemeinschaft führt mit etwa 80 Personen eine Schweigedemonstration mit Plakaten durch. Eine Wiederholung am 24. Dezember kann nur verhindert werden, in dem die Innenstadt weiträumig abgesperrt wird.


20.11.1982 | Bundesverkehrsminister Dollinger und DDR-Verkehrsminister Arndt geben gemeinsam die Transit-Autobahn Berlin-Hamburg frei.


Vor 35 Jahren

07.09.1987 | Einziger Staatsbesuch eines Staats- und Parteichefs aus der DDR in der Bundesrepublik: Erich Honecker wird von Bundeskanzler Helmut Kohl in Bonn empfangen.


11.09.1987 | Initiative „Kirche von unten“ in der DDR gegründet.


18.09.1987 | Ende des am 1. September begonnenen Olof-Palme-Friedensmarsches.


17.10.1987 | Überfall von Skinheads auf ein Punkkonzert in der Ost-Berliner Zionskirche; die Volkspolizei greift nicht ein.


20.10.1987 | Unter dem Eindruck von Glasnost und Perestroika beschließt das SED-Politbüro, die Reden sowjetischer Politiker nur noch zensiert zu veröffentlichen.


21.10.1987 | Erstes Treffen der Oberbürgermeister von Ost- und West-Berlin seit der Teilung der Stadt anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadtgründung.


15.11.1987 | Im rumänischen Brașov (Kronstadt) protestieren tausende Menschen gegen die Politik von Nicolae Ceaușescu. Die Revolte wird am Abend niedergeschlagen, rund 300 Menschen werden verhaftet.


24.11.1987 | Der Schriftsteller Christoph Hein fordert auf dem X. Schriftstellerkongress die Abschaffung der Zensur gegen Verlage, Bücher und Autoren in der DDR. Sie sei „überlebt, nutzlos, paradox, menschenfeindlich, volksfeindlich, ungesetzlich und strafbar“.


25.11.1987 | MfS durchsucht in Ost-Berlin die evangelische Zionsgemeinde und beschlagnahmt Material der „Umweltbibliothek“


Vor 30 Jahren

04.09.1992 | Bulgariens ehemaliger kommunistischer Staats- und Parteichef Schiwkow wird als erster früherer Machthaber aus dem Ostblock wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung zu sieben Jahren Haft verurteilt.


13.09.1992 | Das dritte Wochenende in Folge eskalieren die andauernden ausländerfeindlichen Krawalle mit Schwerpunkt in Ostdeutschland. Alleine in Brandenburg werden zehn Unterkünfte von Asylbewerbern angegriffen.


14.09.1992 | Im Prozess um den Mord an Amadeu António Kiowa werden im Eberswalder Skinhead-Prozess fünf Jugendliche zu Freiheitsstrafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Das Gericht bleibt beim Strafmaß unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft.


15.09.1992 | Die Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur“ lädt ehemalige Häftlinge an den Schauplatz der „Waldheimer Prozesse“ ein. Der Schriftsteller Benno Prieß appelliert an die Politik, sich für die Opfer zu interessieren.


20.09.1992 | In Estland finden die ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion statt. Der Großteil des russischen Bevölkerungsanteils ist vom aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen.


24.09.1992 | Markus Wolf, ehemaliger Chef der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS, wird wegen Landesverrat, geheimdienstlicher Agententätigkeit und Bestechung von der Bundesanwaltschaft angeklagt.


08.10.1992 | Der frühere Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Willy Brandt stirbt in Unkel bei Bonn im Alter von 78 Jahren.


14.10.1992 | Russische Föderation: Präsident Jelzin lässt die bisher geheim gehaltenen Beweisdokumente für die staatliche Anordnung des Massenmords von Katyn an tausenden polnischen Offizieren und Intellektuellen 1940 an Präsident Wałęsa übergeben.


19.10.1992 | Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland beschließt auf ihrer Generalsynode in Dresden die Aufarbeitung kirchlicher Kontakte zur DDR-Staatssicherheit.


21.10.1992 | Mit einem Gang durch das Brandenburger Tor betritt die britische Königin Elisabeth II. unter dem Jubel tausender Berliner erstmals den Boden eines ehemals kommunistischen Landes, und gedenkt am Reichstag der Maueropfer.


29.10.1992 | Verabschiedung des Ersten SED-Unrechtsbereinigungsgesetzes (Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz) durch den Deutschen Bundestag. Es tritt am 4.11.1992 in Kraft.


07.11.1992 | Der tschechoslowakische Reformpolitiker Alexander Dubček, Symbolfigur des Prager Frühlings 1968, stirbt an den Folgen eines Autounfalls in Prag.


12.11.1992 Vor dem Berliner Landgericht beginnt der Prozess gegen den früheren DDR-Staatschef Erich Honecker und fünf Mitangeklagte wegen der Todesschüsse an der Mauer.


19.11.1992 | Die Russische Föderation übernimmt alle Auslandsschulden der ehemaligen Sowjetrepubliken, die im Gegenzug auf ehemals sowjetische Auslandsvermögen verzichten. Die Ukraine trägt die Regelung nicht mit.


23.11.1992 | Mordanschlag von Mölln: In der schleswig-holsteinischen Kleinstadt kommen drei Türkinnen, darunter ein zehnjähriges und ein 14-jähriges Mädchen, bei einem Brandanschlag rechtsextremer Gewalttäter ums Leben, neun Menschen werden verletzt.


25.11.1992 | Tschechoslowakei: Im dritten Anlauf billigt das Bundesparlament das Gesetz zur Auflösung der ČSFR zum 1. Januar 1993.


Vor 25 Jahren

04.11.1997 | Roger Loewig gestorben. Der Maler thematisierte die deutsche Teilung und den Mauerbau in seinen Bildern und bekam dafür Berufsverbot in der DDR.


27.11.1997 | Bewährungsstrafen gegen zwei Mauerschützen, die 1986 Michael Bittner erschossen. Seine Leiche bleibt verschollen.


28.11.1997 | Das Landgericht Leipzig verurteilt die an Todesurteilen in den Waldheimer Prozessen beteiligte Richterin Irmgard Jendretzky wegen Rechtsbeugung und Totschlag zu vier Jahren Haft.

Die 108. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten November, Dezember und Januar hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung.

Ausgabe Nr. 108

Historischer Kalenderdienst 5/2022 (HTML-Version)

Vor 100 Jahren

30.12.1922 | Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) wird gegründet.


Vor 90 Jahren

18.11.1932 | Sowjetunion: Der von Molotov diktierte Beschluss des ZK der ukrainischen KP über „Maßnahmen zur Verstärkung der Getreidebeschaffung“ mit den darin vorgesehenen Naturalienstrafen löst in der Folge den Holodomor (Hungerterror) in der Ukraine aus. Millionen Menschen verhungern.


Vor 75 Jahren

02.11.1947 | Polen: Der Chef der oppositionellen Bauernpartei und ehemalige Vizepremier Stanisław Mikołajczyk trifft im Londoner Exil ein.


23.11.1947 Bulgarien: Mit der „Vaterländischen Front“ wird ein Einparteiensystem errichtet.


06.12.1947 Der „1. Deutsche Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden“ tritt auf Initiative der SED zusammen.


19.12.1947 „Polnische Zwangsvereinigung“: Aktionsgemeinschaft der polnischen Sozialistischen Partei mit den Kommunisten gegründet.


Vor 70 Jahren

20.11.1952 | Tschechoslowakei: Beginn des Schauprozesses in Prag gegen führende KP-Mitglieder, darunter Rudolf Slánský, bis 1951 Generalsekretär der tschechoslowakischen KP. Immer wieder wird in der Anklage die „jüdische Abstammung“ der „Verbrecher“ betont.


24.11.1952 | Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, der jüdische Kommunist Hans Straschitz-Schrecker, wird im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozess verhaftet.


27.11.1952 | Tschechoslowakei: In Prag werden nach dem Schauprozess elf Angeklagte, darunter Rudolf Slánský, wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat zum Tode verurteilt und am 3. Dezember hingerichtet.


10.12.1952 | DDR-Handelsminister Karl Hamann wird wegen angeblicher Sabotage an der Versorgung verhaftet und 1954 zu zehn Jahren Haft verurteilt.


21.12.1952 | Der Deutsche Fernsehfunk startet am Geburtstag von Josef Stalin sein öffentliches Versuchsprogramm mit zwei Stunden Sendezeit täglich.


25.12.1952 | Der West-Berliner Polizist Herbert Bauer wird von angetrunkenen sowjetischen Soldaten an der innerstädtischen Grenze in Frohnau erschossen.


04.01.1953 | Das ZK der SED verkündet die Überprüfung aller Parteimitglieder, die vor 1945 in westlichen Staaten emigriert sind.


13.01.1953 | „Ärzteverschwörung“ in der Sowjetunion: Die TASS meldet die Entlarvung einer „terroristischen“ jüdischen Ärztegruppe, die sowjetische Politiker durch falsche Behandlungsmethoden ermordet haben soll.


15.01.1953 | Der bisherige Außenminister der DDR, Georg Dertinger (CDU), wird wegen angeblicher Spionage verhaftet und später zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.


19.01.1953 | Unter dem Eindruck des Slánský-Prozesses in Prag im November 1952 fliehen fünf der acht jüdischen Gemeindevorsteher aus der DDR in die Bundesrepublik.


21.01.1953 | Ost-Berliner Magistrat ordnet die Registrierung aller im Westteil der Stadt arbeitenden und die Schule besuchenden Ost-Berliner an.


23.01.1953 | Die DDR-Behörden schaffen auch an der Grenze zwischen West-Berlin und dem DDR-Gebiet eine ein Kilometer breite Sperrzone, in der alle Geschäfte geschlossen werden müssen.


27.01.1953 | SED-Politbüro beschließt Durchführung von Schauprozessen gegen Mitglieder der evangelischen „Jungen Gemeinde“.


Vor 65 Jahren

01.11.1957 | Erich Mielke wird Minister für Staatssicherheit.


11.12.1957 | Strafrechtsänderungsgesetz der DDR verschärft Bestimmungen über „Republikflucht“ und „Diversion“.


16.12.1957 | Der erste Atomreaktor der DDR wird in Rossendorf bei Dresden zu Forschungszwecken in Betrieb genommen.


18.12.1957 | SED-Politbüro beschließt die Tätigkeit von Studentenpfarrern und Studentengemeinden an den Hochschulen unterbinden zu lassen.


09.01.1958 | Außenhandel der DDR wird per Gesetz zum Staatsmonopol.


14.01.1958 | Politbürobeschluss „Über die Rolle der Partei in der NVA“ – das Politbüro erhält damit mehr Einfluss auf militärische Entscheidungen als das Verteidigungsministerium.


28.01.1958 | Ungarn: Geheimprozess gegen den früheren Ministerpräsidenten Imre Nagy und andere und endet am 16. Juni 1958 mit Todesurteilen.


Vor 60 Jahren

14.12.1962 | In der DDR wird die Handelsorganisation „Intershop“ gegründet. Sie darf nur von Ausländern mit konvertierbaren Währungen genutzt werden.


Vor 55 Jahren

13.11.1967 | Albanien setzt alle Religionsdekrete außer Kraft und deklariert sich zum „ersten atheistischen Staat der Welt“.


05.01.1968 | Tschechoslowakei: Auf dem Januar-Plenum des ZK der Kommunistischen Partei wird Alexander Dubček zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Amt wird von dem des Staatspräsidenten getrennt, das weiterhin Antonín Novotný bekleidet.


08.01.1968 | Sowjetunion: In Moskau beginnt ein Aufsehen erregender Prozess gegen Aleksandr Ginzburg und drei weitere Schriftsteller, denen die Verbreitung von Untergrundliteratur vorgeworfen wird. Im Um- feld finden zahlreiche Proteste statt.


12.01.1968 | Die Volkskammer beschließt das neue Strafgesetzbuch der DDR. Nach § 213 gilt ein ungesetzlicher Grenzübertritt, sogenannte Republikflucht, als Verbrechen und wird mit bis zu acht Jahren Haft bestraft.


30.01.1968 | Polen: In Warschau kommt es nach der letzten, vom Publikum umjubelten Vorstellung von Adam Mickiewicz’ „Die Totenfeier“ zu lautstarken Protesten gegen seine Absetzung. Sie sind Vorboten der Märzunruhen in Polen.


Vor 50 Jahren

08.11.1972 | Egon Bahr und Michael Kohl paraphieren in Bonn den Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR.


19.11.1972 | Bei den vorgezogenen Wahlen zum 7. Deutschen Bundestag wird die SPD mit 45,8 Prozent der Stimmen erstmals stärkste Partei.


21.11.1972 | Die DDR wird als 131. Mitglied in die UNESCO aufgenommen.


22.11.1972 | Alle Staaten Europas – mit Ausnahme Albaniens – sowie die USA und Kanada beginnen in Helsinki Vorgespräche für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).


29.11.1972 | Italiens Außenminister Medici kündigt Anerkennung der DDR nach Unterzeichnung des Grundlagenvertrags an und bezeichnet diesen als Weg zur Normalisierung der Beziehungen zur DDR.


11.12.1972 | Der „Bund jüdischer Verfolgter des Naziregimes“ kündigt Entschädigungsforderungen an die DDR im Zusammenhang mit der bevorstehenden UNO-Aufnahme an.


14.12.1972 | Der Deutsche Bundestag wählt Willy Brandt erneut zum Bundeskanzler.


21.12.1972 | Egon Bahr und Michael Kohl unterzeichnen in Ost-Berlin den Grundlagenvertrag mit dem Ziel „normaler gutnachbarlicher Beziehungen zueinander auf der Grundlage der Gleichberechtigung“.


24.12.1972 | Zum ersten Mal seit dem Passierscheinabkommen von 1965 können West-Berliner an Weihnachten in den Ostteil der Stadt und die DDR reisen. 


25.12.1972 | Die Sowjetunion erlässt ein Gesetz, das den Bürgern die Verbreitung „verleumderischer Informationen“ über die UdSSR gegenüber Ausländern verbietet.


31.01.1973 | Syrien wird zur Demokratischen Sozialistischen Volksrepublik erklärt.


Vor 45 Jahren

05.12.1977 | In der DDR beginnt der Verkauf von Zwei-System-Farbfernsehgeräten, mit dem Westfernsehen erstmals in Farbe gesehen werden kann.


09.12.1977 | Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich verlässt nach Repressalien infolge seiner Kritik an der Biermann-Ausbürgerung die DDR.


27.12.1977  | Angesichts erstmals auftretender akuter Zahlungsschwierigkeiten wird der DDR durch ein japanisches Bankenkonsortium ein Kredit in Höhe von 140 Mio. US-Dollar bewilligt.


02.01.1978 | „Der Spiegel“ veröffentlicht das „Manifest des Bundes Demokratischer Kommunisten“, in dem oppositionelle SED-Mitglieder über den Machtapparat und das Leben von Spitzenfunktionären informieren.


Vor 40 Jahren

10.11.1982 | Sowjetunion: Leonid Breschnew stirbt in Moskau. Sein Nachfolger als Generalsekretär der der KPdSU wird am 12. November der bisherige KGB-Chef Juri W. Andropow.


14.11.1982 | Die Jenaer Friedensgemeinschaft führt mit etwa 80 Personen eine Schweigedemonstration mit Plakaten durch. Eine Wiederholung am 24. Dezember kann nur verhindert werden, in dem die Innenstadt weiträumig abgesperrt wird.


20.11.1982 | Bundesverkehrsminister Dollinger und DDR-Verkehrsminister Arndt geben gemeinsam die Transit-Autobahn Berlin-Hamburg frei.


Vor 35 Jahren

15.11.1987 | Im rumänischen Brașov (Kronstadt) protestieren tausende Menschen gegen die Politik von Nicolae Ceaușescu. Die Revolte wird am Abend niedergeschlagen, rund 300 Menschen werden verhaftet.


24.11.1987 | Der Schriftsteller Christoph Hein fordert auf dem X. Schriftstellerkongress die Abschaffung der Zensur gegen Verlage, Bücher und Autoren in der DDR. Sie sei „überlebt, nutzlos, paradox, menschenfeindlich, volksfeindlich, ungesetzlich und strafbar“.


25.11.1987 | MfS durchsucht in Ost-Berlin die evangelische Zionsgemeinde und beschlagnahmt Material der „Umweltbibliothek“.


18.12.1987 | Die Volkskammer beschließt offiziell die Abschaffung der Todesstrafe in der DDR.


08.01.1988 | 30 Vertreter von Umweltgruppen beschließen in Ost-Berlin die Gründung der „Arche – grün-ökologisches Netzwerk in der Evangelischen Kirche“.


10.01.1988 | Jürgen Sparwasser, Schütze des 1:0 gegen die bundesdeutsche Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1974, setzt sich anlässlich eines Spiels der Altherrenmannschaft des 1. FC Magdeburg in Saarbrücken ab.


17.01.1988 | Rund 150 Mitglieder von Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen auf der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Ost-Berlin verhaftet. Demonstranten hatten das Rosa-Luxemburg-Zitat „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ getragen. 25.01.1988 Schlag gegen die Friedensbewegung: Freya Klier, Bärbel Bohley, Lotte und Wolfgang Templin, Werner Fischer und Ralph Hirsch werden verhaftet.


Vor 30 Jahren

07.11.1992 | Der tschechoslowakische Reformpolitiker Alexander Dubček, Symbolfigur des Prager Frühlings 1968, stirbt an den Folgen eines Autounfalls in Prag.


12.11.1992 | Vor dem Berliner Landgericht beginnt der Prozess gegen den früheren DDR-Staatschef Erich Honecker und fünf Mitangeklagte wegen der Todesschüsse an der Mauer.


19.11.1992 | Die Russische Föderation übernimmt alle Auslandsschulden der ehemaligen Sowjetrepubliken, die im Gegenzug auf ehemals sowjetische Auslandsvermögen verzichten. Die Ukraine trägt die Regelung nicht mit. 


23.11.1992 | Mordanschlag von Mölln: In der schleswig-holsteinischen Kleinstadt kommen drei Türkinnen, darunter ein zehnjähriges und ein 14-jähriges Mädchen, bei einem Brandanschlag rechtsextremer Gewalttäter ums Leben, neun Menschen werden verletzt.


25.11.1992 | Tschechoslowakei: Im dritten Anlauf billigt das Bundesparlament das Gesetz zur Auflösung der ČSFR zum 1. Januar 1993.


02.12.1992 | Der Deutsche Bundestag ratifiziert mit überwältigender Mehrheit den Vertrag von Maastricht über eine Europäische Union.


09.12.1992 | Mit der Verurteilung des Angeklagten im Potsdamer Mauerschützen- Prozess zu sechs Jahren Haft wegen Totschlags wird die bisher härteste Strafe gegen einen ehemaligen DDR-Grenzsoldaten verhängt.


21.12.1992 | Im Prozess um die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 in Plauen werden gegen drei Angeklagte Bewährungsstrafen verhängt. Nach Worten des ehemaligen Bürgermeisters wurde die Manipulation der Ergebnisse „von oben“ gesteuert.


29.12.1992 | Die USA und Russland einigen sich in Genf auf den START II-Vertrag zur weltweiten Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen. Er wird am 3. Januar 1993 in Moskau unterzeichnet.


31.12.1992 | In der Neujahrsnacht hört die Tschechoslowakei nach 74 Jahren auf zu existieren. Aus ihr gehen die Tschechische Republik und die Slowakische Republik hervor.


04.01.1993 | Die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO) im Bundesarchiv nimmt ihre Arbeit auf.


11.01.1993 |Schriftsteller Heiner Müller räumt regelmäßige Kontakte zum MfS ein.


12.01.1993 | Das Berliner Landesverfassungsgericht gibt der Verfassungsbeschwerde des angeklagten Erich Honecker statt und setzt den Todkranken auf freien Fuß. Er fliegt am selben Tag nach Chile.


21.01.1993 | Die Öffentlichkeit erfährt, dass die Schriftstellerin Christa Wolf von 1959 bis 1962 „Gesellschaftlicher Informant“ des MfS war. Ihr selbst gewählter Deckname ist „Margarete“.


Vor 25 Jahren

04.11.1997 | Roger Loewig gestorben. Der Maler thematisierte die deutsche Teilung und den Mauerbau in seinen Bildern und bekam dafür Berufsverbot in der DDR.


27.11.1997 | Bewährungsstrafen gegen zwei Mauerschützen, die 1986 Michael Bittner erschossen. Seine Leiche bleibt verschollen.


28.11.1997 | Das Landgericht Leipzig verurteilt die an Todesurteilen in den Waldheimer Prozessen beteiligte Richterin Irmgard Jendretzky wegen Rechtsbeugung und Totschlag zu vier Jahren Haft.

Ausgaben 2021

Die 97. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Januar/Februar/März hin. Im Erinnerungsjahr 2021 setzt der Kalenderdienst Schwerpunkte auf die Ereignisse und Entwicklungen von 1991, des ersten gemeinsamen Jahres der Deutschen nach der wiedererlangten Einheit, sowie des Jahres des Mauerbaus 1961

Ausgabe Nr. 97

Historischer Kalenderdienst 1/2021 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

26.02.1921 | Kronstädter Matrosenaufstand in Sowjetrussland: Tausende Marineangehörige protestieren in der Nacht zum 27. Februar gegen die Sowjetregierung. Sie fordern die Freilassung Inhaftierter und bessere Versorgung.


18.03.1921 | Sowjetrussland: Der seit Ende Februar andauernde Kronstädter Matrosenaufstand wird von Einheiten der Roten Armee endgültig niedergeschlagen. Es kommt zu Massenerschießungen von über 2.000 Aufständischen.


23.03.1921 | Die KPD zettelt in Mitteldeutschland einen Aufstand an, der von Regierungstruppen bis zum Monatsende niedergeschlagen wird.


Vor 75 Jahren

10.01.1946 | In London tritt zum ersten Mal die Generalversammlung der UNO zusammen.


11.01.1946 | Ausrufung der Volksrepublik Albanien. Die sozialistische Verfassung enthält das Verbot aller nicht kommunistischer Vereinigungen.


14.02.1946 | Der designierte Rektor der Universität Greifswald, Ernst Lohmeyer (CDU), wird in der Nacht vor der Universitätswiedereröffnung von Sowjets verschleppt und am 19.9.1946 hingerichtet.


05.03.1946 | Der ehemalige britische Premier Winston Churchill spricht in einer Rede erstmals von einem „Eisernen Vorhang“, der sich über den europäischen Kontinent gezogen habe.


07.03.1946 | Gründung der FDJ in der SBZ. 31.03.1946 Urabstimmung der SPD in West-Berlin: Die Vereinigung mit der KPD wird abgelehnt.


Vor 70 Jahren

12.01.1951 | Der 18-jährige Oberschüler Hermann Flade wird in einem politischen Prozess in Dresden zum Tode verurteilt. Nach öffentlichen Protesten wird die Strafe in 15 Jahre Gefängnis umgewandelt.


23.01.1951 | In Erfurt werden neun Angeklagte, darunter Direktoren der Raiffeisen-Genossenschaft, wegen „Sabotage“ zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.


01.02.1951 | DDR-Volkspolizisten besetzen den bisher von West-Berlin verwalteten Ortsteil West-Staaken in Spandau und vollziehen damit einen 1945 vereinbarten Gebietsaustausch; Proteste bleiben ohne Erfolg.


21.02.1951 | Erwin Köhler in Moskau erschossen. Der frühere CDU-Politiker und stellvertretende Oberbürgermeister von Potsdam hatte Widerstand gegen die SED-Diktatur geleistet. Seine Ehefrau wird am 10. April hingerichtet.


01.03.1951 | Zentrales sowjetisches Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen an das MfS übergeben.


Vor 65 Jahren

03.01.1956 | Beginn des regulären Sendebetriebs des Deutschen Fernsehfunks.


07.01.1956 | Der erste Botschafter der Bundesrepublik in der Sowjetunion und der erste sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik nehmen ihre Tätigkeiten auf.


15.01.1956 | Walter Ulbricht fordert in seiner Abschlussrede auf dem IV. Schriftstellerkongress der DDR in Ost-Berlin die Durchsetzung des Sozialistischen Realismus in der DDR-Literatur.


18.01.1956 | Die DDR-Volkskammer beschließt das Gesetz zur Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) und des Ministeriums für Nationale Verteidigung.


21.01.1956 | Der oppositionelle „Eisenberger Kreis“ setzt aus Protest gegen den Aufbau der NVA und Militarismus in der DDR einen Schießstand der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Brand.


28.01.1956 | Die Deklaration der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages über „Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ wird in Prag unterzeichnet; die Einheiten der NVA werden in die Streitkräfte des Warschauer Pakts integriert.


04.02.1956 | Als Deutsche Lufthansa (ab 1958 Interflug) nimmt die staatliche Fluggesellschaft der DDR ihren Betrieb auf.


14.02.1956 | Entstalinisierung in der Sowjetunion: In Moskau beginnt der XX. Parteitag der KPdSU, auf dem Nikita Chruschtschow in seiner „Geheimrede“ die Verbrechen Stalins verurteilt.


24.02.1956 | Sowjetunion: In der Nachtsitzung auf den 25. Februar hält Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU seine „Geheimrede“ über die Verbrechen Stalins.


02.03.1956 | Der erste Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Sowjetunion, Wilhelm Haas, trifft zur Aufnahme seiner Tätigkeit in Moskau ein.


04.03.1956 | Walter Ulbricht erklärt im SED-Parteiorgan „Neues Deutschland“, dass Stalin nicht zu den „Klassikern des Marxismus“ gerechnet werden könne und distanziert sich damit vom „Personenkult“ um Stalin.


12.03.1956 | Der polnische KP-Chef Bolesław Bierut stirbt in Moskau. Der Stalinist hatte nach Chruschtschows „Geheimrede“ auf dem XX. Parteitag der KPdSU zweieinhalb Wochen zuvor einen Herzanfall erlitten.


17.03.1956 | Ungarn: Im Budapester Kossuth Klub trifft sich zum ersten Mal der Petőfi-Kreis, ein Zusammenschluss von Schriftstellern und Studenten, der zur Plattform der Opposition wird.


28.03.1956 | Sowjetunion: Das Präsidium des ZK der KPdSU beschließt, Abschriften der der auf dem XX. Parteitag gehaltenen Stalin-kritischen „Geheimrede“ Chruschtschows an die kommunistischen Parteien in anderen Ländern herauszugeben.


Vor 60 Jahren

11.01.1961 | Die DDR-Regierung verbietet den für Juli in Gesamt-Berlin vorgesehenen 10. Deutschen Evangelischen Kirchentag; die Veranstaltungen können nur in West-Berlin stattfinden.


20.01.1961 | USA: Amtsantritt John F. Kennedys als Präsident.


14.02.1961 | Sowjetunion: Der Schriftsteller Wassili Grossman, der in seinen Werken gleichermaßen die stalinistischen wie auch die nationalsozialistischen Verbrechen thematisiert, wird verhaftet.


19.02.1961 | In Ungarn ist die Kollektivierung der Landwirtschaft abgeschlossen.


07.03.1961 | Als erste Co-Produktion zwischen der DDR und der Sowjetunion feiert in Leipzig der Film „Fünf Tage – fünf Nächte“ Premiere.


16.03.1961 | Ulbricht vor dem SED-Zentralkomitee: Mindestens 60 Prozent der DDR-Flüchtlinge sind „durch unsere Fehler … weggetrieben“ worden.


Vor 55 Jahren

28.02.1966 | Die DDR beantragt erstmals die Aufnahme in die UNO. 02.03.1966 Bausoldaten beziehen im „Aufruf an alle Christen“ Stellung gegen die Militarisierung der Gesellschaft.


Vor 50 Jahren

21.01.1971 | In einem Brief an Breschnew fordern 13 von 20 Mitgliedern und -Kandidaten des SED-Politbüros den freiwilligen Rücktritt Walter Ulbrichts.


31.01.1971 | Wiederaufnahme des seit 1952 unterbrochenen Telefonverkehrs zwischen Ost- und West-Berlin. 


Vor 45 Jahren

27.02.1976 | Postleitzeichen „D“ für West- und „DDR“ für Ostdeutschland eingeführt.


Vor 40 Jahren

20.01.1981 | USA: Ronald Reagan wird als 40. Präsident vereidigt.


22.01.1981 Der seit November 1980 in Deutschland lebende Schriftsteller und Germanist Lew Kopelew wird aus der Sowjetunion ausgebürgert.


19.03.1981 | Polen: Die Polizei stürmt das Gebäude des Wojewodschaftsrates von Bydgoszcz und schlägt Delegierte der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarność zusammen.


27.03.1981 | Größter Streik in einem kommunistischen Land: Zehn Millionen Polen legen aus Protest gegen die Verfolgung von Gewerkschaftern und für Reformen die Arbeit nieder.


28.03.1981 | Über 100 Jugendliche besetzen ein Leipziger Abrisshaus und feiern eine „Rockpalastparty“. Die Volkspolizei räumt und nimmt 94 Jugendliche fest; hohe Geldstrafen werden verhängt.


30.03.1981 | Sowjetunion: Studentenproteste in der georgischen Hauptstadt Tiflis gegen die Russifizierungspolitik an den Hochschulen und Schulen.


Vor 35 Jahren

20.01.1986 | MfS bereitet Internierungslisten für den „Spannungsfall“ vor.


24.01.1986 | Gründung der Initiative Frieden und Menschenrechte in der DDR.


11.02.1986 | Letzter Agenten-Austausch an der Glienicker Brücke: Der sowjetische Dissident Anatoli Schtscharanski und drei Westagenten werden gegen fünf Ostblock-Spione ausgetauscht.


25.02.1986 | Sowjetunion: Auf dem XXVII. Parteitag der KPdSU führt Generalsekretär Gorbatschow in seinem Grundsatzreferat erstmals den Begriff „Glasnost“ ein.


28.02.1986 | Auf einem Treffen kirchlicher Basisgruppen in Stendal beschließt die Initiative Frieden und Menschenrechte die Herausgabe der ersten politischen Untergrundzeitschrift, die als „Grenzfall“ erscheint.


07.03.1986 | „DT 64“ , seit 1964 das Jugendprogramm des DDR-Rundfunks, wird ein eigenständiger Sender.


Vor 30 Jahren

01.01.1991 | Die neuen Bundesländer übernehmen das Steuerrecht und große Teile der Sozialgesetzgebung der alten Bundesrepublik.


03.01.1991 | Das bulgarisches Parlament beschließt „Abkommen zum friedlichen Übergang zur Demokratie“ .


07.01.1991 | Zum ersten Mal seit der Abschaffung durch Stalin 1941 ist das Weihnachtsfest in Russland wieder ein arbeitsfreier Feiertag.


11.01.1991 | Das erste Gesamtberliner Abgeordnetenhaus konstituiert sich in der Nikolaikirche. Mit der Übernahme der bisher nur im Westteil geltenden Berliner Verfassung wird auch in Berlin die staatsrechtliche Einheit Deutschlands vollzogen.


13.01.1991 | Sowjetunion: In der litauischen Hauptstadt Vilnius scheitert ein Putsch Moskautreuer Kräfte und sowjetischer Spezialeinheiten. Vierzehn Litauer werden getötet, als sie friedlich gegen den Umsturzversuch protestieren.


17.01.1991 | Helmut Kohl wird vom Deutschen Bundestag mit 378 von 644 abgegebenen Stimmen erneut zum Bundeskanzler gewählt.


20.01.1991 | Sowjetunion: Im Streit um die lettische Unabhängigkeit greifen Eliteeinheiten des sowjetischen Innenministeriums das lettische Innenministerium an. Radio Riga ruft zum Widerstand auf, fünf Menschen kommen bei den folgenden Unruhen ums Leben.


01.02.1991 | In Südafrika kündigt Präsident Frederik Willem de Klerk vor dem Parlament die Abschaffung der Apartheidgesetze an.


09.02.1991 | Die Litauer stimmen in einer Volksabstimmung mit 90,5 Prozent für eine Unabhängigkeit von der Sowjetunion.


13.02.1991 | Die Leipziger Karl-Marx-Universität streicht „Karl Marx“ aus ihrem Namen.


14.02.1991 | Bundesfinanzminister Waigel legt den ersten gesamtdeutschen Bundeshaushalt vor. Rund 80 Milliarden DM werden demnach für die Verkehrswege, den Sozialbereich und die Wirtschaft der neuen Länder ausgegeben.


15.02.1991 | Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei bilden die „Troika von Visegrád“, um untereinander abgestimmt Verhandlungen mit der EU voranzutreiben.


25.02.1991 Die sechs im Warschauer Pakt verbliebenen Staaten (UdSSR, Rumänien, Bulgarien, Polen, ČSFR, Ungarn) beschließen die Auflösung der militärischen Strukturen des Militärbündnisses zum 31. März 1991.


27.02.1991 | Der Vertrag über die Internationale Kommission für den Schutz der Elbe tritt als erster völkerrechtlich verbindender Vertrag des vereinten Deutschlands in Kraft. Ziel ist es, die Elbe, die als größte Kloake Europas gilt, zu reinigen.


28.02.1991 | Mit der Einstellung aller Kampfhandlungen in Kuwait und im Irak um 6 Uhr MEZ endet der Zweite Golfkrieg. Zwei Tage zuvor hatte der Irak mit seinem Truppenabzug aus dem Nachbarland begonnen.


03.03.1991 | Die Esten und Letten sprechen sich in Referenden mit rund 78 bzw. 74 Prozent für die Unabhängigkeit von der Sowjetunion aus. 04.03.1991 Der Oberste Sowjet in Moskau ratifiziert den Zwei-plus-Vier-Vertrag und die Verträge über gutnachbarliche und wirtschaftliche Beziehungen mit der Bundesrepublik.


08.03.1991 | Bundesregierung beschließt „Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost“, das mit rund 24 Milliarden Mark zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West dienen soll. 


13.03.1991 | Erich Honecker wird trotz Haftbefehl der Berliner Staatsanwaltschaft von den Sowjets vom Militärkrankenhaus in Beelitz nach Moskau ausgeflogen.


15.03.1991 | Der Zwei-plus-Vier-Vertrag tritt durch die Übergabe der Ratifikationsurkunde durch den sowjetischen Botschafter Terechow an Bundesaußenminister Genscher in Kraft.


26.03.1991 | Ermittlungen des Bundeskriminalamts bestätigen die Unterstützung von RAF-Terroristen durch das MfS.


31.03.1991 | Die militärischen Strukturen des Warschauer „Vertrags über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ werden annulliert. Zum 1. Juli wird der Warschauer Pakt schließlich gänzlich aufgelöst.


Vor 25 Jahren

22.02.1996 | Der Schriftsteller Erich Loest erhält die Ehrenbürgerwürde der Stadt Leipzig

Die 98. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten März/April/Mai hin. Im Erinnerungsjahr 2021 setzt der Kalenderdienst Schwerpunkte auf die Ereignisse und Entwicklungen von 1991, des ersten gemeinsamen Jahres der Deutschen nach der wiedererlangten Einheit, sowie des Jahres des Mauerbaus 1961.

Ausgabe Nr. 98

Historischer Kalenderdienst 2/2021 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

18.03.1921 | Sowjetrussland: Der seit Ende Februar andauernde Kronstädter Matrosenaufstand wird von Einheiten der Roten Armee endgültig niedergeschlagen. Es kommt zu Massenerschießungen von über 2.000 Aufständischen.


23.03.1921 | Die KPD zettelt in Mitteldeutschland einen Aufstand an, der von Regierungstruppen bis zum Monatsende niedergeschlagen wird.


Vor 75 Jahren

05.03.1946 | Der ehemalige britische Premier Winston Churchill spricht in einer Rede erstmals von einem „Eisernen Vorhang“, der sich über den europäischen Kontinent gezogen habe.


07.03.1946 | Gründung der FDJ in der SBZ.


31.03.1946 | Urabstimmung der SPD in West-Berlin: Die Vereinigung mit der KPD wird abgelehnt.


21.04.1946 | Zwangsvereinigung von KPD und SPD in der Sowjetischen Besatzungszone zur SED.


23.04.1946 | Die erste Ausgabe der SED-Zeitung „Neues Deutschland“ erscheint.


09.05.1946 | Erstes Todesopfer an der innerdeutschen Sektorengrenze: Herbert Günther wird bei Probstzella erschossen.


Vor 70 Jahren

01.03.1951 | Zentrales sowjetisches Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen an das MfS übergeben.


18.04.1951 | Wegen angeblicher Spionage wird der mecklenburgische Grenzpolizist Werner Wendt in Moskau erschossen.


22.04.1951 | Gründung des Nationalen Olympischen Komitees der DDR.


28.04.1951 Herbert Belter in Moskau erschossen. Er engagierte sich im Studentenrat Leipzig und protestierte gegen die Volkskammerwahlen 1950. Wegen Verbindungen nach West-Berlin wurde er zum Tode verurteilt.


Vor 65 Jahren

02.03.1956 | Der erste Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Sowjetunion, Wilhelm Haas, trifft zur Aufnahme seiner Tätigkeit in Moskau ein.


04.03.1956 | Walter Ulbricht erklärt im SED-Parteiorgan „Neues Deutschland“, dass Stalin nicht zu den „Klassikern des Marxismus“ gerechnet werden könne und distanziert sich damit vom „Personenkult“ um Stalin.


12.03.1956 | Der polnische KP-Chef Bolesław Bierut stirbt in Moskau. Der Stalinist hatte nach Chruschtschows „Geheimrede“ auf dem XX. Parteitag der KPdSU zweieinhalb Wochen zuvor einen Herzanfall erlitten.


17.03.1956 | Ungarn: Im Budapester Kossuth Klub trifft sich zum ersten Mal der Petőfi-Kreis, ein Zusammenschluss von Schriftstellern und Studenten, der zur Plattform der Opposition wird.


28.03.1956 | Sowjetunion: Das Präsidium des ZK der KPdSU beschließt, Abschriften der der auf dem XX. Parteitag gehaltenen Stalin-kritischen „Geheimrede“ Chruschtschows an die kommunistischen Parteien in anderen Ländern herauszugeben.


01.04.1956  | In Pullach bei München beginnt der Bundesnachrichtendienst (BND) offiziell seine Arbeit.


05.04.1956 | In Magdeburg wird die Ruine der im Krieg beschädigten Ulrichskirche in der „ersten sozialistischen Straße der Stadt“, der Wilhelm-Pieck-Allee, gesprengt.


06.04.1956 | Polen: Der frühere Generalsekretär der Polnischen Arbeiterpartei (ab 1948 Polnische Vereinigte Arbeiterpartei) Władysław Gomułka, seit 1951 in Haft, wird im Zuge der Entstalinisierung entlassen.


17.04.1956 | Die „Prawda“ gibt die Auflösung des seit 1947 bestehenden „Informationsbüros der kommunistischen und Arbeiterparteien“ (Kominform) bekannt.


26.04.1956 | Die Präsidialkanzlei der DDR gibt die Begnadigung von 88 Gefangenen durch Präsident Wilhelm Pieck bekannt, darunter auch die des ehemaligen Justizministers Max Fechner.


12.05.1956 | Der ungarische Erzbischof József Grősz, der 1951 „als Verschwörer gegen die demokratische Ordnung“ verurteilt worden war, wird aus seinem Hausarrest entlassen.


14.05.1956 | In Ungarn werden alle früheren sozialdemokratischen Parlamentsmitglieder, Minister und auch der frühere Präsident der Republik, Zoltán Tildy, aus der Haft freigelassen. 


Vor 60 Jahren

07.03.1961 | Als erste Co-Produktion zwischen der DDR und der Sowjetunion feiert in Leipzig der Film „Fünf Tage – fünf Nächte“ Premiere.


16.03.1961 | Ulbricht vor dem SED-Zentralkomitee: Mindestens 60 Prozent der DDR-Flüchtlinge sind „durch unsere Fehler … weggetrieben“ worden.


03.04.1961 | In der Bundesrepublik treten erstmals Zivildienstleistende ihren Dienst in sozialen Einrichtungen an.


11.04.1961 | In Jerusalem beginnt der Prozess gegen Adolf Eichmann.


12.04.1961 | Erste Erdumrundung durch einen Menschen in einer Raumkapsel durch den sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin.


20.04.1961 | Kuba: Castro verkündet „totalen Sieg“ über die drei Tage zuvor in der Schweinebucht gelandeten 1.500 von der CIA bewaffneten Exilkubaner. Kennedy erklärt, die USA werden Kuba nicht den Kommunisten überlassen.


22.04.1961 | Auf dem Gelände des 1936 durch die Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslagers Sachsenhausen wird die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen eingeweiht.


05.05.1961 | Der US-amerikanische Astronaut Alan B. Shepard fliegt nach Juri Gagarin als zweiter Mensch ins All.


07.05.1961 | Der Vorsitzende der Exil-CDU, Jakob Kaiser, stirbt im Alter von 73 Jahren. Die Exil-CDU vertritt aus der DDR vertriebene und geflohene CDU-Mitglieder.


31.05.1961 | In Ost-Berlin versieht die Post Briefe erstmalig mit dem Stempelaufdruck „Berlin – Hauptstadt der DDR“.


Vor 55 Jahren

02.03.1966 | Bausoldaten beziehen im „Aufruf an alle Christen“ Stellung gegen die Militarisierung der Gesellschaft.


09.05.1966 | Das erste Kernkraftwerk der DDR wird bei Rheinsberg feierlich in Betrieb genommen. Der Dauerbetrieb beginnt am 11. Oktober.


16.05.1966 | Volksrepublik China: Die „Mitteilung des 16. Mai“ des Politbüros des ZK der chinesischen KP markiert den Beginn der "Großen proletarische Kulturrevolution«. Sie endet erst mit dem Tod Mao Tse-tungs 1976 und fordert ungezählte Opfer.


Vor 50 Jahren

03.05.1971 | Erich Honecker wird Erster Sekretär des ZK der SED und löst damit Walter Ulbricht ab.


20.05.1971 | Gustav Heinemann beendet Besuch in Rumänien – erster Besuch eines Bundespräsidenten in einem kommunistischen Land.


Vor 45 Jahren

23.04.1976 | Der „Palast der Republik“ wird in Ost-Berlin eröffnet.


30.04.1976 | Michael Gartenschläger wird bei seinem Versuch, an der innerdeutschen Grenze Selbstschussgeräte abzubauen, von einem MfS-Kommando erschossen.


13.05.1976 | Sowjetunion: In Moskau wird die Helsinki-Gruppe zur Einhaltung der KSZE-Schlussakte gegründet.


Vor 40 Jahren

19.03.1981 | Polen: Die Polizei stürmt das Gebäude des Wojewodschaftsrates von Bydgoszcz und schlägt Delegierte der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarność zusammen.


27.03.1981 | Größter Streik in einem kommunistischen Land: Zehn Millionen Polen legen aus Protest gegen die Verfolgung von Gewerkschaftern und für Reformen die Arbeit nieder.


28.03.1981 | Über 100 Jugendliche besetzen ein Leipziger Abrisshaus und feiern eine „Rockpalastparty“. Die Volkspolizei räumt und nimmt 94 Jugendliche fest; hohe Geldstrafen werden verhängt.


30.03.1981 | Sowjetunion: Studentenproteste in der georgischen Hauptstadt Tiflis gegen die Russifizierungspolitik an den Hochschulen und Schulen.


01.04.1981 | Gründung des Arbeitsbereiches DDR-Geschichte an der Universität Mannheim auf Initiative von Professor Hermann Weber. 


12.04.1981 | Matthias Domaschk, Mitglied der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte, stirbt unter ungeklärten Umständen in MfS-Haft.


09.05.1981 | Der Dresdner Pfarrer Christoph Wonneberger und andere unterzeichnen einen Aufruf zu einem „Sozialen Friedensdienst“, der eine zivile Möglichkeit der Wehrdienstverweigerung in der DDR schaffen soll.


Vor 35 Jahren

07.03.1986 | „DT 64“ , seit 1964 das Jugendprogramm des DDR-Rundfunks, wird ein eigenständiger Sender.


25.04.1986 | Erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft zwischen Eisenhüttenstadt und Saarlouis.


26.04.1986 | Sowjetunion: Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.


06.05.1986 | Nach zwölf Jahren Verhandlungen wird zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR ein Kulturabkommen unterzeichnet.


Vor 30 Jahren

03.03.1991 | Die Esten und Letten sprechen sich in Referenden mit rund 78 bzw. 74 Prozent für die Unabhängigkeit von der Sowjetunion aus.


04.03.1991 | Der Oberste Sowjet in Moskau ratifiziert den Zwei-plus-Vier-Vertrag und die Verträge über gutnachbarliche und wirtschaftliche Beziehungen mit der Bundesrepublik.


08.03.1991 | Bundesregierung beschließt „Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost“, das mit rund 24 Milliarden Mark zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West dienen soll.


13.03.1991 | Erich Honecker wird trotz Haftbefehl der Berliner Staatsanwaltschaft von den Sowjets vom Militärkrankenhaus in Beelitz nach Moskau ausgeflogen.


15.03.1991 | Der Zwei-plus-Vier-Vertrag tritt durch die Übergabe der Ratifikationsurkunde durch den sowjetischen Botschafter Terechow an Bundesaußenminister Genscher in Kraft.


26.03.1991 | Ermittlungen des Bundeskriminalamts bestätigen die Unterstützung von RAF-Terroristen durch das MfS.


31.03.1991 | Die militärischen Strukturen des Warschauer „Vertrags über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ werden annulliert. Zum 1. Juli wird der Warschauer Pakt schließlich gänzlich aufgelöst.


01.04.1991 | Detlev Karsten Rohwedder, der Präsident der Treuhandanstalt, wird in Düsseldorf ermordet. Die RAF bekennt sich in einem Schreiben.


05.04.1991 | Die Justiz klagt weitere sechs hochrangige Repräsentanten der DDR-Führung wegen Veruntreuung an, darunter den früheren Vorsitzenden der DDR-CDU, Gerald Götting.


08.04.1991 | Am ersten Tag der Visafreiheit besuchen rund 50.000 Polen Deutschland. Während sie in Görlitz mit Blumen begrüßt werden, kommt es in Frankfurt/Oder zu Krawallen und Blockaden rechtsradikaler Jugendlicher.


09.04.1991 | Georgien erklärt seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion, nachdem bei einem Referendum am 1. April rund 99 Prozent der Stimmberechtigten für diesen Schritt votiert hatten.


10.04.1991 | Im Automobilwerk Eisenach rollt der letzte Wartburg vom Band. Der Pkw wird von den Arbeitern mit einem Trauerflor versehen.


13.04.1991 | Zur neuen Präsidentin der Treuhandanstalt in Berlin wird Birgit Breuel gewählt.


15.04.1991 | Albanien: Das am 31. März frei gewählte Parlament konstituiert sich und beschließt, die bisherige „Volksrepublik“ in „Republik Albanien“ umzubenennen.


18.04.1991 | Die Berliner Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass die Stasi den Bombenanschlag ausländischer Terroristen auf das Kulturzentrum „Maison de France“ in West-Berlin 1983 unterstützt hat.


20.04.1991 | Das 1954 gegründete „Kuratorium unteilbares Deutschland, Volksbewegung für die Wiedervereinigung“ löst sich auf.


23.04.1991 | Das Bundesverfassungsgericht erklärt die im Einigungsvertrag erfolgte Anerkennung der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone für verfassungsgemäß. Opfer haben keinen Anspruch auf Rückgabe ihres ehemaligen Besitzes.


30.04.1991 | Der letzte Trabant rollt in Zwickau vom Band; die Interflug stellt ihren Betrieb ein.


03.05.1991 | In der Deklaration von Windhoek der UNESCO wird die Pressefreiheit als „Eckstein für Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung“ bezeichnet und gefordert.


06.05.1991 | Der deutsch-sowjetische Truppenstationierungs- und Abzugsvertrag tritt in Kraft. Bislang haben 30.000 von 380.000 Soldaten der Sowjetarmee Deutschland verlassen.


09.05.1991 | Der tschechoslowakische Bürgerrechtler und Staatspräsident Václav Havel wird in Aachen mit dem internationalen Karlspreis ausgezeichnet.


14.05.1991 | Der Bundestag beschließt das Solidaritätsgesetz. Der Solidaritätszuschlag wird zunächst befristet auf ein Jahr eingeführt zur Finanzierung verschiedener Mehrbelastungen wie den Kosten der deutschen Einheit, aber auch dem Konflikt am Persischen Golf.


19.05.1991 | Jugoslawien: In einem Referendum sprechen sich rund 94 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit Kroatiens aus. Die serbische Minderheit boykottiert die Abstimmung.


20.05.1991 | Das sowjetische Parlament verabschiedet ein Gesetz über die Aus- und Einreise in die UdSSR. Sowjetische Bürger sollen ab Januar 1993 frei ins Ausland reisen dürfen.


21.05.1991 | Der ehemalige DDR-Ministerpräsident Willi Stoph und der frühere Verteidigungsminister Heinz Keßler kommen wegen ihrer Mitverantwortung für den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze in Haft.


28.05.1991 | Tschechoslowakei: Die letzte sowjetische Militäreinheit verlässt das Land. Damit ist der Abzug der 1968 zur Niederschlagung des „Prager Frühlings“ einmarschierten Truppen praktisch abgeschlossen.


30.05.1991 | Der Staatsvertrag über den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) als gemeinsame öffentlich-rechtliche Anstalt Sachsens, Sachen-Anhalts und Thüringens wird unterzeichnet.

Vor 15 Jahren

15.05.2006 | Die „Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes Aufarbeitung der SED-Diktatur“ unter dem Vorsitz von Martin Sabrow legt in Berlin ihre Empfehlungen vor.

Die 99. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Mai/Juni/Juli hin. Im Erinnerungsjahr 2021 setzt der Kalenderdienst Schwerpunkte auf die Ereignisse und Entwicklungen von 1991, des ersten gemeinsamen Jahres der Deutschen nach der wiedererlangten Einheit, sowie des Jahres des Mauerbaus 1961.

Ausgabe Nr. 99

Vor 85 Jahren

17.07.1936 | Spanien: Mit einem Militärputsch der nationalen Rechten unter General Francisco Franco in Spanisch-Marokko beginnt der bis 1939 dauernde Spanische Bürgerkrieg.


Vor 80 Jahren

14.06.1941 | In Lettland werden in einer Deportationswelle rund 16.000 Menschen durch den sowjetischen NKWD in Gulags vor allem in Sibirien deportiert.


22.06.1941 „Unternehmen Barbarossa“ beginnt: Das nationalsozialistische Deutschland überfällt die Sowjetunion.


Vor 75 Jahren

09.05.1946 | Erstes Todesopfer an der innerdeutschen Sektorengrenze: Herbert Günther wird bei Probstzella erschossen.


30.06.1946 | Sowjetische Militäradministration in Deutschland sperrt die Demarkationslinie zu den anderen Besatzungszonen; Beginn verschärfter Grenzkontrollen.


30.06.1946 | Ein Volksentscheid in Sachsen bestätigt die entschädigungslosen Enteignungen, welche die Sowjetische Militäradministration bereits seit Sommer 1945 durchführt.


13.07.1946 | Der Sozialdemokrat Willi Jesse wird als erster höherer SED-Funktionär wegen seiner Kritik an der Zwangsvereinigung von KPD und SPD verhaftet.


Vor 70 Jahren

16.06.1951 | In Potsdam wird die „Schule des Ministeriums für Staatssicherheit“ eröffnet (ab November 1955 „Hochschule“).


26.06.1951 | Bundesregierung verbietet Tätigkeit der SED-Jugendorganisation FDJ in der Bundesrepublik.


24.07.1951 | Arno Esch wird in Moskau erschossen. Er wurde 1949 als Mitglied einer Hochschulwiderstandsgruppe und Liberaldemokrat in Rostock vom NKWD verhaftet und 1950 zum Tode verurteilt.


Vor 65 Jahren

12.05.1956 | Der ungarische Erzbischof József Grősz, der 1951 „als Verschwörer gegen die demokratische Ordnung“ verurteilt worden war, wird aus seinem Hausarrest entlassen.


14.05.1956 | In Ungarn werden alle früheren sozialdemokratischen Parlamentsmitglieder, Minister und auch der frühere Präsident der Republik, Zoltán Tildy, aus der Haft freigelassen.


04.06.1956 | Das US-Außenministerium veröffentlicht den Wortlaut von Chruschtschows „Geheimrede“ auf dem XX. Parteitag der KPdSU. Am Tag darauf erscheint er in der „New York Times“.


19.06.1956 | Der jugoslawische Staatschef Tito spricht sich in seiner Rede im Moskauer Dynamo-Stadion für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern aus.


27.06.1956 | Ungarn: Mehr als 7.000 Menschen nehmen in Budapest an einer Diskussion des ungarischen „Petőfi-Kreises“ über die Pressefreiheit teil. Erstmals wird die Parteiführung von einer breiten Öffentlichkeit kritisiert.


28.06.1956 | Polen: Ein Arbeiterstreik in den Stalin-Werken in Poznań weitet sich zu einer großen Protestkundgebung gegen das kommunistische Regime aus. Der Aufstand wird schließlich vom Militär niedergeschlagen, 57 Todesopfer und etwa 250 Verletzte sind zu beklagen.


05.07.1956 | Tschechoslowakei: In der Literaturzeitschrift „Literarni Noviny“ kündigt Bildungsminister František Kahuda weitere „Säuberungen“ der Universitäten von „reaktionären Elementen“ an.


07.07.1956 | Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein Gesetz, das die Bundeswehr zu einer Wehrpflichtarmee erklärt. Neben dem Wehrdienst wird ein ziviler Ersatzdienst für Kriegsdienstverweigerer eingerichtet.


18.07.1956 | Entstalinisierung in Ungarn: Der Erste Sekretär des ZK der KP, Mátyás Rákosi, tritt zurück und gibt zu, „für die schweren Fehler des Persönlichkeitskultes und die Verletzung sozialistischer Gesetze verantwortlich“ zu sein. Nachfolger wird Ernő Gerő.


Vor 60 Jahren

05.05.1961 | Der US-amerikanische Astronaut Alan B. Shepard fliegt nach Juri Gagarin als zweiter Mensch ins All.


07.05.1961 | Der Vorsitzende der Exil-CDU, Jakob Kaiser, stirbt im Alter von 73 Jahren. Die Exil-CDU vertritt aus der DDR vertriebene und geflohene CDU-Mitglieder.


31.05.1961 | In Ost-Berlin versieht die Post Briefe erstmalig mit dem Stempelaufdruck „Berlin – Hauptstadt der DDR“.


04.06.1961 | Gipfeltreffen in Wien: Chruschtschow fordert von Kennedy die „Entmilitarisierung und Neutralität“ West-Berlins und löst dadurch die „Berlin-Krise“ aus.


08.06.1961 | Die Sowjetunion protestiert gegen die Abhaltung von Sitzungen des Bundestages und der Bundesregierung in West-Berlin.


10.06.1961 | Berlin-Memorandum Chruschtschows: Die „Prawda“ veröffentlicht Chruschtschows ultimative Forderungen nach einem Friedensvertrag mit Deutschland und der Umwandlung West-Berlins in eine „Freie Stadt“.


15.06.1961 | Walter Ulbricht erklärt auf einer internationalen Pressekonferenz: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“


16.06.1961 | In West-Berlin entführt das MfS den Journalisten und früheren SED-Funktionär Heinz Brandt. Er wird später zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt.


19.06.1961 | Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt weist die sowjetische Pläne zur Umwandlung West-Berlins in eine „Freie Stadt“ zurück. Nie dürfe Berlin zur „vogelfreien“ Stadt werden, so Brandt.


23.06.1961 | Katastrophale Lage der DDR-Landwirtschaft nach der Zwangskollektivierung: SED ruft Landbevölkerung dazu auf, die Rückstände bei den Feldarbeiten aufzuholen.


03.07.1961 | SED-Politbüro strukturiert die Wirtschaftslenkung neu: Die Staatliche Plankommission wird um den Volkswirtschaftsrat ergänzt.


09.07.1961 | „Neues Deutschland“ verkündet das offizielle Verbot des bevorstehenden gesamtdeutschen Evangelischen Kirchentags für Ost-Berlin.


19.07.1961 | „Neues Deutschland“ bezeichnet DDR-Flüchtlinge erstmals als „Verräter“. Zuvor galten sie als „Opfer der Abwerbung“.


25.07.1961 | Kennedy formuliert die „Three Essentials“ für West-Berlin: Anwesenheit westallierter Truppen, ungehinderter Zugang zur Stadt und politische Selbstbestimmung der West-Berliner.


Vor 55 Jahren

09.05.1966 | Das erste Kernkraftwerk der DDR wird bei Rheinsberg feierlich in Betrieb genommen. Der Dauerbetrieb beginnt am 11. Oktober.


16.05.1966 | China: Die „Mitteilung des 16. Mai“ des Politbüros des ZK der chinesischen KP markiert den Beginn der „Großen proletarische Kulturrevolution“. Sie endet erst mit dem Tod Mao Tse-tungs 1976 und fordert ungezählte Opfer.


06.07.1966 | „Neues Deutschland“ kritisiert den Kinofilm „Spur der Steine“ (Regie Frank Beyer) wegen eines angeblich verzerrten Bildes der sozialistischen Wirklichkeit. Der Film wird kurze Zeit später verboten.


Vor 50 Jahren

03.05.1971 | Erich Honecker wird Erster Sekretär des ZK der SED und löst damit Walter Ulbricht ab.


20.05.1971 | Gustav Heinemann beendet Besuch in Rumänien – erster Besuch eines Bundespräsidenten in einem kommunistischen Land.


01.07.1971 | Für Post nach West-Berlin und die Bundesrepublik Deutschland muss aus der DDR Auslandsporto gezahlt werden.


24.07.1971 | Nach zwei Jahren Training schwimmt der Rostocker Peter Döbler 48 Kilometer in 24 Stunden von Kühlungsborn nach Fehmarn über die Ostsee und flüchtet so in den Westen.


Vor 45 Jahren

13.05.1976 | Sowjetunion: In Moskau wird die Helsinki-Gruppe zur Einhaltung der KSZE-Schlussakte gegründet.


29.06.1976 | Die kommunistischen Parteien Frankreichs, Italiens und Spaniens sprechen sich auf der zweitägigen „Konferenz der Kommunistischen und Arbeiterparteien Europas“ in Ost-Berlin für bürgerliche Demokratie und gegen die Diktatur des Proletariats aus.


10.07.1976 | 33 Bürger aus Riesa fordern in einer Petition von Honecker die Achtung der Menschenrechte. Mehrere Unterzeichner werden in der Folge wegen „staatsfeindlicher Hetze“ und „staatsfeindlichen Verbindungen“ zu Haftstrafen verurteilt.


Vor 40 Jahren

09.05.1981 | Der Dresdner Pfarrer Christoph Wonneberger und andere unterzeichnen einen Aufruf zu einem „Sozialen Friedensdienst“, der eine zivile Möglichkeit der Wehrdienstverweigerung in der DDR schaffen soll.


26.06.1981 | Letztes Todesurteil in der DDR gegen MfS-Hauptmann Werner Teske wegen Fluchtvorbereitung in den Westen vollstreckt.


Vor 35 Jahren

06.05.1986 | Nach zwölf Jahren Verhandlungen wird zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR ein Kulturabkommen unterzeichnet.


29.06.1986 | Erste Ausgabe der Untergrundzeitschrift „Grenzfall“ der „Initiative Frieden und Menschenrechte“ erscheint.


12.07.1986 | Ein Open-Air-Frühstück der „Jungen Gemeinde“ Jena endet mit zahlreichen Verhaftungen.


Vor 30 Jahren

03.05.1991 | In der Deklaration von Windhoek der UNESCO wird die Pressefreiheit als „Eckstein für Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung“ bezeichnet und gefordert.


06.05.1991 | Der deutsch-sowjetische Truppenstationierungs- und Abzugsvertrag tritt in Kraft. Bislang haben 30.000 von 380.000 Soldaten der Sowjetarmee Deutschland verlassen.


09.05.1991 | Der tschechoslowakische Bürgerrechtler und Staatspräsident Václav Havel wird in Aachen mit dem internationalen Karlspreis ausgezeichnet.


14.05.1991 | Der Bundestag beschließt das Solidaritätsgesetz. Der Solidaritätszuschlag wird zunächst befristet auf ein Jahr eingeführt zur Finanzierung verschiedener Mehrbelastungen wie den Kosten der deutschen Einheit, aber auch dem Konflikt am Persischen Golf.


19.05.1991 | Jugoslawien: In einem Referendum sprechen sich rund 94 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit Kroatiens aus. Die serbische Minderheit boykottiert die Abstimmung.

20.05.1991 | Das sowjetische Parlament verabschiedet ein Gesetz über die Aus- und Einreise in die UdSSR. Sowjetische Bürger sollen ab Januar 1993 frei ins Ausland reisen dürfen.


21.05.1991 | Der ehemalige DDR-Ministerpräsident Willi Stoph und der frühere Verteidigungsminister Heinz Keßler kommen wegen ihrer Mitverantwortung für den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze in Haft.


28.05.1991 | Tschechoslowakei: Die letzte sowjetische Militäreinheit verlässt das Land. Damit ist der Abzug der 1968 zur Niederschlagung des „Prager Frühlings“ einmarschierten Truppen praktisch abgeschlossen.


30.05.1991 | Der Staatsvertrag über den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) als gemeinsame öffentlich-rechtliche Anstalt Sachsens, Sachen-Anhalts und Thüringens wird unterzeichnet.


01.06.1991 | Polen: Papst Johannes Paul II. wird bei der Ankunft zu seinem ersten Besuch im nichtkommunistischen Polen von Präsident Lech Wałęsa begrüßt. Ohne den Papst hätte es keinen Sieg der Freiheit gegeben, so Wałęsa.


02.06.1991 | Wiedereröffnung des seit 1953 geschlossenen Eisenbahn-Übergangs Bayerisch-Eisenstein/Železná Ruda an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze.


04.06.1991 | Die Treuhand gibt bekannt, dass Ende Juni die restlichen rund 2.700 Geschäfte und Gaststätten der ehemaligen DDR-Handelsorganisation (HO) geschlossen werden müssen. 16.000 Einrichtungen erhielten hingegen neue Besitzer.


06.06.1991 | Der ehemalige FDGB-Vorsitzende Harry Tisch wird vom Landgericht Berlin wegen Veruntreuung von Gewerkschaftsgeldern zu 18 Monaten Haft verurteilt. Die Haft wird unter Anrechnung der Untersuchungshaft ausgesetzt.


11.06.1991 | Die einstige LDPD-Tageszeitung „Der Morgen“, seit Juli 1990 in Besitz des Springer-Verlags, erscheint zum letzten Mal. Der Verlag sieht keine wirtschaftliche Zukunft mehr für das Blatt.


12.06.1991 Sowjetunion: Bei den ersten russischen Präsidentschaftswahlen wird der Reformer Boris Jelzin zum Präsidenten der sowjetischen Teilrepublik gewählt.


17.06.1991 | Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag wird in Bonn unterzeichnet.


19.06.1991 | Albanien wird als 35. und letztes Land in die KSZE aufgenommen. Albanien war 1975 der einzige europäische Staat, der nicht die KSZE-Schlussakte von Helsinki unterzeichnete.


20.06.1991 | Historische Entscheidung: Der Deutsche Bundestag beschließt nach monatelanger öffentlicher Debatte die Verlegung des Parlaments und der Regierung von Bonn nach Berlin.


25.06.1991 | Jugoslawien: Fast zeitgleich rufen Kroatien und Slowenien ihre Unabhängigkeit aus.


26.06.1991 | Jugoslawien: Einheiten der Volksarmee greifen in Slowenien ein, um die Unabhängigkeit zu verhindern; Beginn des „10-Tage-Kriegs“. In Kroatien kommt es zu erneuten blutigen Zusammenstößen.


28.06.1991 | Der 1949 gegründete Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) der sozialistischen Staaten wird auf der 49. Konferenz der Mitgliedsstaaten in Budapest aufgelöst.


01.07.1991 | Nach 36-jähriger Existenz wird der Warschauer Pakt aufgelöst. Bereits zum 31. März 1991 waren die militärischen Strukturen annulliert worden.


07.07.1991 | „Brioni-Deklaration“: Slowenien und Kroatien verpflichten sich, ihre am 25. Juni 1991 erklärte Unabhängigkeit für drei Monate auszusetzen, um mit der jugoslawischen Zentralregierung zu verhandeln.


12.07.1991 | Die bulgarische Nationalversammlung nimmt die neue Verfassung an. Sie definiert das Land als eine einheitliche demokratische, rechtsstaatliche und parlamentarische Republik.


18.07.1991 | Sachsen schließt als erstes der neuen Bundesländer die Überprüfung der DDR-Richter und -Staatsanwälte ab. Nach Einzelfallprüfungen dürfen nur 340 von 660 Juristen ihr Amt weiterführen.


19.07.1991 Die im Einigungsvertrag geregelte Verwaltung des Vermögens der SED-Nachfolgepartei PDS durch die Treuhandanstalt ist rechtmäßig, urteilt das Bundesverfassungsgericht.


22.07.1991 Rumänien: Der frühere Chef der Geheimpolizei Securitate, General Julian Vlad, wird nach neunmonatigem Prozess wegen „Völkermords“ an Ceaușescu-Gegnern zu neun Jahren Haft verurteilt.


25.07.1991 | Die Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den DDR-Wirtschaftschef und SED-Spitzenfunktionär Günter Mittag u.a. wegen Anstiftung zur Untreue.


30.07.1991 | Das Berliner Kammergericht entscheidet, dass DDR-Grenzsoldaten bei Schüssen auf Flüchtende grundsätzlich nicht „gerechtfertigt oder entschuldigt“ waren und sich für ihre Taten verantworten müssen.


31.07.1991 | US-Präsident Bush und sein sowjetischer Amtskollege Gorbatschow unterzeichnen in Moskau nach jahrelangen Verhandlungen den START-Abrüstungsvertrag zur gemeinsamen allmählichen Reduzierung strategischer Trägersysteme für Nuklearwaffen.


Vor 25 Jahren

17.06.1996 | Das „Bürgerbüro e.V.“ zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur wird in Berlin gegründet.


Vor 15 Jahren

15.05.2006 | Die „Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes Aufarbeitung der SED-Diktatur“ unter dem Vorsitz von Martin Sabrow legt in Berlin ihre Empfehlungen vor.

Die 100. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Juli/August/September hin. Im Erinnerungsjahr 2021 setzt der Kalenderdienst Schwerpunkte auf die Ereignisse und Entwicklungen von 1991, des ersten gemeinsamen Jahres der Deutschen nach der wiedererlangten Einheit, sowie des Jahres des Mauerbaus 1961.

Ausgabe Nr. 100

Vor 90 Jahren

09.08.1931 | Der vom reaktionären Stahlhelmverband initiierte und von der NSDAP und der KPD unterstützte Volksentscheid zur Auflösung des preußischen Landtags und Absetzung der sozialdemokratisch dominierten Regierung scheitert.


Vor 85 Jahren

17.07.1936 | Spanien: Mit einem Militärputsch der nationalen Rechten unter General Francisco Franco in Spanisch-Marokko beginnt der bis 1939 dauernde Spanische Bürgerkrieg.


Vor 80 Jahren

28.08.1941 Sowjetunion: Nach dem deutschen Überfall verfügt das Präsidium des Obersten Sowjets, alle Russlanddeutschen aus den Wolgagebieten unverzüglich zu deportieren.


Vor 75 Jahren

13.07.1946 | Der Sozialdemokrat Willi Jesse wird als erster höherer SED-Funktionär wegen seiner Kritik an der Zwangsvereinigung von KPD und SPD verhaftet.


15.09.1946 | Bulgarien wird zur sozialistischen Volksrepublik erklärt.


30.09.1946 | Vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg werden die Urteile gegen Nazi- und Kriegsverbrecher gefällt. Elf Todesurteile werden verhängt.


Vor 70 Jahren

24.07.1951 Arno Esch wird in Moskau erschossen. Er wurde 1949 als Mitglied einer Hochschulwiderstandsgruppe und Liberaldemokrat in Rostock vom NKWD verhaftet und 1950 zum Tode verurteilt.


03.08.1951 Erstes Stalin-Denkmal in der DDR an der Stalin-Allee in Ost-Berlin aufgestellt.


31.08.1951 In der DDR wird die Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten eingerichtet. Es wird eine „realistische Kunst“ gefordert, von den Künstlern wird „Parteinahme“ für das Volk und die Arbeit verlangt.


05.09.1951 | DDR-Justizminister Max Fechner verbietet die Bezeichnung „politische Häftlinge“, weil es „kriminelle Verbrecher“ seien.


17.09.1951 | Rumänien: „Spione des Vatikans“-Schauprozess gegen Angehörige der katholischen Kirche endet mit hohen Freiheitsstrafen.


Vor 65 Jahren

05.07.1956 | Tschechoslowakei: In der Literaturzeitschrift „Literarni Noviny“ kündigt Bildungsminister František Kahuda weitere „Säuberungen“ der Universitäten von „reaktionären Elementen“ an.

07.07.1956 | Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein Gesetz, das die Bundeswehr zu einer Wehrpflichtarmee erklärt. Neben dem Wehrdienst wird ein ziviler Ersatzdienst für Kriegsdienstverweigerer eingerichtet.

18.07.1956 | Entstalinisierung in Ungarn: Der Erste Sekretär des ZK der KP, Mátyás Rákosi, tritt zurück und gibt zu, „für die schweren Fehler des Persönlichkeitskultes und die Verletzung sozialistischer Gesetze verantwortlich“ zu sein. Nachfolger wird Ernő Gerő.


05.08.1956 | Polen: Arbeiterräte erwirken die vollständige Rehabilitierung des früheren KP-Parteichefs Gomułka, der 1948 von den Stalinisten in der polnischen KP gestürzt und 1951 verhaftet worden war.


14.08.1956 | Der Schriftsteller und Dramatiker Bertolt Brecht stirbt in Ost-Berlin.


17.08.1956 | Das Bundesverfassungsgericht erklärt die KPD für verfassungswidrig und verbietet die Partei.


25.08.1956 | „Neues Deutschland“ kritisiert scharf einen Artikel des Physikers Robert Havemann, den dieser im Juli unter der Überschrift „Meinungsstreit fördert die Wissenschaften“ veröffentlicht hatte.


14.09.1956 | In Karl-Marx-Stadt beginnt der 1. Kongress der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), auf dem das Statut der GST sowie ihre Aufgaben und Ziele beschlossen werden.


17.09.1956 Der ungarische Schriftstellerverband bekundet Imre Nagy, der als reformorientierter Ministerpräsident im April 1955 abgesetzt und entmachtet wurde, seine Unterstützung.


27.09.1956 Polen: Die ersten Prozesse gegen Beteiligte am Posener Aufstand vom Juni 1956 beginnen. Die Verfahren werden wenige Wochen später im Zuge der „Polnischer Oktober“ genannten Reformpolitik unter Władysław Gomułka eingestellt.

Vor 60 Jahren

03.07.1961 | SED-Politbüro strukturiert die Wirtschaftslenkung neu: Die Staatliche Plankommission wird um den Volkswirtschaftsrat ergänzt.


09.07.1961 | „Neues Deutschland“ verkündet das offizielle Verbot des bevorstehenden gesamtdeutschen Evangelischen Kirchentags für Ost-Berlin.


19.07.1961 | „Neues Deutschland“ bezeichnet DDR-Flüchtlinge erstmals als „Verräter“. Zuvor galten sie als „Opfer der Abwerbung“.


25.07.1961 | Kennedy formuliert die „Three Essentials“ für West-Berlin: Anwesenheit westallierter Truppen, ungehinderter Zugang zur Stadt und politische Selbstbestimmung der West-Berliner.


01.08.1961 | Chruschtschow und Ulbricht beraten über die Auswirkungen des anhaltenden DDR-Flüchtlingsstroms und einigen sich auf die Einleitung konkreter Maßnahmen.


05.08.1961 | Chruschtschow stimmt gegenüber Ulbricht dem Bau einer Mauer in Berlin zu.


07.08.1961 | Das SED-Politbüro beschließt die Schließung der Berliner Sektorengrenze in der Nacht auf den 13. August.


12.08.1961 | Neuer Höchstwert: Das Flüchtlingslager Berlin-Marienfelde registriert rund 2.400 DDR-Flüchtlinge in 24 Stunden.


13.08.1961 | Der Mauerbau beginnt. Über Nacht werden die Grenzen zu West-Berlin abgeriegelt.


15.08.1961 | An der Bernauer Straße springt der 19-jährige DDR-Grenzsoldat Conrad Schumann über Stacheldraht in den Westen. Das Foto geht um die Welt. 


16.08.1961 | Vor dem Schöneberger Rathaus fordern 250.000 West-Berliner Maßnahmen der Westmächte gegen die Mauer.


17.08.1961 | In einer gemeinsamen Note protestieren die Westmächte gegen die Verletzung des Viermächtestatus in Berlin durch den Mauerbau.


19.08.1961 | US-Vizepräsident Johnson und der ehemalige US-Militärgouverneur und „Luftbrückenheld“ Lucius D. Clay besuchen West-Berlin und bekräftigen die Sicherheitsgarantien der USA.


20.08.1961 | Am Checkpoint Charlie stehen sich erstmals sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber.


21.08.1961 | In Ost-Berlin beginnen die Zwangsräumungen von Wohnungen an der Sektorengrenze zu West-Berlin.


22.08.1961 | An der Bernauer Straße in Ost-Berlin springt Ida Sieckmann aus ihrer Wohnung im 3. Stock, ohne dass ein Sprungtuch gespannt ist, und stirbt an den Verletzungen. Sie gilt als das erste bekannte Todesopfer an der Berliner Mauer.


23.08.1961 | Der SPD-Landesverband löst die Kreisverbände in Ost-Berlin auf, nachdem deren Büros zuvor von Betriebskampfgruppen besetzt worden waren.


24.08.1961 | Der 24-jährige Günter Litfin bei Fluchtversuch im Berliner Humboldthafen getötet. Er ist das erste Maueropfer, das durch Schüsse ums Leben kommt.


29.08.1961 | FDJ-Zentralrat beschließt die Aktion „Ochsenkopf – Blitz kontra NATO-Sender“ zur Unterbindung des Fernsehempfangs westlicher Sender in der DDR für den 5.-9. September.


01.09.1961 | Die Sowjets beginnen in Kasachstan eine Atomwaffentestserie. Drei Jahre hatten beide Supermächte auf Atomversuche verzichtet.


04.09.1961 | Laut DDR-Volkspolizei sind in den ersten drei Wochen nach der Grenzabriegelung 6.041 Menschen wegen kritischer Äußerungen gegen den Mauerbau verhaftet worden.


05.09.1961 | Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, macht den Bundesländern den Vorschlag, die Verbrechen der SED gemeinsam zu verfolgen. Daraus entsteht später die Zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter.


07.09.1961 | Die „Hauptstadt der DDR“, Ost-Berlin, wird zum 15. Bezirk der DDR erklärt.


15.09.1961 | Die Deutsche Grenzpolizei wird dem DDR-Verteidigungsministerium unterstellt und das Kommando der Grenztruppen geschaffen.


22.09.1961 | Der Leipziger Philosoph Ernst Bloch kehrt nach einer Reise in die Bundesrepublik nicht mehr in die DDR zurück.


Vor 55 Jahren

06.07.1966 | „Neues Deutschland“ kritisiert den Kinofilm „Spur der Steine“ (Regie Frank Beyer) wegen eines angeblich verzerrten Bildes der sozialistischen Wirklichkeit. Der Film wird kurze Zeit später verboten.


Vor 50 Jahren

01.07.1971 | Für Post nach West-Berlin und die Bundesrepublik Deutschland muss aus der DDR Auslandsporto gezahlt werden.


24.07.1971 | Nach zwei Jahren Training schwimmt der Rostocker Peter Döbler 48 Kilometer in 24 Stunden von Kühlungsborn nach Fehmarn über die Ostsee und flüchtet so in den Westen.


12.08.1971 | Sprengung der Rostocker Christuskirche.


03.09.1971 Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet.


Vor 45 Jahren

10.07.1976 | 33 Bürger aus Riesa fordern in einer Petition von Honecker die Achtung der Menschenrechte. Mehrere Unterzeichner werden in der Folge wegen „staatsfeindlicher Hetze“ und „staatsfeindlichen Verbindungen“ zu Haftstrafen verurteilt.


05.08.1976 | DDR-Grenzpolizisten erschießen den italienischen Lkw-Fahrer Benito Corghi bei der Kontrolle am Grenzübergang Hirschberg.


18.08.1976 | Pfarrer Oskar Brüsewitz verbrennt sich in Zeitz aus Protest gegen die Kirchenfeindlichkeit der DDR.


09.09.1976 | China: Mao Tse-tung stirbt in Peking.


23.09.1976 | Polen: Erster Aufruf des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR) unterstützt verfolgte streikende Arbeiter.


Vor 40 Jahren

17.08.1981 | Das MfS erstellt Konzept zur Infiltrierung der westdeutschen Friedensbewegung („Konzept für aktive Maßnahmen zur Förderung der Friedensbewegung in der BRD“).


19.09.1981 | Der Arbeitskreis „Friedensdienst“ beginnt mit der Gestaltung der montäglichen Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche.


Vor 35 Jahren

12.07.1986 | Ein Open-Air-Frühstück der „Jungen Gemeinde“ Jena endet mit zahlreichen Verhaftungen.


02.09.1986 | Die unabhängige „Umweltbibliothek“ wird in Ost-Berlin unter dem Dach der Zionsgemeinde eröffnet.


Vor 30 Jahren

01.07.1991 | Nach 36-jähriger Existenz wird der Warschauer Pakt aufgelöst. Bereits zum 31. März 1991 waren die militärischen Strukturen annulliert worden.

07.07.1991 | „Brioni-Deklaration“: Slowenien und Kroatien verpflichten sich, ihre am 25. Juni 1991 erklärte Unabhängigkeit für drei Monate auszusetzen, um mit der jugoslawischen Zentralregierung zu verhandeln.


12.07.1991 | Die bulgarische Nationalversammlung nimmt die neue Verfassung an. Sie definiert das Land als eine einheitliche demokratische, rechtsstaatliche und parlamentarische Republik.


18.07.1991 | Sachsen schließt als erstes der neuen Bundesländer die Überprüfung der DDR-Richter und - Staatsanwälte ab. Nach Einzelfallprüfungen dürfen nur 340 von 660 Juristen ihr Amt weiterführen.


19.07.1991 | Die im Einigungsvertrag geregelte Verwaltung des Vermögens der SED-Nachfolgepartei PDS durch die Treuhandanstalt ist rechtmäßig, urteilt das Bundesverfassungsgericht.


22.07.1991 | Rumänien: Der frühere Chef der Geheimpolizei Securitate, General Julian Vlad, wird nach neunmonatigem Prozess wegen „Völkermords“ an Ceaușescu-Gegnern zu neun Jahren Haft verurteilt.


25.07.1991 Die Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den DDR-Wirtschaftschef und SED-Spitzenfunktionär Günter Mittag u.a. wegen Anstiftung zur Untreue.


30.07.1991 Das Berliner Kammergericht entscheidet, dass DDR-Grenzsoldaten bei Schüssen auf Flüchtende grundsätzlich nicht „gerechtfertigt oder entschuldigt“ waren und sich für ihre Taten verantworten müssen.


31.07.1991 | US-Präsident Bush und sein sowjetischer Amtskollege Gorbatschow unterzeichnen in Moskau nach jahrelangen Verhandlungen den START-Abrüstungsvertrag zur gemeinsamen allmählichen Reduzierung strategischer Trägersysteme für Nuklearwaffen.


07.08.1991 | In der Erfurter Altstadt wird mit Mitteln des Bund-Länder-Programms „Aufbau Ost“ die Notsicherung von 177 Gebäuden eingeleitet, um deren Verfall aufzuhalten.


17.08.1991 | Die beiden Preußenkönige Friedrich II. und Friedrich Wilhelm I. werden umgebettet und in Potsdam unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.


19.08.1991 | „Augustputsch“ in der Sowjetunion: Reformfeindliche Kräfte der Regierung versuchen, Präsident Gorbatschow zu stürzen. Der russische Präsident Jelzin ruft die Bevölkerung zum Widerstand auf.


20.08.1991 | Sowjetunion: In zahlreichen Städten kommt es zu Kundgebungen und Streiks gegen den Putsch der Reformgegner, in Moskau demonstrieren rund eine Million Menschen. Estland erklärt seine Unabhängigkeit.


21.08.1991 | Sowjetunion: Nach rund 60 Stunden scheitert der Staatsstreich in Moskau. Staatspräsident Gorbatschow wird wieder in sein Amt eingesetzt. Lettland erklärt seine Unabhängigkeit.


22.08.1991 | Sowjetunion: Russlands Präsident Jelzin verbietet nach dem am Vortag gescheiterten Umsturzversuch die Tätigkeit der russischen KP in Streitkräften, KGB, Behörden und Betrieben. Tags darauf werden die wichtigsten Parteiblätter unter Aufsicht gestellt.


23.08.1991 | Die USA, Großbritannien und Frankreich bekräftigen übereinstimmend, die Annexion der drei baltischen Republiken durch die Sowjetunion 1940 niemals anerkannt zu haben.


24.08.1991 | Die Ukraine wird vom Parlament in Kiew für unabhängig erklärt.


26.08.1991 | In Leipzig wird der erste gesamtdeutsche Duden seit 1947 vorgestellt. Der „Einheitsduden“ verfügt über rund 5.000 Wörter mehr als die westdeutsche Ausgabe von 1986, die als Grundlage diente.


27.08.1991 | Die Europäische Gemeinschaft erkennt die Unabhängigkeit der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen an.


28.08.1991 | Weimarer Deklaration der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens über die weitere Entwicklung Europas und Schaffung einer neuen Friedensordnung.


02.09.1991 | Der erste Mauerschützenprozess gegen vier ehemalige Grenzsoldaten wegen der Tötung von Chris Gueffroy am 5. Februar 1989 an der Berliner Mauer beginnt in Berlin.


05.09.1991 | Sowjetunion: Der Kongress der Volksdeputierten beschließt eine Deklaration der Rechte und Freiheiten des Menschen mit einem Bekenntnis zur Demokratie.


06.09.1991 | Die Sowjetunion erkennt die Unabhängigkeit Litauens, Estlands und Lettlands an.


08.09.1991 | Jugoslawien: In einem Referendum stimmen über 90 Prozent der Wähler in Mazedonien für die staatliche Unabhängigkeit. Die Minderheiten der Serben und der Albaner boykottieren die Abstimmung. 


17.09.1991 | Mit dem Angriff von Neonazis auf vietnamesische Händler auf dem Marktplatz von Hoyerswerda beginnen mehrtägige, rassistisch motivierte Ausschreitungen in der sächsischen Stadt, die die Polizei zunächst nicht in den Griff bekommt.


21.09.1991 | In einem Referendum in Armenien beschließen rund 94 Prozent der Wahlberechtigten die Unabhängigkeit von der Sowjetunion.


24.09.1991 | Markus Wolf, der ehemalige Leiter des Auslandsnachrichtendienstes des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR, stellt sich an der bayerisch-österreichischen Grenze den deutschen Behörden.


25.09.1991 | Durchbruch im Tarifstreit: Für die rund 1,4 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der neuen Länder werden DDR-Dienstzeiten voll anerkannt. Ausgenommen werden sollen ehemalige Stasi-Angehörige und SED-Sekretäre.


Vor 25 Jahren

13.08.1996 | An der früheren Grenzübergangsstelle Marienborn wird die „Gedenkstätte Deutsche Teilung“ eröffnet

Die 101. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten September/Oktober/November hin. Im Erinnerungsjahr 2021 setzt der Kalenderdienst Schwerpunkte auf die Ereignisse und Entwicklungen von 1991, des ersten gemeinsamen Jahres der Deutschen nach der wiedererlangten Einheit, sowie des Jahres des Mauerbaus 1961

Ausgabe Nr. 101

Vor 75 Jahren

15.09.1946 | Bulgarien wird zur sozialistischen Volksrepublik erklärt.


30.09.1946 | Vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg werden die Urteile gegen Nazi- und Kriegsverbrecher gefällt. Elf Todesurteile werden verhängt.


12.10.1946 | Protest gegen Unterdrückung der Wahlwerbung oppositioneller Parteien und lückenhafte Wählerlisten im Vorfeld der Wahlen in Rumänien.


20.10.1946 | Landtagswahlen in der SBZ; die SED erhält in Berlin nur 20 Prozent.


22.10.1946 | „Operation Osoawjachim“: NKWD und Sowjetarmee treiben tausende Wissenschaftler und Ingenieure aus der SBZ mit ihren Familien zusammen und transportieren sie in die Sowjetunion.


Vor 70 Jahren

05.09.1951 | DDR-Justizminister Max Fechner verbietet die Bezeichnung „politische Häftlinge“, weil es „kriminelle Verbrecher“ seien.


17.09.1951 | Rumänien: „Spione des Vatikans“-Schauprozess gegen Angehörige der katholischen Kirche endet mit hohen Freiheitsstrafen.


03.10.1951 19 | Oberschüler aus Werdau, die gegen Wahlfälschungen protestiert hatten, werden zu langen Zuchthausstrafen verurteilt.


19.10.1951 | Nach Großbritannien (9.7.) und Frankreich (12.7.) erklären auch die USA den Kriegszustand mit Deutschland für beendet.


Vor 65 Jahren

14.09.1956 | In Karl-Marx-Stadt beginnt der 1. Kongress der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), auf dem das Statut der GST sowie ihre Aufgaben und Ziele beschlossen werden.


17.09.1956 | Der ungarische Schriftstellerverband bekundet Imre Nagy, der als reformorientierter Ministerpräsident im April 1955 abgesetzt und entmachtet wurde, seine Unterstützung.


27.09.1956 | Polen: Die ersten Prozesse gegen Beteiligte am Posener Aufstand vom Juni 1956 beginnen. Die Verfahren werden wenige Wochen später im Zuge der „Polnischer Oktober“ genannten Reformpolitik unter Władysław Gomułka eingestellt.


01.10.1956 | Auf zehn Theaterbühnen in der Bundesrepublik, in Dresden, in Zürich und in Wien wird das Stück „Das Tagebuch der Anne Frank“ uraufgeführt.


04.10.1956 | Die DDR-Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa nimmt den Flugverkehr zwischen Berlin und Moskau auf.


06.10.1956 | Ungarn: Der Kommunist und frühere Generalsekretär der Nationalen Volksfront László Rajk, der 1949 in einem Schauprozess wegen „Titoismus“ zum Tode verurteilt worden war, wird posthum rehabilitiert.


13.10.1956 | Ungarn: Der frühere Ministerpräsident Imre Nagy wird wieder in die Partei der Ungarischen Werktätigen aufgenommen. 1955 war er aus seinen Ämtern entlassen und aus der Partei ausgeschlossen worden.


19.10.1956 | Freilassung des CDU-Politikers und FDJ-Mitbegründers Manfred Klein nach neun Jahren DDR-Zuchthaus in die Bundesrepublik; er hatte den Führungsanspruch der SED kritisiert.


21.10.1956 Polen: Politbüro und ZK-Sekretariat werden neu gewählt – die Stalinisten scheiden aus. Władysław Gomułka wird neuer Erster Sekretär der PVAP.


23.10.1956 | Ungarn: Der Volksaufstand gegen die kommunistische Regierung beginnt.


24.10.1956 | Ungarn: In der Nacht zum 24. Oktober berät die Parteiführung in Budapest eine Regierungsumbildung. Imre Nagy kehrt ins Politbüro zurück und wird zum Ministerpräsidenten ernannt.


30.10.1956 | Ungarn: Ministerpräsident Imre Nagy verkündet die Abschaffung des Einparteiensystems und verspricht den sofortigen Abzug der sowjetischen Truppen aus Budapest sowie aus ganz Ungarn in naher Zukunft.


03.11.1956 | Walter Janka fordert in einem Brief an Kulturminister Johannes R. Becher eine objektive und wahre Berichterstattung der Presse.


04.11.1956 | Ungarn: Um 4 Uhr am Morgen marschieren sowjetische Truppen wieder in Budapest ein und beginnen mit der Niederschlagung des Volksaufstands auch in anderen Teilen des Landes. 


05.11.1956 | Auf einer Großkundgebung vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin protestieren rund 100.000 Menschen gegen die Niederschlagung des Ungarnaufstands. Im Anschluss kommt es zu Studentenprotesten vor dem Brandenburger Tor.


07.11.1956 | Ungarn: Während die Kämpfe im Land abflauen, wird János Kádár unter dem Schutz der sowjetischen Truppen ins Parlament gebracht. Seine neue Regierung legt ihren Eid ab, obwohl das Kabinett von Imre Nagy noch nicht zurückgetreten ist.


09.11.1956 | Anna Seghers und Max Zimmering beglückwünschen nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes im Namen des DDR-Schriftstellerverbandes die neue Regierung unter János Kádár „aus Anlass ihres Sieges über die Konterrevolution“.


22.11.1956 | Ungarn: Der abgesetzte Ministerpräsident Imre Nagy wird entgegen der Sicherheitsgarantie von János Kádár nach Verlassen der jugoslawischen Botschaft verhaftet und nach Rumänien verschleppt.


22.11.1956 | Olympische Spiele in Melbourne beginnen. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg tritt wieder eine gesamtdeutsche Mannschaft an. Vor 60 Jahren 01.09.1961 Die Sowjetunion beginnt in Kasachstan eine Atomwaffentestserie. Drei Jahre hatten beide Supermächte auf Atomversuche verzichtet.


04.09.1961 | Laut DDR-Volkspolizei sind in den ersten drei Wochen nach der Grenzabriegelung 6.041 Menschen wegen kritischer Äußerungen gegen den Mauerbau verhaftet worden.


05.09.1961 | Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, macht den Bundesländern den Vorschlag, die Verbrechen der SED gemeinsam zu verfolgen. Daraus entsteht später die Zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter.


07.09.1961 | Die „Hauptstadt der DDR“, Ost-Berlin, wird zum 15. Bezirk der DDR erklärt.


15.09.1961 | Die Deutsche Grenzpolizei wird dem DDR-Verteidigungsministerium unterstellt und das Kommando der Grenztruppen geschaffen.


22.09.1961 | Der Leipziger Philosoph Ernst Bloch kehrt nach einer Reise in die Bundesrepublik nicht mehr in die DDR zurück.


01.10.1961 | Die westdeutsche D-Mark ist als Zahlungsmittel in Ost-Berlin nicht mehr zugelassen. Künftig muss im Verhältnis 1:1 umgetauscht werden.


03.10.1961 | Beginn der „Aktion Festigung“ zur Vertreibung von „unzuverlässigen Elementen“ aus dem Grenzgebiet der DDR zur Bundesrepublik Deutschland.


06.10.1961 | Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze erlassen: Grenztruppen der DDR werden verpflichtet, die Schusswaffe nach Zuruf und Warnschuss sofort scharf anzuwenden.


16.10.1961 | Seine Deutschland-Politik werde sich künftig an der faktischen Teilung des Landes orientieren, signalisiert Kennedy Chruschtschow in einem informellen Schreiben.


17.10.1961 | Sowjetunion: In Moskau beginnt der XXII. Parteitag der KPdSU, auf dem die Abrechnung mit dem Stalinismus fortgesetzt wird.


18.10.1961 | In Noten an die Westmächte beharrt die Sowjetunion darauf, dass die Luftkorridore nach Berlin nur zur Versorgung der alliierten Garnisonen benutzt werden dürften.


23.10.1961 | Mit Billigung der Sowjets will die DDR künftig nur noch uniformiertes Personal der Westmächte ohne Ausweiskontrolle nach Ost-Berlin einreisen lassen, eine Verletzung des Viermächtestatus.


25.10.1961 | US-General Clay postiert am Checkpoint Charlie zehn Panzer und lässt US-Zivilfahrzeuge wiederholt von Jeeps nach Ost-Berlin begleiten, um ihr Recht auf Bewegungsfreiheit in ganz Berlin durchzusetzen.


27.10.1961 | Sowjetische und amerikanische Panzer stehen sich an der Berliner Sektorengrenze am Checkpoint Charlie gegenüber.


28.10.1961 | Die Supermächte ziehen ihre Panzer vom Checkpoint Charlie ab. US-General Clay triumphiert: Die sowjetischen Panzer hatten für alle sichtbar der DDR die Souveränität in Ost-Berlin abgesprochen.


30.10.1961 | Die Sowjetunion testet in Sibirien die mit über 50 Megatonnen Sprengkraft stärkste jemals gezündete Wasserstoffbombe („Zar-Bombe“) und verursacht damit die größte jemals von Menschen verursachte Explosion. Konstrukteur ist der spätere Dissident Andrej Sacharow.


03.11.1961 | Das West-Berliner Abgeordnetenhaus beschließt Hilfen für Gewerbetreibende und Freiberufler, die mit dem Mauerbau ihre Existenz verloren haben.


07.11.1961 | Konrad Adenauer wird zum vierten Mal zum Deutschen Bundeskanzler gewählt.


13.11.1961 | Stalinstadt wird in Eisenhüttenstadt, die Stalinallee in Ost-Berlin in Karl-Marx-Allee umbenannt.


14.11.1961 | Das Stalin-Denkmal in Berlin wird abgetragen, aus der Bronze-Statue werden Figuren für den Berliner Tierpark gegossen.


24.11.1961 | Zentrale Erfassungsstelle für DDR-Unrecht nimmt in Salzgitter ihre Arbeit auf.


29.11.1961 | Nationaler Verteidigungsrat der DDR beschließt die verstärkte Verminung der innerdeutschen Grenze sowie die Schaffung eines „Sicht- und Schussfeldes“.


Vor 50 Jahren

03.09.1971 | Abkommen über Berlin unterzeichnet.


20.10.1971 | Willy Brandt erhält den Friedensnobelpreis für seinen wesentlichen Beitrag zum Frieden und zur Entspannung zwischen Ost und West. Er empfängt den Preis am 10. Dezember 1971 in Oslo.


Vor 45 Jahren

09.09.1976 | China: Mao Tse-tung stirbt in Peking.


23.09.1976 | Polen: Erster Aufruf des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR) unterstützt verfolgte streikende Arbeiter.


16.11.1976 | Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert.


17.11.1976 | Zwölf namhafte DDR-Schriftsteller protestieren in einem offenen Brief gegen die Biermann-Ausbürgerung am Vortag.


19.11.1976 | Jürgen Fuchs wird verhaftet.


26.11.1976 | Robert Havemann wird vor dem Hintergrund des von ihm mitgetragenen Protestes gegen die Biermann-Ausbürgerung in seinem Haus in Grünheide bei Berlin unter Hausarrest gestellt.


Vor 40 Jahren

19.09.1981 | Der Arbeitskreis „Friedensdienst“ beginnt mit der Gestaltung der montäglichen Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche.


Vor 35 Jahren

02.09.1986 | Die unabhängige „Umweltbibliothek“ wird in Ost-Berlin unter dem Dach der Zionsgemeinde eröffnet.


23.10.1986 | Erklärung der Initiative für Frieden und Menschenrechte am 30. Jahrestag des Ungarnaufstandes mit 118 polnischen, tschechischen und ungarischen Bürgerrechtlern für politische Demokratie, Pluralismus und friedliche Überwindung der Teilung Europas.


30.10.1986 | Nahe des Hauses des 1977 aus der DDR ausgebürgerten Schriftstellers Jürgen Fuchs in West-Berlin explodiert eine Autobombe.


31.10.1986 | Die erste oppositionelle Radiosendung in der DDR, „Der Schwarze Kanal“, startet mit einer 20-minütigen Information über den Tschernobyl-Unfall.


Vor 30 Jahren

02.09.1991 | Der erste Mauerschützenprozess gegen vier ehemalige Grenzsoldaten wegen der Tötung von Chris Gueffroy am 5. Februar 1989 an der Berliner Mauer beginnt in Berlin.


05.09.1991 | Sowjetunion: Der Kongress der Volksdeputierten beschließt eine Deklaration der Rechte und Freiheiten des Menschen mit einem Bekenntnis zur Demokratie.


06.09.1991 | Die Sowjetunion erkennt die Unabhängigkeit Litauens, Estlands und Lettlands an.


08.09.1991 | Jugoslawien: In einem Referendum stimmen über 90 Prozent der Wähler in Mazedonien für die staatliche Unabhängigkeit. Die Minderheiten der Serben und der Albaner boykottieren die Abstimmung.


17.09.1991 | Mit dem Angriff von Neonazis auf vietnamesische Händler auf dem Marktplatz von Hoyerswerda beginnen mehrtägige, rassistisch motivierte Ausschreitungen in der sächsischen Stadt, die die Polizei zunächst nicht in den Griff bekommt.


21.09.1991 | In einem Referendum in Armenien beschließen rund 94 Prozent der Wahlberechtigten die Unabhängigkeit von der Sowjetunion.


24.09.1991 | Markus Wolf, der ehemalige Leiter des Auslandsnachrichtendienstes des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR, stellt sich an der bayerisch-österreichischen Grenze den deutschen Behörden.


25.09.1991 | Durchbruch im Tarifstreit: Für die rund 1,4 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der neuen Länder werden DDR-Dienstzeiten voll anerkannt. Ausgenommen werden sollen ehemalige Stasi-Angehörige und SED-Sekretäre.


01.10.1991 | Im Kroatienkrieg beginnen Einheiten der Jugoslawischen Volksarmee mit der Belagerung von Dubrovnik, die neun Monate andauern wird.


03.10.1991 | Am Tag der Deutschen Einheit wird das Grenzmuseum Schifflersgrund an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen dem Bundesland Hessen und dem Freistaat Thüringen eröffnet.


04.10.1991 | Das tschechoslowakische Parlament beschließt ein Lustrationsgesetz. Unter anderem werden frühere hohe kommunistische Funktionäre, Mitarbeiter der Staatssicherheit und der Volksmiliz von einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst ausgeschlossen.


08.10.1991 | Die Parlamente Sloweniens und Kroatiens erklären nach Ablauf eines dreimonatigen Moratoriums der EG formell die endgültige Separation von Jugoslawien.


13.10.1991 | Bulgarien: Erste Parlamentswahlen nach Inkrafttreten der neuen Verfassung – die Union Demokratischer Kräfte gewinnt knapp vor der Bulgarischen Sozialistischen Partei, den ehemaligen Kommunisten.


15.10.1991 | Das Parlament Bosnien-Herzegowinas erklärt mit den bosniakischen und kroatischen Stimmen die Souveränität von Jugoslawien. Die serbischen Abgeordneten rufen zum bewaffneten Aufstand auf.


17.10.1991 | Der Bundestag billigt mit großer Mehrheit den Grenz- und Nachbarschaftsvertrag mit Polen, der sich am Görlitzer Vertrag zwischen der DDR und Polen von 1950 orientiert und die Oder-Neiße-Grenze festschreibt.


18.10.1991 | Das Gesetz „Zur Rehabilitierung von Opfern politischer Repressionen“ wird in Russland beschlossen. Es gilt in der ersten Fassung nur für Sowjetbürger; am 22.12.1992 wird das Gesetz auch auf ausländische Staatsbürger ausgeweitet.


27.10.1991 | In Polen finden die ersten freien und demokratischen Wahlen zum Sejm statt. Die Wahlbeteiligung beträgt rund 40 Prozent.


28.10.1991 | Das Bezirksgericht Dresden bekräftigt die Nichtigkeit der Urteile in den „Waldheimer Prozessen“ von 1950.


30.10.1991 | Der Bundestag billigt den Vertrag mit der Sowjetunion zur Übernahme der Wismut AG durch den Bund. Die Sanierungskosten des jahrzehntelangen Uranbergbaus in Thüringen und Sachsen werden auf 15 Milliarden DM geschätzt.


06.11.1991 | Wegen seiner Verwicklung in den Augustputsch wird der sowjetische Geheimdienst KGB aufgelöst.


08.11.1991 Der Abriss des Lenin-Denkmals am Platz der Vereinten Nationen in Berlin beginnt. Die Erben von Nikolai Tomski, der das Denkmal im Auftrag der DDR-Regierung entworfen hatte, hatten vergeblich dagegen geklagt.


14.11.1991 | Der Bundestag beschließt nach kontroverser Debatte gegen die Stimmen der PDS und Bündnis '90/Grüne das Stasi-Unterlagengesetz (StUG). Es regelt u.a. die Zugangsrechte zu den rund sechs Millionen Personendossiers des MfS.


15.11.1991 | Erstmals im wiedervereinten Deutschland werden zwei hohe Stasi-Offiziere verurteilt, die für die DDR spionierende Westdeutsche in der Bundesrepublik geführt hatten. Das Bayerische Oberste Landesgericht verhängt Bewährungsstrafen wegen der Beihilfe zum Landesverrat.


21.11.1991 | Die rumänische verfassunggebende Versammlung beschließt eine neue Konstitution, die das Land als demokratischen und sozialen Rechtsstaat definiert.


28.11.1991 | Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Bundestagsabgeordnete Markus Meckel fordert in einer Presseerklärung die Einsetzung einer „Enquete-Kommission zur politischen Aufarbeitung von 40 Jahren Vergangenheit der DDR“.


30.11.1991 | Russlands Präsident Jelzin und der sowjetische Staatspräsident Gorbatschow wenden durch einen Haushaltskompromiss den Zusammenbruch des Staatsapparates ab, nachdem die sowjetische Staatsbank leere Kassen konstatiert hatte.

Die 108. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten November, Dezember und Januar hin. Im Jahr 2022 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf das Jahr 1972, dem Jahr der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der Bundesrepublik und der DDR, sowie auf die Ereignisse von 1992, dem zweiten Jahr der Deutschen nach der Vereinigung.

Ausgabe Nr. 102

Vor 100 Jahren

30.12.1922 | Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) wird gegründet.


Vor 90 Jahren

18.11.1932 | Sowjetunion: Der von Molotov diktierte Beschluss des ZK der ukrainischen KP über „Maßnahmen zur Verstärkung der Getreidebeschaffung“ mit den darin vorgesehenen Naturalienstrafen löst in der Folge den Holodomor (Hungerterror) in der Ukraine aus. Millionen Menschen verhungern.


Vor 75 Jahren

02.11.1947 | Polen: Der Chef der oppositionellen Bauernpartei und ehemalige Vizepremier Stanisław Mikołajczyk trifft im Londoner Exil ein.


23.11.1947 | Bulgarien: Mit der „Vaterländischen Front“ wird ein Einparteiensystem errichtet.


06.12.1947 | Der „1. Deutsche Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden“ tritt auf Initiative der SED zusammen.


19.12.1947 „Polnische Zwangsvereinigung“: Aktionsgemeinschaft der polnischen Sozialistischen Partei mit den Kommunisten gegründet.


Vor 70 Jahren

20.11.1952 | Tschechoslowakei: Beginn des Schauprozesses in Prag gegen führende KP-Mitglieder, darunter Rudolf Slánský, bis 1951 Generalsekretär der tschechoslowakischen KP. Immer wieder wird in der Anklage die „jüdische Abstammung“ der „Verbrecher“ betont.


24.11.1952 | Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, der jüdische Kommunist Hans Straschitz-Schrecker, wird im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozess verhaftet.


27.11.1952 | Tschechoslowakei: In Prag werden nach dem Schauprozess elf Angeklagte, darunter Rudolf Slánský, wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat zum Tode verurteilt und am 3. Dezember hingerichtet.


10.12.1952 | DDR-Handelsminister Karl Hamann wird wegen angeblicher Sabotage an der Versorgung verhaftet und 1954 zu zehn Jahren Haft verurteilt.


21.12.1952 | Der Deutsche Fernsehfunk startet am Geburtstag von Josef Stalin sein öffentliches Versuchsprogramm mit zwei Stunden Sendezeit täglich.


25.12.1952 | Der West-Berliner Polizist Herbert Bauer wird von angetrunkenen sowjetischen Soldaten an der innerstädtischen Grenze in Frohnau erschossen.


04.01.1953 | Das ZK der SED verkündet die Überprüfung aller Parteimitglieder, die vor 1945 in westlichen Staaten emigriert sind.


13.01.1953 | „Ärzteverschwörung“ in der Sowjetunion: Die TASS meldet die Entlarvung einer „terroristischen“ jüdischen Ärztegruppe, die sowjetische Politiker durch falsche Behandlungsmethoden ermordet haben soll.


15.01.1953 | Der bisherige Außenminister der DDR, Georg Dertinger (CDU), wird wegen angeblicher Spionage verhaftet und später zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.


19.01.1953 | Unter dem Eindruck des Slánský-Prozesses in Prag im November 1952 fliehen fünf der acht jüdischen Gemeindevorsteher aus der DDR in die Bundesrepublik.


21.01.1953 | Ost-Berliner Magistrat ordnet die Registrierung aller im Westteil der Stadt arbeitenden und die Schule besuchenden Ost-Berliner an.


23.01.1953 | Die DDR-Behörden schaffen auch an der Grenze zwischen West-Berlin und dem DDR-Gebiet eine ein Kilometer breite Sperrzone, in der alle Geschäfte geschlossen werden müssen.


27.01.1953 | SED-Politbüro beschließt Durchführung von Schauprozessen gegen Mitglieder der evangelischen „Jungen Gemeinde“.


Vor 65 Jahren

01.11.1957 | Erich Mielke wird Minister für Staatssicherheit.


11.12.1957 | Strafrechtsänderungsgesetz der DDR verschärft Bestimmungen über „Republikflucht“ und „Diversion“.


16.12.1957 | Der erste Atomreaktor der DDR wird in Rossendorf bei Dresden zu Forschungszwecken in Betrieb genommen.


18.12.1957 | SED-Politbüro beschließt die Tätigkeit von Studentenpfarrern und Studentengemeinden an den Hochschulen unterbinden zu lassen.


09.01.1958 | Außenhandel der DDR wird per Gesetz zum Staatsmonopol.


14.01.1958 | Politbürobeschluss „Über die Rolle der Partei in der NVA“ – das Politbüro erhält damit mehr Einfluss auf militärische Entscheidungen als das Verteidigungsministerium.


28.01.1958 | Ungarn: Geheimprozess gegen den früheren Ministerpräsidenten Imre Nagy und andere und endet am 16. Juni 1958 mit Todesurteilen.


Vor 60 Jahren

14.12.1962 | In der DDR wird die Handelsorganisation „Intershop“ gegründet. Sie darf nur von Ausländern mit konvertierbaren Währungen genutzt werden.


Vor 55 Jahren

13.11.1967 | Albanien setzt alle Religionsdekrete außer Kraft und deklariert sich zum „ersten atheistischen Staat der Welt“.


05.01.1968 | Tschechoslowakei: Auf dem Januar-Plenum des ZK der Kommunistischen Partei wird Alexander Dubček zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Amt wird von dem des Staatspräsidenten getrennt, das weiterhin Antonín Novotný bekleidet.


08.01.1968 | Sowjetunion: In Moskau beginnt ein Aufsehen erregender Prozess gegen Aleksandr Ginzburg und drei weitere Schriftsteller, denen die Verbreitung von Untergrundliteratur vorgeworfen wird. Im Umfeld finden zahlreiche Proteste statt.


12.01.1968 | Die Volkskammer beschließt das neue Strafgesetzbuch der DDR. Nach § 213 gilt ein ungesetzlicher Grenzübertritt, sogenannte Republikflucht, als Verbrechen und wird mit bis zu acht Jahren Haft bestraft.


30.01.1968 | Polen: In Warschau kommt es nach der letzten, vom Publikum umjubelten Vorstellung von Adam Mickiewicz’ „Die Totenfeier“ zu lautstarken Protesten gegen seine Absetzung. Sie sind Vorboten der Märzunruhen in Polen.


Vor 50 Jahren

08.11.1972 | Egon Bahr und Michael Kohl paraphieren in Bonn den Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR.


19.11.1972 | Bei den vorgezogenen Wahlen zum 7. Deutschen Bundestag wird die SPD mit 45,8 Prozent der Stimmen erstmals stärkste Partei.


21.11.1972 | Die DDR wird als 131. Mitglied in die UNESCO aufgenommen.


22.11.1972 | Alle Staaten Europas – mit Ausnahme Albaniens – sowie die USA und Kanada beginnen in Helsinki Vorgespräche für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).


29.11.1972 | Italiens Außenminister Medici kündigt Anerkennung der DDR nach Unterzeichnung des Grundlagenvertrags an und bezeichnet diesen als Weg zur Normalisierung der Beziehungen zur DDR.


11.12.1972 | Der „Bund jüdischer Verfolgter des Naziregimes“ kündigt Entschädigungsforderungen an die DDR im Zusammenhang mit der bevorstehenden UNO-Aufnahme an.


14.12.1972 | Der Deutsche Bundestag wählt Willy Brandt erneut zum Bundeskanzler.


21.12.1972 | Egon Bahr und Michael Kohl unterzeichnen in Ost-Berlin den Grundlagenvertrag mit dem Ziel „normaler gutnachbarlicher Beziehungen zueinander auf der Grundlage der Gleichberechtigung“.


24.12.1972 | Zum ersten Mal seit dem Passierscheinabkommen von 1965 können West-Berliner an Weihnachten in den Ostteil der Stadt und die DDR reisen.


25.12.1972 | Die Sowjetunion erlässt ein Gesetz, das den Bürgern die Verbreitung „verleumderischer Informationen“ über die UdSSR gegenüber Ausländern verbietet.


31.01.1973 | Syrien wird zur Demokratischen Sozialistischen Volksrepublik erklärt.


Vor 45 Jahren

05.12.1977 | In der DDR beginnt der Verkauf von Zwei-System-Farbfernsehgeräten, mit dem Westfernsehen erstmals in Farbe gesehen werden kann.


09.12.1977 | Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich verlässt nach Repressalien infolge seiner Kritik an der Biermann-Ausbürgerung die DDR.


27.12.1977 | Angesichts erstmals auftretender akuter Zahlungsschwierigkeiten wird der DDR durch ein japanisches Bankenkonsortium ein Kredit in Höhe von 140 Mio. US-Dollar bewilligt.


02.01.1978 | „Der Spiegel“ veröffentlicht das „Manifest des Bundes Demokratischer Kommunisten“, in dem oppositionelle SED-Mitglieder über den Machtapparat und das Leben von Spitzenfunktionären informieren.


Vor 40 Jahren

10.11.1982 | Sowjetunion: Leonid Breschnew stirbt in Moskau. Sein Nachfolger als Generalsekretär der der KPdSU wird am 12. November der bisherige KGB-Chef Juri W. Andropow.


14.11.1982 | Die Jenaer Friedensgemeinschaft führt mit etwa 80 Personen eine Schweigedemonstration mit Plakaten durch. Eine Wiederholung am 24. Dezember kann nur verhindert werden, in dem die Innenstadt weiträumig abgesperrt wird.


20.11.1982 | Bundesverkehrsminister Dollinger und DDR-Verkehrsminister Arndt geben gemeinsam die TransitAutobahn Berlin-Hamburg frei.


Vor 35 Jahren

15.11.1987 | Im rumänischen Brașov (Kronstadt) protestieren tausende Menschen gegen die Politik von Nicolae Ceaușescu. Die Revolte wird am Abend niedergeschlagen, rund 300 Menschen werden verhaftet.


24.11.1987 | Der Schriftsteller Christoph Hein fordert auf dem X. Schriftstellerkongress die Abschaffung der Zensur gegen Verlage, Bücher und Autoren in der DDR. Sie sei „überlebt, nutzlos, paradox, menschenfeindlich, volksfeindlich, ungesetzlich und strafbar“.


25.11.1987 | MfS durchsucht in Ost-Berlin die evangelische Zionsgemeinde und beschlagnahmt Material der „Umweltbibliothek“.


18.12.1987 | Die Volkskammer beschließt offiziell die Abschaffung der Todesstrafe in der DDR.


08.01.1988 | 30 Vertreter von Umweltgruppen beschließen in Ost-Berlin die Gründung der „Arche – grün-ökologisches Netzwerk in der Evangelischen Kirche“.


10.01.1988 | Jürgen Sparwasser, Schütze des 1:0 gegen die bundesdeutsche Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1974, setzt sich anlässlich eines Spiels der Altherrenmannschaft des 1. FC Magdeburg in Saarbrücken ab.


17.01.1988 | Rund 150 Mitglieder von Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen auf der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Ost-Berlin verhaftet. Demonstranten hatten das Rosa-Luxemburg-Zitat „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ getragen.


25.01.1988 | Schlag gegen die Friedensbewegung: Freya Klier, Bärbel Bohley, Lotte und Wolfgang Templin, Werner Fischer und Ralph Hirsch werden verhaftet.


Vor 30 Jahren

07.11.1992 | Der tschechoslowakische Reformpolitiker Alexander Dubček, Symbolfigur des Prager Frühlings 1968, stirbt an den Folgen eines Autounfalls in Prag.


12.11.1992 | Vor dem Berliner Landgericht beginnt der Prozess gegen den früheren DDR-Staatschef Erich Honecker und fünf Mitangeklagte wegen der Todesschüsse an der Mauer.


19.11.1992 | Die Russische Föderation übernimmt alle Auslandsschulden der ehemaligen Sowjetrepubliken, die im Gegenzug auf ehemals sowjetische Auslandsvermögen verzichten. Die Ukraine trägt die Regelung nicht mit.


23.11.1992 | Mordanschlag von Mölln: In der schleswig-holsteinischen Kleinstadt kommen drei Türkinnen, darunter ein zehnjähriges und ein 14-jähriges Mädchen, bei einem Brandanschlag rechtsextremer Gewalttäter ums Leben, neun Menschen werden verletzt.


25.11.1992 | Tschechoslowakei: Im dritten Anlauf billigt das Bundesparlament das Gesetz zur Auflösung der ČSFR zum 1. Januar 1993.


02.12.1992 | Der Deutsche Bundestag ratifiziert mit überwältigender Mehrheit den Vertrag von Maastricht über eine Europäische Union.


09.12.1992 | Mit der Verurteilung des Angeklagten im Potsdamer Mauerschützen- Prozess zu sechs Jahren Haft wegen Totschlags wird die bisher härteste Strafe gegen einen ehemaligen DDR-Grenzsoldaten verhängt.


21.12.1992 | Im Prozess um die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 in Plauen werden gegen drei Angeklagte Bewährungsstrafen verhängt. Nach Worten des ehemaligen Bürgermeisters wurde die Manipulation der Ergebnisse „von oben“ gesteuert.


29.12.1992 | Die USA und Russland einigen sich in Genf auf den START II-Vertrag zur weltweiten Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen. Er wird am 3. Januar 1993 in Moskau unterzeichnet.


31.12.1992 | In der Neujahrsnacht hört die Tschechoslowakei nach 74 Jahren auf zu existieren. Aus ihr gehen die Tschechische Republik und die Slowakische Republik hervor.


04.01.1993 | Die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO) im Bundesarchiv nimmt ihre Arbeit auf.


11.01.1993 | Schriftsteller Heiner Müller räumt regelmäßige Kontakte zum MfS ein.


12.01.1993 | Das Berliner Landesverfassungsgericht gibt der Verfassungsbeschwerde des angeklagten Erich Honecker statt und setzt den Todkranken auf freien Fuß. Er fliegt am selben Tag nach Chile.


21.01.1993 | Die Öffentlichkeit erfährt, dass die Schriftstellerin Christa Wolf von 1959 bis 1962 „Gesellschaftlicher Informant“ des MfS war. Ihr selbst gewählter Deckname ist „Margarete“.


Vor 25 Jahren

04.11.1997 | Roger Loewig gestorben. Der Maler thematisierte die deutsche Teilung und den Mauerbau in seinen Bildern und bekam dafür Berufsverbot in der DDR.


27.11.1997 | Bewährungsstrafen gegen zwei Mauerschützen, die 1986 Michael Bittner erschossen. Seine Leiche bleibt verschollen.


28.11.1997 | Das Landgericht Leipzig verurteilt die an Todesurteilen in den Waldheimer Prozessen beteiligte Richterin Irmgard Jendretzky wegen Rechtsbeugung und Totschlag zu vier Jahren Haft.

Ausgaben 2020

Die 91. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-
Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Januar/Februar/März
hin. Im Erinnerungsjahr 2020 setzt der Kalenderdienst einen Schwerpunkt auf die Ereignisse und Entwicklungen des Jahres der deutschen Einheit 1990 in Deutschland und Europa, die sich zum 30. Mal jähren. 

Ausgabe Nr. 91

Historischer Kalenderdienst 1/2020 (HTML-Version)
Vor 100 Jahren

02.02.1920 Anerkennung der estnischen Unabhängigkeit im Frieden von Tartu durch Sowjetrussland.


Vor 75 Jahren

4.2.-12.2.1945 Konferenz von Jalta der Alliierten USA, Großbritannien und Sowjetunion einigt sich auf Errichtung eines Alliierten Kontrollrates, die bestehende polnisch-sowjetische Grenze und auf territoriale Entschädigung Polens zu Lasten Deutschlands.


Vor 70 Jahren

17.01.1950 DDR-Presse kündigt die bevorstehende Auflösung der sowjetischen Speziallager in Ostdeutschland an.


08.02.1950 Erstes Jugendgesetz der DDR „über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der DDR und Förderung der Jugend in Schule und Beruf, bei Sport und Erholung“.


08.02.1950 Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.


09.02.1950 Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) in West-Berlin gegründet.


15.02.1950 Die Strafvollzugsanstalt Bautzen I, das „gelbe Elend“, wird von den sowjetischen Besatzern an die DDR-Justiz übergeben.


15.02.1950 Erich Nehlhans in sowjetischem Krankenhaus gestorben. Der frühere Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Berlins wurde 1948 von den Sowjets zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt.


15.02.1950 Nationalrat der Nationalen Front (gebildet am 3. Februar) verabschiedet Programm.


22.02.1950 Beschluss des DDR-Ministerrates über obligatorischen Unterricht in Russisch und Marxismus-Leninismus an den Universitäten.


01.03.1950 Auflösung der sowjetischen Speziallager in der SBZ abgeschlossen, nur ein Teil der Internierten kommt frei, Tausende werden in den „Waldheimer Prozessen" verurteilt.


10.03.1950 NKWD verhaftet sieben Hallenser Studenten wegen Widerstandes gegen die SED-Diktatur. Am 19.September werden sie zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt.


22.03.1950 Verhaftung des KPD-Mitgliedes und Bundestagsabgeordneten Kurt Müller wegen angeblicher Agententätigkeit in Ost-Berlin - Verurteilung am 18. März 1953 zu 25 Jahren Haft.


24.03.1950 Altenburger Oberschüler nach Protesten gegen die SED verhaftet; zwei junge Lehrer und ein Schüler werden von sowjetischem Militärtribunal am 23. Mai 1950 zum Tode verurteilt, acht weitere Personen erhalten Strafen bis zu 25 Jahren Arbeitslager.


31.03.1950 Brutale Niederschlagung von Häftlingsrevolten in DDR gegen Kürzung der bereits kargen Verpflegungssätze.


Vor 65 Jahren

25.01.1955 Die Sowjetunion erklärt „den Kriegszustand zwischen der Sowjetunion und Deutschland“ formell für beendet.


12.02.1955 Dreitägiger Strafprozess in Gera gegen Jenaer Schüler-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ geht mit hohen Zuchthausstrafen zu Ende.


27.02.1955 Der Bundestag ratifiziert den Deutschland-Vertrag mit den West-Alliierten – Souveränität für die Bundesrepublik Deutschland.


27.03.1955 Erste Jugendweihen; Gelöbnis der Jugendlichen auf die DDR, den Sozialismus und die Freundschaft mit der Sowjetunion.


30.03.1955 Proteste Greifswalder Medizinstudenten gegen die Militarisierung der Universität enden mit mehr als 200 Verhaftungen.


Vor 60 Jahren

22.02.1960 Schwerstes Grubenunglück in der Geschichte der DDR: Im Steinkohlenbergbau Zwickau werden 174 Bergleute verschüttet, 123 von ihnen kommen ums Leben. Ein Hilfsangebot der Grubenwehren aus dem Ruhrgebiet wird abgelehnt.


29.02.1960 Bischof Krummacher wendet sich in einem Brief an die Vorsitzenden der Räte in den nördlichen DDR-Bezirken gegen die Methoden bei der Bildung von LPG.


21.03.1960 Die gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichtete Propagandasendung „Der Schwarze Kanal“ wird erstmals im DDR-Fernsehen ausgestrahlt.


Vor 55 Jahren

16.01.1965 Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: Interzonenhandel ist Binnenhandel, die Grenze zur DDR ist keine Zollgrenze.


24.02.1965 Walter Ulbricht in Kairo; erster offizieller Staatsbesuch des DDR-Staatsoberhauptes außerhalb des Ostblocks.


Vor 50 Jahren

13.01.1970 Grundsteinlegung für den Neubau der Leipziger Straße in Ost-Berlin. Die entstehenden vier Hochhäuser erhalten später im DDR-Volksmund die Bezeichnung „Springerdecker“, da sie mutmaßlich den Blick auf das Springer-Hochhaus verdecken sollen.


19.03.1970 Bundeskanzler Willy Brandt trifft DDR-Ministerpräsident Willi Stoph in Erfurt.


26.03.1970 Beginn der Viermächteverhandlungen über Berlin.


Vor 45 Jahren

03.03.1975 Erste Erschließungsarbeiten für die größte Plattenbausiedlung der DDR in Berlin-Marzahn.
Vor 40 Jahren


22.01.1980 Sowjetunion: Verbannung des Physikers und Bürgerrechtlers Andrej Sacharow nach Gorki (heute Nischni Nowgorod).


09.03.1980 Sprengstoffanschlag auf das Sowjetische Panzermonument in Karl-Marx-Stadt von Oppositionellen aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan.


Vor 35 Jahren

22.01.1985 Das Kirchenschiff der Versöhnungskirche im Todesstreifen an der Berliner Mauer wird gesprengt.


13.02.1985 Die restaurierte Semper-Oper in Dresden wird wiedereröffnet.


11.03.1985 Sowjetunion: Nach dem Tod Konstantin Tschernenkos am Vortag wird Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der KPdSU gewählt.


11.03.1985 „Prager Aufruf“ der Charta 77 zur Überwindung der Teilung Europas.


Vor 30 Jahren

01.01.1990 Der neue rumänische Präsident Ion Iliescu gibt in seiner Neujahrsansprache die Auflösung der Geheimpolizei Securitate bekannt und kündigt Reformen an.


01.01.1990 Zum ersten Gesamtberliner Neujahrslauf seit 40 Jahren starten 30.000 Menschen an der Straße des 17. Juni, laufen unter dem Brandenburger Tor hindurch nach Unter den Linden und zurück.


02.01.1990 Václav Havel besucht auf seiner ersten Auslandsreise als tschechoslowakischer Staatspräsident zunächst Ost-Berlin und dann die Bundesrepublik.


03.01.1990 Der Abbau von Stachel- und Signaldrähten an der innerdeutschen Grenze beginnt.


03.01.1990 Unter dem Druck des Runden Tisches muss DDR-Wirtschaftsministerin Christa Luft die Verschuldung der DDR im westlichen Ausland offenlegen: Sie beträgt 20,6 Mrd. Dollar.


04.01.1990 Der seit dem 5. Dezember für Erich Honecker bestehende Hausarrest wird aufgehoben. Tags darauf erklärt eine Ärztekommission Honecker für nicht haftfähig.


04.01.1990 In Ost-Berlin beginnt das Kassationsverfahren der 1957 nach dem Ungarn-Aufstand verurteilten Dissidenten Walter Janka, Gustav Just, Heinz Zöger und Richard Wolf. Die Urteile werden am Folgetag aufgehoben.


06.01.1990 Udo Lindenberg startet in Suhl seine erste DDR-Tournee.


08.01.1990 Auf der ersten Leipziger Montagsdemonstration im Jahr 1990 ist der Ruf nach der deutschen Einheit unüberhörbar. ADN meldet rund 100.000 Teilnehmer.


10.01.1990 Sowjetunion: Beim Besuch des Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow in Vilnius demonstrieren 20.000 Litauer für die Unabhängigkeit ihrer Republik.


11.01.1990 Die Volkskammer verabschiedet das neue Reisegesetz, das den Bürgern der DDR fortan Reisefreiheit gewährt.


12.01.1990 DDR-Ministerpräsident Modrow gibt nach heftigen Protesten seinen Plan auf, die Stasi in einen neuen DDR-Verfassungsschutz umzuwandeln.


13.01.1990 Erste Delegiertenkonferenz der SDP beginnt in Berlin und beschließt Umbenennung in SPD.


15.01.1990 Mit der Forderung nach Auflösung der Staatssicherheit stürmen und besetzen Zehntausende Menschen die Zentrale des MfS in der Berliner Normannenstraße.


16.01.1990 Mit der „Thüringer Allgemeinen“ erscheint in Erfurt die erste unabhängige Tageszeitung in der DDR.


18.01.1990 Bulgarien: Der frühere Staats- und Parteichef Todor Schiwkow wird verhaftet.


20.01.1990 Egon Krenz und weitere elf Politbüro-Mitglieder und -Kandidaten werden aus der SED-PDS ausgeschlossen.


21.01.1990 Der stellvertretende SED-PDS-Parteivorsitzende und Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer erklärt mit 39 weiteren Mitgliedern seinen Austritt aus der Partei und fordert deren Auflösung.


22.01.1990 Erstmals seit dem Mauerbau verkehren wieder Personenzüge zwischen Potsdam Hauptbahnhof und dem West-Berliner Bahnhof Wannsee.


26.01.1990 Die britische Premierministerin Margaret Thatcher warnt im „Wall Street Journal“ vor einer zu schnellen Wiedervereinigung Deutschlands.


28.01.1990 Auflösung der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PVAP) und Neugründung als „Sozialdemokratie der Republik Polen“.


28.01.1990 Vertreter des Zentralen Runden Tisches und der DDR-Regierung vereinbaren die Wahlen zur Volkskammer der DDR für den 18. März 1990 und beschließen die Bildung einer „Regierung der nationalen Verantwortung“ unter Einbeziehung von Oppositionsgruppen.


29.01.1990 In Kopenhagen beginnen die Verhandlungen zwischen der DDR und Israel über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.


30.01.1990 DDR-Ministerpräsident Hans Modrow trifft in Moskau Michail Gorbatschow zu Beratungen über die deutsche Frage. Gorbatschow vor der Presse: „Die Vereinigung der Deutschen“ werde „niemals und von niemandem prinzipiell infrage gestellt“.


31.01.1990 Erstmals überfliegt eine Maschine der Lufthansa die innerdeutsche Grenze. Bisher wurden Flüge über die Tschechoslowakei umgeleitet; die drei Luftkorridore über die Sperrzone standen nur Flügen der Westalliierten nach West-Berlin offen.


01.02.1990 DDR-Ministerpräsident Modrow stellt einen Vierstufenplan für die deutsche Vereinigung vor, der unter anderem eine Konföderation beider Staaten unter militärischer Neutralität vorsieht.


02.02.1990 Gorbatschow empfängt Gregor Gysi in Moskau. Der Vorsitzende der SED-PDS bittet um Unterstützung seiner Partei im Wahlkampf.


02.02.1990 In Rumänien werden enge Vertraute des früheren Diktators Ceaușescu, darunter der ehemalige Innenminister Tudor Postelnicu und Mitglieder des Politbüros, zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.


04.02.1990 Sowjetunion: Auf den Straßen Moskaus fordern Hunderttausende Menschen demokratische Reformen und die Aufgabe des kommunistischen Machtmonopols.


04.02.1990 Die SED-PDS nennt sich nur noch „PDS“.


04.02.1990 Konstituierung der FDP in der DDR.


05.02.1990 „Regierung der nationalen Verantwortung“: Die DDR-Volkskammer wählt acht von den oppositionellen Gruppen benannte Kandidaten zu Mitgliedern des Ministerrates.


05.02.1990 Sowjetunion: Das Zentralkomitee der KPdSU beschließt, das bisher in der Verfassung verankerte Machtmonopol der Partei zu streichen.


06.02.1990 Bundesaußenminister Genscher versichert seinem polnischen Amtskollegen Skubiszewski die Unverletzlichkeit der polnischen Westgrenze.


07.02.1990 „Neues Forum“, „Demokratie Jetzt“ und die „Initiative Frieden und Menschenrechte“ vereinbaren unter der Bezeichnung „Bündnis 90“ eine Listenverbindung für die Volkskammerwahl am 18. März.


07.02.1990 Bundesregierung veranlasst Einsetzung eines Kabinettsausschusses »Deutsche Einheit« für Verhandlungen mit der DDR über eine Wirtschafts- und Währungsunion.


08.02.1990 Die Auflösung der Staatssicherheit der DDR wird nach Forderung des Zentralen Runden Tisches unter zivile Kontrolle gestellt.


08.02.1990 Die DDR erklärt sich bereit, Entschädigungen an die jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Regimes zu zahlen. Zudem wird erstmals die gesamtdeutsche Verantwortung für dessen Verbrechen anerkannt.


09.02.1990 Zur Überwindung von gravierenden Versorgungsengpässen unterstützt die Bundesregierung die Sowjetunion mit Nahrungsmittelhilfen in Höhe von 220 Millionen DM.


11.02.1990 Nach über 27-jähriger Haft wird der südafrikanische Bürgerrechtler Nelson Mandela freigelassen.


13.02.1990 Die Außenminister beider deutscher Staaten und der einstigen Alliierten einigen sich in Ottawa auf die Durchführung der Zwei-plus-vier-Verhandlungen über die außenpolitischen Rahmenbedingungen der deutschen Vereinigung.


14.02.1990 Zweitägiges innerdeutsches Gipfeltreffen endet in Bonn. Beide Seiten vereinbaren die Bildung einer gemeinsamen Expertenkommission zur Vorbereitung einer Währungsunion.


15.02.1990 Erich Honecker übernimmt in einer im Fernsehen von Pfarrer Rainer Eppelmann verlesenen Erklärung die politische Verantwortung für die Krise in der DDR.


15.02.1990 Wegen schwerer Sicherheitsmängel wird Block II des Kernkraftwerks Lubmin bei Greifswald abgeschaltet, Block III folgt am 27. Februar.


19.02.1990 Der Zentrale Runde Tisch lehnt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes ab und fordert einen entmilitarisierten Status für ein geeintes Deutschland.


20.02.1990 Die Volkskammer verabschiedet das neue Wahlgesetz, auf dessen Grundlage die ersten demokratischen Wahlen in der DDR am 18. März stattfinden sollen.


22.02.1990 Der DDR-Ministerrat verabschiedet den Gesetzesentwurf zur Wiedereinführung der Gewerbefreiheit und Privatisierung staatlicher Betriebe.


26.02.1990 Der tschechoslowakische Staatspräsident Václav Hável und Michail Gorbatschow unterzeichnen in Moskau eine Vereinbarung über die gegenseitige Achtung der Souveränität. Am selben Tag beginnt der sowjetische Truppenabzug aus der ČSSR.


27.02.1990 Sowjetunion: Der Oberste Sowjet stimmt dem Gesetzentwurf zur Schaffung eines Präsidialsystems zu, das am 13. März in Kraft tritt.


28.02.1990 Das sowjetische Parlament beschließt ein Gesetz, das Grund und Boden zum Eigentum derjenigen Völker erklärt, die auf ihm leben. Der Grundbesitz wird fortan von den örtlichen Sowjets verwaltet.


01.03.1990 Der Ministerrat der DDR beschließt die Einrichtung einer Treuhandgesellschaft zur Verwaltung von Volkseigentum und die die Umwandlung aller staatlichen Betriebe in Kapitalgesellschaften.


04.03.1990 Sowjetunion: Bei den Parlamentswahlen in den Republiken Russland, Ukraine und Weißrussland setzen sich reformorientierte Kräfte durch.


05.03.1990 Der Zentrale Runde Tisch beschließt Sozialcharta für Verhandlungen über eine Wirtschafts- und Währungsunion.


07.03.1990 Der Bundesvorstand der SPD fordert eine Volksabstimmung in ganz Deutschland über den Weg zur deutschen Einheit nach Artikel 23 (Beitritt der DDR) oder 146 (verfassunggebende Versammlung).


08.03.1990 Der Bundestag verabschiedet eine Garantie-Erklärung für die polnische Westgrenze.


09.03.1990 Der sich seit 8. Dezember 1989 in Haft befindende frühere Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, wird aus gesundheitlichen Gründen entlassen.


10.03.1990 Der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn unterzeichnen ein Abkommen, wonach die Sowjetunion ihre in Ungarn stationierten Truppen bis Juni 1991 abziehen wird.


11.03.1990 Das Parlament Litauens erklärt erklärt die Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion. Der Führer der Freiheitsbewegung „Sajudis“, Vytautas Landsbergis, wird zum Vorsitzenden des Obersten Sowjets Litauens gewählt.


12.03.1990 Bulgarien: Der Zentrale Runde Tisch einigt sich auf die Einführung eines Mehrparteiensystems und die Abhaltung freier demokratische Wahlen.


12.03.1990 Letzte Sitzung des Zentralen Runden Tisches der DDR; letzte Montagsdemonstration in Leipzig.


13.03.1990 Sowjetunion: Das Gesetz zur Einführung eines Präsidialsystems und die Streichung der führenden Rolle der KPdSU aus der Verfassung treten in Kraft.


14.03.1990 Das ungarische Parlament rehabilitiert die während der Stalinzeit zu Unrecht verurteilten Bürger und bittet die Nation um Verzeihung.


14.03.1990 In Fünfeichen bei Neubrandenburg wird das erste Massengrab mit den Opfern eines NKWD-Lagers aus den Jahren 1945 bis 1950 entdeckt.


15.03.1990 Sowjetunion: Michail Gorbatschow wird auf einem Sonderkongress der Volksdeputierten zum Staatspräsidenten gewählt.


17.03.1990 Die Außenminister des Warschauer Pakts erklären auf einer Konferenz in Prag ihre Zustimmung zur Vereinigung Deutschlands.


18.03.1990 Aus der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl in der DDR geht die Allianz für Deutschland, bestehend aus DDR-CDU, Demokratischer Aufbruch und DSU, mit 47,8 Prozent der Stimmen als Sieger hervor.


19.03.1990 Sowjetunion: Der Konflikt zwischen Moskau und Litauen bricht aus. Gorbatschow lässt unionsweit tätige Industrieunternehmen unter sowjetische Zwangsverwaltung stellen; es darf keine litauische Währung eingeführt werden.


21.03.1990 Sowjetunion: Der Oberste Sowjet regelt den Austritt einer Republik aus der Union: Danach muss sich eine Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für den Austritt aussprechen.


23.03.1990 Die polnische Zeitung „Trybuna“ meldet, dass die Verantwortung für den Massenmord an polnischen Offizieren in Katyn durch den NKWD im Jahr 1940 von einer staatlichen Kommission in der Sowjetunion bestätigt wurde.


25.03.1990 Ungarn: Bei den ersten freien Parlamentswahlen seit 1947 liegt die Wahlbeteiligung im ersten Durchgang bei rund 63 Prozent.


29.03.1990 Die Bundesbank empfiehlt bei einer Währungsunion mit der DDR eine Umstellung von 2 zu 1.


29.03.1990 Zehntausende Menschen demonstrieren in der DDR für eine sofortige Überprüfung der neu gewählten Volkskammerabgeordneten auf Mitarbeit beim MfS.


31.03.1990 Alle Mitarbeiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS), der MfS-Nachfolgeeinrichtung, werden entlassen.


Vor 25 Jahren

01.01.1995 In der Tschechischen Republik entsteht das „Amt für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus“.


10.03.1995 Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen früheren Staatssicherheitsminister Mielke auf sechs Jahre Haft wegen eines Polizisten-Doppelmordes von 1931.


Vor 20 Jahren

13.01.2000 Der frühere DDR-Staatschef Egon Krenz tritt seine Haft wegen des Todes von DDR-Flüchtlingen an der innerdeutschen Grenze an.


Vor 15 Jahren

27.01.2005 Erste höchstrichterliche Entscheidung zur Anerkennung unter „Werwolf“-Verdacht inhaftierter Jugendlicher als politische Häftlinge von Oberverwaltungsgericht Münster gefällt.


16.02.2005 Bundesgerichtshof entscheidet im „Fall Gartenschläger“ auf Freispruch eines MfS-Kompaniechefs letztes Urteil vor einem deutschen Gericht zur Tötung von Menschen an der innerdeutschen Grenze

Die 92. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-
Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten März/April/Mai hin. 

Ausgabe Nr. 92

Historischer Kalenderdienst 2/2020 (HTML-Version)
Vor 80 Jahren

03.04.1940 | Im Auftrag des Politbüros der KPdSU werden bis zum 19. Mai 1940 im polnischen Katyn und andernorts mehr als 20.000 polnische Staatsbürger, ein Großteil von ihnen Offiziere und Intellektuelle, durch das sowjetische NKWD ermordet.


Vor 75 Jahren

25.04.1945 | Die Gründungskonferenz der Vereinten Nationen (UNO) beginnt in San Francisco. Sie endet am 26. Juni 1945.


30.04.1945 | Die „Gruppe Ulbricht“ kehrt aus Moskau nach Berlin zurück.


08.05.1945 | Ende des Zweiten Weltkrieges und der NS-Diktatur in Deutschland und Europa.


Vor 70 Jahren

01.03.1950 | Auflösung der sowjetischen Speziallager in der SBZ abgeschlossen, nur ein Teil der Internierten kommt frei, Tausende werden in den „Waldheimer Prozessen" verurteilt.


10.03.1950 | NKWD verhaftet sieben Hallenser Studenten wegen Widerstandes gegen die SED-Diktatur. Am 19.September werden sie zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt.


22.03.1950 | Verhaftung des KPD-Mitgliedes und Bundestagsabgeordneten Kurt Müller wegen angeblicher Agententätigkeit in Ost-Berlin – Verurteilung am 18. März 1953 zu 25 Jahren Haft.


24.03.1950 | Altenburger Oberschüler nach Protesten gegen die SED verhaftet; zwei junge Lehrer und ein Schüler werden von sowjetischem Militärtribunal am 23. Mai 1950 zum Tode verurteilt, acht weitere Personen erhalten Strafen bis zu 25 Jahren Arbeitslager.


31.03.1950 | Brutale Niederschlagung von Häftlingsrevolten in DDR gegen Kürzung der bereits kargen Verpflegungssätze.


04.04.1950 | Die SED-Führung verbietet das Abspielen „anglo-amerikanischer Tanzmusik“ in der Öffentlichkeit.


18.04.1950 | Tschechoslowakische Regierung ordnet Schließung eines Großteils der Klöster an – Maßnahme gegen angebliche Feind-Agenten und Waffenlager.


19.04.1950 | Die Provisorische Volkskammer verabschiedet ein Gesetz der Arbeit. Der FDGB erhält darin ein gesetzlich garantiertes Organisationsmonopol zur Interessenvertretung der Beschäftigten.


26.04.1950 | Beginn der „Waldheimer Prozesse“ in der DDR, in denen bis Mitte Juli 1950 über 3.000 Internierte der sowjetischen Speziallager in Schnellverfahren abgeurteilt werden.


29.04.1950 | Der erste große politische Schauprozess vor dem Obersten Gericht der DDR, der „Dessauer Gasprozess“, endet mit hohen Haftstrafen.


31.05.1950 | In der Tschechoslowakei wird der Schauprozess gegen die „Diversantenverschwörung“ um die Oppositionelle Milada Horáková eröffnet. Am 8. Juni werden u. a. vier Todesurteile verhängt.


Vor 65 Jahren

27.03.1955 | Erste Jugendweihen; Gelöbnis der Jugendlichen auf die DDR, den Sozialismus und die Freundschaft mit der Sowjetunion.


30.03.1955 | Proteste Greifswalder Medizinstudenten gegen die Militarisierung der Universität enden mit mehr als 200 Verhaftungen.


01.04.1955 | Der West-Berliner Journalist Karl Wilhelm Fricke wird vom MfS nach Ost-Berlin entführt; in Haft bis 31.3.1959.


14.04.1955 | In Ungarn wird der reformorientierte Premierminister Imre Nagy abgesetzt.


15.04.1955 | Moskauer Memorandum über die Zukunft Österreichs: Das Land tritt keinen Militärbündnissen bei und hat keine Militärbasen, bleibt neutral, die alliierten Truppen ziehen ab. Am 15. Mai wird daraufhin der Staatsvertrag der Alliierten mit Österreich unterzeichnet.


05.05.1955 | Westmächte unterzeichnen Proklamation über Aufhebung des Besatzungsstatuts für die Bundesrepublik Deutschland.


06.05.1955 | Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO.


14.05.1955 | In Warschau wird der „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“, besser bekannt als Warschauer Pakt, unterzeichnet.


Vor 60 Jahren

21.03.1960 | Die gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichtete Propagandasendung „Der Schwarze Kanal“ wird erstmals im DDR-Fernsehen ausgestrahlt.


25.04.1960 | Walter Ulbricht verkündet auf der 11. Tagung der Volkskammer der DDR den Abschluss der Kollektivierung der Landwirtschaft.


28.04.1960 | Verwendung des Begriffs „Deutschland“ auf allen in der DDR hergestellten Landkarten und Atlanten untersagt.


01.05.1960 | „U2-Zwischenfall“: US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug über der UdSSR abgeschossen.


16.05.1960 | Die Pariser Gipfelkonferenz der Alliierten, die Möglichkeiten eines dauerhaften Friedens zwischen den Blöcken erarbeiten sollte, wird in Folge des „U2-Zwischenfalls“ ergebnislos ausgesetzt.


Vor 55 Jahren

07.04.1965 | Sowjetische Düsenjäger fliegen Störmanöver während einer Sitzung des Deutschen Bundestags in West-Berlin.


08.04.1965 | In Bulgarien scheitert ein Putschversuch von Parteifunktionären und Armeeangehörigen gegen
Staatschef Schiwkow. In der Nacht zum 8. April verhaftet man die Drahtzieher.


Vor 50 Jahren

19.03.1970 | Bundeskanzler Willy Brandt trifft DDR-Ministerpräsident Willi Stoph in Erfurt.


26.03.1970 | Beginn der Viermächteverhandlungen über Berlin.


04.04.1970 | Der kirchliche Aktionskreis Halle fordert in seiner vorläufigen Grundsatzerklärung die Demokratisierung der Kirche in der DDR.


19.04.1970 | In Ost-Berlin werden das Lenin-Monument und der Leninplatz eingeweiht. Der Zeremonie wohnen rund 200.000 Menschen bei.


21.05.1970 | Willy Brandt legt Willi Stoph in Kassel ein „20-Punkte-Memorandum“ über die deutsch-deutschen Beziehungen vor.


Vor 45 Jahren

03.03.1975 | Erste Erschließungsarbeiten für die größte Plattenbausiedlung der DDR in Berlin-Marzahn.


08.04.1975 | Tschechoslowakei: Václav Havel kritisiert in einem Brief an Staatschef Gustáv Husák das System der „Normalisierung“, mit dem Reformansätze nach dem „Prager Frühling“ 1968 wieder liquidiert wurden.


17.04.1975 | Die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh wird durch Truppen der Roten Khmer erobert – Errichtung eines Schreckensregimes.


30.04.1975 | Vietnam: Mit der vollständigen Eroberung des Südens durch nordvietnamesische Truppen endet nach rund zwei Jahrzehnten der Vietnamkrieg.


Vor 40 Jahren

09.03.1980 | Sprengstoffanschlag auf das Sowjetische Panzermonument in Karl-Marx-Stadt von Oppositionellen aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan.


03.04.1980 | Neue polnische Regierung unter Ministerpräsident Edward Babiuch vereidigt. In seiner Regierungserklärung kündigt Babiuch die weitere Rücknahme von Subventionen für Lebensmittel an.


17.05.1980 | Peru: Mitglieder der maoistischen Partei Leuchtender Pfad verbrennen am Tag der peruanischen Wahlen Wahlurnen und erklären den bewaffneten Kampf.


Vor 35 Jahren

11.03.1985 | Sowjetunion: Nach dem Tod Konstantin Tschernenkos am Vortag wird Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der KPdSU gewählt.


11.03.1985 | „Prager Aufruf“ der Charta 77 zur Überwindung der Teilung Europas.


26.04.1985 | Der Warschauer Vertrag wird in der polnischen Hauptstadt um 20 Jahre verlängert.


Vor 30 Jahren

01.03.1990 | Der Ministerrat der DDR beschließt die Einrichtung einer Treuhandgesellschaft zur Verwaltung von Volkseigentum und die die Umwandlung aller staatlichen Betriebe in Kapitalgesellschaften.


04.03.1990 | Sowjetunion: Bei den Parlamentswahlen in den Republiken Russland, Ukraine und Weißrussland setzen sich reformorientierte Kräfte durch.


05.03.1990 | Der Zentrale Runde Tisch beschließt Sozialcharta für Verhandlungen über eine Wirtschafts- und Währungsunion.


07.03.1990 |  Der Bundesvorstand der SPD fordert eine Volksabstimmung in ganz Deutschland über den Weg zur deutschen Einheit nach Artikel 23 (Beitritt der DDR) oder 146 (verfassunggebende Versammlung).


08.03.1990 | Der Bundestag verabschiedet eine Garantie-Erklärung für die polnische Westgrenze.


09.03.1990 | Der sich seit 8. Dezember 1989 in Haft befindende frühere Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, wird aus gesundheitlichen Gründen entlassen.


10.03.1990 Der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn unterzeichnen ein Abkommen, wonach die Sowjetunion ihre in Ungarn stationierten Truppen bis Juni 1991 abziehen wird.


11.03.1990 Das Parlament Litauens erklärt die Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion. Der Führer der Freiheitsbewegung „Sajudis“, Vytautas Landsbergis, wird zum Vorsitzenden des Obersten Sowjets Li-
tauens gewählt.


12.03.1990 Bulgarien: Der Zentrale Runde Tisch einigt sich auf die Einführung eines Mehrparteiensystems und die Abhaltung freier demokratische Wahlen.


12.03.1990 Letzte Sitzung des Zentralen Runden Tisches der DDR; letzte Montagsdemonstration in Leipzig.


13.03.1990 Sowjetunion: Das Gesetz zur Einführung eines Präsidialsystems und die Streichung der führenden Rolle der KPdSU aus der Verfassung treten in Kraft.


14.03.1990 Das ungarische Parlament rehabilitiert die während der Stalinzeit zu Unrecht verurteilten Bürger und bittet die Nation um Verzeihung.


14.03.1990 In Fünfeichen bei Neubrandenburg wird das erste Massengrab mit den Opfern eines NKWD-Lagers aus den Jahren 1945 bis 1950 entdeckt.


15.03.1990 Sowjetunion: Michail Gorbatschow wird auf einem Sonderkongress der Volksdeputierten zum
Staatspräsidenten gewählt.


17.03.1990 Die Außenminister des Warschauer Pakts erklären auf einer Konferenz in Prag ihre Zustimmung zur Vereinigung Deutschlands.


18.03.1990 Aus der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl in der DDR geht die Allianz für Deutschland, bestehend aus DDR-CDU, Demokratischer Aufbruch und DSU, mit 47,8 Prozent der Stimmen als Sieger hervor.


19.03.1990 Sowjetunion: Der Konflikt zwischen Moskau und Litauen bricht aus. Gorbatschow lässt unionsweit tätige Industrieunternehmen unter sowjetische Zwangsverwaltung stellen; es darf keine litauische Währung eingeführt werden.


21.03.1990 Sowjetunion: Der Oberste Sowjet regelt den Austritt einer Republik aus der Union: Danach muss sich eine Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für den Austritt aussprechen.


23.03.1990 Die polnische Zeitung „Trybuna“ meldet, dass die Verantwortung für den Massenmord an polnischen Offizieren in Katyn durch den NKWD im Jahr 1940 von einer staatlichen Kommission in der Sowjetunion bestätigt wurde.


25.03.1990 Ungarn: Bei den ersten freien Parlamentswahlen seit 1947 liegt die Wahlbeteiligung im ersten
Durchgang bei rund 63 Prozent.


29.03.1990 Die Bundesbank empfiehlt bei einer Währungsunion mit der DDR eine Umstellung von 2 zu 1.


29.03.1990 Zehntausende Menschen demonstrieren in der DDR für eine sofortige Überprüfung der neu gewählten Volkskammerabgeordneten auf Mitarbeit beim MfS.


31.03.1990 Alle Mitarbeiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS), der MfS-Nachfolgeeinrichtung, werden entlassen.


01.04.1990 Der Vorsitzende der DDR-SPD, Ibrahim Böhme, legt nach Offenlegung seiner Stasi-Tätigkeit seine politischen Ämter nieder.


03.04.1990 Mit der Aufnahme einer Flugverbindung nach Mallorca können DDR-Bürger erstmals mit Interflug in ein westeuropäisches Feriengebiet fliegen.


04.04.1990 Im thüringischen Schleiz beginnt der erste Prozess wegen Wahlfälschungen bei der Kommunalwahl im Mai 1989.


05.04.1990 Die erste frei gewählte Volkskammer der DDR tritt zusammen und wählt Sabine Bergmann-Pohl
(CDU) zu ihrer Präsidentin. Ein Untersuchungsausschuss soll die Abgeordneten auf ihre Mitarbeit bei der Staatssicherheit überprüfen.


05.04.1990 In der DDR protestieren hunderttausende Menschen gegen einen Umtauschkurs 2:1 bei einer Währungsunion.


07.04.1990 Das polnische Parlament beschließt die Auflösung des Staatssicherheitsdienstes „Służba Be-
zpieczeństwa“ und die Wiedereinführung des Nationalfeiertags am 3. Mai.


08.04.1990 In der jugoslawischen Teilrepublik Slowenien finden Parlamentswahlen statt. Es handelte sich um die erste freie und demokratische Wahl Sloweniens innerhalb der Sozialistischen Föderativen Republik
Jugoslawiens.


08.04.1990 In Ungarn gewinnt die konservative Forums-Partei in der Stichwahl klar die ersten freien Parla-
mentswahlen seit 1947. Die Wahlbeteiligung liegt bei rund 45 Prozent.


09.04.1990 Die Allianz für Deutschland, die SPD und die Liberalen in der DDR einigen sich auf die Bildung einer Großen Koalition.


11.04.1990 Konferenz über Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Bonn: Die 35 KSZE-Staaten befürworten Marktwirtschaften mit Gewerbefreiheit und Privateigentum.


12.04.1990 Der CDU-Vorsitzende Lothar de Maizière wird zum DDR-Ministerpräsidenten gewählt.


12.04.1990 Die neu gewählte Volkskammer der DDR verabschiedet eine Erklärung über die Mitverantwortung für die Verbrechen, die während des Nationalsozialismus an den Juden in ganz Europa verübt worden sind.


13.04.1990 Die Sowjetunion gesteht anlässlich des Besuchs des polnischen Staatspräsidenten Jaruzelski in Moskau erstmals offiziell ihre Schuld an der Ermordung von 15.000 polnischen Offizieren im Frühjahr 1940, dem Massaker von Katyn, ein.


14.04.1990 Sowjetunion: Moskau droht Litauen mit einer Wirtschaftsblockade, wenn das Land nicht alle Gesetze und Beschlüsse rückgängig macht, die es aus der Union herauslösen sollen.


16.04.1990 Die Ost-Berliner Humboldt-Universität gibt die Schließung der Sektion Marxismus-Leninismus bekannt.


17.04.1990 Die neue DDR-Regierung wird vereidigt. Markus Meckel (SPD) wird Außenminister, Rainer Eppelmann (DA) Minister für Abrüstung und Verteidigung.


18.04.1990 Bundesinnenminister Schäuble und sein DDR-Amtskollege Diestel verständigen sich auf die Abschaffung der innerdeutschen Grenzkontrollen.


19.04.1990 DDR-Ministerpräsident de Maizière spricht sich in seiner Regierungserklärung für eine ökologisch verpflichtete soziale Marktwirtschaft und eine deutsche Einheit nach Artikel 23 des Grundgesetzes aus.


19.04.1990 Polen: Zu Beginn des zweiten Solidarność-Kongresses in Gdańsk erklärt Ministerpräsident Mazowiecki die Aussöhnung mit dem deutschen und dem russischen Volk zu essentiellen Zielen.


20.04.1990 Das Parlament der ČSSR beschließt die Umwandlung in einen föderativen Staat und eine Umbenennung in Tschechische und Slowakische Föderative Republik (ČSFR).


20.04.1990 US-Präsident George Bush erklärt die Absicht der drei westlichen Siegermächte, einem vereinten Deutschland die völkerrechtliche Souveränität zurück zu übertragen.


22.04.1990 | Vertreterinnen des neu gegründeten „Unabhängigen Frauenverbands“ UFV demonstrieren vor der DDR-Volkskammer gegen die Einführung des Paragraphen 218 des westdeutschen Strafgesetzbuches.


23.04.1990 | Die Bevölkerung von Karl-Marx-Stadt stimmt mit großer Mehrheit für die Rückbenennung ihrer Stadt in „Chemnitz“.


26.04.1990 | Die Volkskammer der DDR beschließt, die Soldaten der NVA unter einen neuen Fahneneid zu stellen, der sie nicht mehr verpflichtet, den Sozialismus zu verteidigen.


27.04.1990 | Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen wegen Wahlfälschung u. a. gegen Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer und den Dresdner SED-Chef Werner Moke.


28.04.1990 | Der EG-Sondergipfel in Dublin unterstützt die beabsichtigte Vereinigung Deutschlands vorbehaltlos.


28.04.1990 | Die DDR-Grenztruppen beginnen mit dem Abriss der Berliner Mauer am Brandenburger Tor, sie wird durch einen Metallzaun ersetzt.


30.04.1990 | Bundestag und DDR-Volkskammer nehmen mit einem Treffen der Parlamentspräsidentinnen Rita Süssmuth und Sabine Bergmann-Pohl erstmals offizielle Kontakte auf.


2.05.1990 | Einigung über den Umtauschkurs bei der Währungsunion: Löhne und Gehälter, Renten und Mieten in der DDR werden 1:1 in D-Mark umgestellt.


03.05.1990 | Ministerpräsident de Maizière gibt bekannt, dass zum 1. Januar 1991 die Länderstruktur in der DDR wieder hergestellt werden soll, die bis 1952 bestand.


04.05.1990 | Der Oberste Sowjet Lettlands erklärt die Wiederherstellung der Unabhängigkeit und die Umbenennung der lettischen Sowjetrepublik in Republik Lettland.


05.05.1990 | Die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen um die äußeren Aspekte der deutschen Einheit beginnen mit einem Treffen der beiden deutschen Außenminister mit ihren alliierten Kollegen in Bonn.


06.05.1990 | Einzige freie Kommunalwahlen in der DDR: Die CDU kommt auf 34 Prozent, die SPD auf 21 Prozent der Stimmen, gefolgt von der PDS mit 14,6 und den Liberalen mit 6,6 Prozent.


07.05.1990 | In der DDR treten Wehrdienstverweigerer zum ersten Mal einen zwölfmonatigen Zivildienst an.


08.05.1990 | Estland erklärt seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Teile der Verfassung von 1938 werden wieder in Kraft gesetzt, die Bezeichnung „Republik Estland“ festgelegt und die frühere Staatsflagge wieder eingeführt.


09.05.1990 | Albanien: „Radio Tirana“ berichtet unter Berufung auf Beschlüsse des Parlaments, dass Albaner ab sofort das Recht haben, ins Ausland zu reisen.


09.05.1990 | Der DDR-Gewerkschaftsbund FDGB gibt seine Auflösung bis Herbst 1990 bekannt.


10.05.1990 | Die Kultusminister der Bundesländer beschließen die Anerkennung von DDR Abschlusszeugnissen für die Zulassung zum Hochschulstudium an westdeutschen Universitäten.


14.05.1990 | Sowjetunion: Staatspräsident Gorbatschow erklärt die Unabhängigkeitserklärungen der baltischen Republiken Lettland und Estland für ungültig. Am Vortag hatten die drei baltischen Republiken Moskau Vierergespräche zur Lösung der Krise vorgeschlagen.


16.05.1990 | Bund und Länder einigen sich über die Finanzierung der deutschen Einheit und richten den Fonds „Deutsche Einheit“ ein.


18.05.1990 | Die Finanzminister der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnen in Bonn den Vertrag zur Schaffung einer Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion, die am 1. Juli 1990 in Kraft treten soll.


19.05.1990 | Das 1951 vollstreckte Todesurteil gegen den Rostocker Studenten und LDP-Funktionär Arno Esch wird in der UdSSR wieder aufgehoben und Esch rehabilitiert.


20.05.1990 | Rumänien: Mit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden die ersten freien Wahlen seit 1946 statt.


22.05.1990 | Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 1 Million DM Soforthilfe für historische Objekte in der DDR, wie die Frauenkirche in Dresden oder die Georgenkirche zu Wismar, zur Verfügung.


23.05.1990 | In Bonn tagen erstmals gemeinsam der Bundestags-und der Volkskammerausschuss zur „Deutschen Einheit“.


24.05.1990 | Dem früheren ungarischen Außenminister Gyula Horn wird als erster Persönlichkeit aus Osteuropa der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen verliehen. Horn war mitverantwortlich für die ungarische Grenzöffnung im Herbst 1989.


27.05.1990 | In Polen finden die ersten freien Kommunalwahlen seit mehr als 50 Jahren statt. Kommentatoren werten die niedrige Wahlbeteiligung von rund 42 Prozent als Zeichen der Frustration wegen der andauernden wirtschaftlichen Schwierigkeiten.


29.05.1990 | Sowjetunion: Der Radikalreformer Boris Jelzin wird zum Parlamentspräsidenten der Russischen Sowjetrepublik gewählt.


30.05.1990 | Der Ministerrat der DDR beschließt die Öffnung aller noch durch die Mauer unterbrochenen Straßenübergänge bis 1. Juli und die Abschaffung der Grenzkontrollen.


30.05.1990 | Die DDR-Regierungskommission zur Aufklärung der Verbrechen der Staatssicherheit hält ihre konstituierende Sitzung ab.


31.05.1990 | DDR-Volkskammer beschließt die Einrichtung der „Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR“ (UKPV).


31.05.1990 | Die Volkskammer beschließt, das DDR-Staatswappen innerhalb einer Woche in und an allen öffentlichen Gebäuden entfernen zu lassen.


Vor 25 Jahren

10.03.1995 | Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen früheren Staatssicherheitsminister Mielke auf sechs Jahre Haft wegen eines Polizisten-Doppelmordes von 1931

Die 93. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Mai/Juni/Juli hin. 

Ausgabe Nr. 93

Historischer Kalenderdienst 3/2020 (HTML-Version) 
Vor 75 Jahren

08.05.1945 Ende des Zweiten Weltkrieges und der NS-Diktatur in Deutschland und Europa.


05.06.1945 „Erklärung in Anbetracht der Niederlage“: Die Oberbefehlshaber der vier Siegermächte unterzeichnen in Berlin eine Deklaration zur Übernahme der obersten Regierungsgewalt in Deutschland.


06.06.1945 Der Rat der Volkskommissare in Moskau unterzeichnet das Dekret zur Schaffung einer Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Drei Tage später übernimmt diese die Macht in der SBZ.


25.06.1945 Einstimmig beschließen die Vereinten Nationen die UN-Charta zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit.


01.07.1945 Die Briten und Amerikaner ziehen sich auf die Demarkationslinie zurück und räumen bis zum 3. Juli ein Gebiet mit den Städten Wismar, Schwerin, Wittenberg, Magdeburg, Halle, Leipzig, Zwickau.


09.07.1945 In London beschließen die Alliierten die Aufteilung Österreichs in vier Besatzungszonen – auch Wien wird in vier Zonen geteilt.


14.07.1945 Auf Vorschlag der KPD gründet sich in der Sowjetischen Besatzungszone der „Antifaschistisch-demokratische Block“, bestehend aus KPD, SPD, CDU und LDP.


17.07.1945 Beginn der bis zum 2. August andauernden Potsdamer Konferenz der Alliierten USA, Sowjetunion und Großbritannien.


Vor 70 Jahren

31.05.1950 In der Tschechoslowakei wird der Schauprozess gegen die „Diversantenverschwörung“ um die Oppositionelle Milada Horáková eröffnet. Am 8. Juni werden u. a. vier Todesurteile verhängt.


25.06.1950 Beginn des Koreakrieges zwischen dem kommunistischen Norden, unterstützt durch die die Volksrepublik China, und dem demokratischen Süden, unterstützt durch die Vereinten Nationen unter Führung der USA.


26.06.1950 Jugoslawien: Das „Grundgesetz über die Verwaltung von Betrieben durch das Arbeiterkollektiv“ markiert den Übergang vom jugoslawischen Partikularismus zu einem Nationalkommunismus als Alternative zum sowjetischen System.


04.07.1950 Gründung des Deutschen Schriftstellerverbandes (DSV) als Berufsverband der Schriftsteller in der DDR.


06.07.1950 Im Görlitzer Vertrag zwischen Polen und der DDR wird die Oder-Neiße-Grenze als unantastbar anerkannt.


14.07.1950 Letzte politische Unrechts-Urteile in den nicht rechtsstaatlich geführten „Waldheimer Prozessen“ gegen frühere Insassen sowjetischer Speziallager.


20.07.1950 Umformung der SED in eine „Partei neuen Typus“ nach sowjetischem Vorbild auf dem III. Parteitag.


Vor 65 Jahren

05.05.1955 Westmächte unterzeichnen Proklamation über Aufhebung des Besatzungsstatuts für die Bundesrepublik Deutschland.


06.05.1955 Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO.


14.05.1955 In Warschau wird der „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“, besser bekannt als Warschauer Pakt, unterzeichnet.


27.06.1955 „RIAS-Prozess“: Joachim Wiebach wird wegen Kontakten zum RIAS vom Obersten Gericht der DDR zum Tode verurteilt und am 14. September hingerichtet.


05.07.1955 „Geschichtsbeschluss“ des Politbüros: Richtlinie der Partei für die Geschichtswissenschaft auf dem Weg in eine „marxistisch-leninistische Gesellschaftswissenschaft“. Führungsanspruch der SED gegen-
über der Geschichtswissenschaft durchgesetzt.


07.07.1955 Sieben Angeklagte aus dem Uran-Bergbaugebiet Wismut werden wegen Verbindungen zum SFB zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt.


Vor 60 Jahren

01.05.1960 „U2-Zwischenfall“: US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug über der Sowjetunion abgeschossen.


16.05.1960 Die Pariser Gipfelkonferenz der Alliierten, die Möglichkeiten eines dauerhaften Friedens zwischen den Blöcken erarbeiten sollte, wird in Folge des „U2-Zwischenfalls“ ergebnislos ausgesetzt.


11.07.1960 Mit dem Erlass der neuen Verfassung wird die Tschechoslowakische Republik (ČSR) in Tschechoslowakische Sozialistische Republik (ČSSR) umbenannt und der kommunistische Führungsanspruch festgeschrieben.


12.07.1960 Der ehemalige DDR-Grenzoffizier Manfred Smolka wird wegen versuchter Republikflucht nach einem Schauprozess hingerichtet.


Vor 50 Jahren

21.05.1970 Willy Brandt legt Willi Stoph in Kassel ein „20-Punkte-Memorandum“ über die deutsch-deutschen Beziehungen vor.


08.06.1970 Junge ČSSR-Bürger entführen ein Passagierflugzeug nach Nürnberg und bitten um politisches Asyl. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilt die Entführer später wegen Freiheitsberaubung und Nöti-
gung zu Haftstrafen.


01.07.1970 Exportprodukte der DDR werden mit „Made in GDR“ statt „Made in Germany“ gekennzeichnet.


Vor 45 Jahren

26.06.1975 Geburtsstunde des Begriffes Eurokommunismus: Veröffentlichung des Beitrags „Breschnews Fähigkeiten“ des jugoslawischen Journalisten Frane Barbieri in der Mailänder Zeitung „Il Gionale nuovo“.


Vor 40 Jahren

17.05.1980 Peru: Mitglieder der maoistischen Partei Leuchtender Pfad verbrennen am Tag der peruanischen Wahlen Wahlurnen und erklären den bewaffneten Kampf.


18.07.1980 Die polnische Streikbewegung greift auf die Industriestadt Lublin über, wo erstmals Arbeiter der Verkehrsbetriebe die Arbeit niederlegen.


19.07.1980 In Moskau beginnen die von westlichen Staaten boykottierten XXII. Olympischen Spiele. In deren Verlauf kann die Sowjetunion 80 Goldmedaillen gewinnen, gefolgt von der DDR mit 47. Dritter des
Medaillenspiegels ist Bulgarien mit acht Mal Gold.


26.07.1980 In Güstrow wird der von den Königswalder Friedensseminaren inspirierte Kessiner Friedenskreis gegründet – er koordiniert die Friedensgruppen im Norden der DDR.


29.07.1980 Sowjetunion: Andrej Sacharow fordert in einem offenen Brief an Breschnew Truppenabzug aus Afghanistan und Amnestie für politische Gefangene.


Vor 35 Jahren

10.06.1985 Als erster Regierungschef einer der drei Westmächte trifft der französische Premier Laurent Fabius zu einem Staatsbesuch in der DDR ein.


11.06.1985 Größter Agententausch in der Geschichte des Kalten Krieges: 29 Spione aus sechs Ländern werden an der Glienicker Brücke in Berlin getauscht.


12.07.1985 Sowjetunion: Im Vorfeld der Weltjugendfestspiele in Moskau wird die sowjetische Dissidentin Irina Griwnina verhaftet. Sie hatte zu Protesten gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion aufgefordert.


18.07.1985 „FAZ“ druckt offenen Brief von DDR-Oppositionellen an die FDJ-Delegation zu den Moskauer Weltfestspielen ab, in dem u.a. das Recht auf freie Meinungsäußerung und Reisefreiheit in der DDR gefordert wird.


Vor 30 Jahren

02.05.1990 Einigung über den Umtauschkurs bei der Währungsunion: Löhne und Gehälter, Renten und Mieten in der DDR werden 1:1 in D-Mark umgestellt.


03.05.1990 Ministerpräsident de Maizière gibt bekannt, dass zum 1. Januar 1991 die Länderstruktur in der DDR wieder hergestellt werden soll, die bis 1952 bestand.


04.05.1990 Der Oberste Sowjet Lettlands erklärt die Wiederherstellung der Unabhängigkeit und die Umbenennung der lettischen Sowjetrepublik in Republik Lettland.


05.05.1990 Die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen um die äußeren Aspekte der deutschen Einheit beginnen mit einem Treffen der beiden deutschen Außenminister mit ihren alliierten Kollegen in Bonn.


06.05.1990 Einzige freie Kommunalwahlen in der DDR: Die CDU kommt auf 34 Prozent, die SPD auf 21 Prozent der Stimmen, gefolgt von der PDS mit 14,6 und den Liberalen mit 6,6 Prozent.


07.05.1990 In der DDR treten Wehrdienstverweigerer zum ersten Mal einen zwölfmonatigen Zivildienst an.


08.05.1990 Estland erklärt seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Teile der Verfassung von 1938 werden wieder in Kraft gesetzt, die Bezeichnung „Republik Estland“ festgelegt und die frühere Staatsflagge
wieder eingeführt.


09.05.1990 Albanien: „Radio Tirana“ berichtet unter Berufung auf Beschlüsse des Parlaments, dass Albaner ab sofort das Recht haben, ins Ausland zu reisen.


09.05.1990 Der DDR-Gewerkschaftsbund FDGB gibt seine Auflösung bis Herbst 1990 bekannt.


10.05.1990 Die Kultusminister der Bundesländer beschließen die Anerkennung von DDR-Abschlusszeugnissen für die Zulassung zum Hochschulstudium an westdeutschen Universitäten.


14.05.1990 Sowjetunion: Staatspräsident Gorbatschow erklärt die Unabhängigkeitserklärungen der baltischen Republiken Lettland und Estland für ungültig. Am Vortag hatten die drei baltischen Republiken Moskau Vierergespräche zur Lösung der Krise vorgeschlagen.


16.05.1990 Bund und Länder einigen sich über die Finanzierung der deutschen Einheit und richten den Fonds „Deutsche Einheit“ ein.


18.05.1990 Die Finanzminister der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnen in Bonn den Vertrag zur Schaffung einer Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion, die am 1. Juli 1990 in Kraft treten soll.


19.05.1990 Das 1951 vollstreckte Todesurteil gegen den Rostocker Studenten und LDP-Funktionär Arno Esch wird in der UdSSR wieder aufgehoben und Esch rehabilitiert.


20.05.1990 Rumänien: Mit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden die ersten freien Wahlen seit 1946 statt.


22.05.1990 Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 1 Million DM Soforthilfe für historische Objekte in der DDR, wie die Frauenkirche in Dresden oder die Georgenkirche zu Wismar, zur Verfügung.


23.05.1990 In Bonn tagen erstmals gemeinsam der Bundestags-und der Volkskammerausschuss zur „Deutschen Einheit“.


24.05.1990 Dem früheren ungarischen Außenminister Gyula Horn wird als erster Persönlichkeit aus Osteuropa der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen verliehen. Horn war mitverantwortlich für die ungarische Grenzöffnung im Herbst 1989.


27.05.1990 In Polen finden die ersten freien Kommunalwahlen seit mehr als 50 Jahren statt. Kommentatoren werten die niedrige Wahlbeteiligung von rund 42 Prozent als Zeichen der Frustration wegen der andauernden wirtschaftlichen Schwierigkeiten.


29.05.1990 Sowjetunion: Der Radikalreformer Boris Jelzin wird zum Parlamentspräsidenten der Russischen Sowjetrepublik gewählt.


30.05.1990 Der Ministerrat der DDR beschließt die Öffnung aller noch durch die Mauer unterbrochenen Straßenübergänge bis 1. Juli und die Abschaffung der Grenzkontrollen.


30.05.1990 Die DDR-Regierungskommission zur Aufklärung der Verbrechen der Staatssicherheit hält ihre konstituierende Sitzung ab.


31.05.1990 DDR-Volkskammer beschließt die Einrichtung der „Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR“ (UKPV).


31.05.1990 Die Volkskammer beschließt, das DDR-Staatswappen innerhalb einer Woche in und an allen öffentlichen Gebäuden entfernen zu lassen.


01.06.1990 Karl-Marx-Stadt heißt wieder Chemnitz, nachdem sich bei einer Bürgerbefragung die Mehrheit der Einwohner dafür entschieden hatte.


02.06.1990 In Ost-Berlin demonstrieren mehrere Zehntausend PDS-Anhänger „gegen drohende Enteignung, Liquidierung und Verbot“.


04.06.1990 Volksrepublik China: Am ersten Jahrestag des Tian’anmen-Massakers demonstrieren rund 2.000 Studenten in der Pekinger Universität gegen die kommunistische Führung. Protestaktionen auf dem Platz selbst werden von der Armee verhindert.


06.06.1990 RAF-Terroristen werden in der DDR entdeckt und verhaftet, die bisher unter dem Schutz des MfS versteckt gehalten wurden.


07.06.1990 Joachim Gauck wird Vorsitzender des Volkskammer-Sonderausschusses zur Auflösung des Staatssicherheitsdienstes der DDR.


08.06.1990 Die Westalliierten gestehen den West-Berliner Vertretern in Bundestag und Bundesrat volles Stimmrecht zu. Damit können die Repräsentanten erstmals uneingeschränkt an der Bonner Gesetzgebung
mitwirken.


08.06.1990 Mit der „Botschaft von Turnberry“ leiten die NATO-Außenminister mit einer Freundschaftsbekundung eine Wende im Verhältnis zur Sowjetunion und zum Warschauer Pakt ein. Deutschland solle frei über seine Bündniszugehörigkeit entscheiden können.


09.06.1990 Das tschechische Bürgerforum und seine slowakische Schwesterorganisation „Öffentlichkeit gegen Gewalt“ gewinnen die ersten freien Parlamentswahlen in der Tschechoslowakei seit 1946.


10.06.1990 Bulgarien: Bei den ersten freien Wahlen nach fast 60 Jahren siegen die als Sozialistische Partei angetretenen Reformkommunisten deutlich vor der Opposition.


11.06.1990 Mit Lothar de Maizière empfängt US-Präsident Bush zum ersten Mal einen Regierungschef der DDR.


12.06.1990 Erste gemeinsame Sitzung des West-Berliner Senats mit dem Ost-Berliner Magistrat – Forderung nach Berlin als deutscher Hauptstadt.


13.06.1990 An der Bernauer Straße beginnt der endgültige Abriss der Berliner Mauer.


15.06.1990 Der Philosoph und DDR-Dissident Rudolf Bahro wird vom Obersten Gericht der DDR vollständig rehabilitiert.


15.06.1990 Die beiden deutschen Regierungen verständigen sich auf Eckpunkte zur Regelung offener Vermögensfragen. In der DDR enteignete Haus- und Grundbesitzer sollen in den meisten Fällen ihren Besitz zurück erhalten.


17.06.1990 Die DDR-Volkskammer beschließt Treuhand-Gesetz mit dem Auftrag zur Privatisierung des volkseigenen Vermögens.


18.06.1990 Die DDR-Volkskammer beschließt eine Verfassungsänderung, mit der jeder Bezug auf den Sozialismus entfernt wird.


21.06.1990 Bundestag und Volkskammer billigen den Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion und verabschieden eine Erklärung zur Anerkennung der Westgrenze Polens.


22.06.1990 Der alliierte Kontrollpunkt „Checkpoint Charlie“ in Berlin wird feierlich abgebaut.


25.06.1990 Die Präsidentinnen der beiden deutschen Parlamente treffen zu einem gemeinsamen Staatsbesuch in Israel ein.


26.06.1990 In Bonn beginnen die Verhandlungen über einen Einigungsvertrag zwischen beiden deutschen Staaten.


29.06.1990 Gegen Erich Honecker wird ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts eingeleitet. Die Generalstaatsanwaltschaft der DDR begründet dies mit den Todesschüssen an der innerdeutschen Grenze.


01.07.1990 Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR tritt in Kraft. Damit wird die D-Mark offizielle Währung in der DDR.


03.07.1990 Nach Demonstrationen gegen die Regierung in Albanien fliehen in Tirana mindestens 150 Menschen in die Botschaften Italiens, Polens, der Bundesrepublik und anderer Länder.


06.07.1990 Die 16 NATO-Staaten beschließen in London weit reichende Reformen der Allianz und die Zusammenarbeit mit den Warschauer Vertragsstaaten.


07.07.1990 Der polnische Ministerpräsident Mazowiecki und der Vorsitzende der Gewerkschaft Solidarność Wałęsa einigen sich auf einen „Burgfrieden“ nach wochenlangen Auseinandersetzungen über das Tempo der politischen Reformen.


08.07.1990 Die Mannschaft der Bundesrepublik wird zum dritten Mal Fußball-Weltmeister. Das Endspiel der Fußball-WM in Italien gewinnt die Bundesrepublik mit 1:0 gegen Argentinien.


12.07.1990 Sowjetunion: Die Radikalreformer um Boris Jelzin beschließen auf dem 28. Parteitag der KPdSU in Moskau ihre Abspaltung von der Partei.


16.07.1990 Die Treuhand-Anstalt zur Privatisierung der DDR-Betriebe konstituiert sich.


16.07.1990 Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen Bundeskanzler Kohl und Michail Gorbatschow im Kaukasus – Zustimmung für ein vereinigtes Deutschland in der NATO.


20.07.1990 Am 46. Jahrestag des Stauffenberg-Attentates auf Hitler legen die Soldaten der NVA einen neuen Fahneneid ab. Zum ersten Mal in der Geschichte der DDR verpflichteten sich die Soldaten nicht mehr
dazu, den Sozialismus zu verteidigen.


21.07.1990 Im ehemaligen Todesstreifen am Potsdamer Platz in Berlin gibt Roger Waters, ehemaliges Mitglied der britische Rockgruppe Pink Floyd, vor mehr als 300.000 Zuschauern ein Konzert seines Albums
„The Wall“.


22.07.1990 Die Volkskammer beschließt das Ländereinführungsgesetz und wandelt die DDR damit in einen föderativen Staat mit fünf Ländern um.


24.07.1990 Das sowjetische Außenministerium gibt bekannt, dass zwischen 1945 und 1950 etwa 43.000 Deutsche in sowjetischen Internierungslagern auf dem Gebiet der DDR umgekommen sind.


26.07.1990 Der frühere Stasi-Minister Erich Mielke wird wegen des Verdachts der Unterstützung von RAF-Terroristen erneut verhaftet.


Vor 25 Jahren

12.07.1995 Prozessbeginn vor dem Landgericht in Frankfurt/Oder gegen sieben frühere DDR-Richter und Staatsanwälte wegen Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung im Fall Robert Havemann. Sie werden am 30.09.1997 freigesprochen.

Die 94. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten Juli/August/September hin. 

Ausgabe Nr. 94

Historischer Kalenderdienst 4/2020 (HTML-Version)  
Vor 75 Jahren

01.07.1945 Die Briten und Amerikaner ziehen sich auf die Demarkationslinie zurück und räumen bis zum 3. Juli ein Gebiet mit den Städten Wismar, Schwerin, Wittenberg, Magdeburg, Halle, Leipzig, Zwickau.


09.07.1945 In London beschließen die Alliierten die Aufteilung Österreichs in vier Besatzungszonen – auch Wien wird in vier Zonen geteilt.


14.07.1945 Auf Vorschlag der KPD gründet sich in der Sowjetischen Besatzungszone der „Antifaschistisch-demokratische Block“, bestehend aus KPD, SPD, CDU und LDP.


17.07.1945 Beginn der bis zum 2. August andauernden Potsdamer Konferenz der Alliierten USA, Sowjetunion und Großbritannien.


06.08.1945 Mit dem US-amerikanischen Atombombenabwurf auf Hiroshima wird zum ersten Mal eine Atomwaffe in einem Krieg eingesetzt.


18.08.1945 Mit Befehl Nr. 29 der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) werden die Zensurarbeit in der SBZ geregelt und Zensoren bei den Militärkommandanturen eingerichtet.


02.09.1945 Mit der Unterzeichnung der Kapitulation Japans endet der Zweite Weltkrieg.


03.09.1945 Beginn der Bodenreform in der SBZ.


04.09.1945 Befehl Nr. 50 der SMAD regelt die Entnazifizierung, Demilitarisierung der Universitäten, Zulassung zum Studium und Rehabilitierung der NS-Verfolgten.


Vor 70 Jahren

04.07.1950 Gründung des Deutschen Schriftstellerverbandes (DSV) als Berufsverband der Schriftsteller in der DDR.


06.07.1950 Im Görlitzer Vertrag zwischen Polen und der DDR wird die Oder-Neiße-Grenze als unantastbar anerkannt.


14.07.1950 Letzte politische Unrechts-Urteile in den nicht rechtsstaatlich geführten „Waldheimer Prozessen“ gegen frühere Insassen sowjetischer Speziallager.


20.07.1950 Umformung der SED in eine „Partei neuen Typus“ nach sowjetischem Vorbild auf dem III. Parteitag.


08.08.1950 Der Generalsekretär der LDP, Günter Stempel, wird wegen Ablehnung des Wahlgesetzes der DDR verhaftet und am 7. Januar 1951 von einem sowjetischen Militärtribunal wegen Spionage und Sabotage zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


10.08.1950 Rumänien: Prozess gegen zwölf „Spione der faschistischen Tito-Clique“ in Bukarest endet mit drei Todesurteilen.


22.08.1950 In der Bundesrepublik wird das „Gesetz über die Notaufnahme von Deutschen in das Bundesgebiet“ erlassen.


24.08.1950 Bei einer ersten Parteisäuberung werden auch führende Funktionäre wie Paul Merker, Leo Bauer und Willi Kreikemeyer aus der SED ausgeschlossen.


31.08.1950 Verbot und beginnende Verfolgung der Zeugen Jehovas in der DDR.


06.09.1950 DDR-Justizstaatssekretär Helmut Brandt (CDU) wegen Protests gegen die Waldheimer Prozesse verhaftet, er wird 1964 von der Bundesrepublik Deutschland „freigekauft“.


21.09.1950 Erste Kundgebung der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) in Berlin unter dem Motto „Freiheit den politischen Gefangenen – Recht den Heimgekehrten“.


28.09.1950 Aufnahme der DDR in den RGW (COMECON).


28.09.1950 Der Oberschüler Enno Henke und sieben weitere Schüler aus Güstrow werden wegen „Unterwanderung“ zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt. Sie hatten Flugblätter verteilt, auf denen freie Wahlen gefordert wurden.


Vor 65 Jahren

05.07.1955 „Geschichtsbeschluss“ des Politbüros: Richtlinie der Partei für die Geschichtswissenschaft auf dem Weg in eine „marxistisch-leninistische Gesellschaftswissenschaft“. Führungsanspruch der SED gegenüber der Geschichtswissenschaft durchgesetzt.


07.07.1955 Sieben Angeklagte aus dem Uran-Bergbaugebiet Wismut werden wegen Verbindungen zum SFB zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt.


31.08.1955 Grundsteinlegung für das Braunkohle-Kombinat „Schwarze Pumpe“ in der DDR.


14.09.1955 Bei dem ersten Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in der Sowjetunion erhält Konrad Adenauer die Zusicherung zur Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen.


19.09.1955 Österreich: Der Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen ist abgeschlossen. Das Land hatte am 27. Juli 1955 seine volle Souveränität von den Siegermächten erhalten.


20.09.1955 Freundschaftsvertrag zwischen der DDR und der Sowjetunion. Die DDR erhält von den Sowjets offiziell die „volle“ Souveränität.


22.09.1955 Beginn der „Hallstein-Doktrin“: Bundeskanzler Adenauer erklärt vor dem Bundestag, dass es die Bundesrepublik Deutschland ab sofort als „unfreundlichen Akt“ ansieht, wenn ein Staat die DDR diplo-
matisch anerkennt.


Vor 60 Jahren

11.07.1960 Mit dem Erlass der neuen Verfassung wird die Tschechoslowakische Republik (ČSR) in Tschechoslowakische Sozialistische Republik (ČSSR) umbenannt und der kommunistische Führungsanspruch festgeschrieben.


12.07.1960 Der ehemalige DDR-Grenzoffizier Manfred Smolka wird wegen versuchter Republikflucht nach einem Schauprozess hingerichtet.


07.09.1960 Der erste und einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, stirbt in Ost-Berlin. Danach wird statt eines solchen Amtes ein Staatsrat gebildet.


08.09.1960 Erlass des Ministeriums des Innern der DDR über Genehmigungspflicht für Einreisen von Bundesbürgern nach Ost-Berlin. Die Bundesregierung wertet diese Anordnung als Verletzung des Viermächte-Status.


15.09.1960 Die DDR erkennt für die Einreise von West-Berlinern nur noch den West-Berliner Personalausweis, nicht aber den Reisepass der Bundesrepublik an.


Vor 55 Jahren

04.08.1965 Baubeginn des Fundaments des Ost-Berliner Fernsehturms, mit 365 Metern das höchste Bauwerk der DDR.


08.09.1965 Sowjetunion: Verhaftung des Schriftstellers Andrei Sinjawski, der sich für die von Stalin verfolgten Dichter einsetzte. Er wird im Jahr darauf in einem internationales Aufsehen erregenden Schauprozess zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilt.


Vor 50 Jahren

01.07.1970 Exportprodukte der DDR werden mit „Made in GDR“ statt „Made in Germany“ gekennzeichnet.


29.09.1970 Tschechoslowakei: Das ZK-Präsidium der KP meldet: „Die Partei hat sich von jenen gesäubert, die nicht hineingehören.“ Rund 300.000 Genossen, die 1968 den Prager Frühling mittrugen, haben seit Januar ihre Mitgliedschaft verloren.


Vor 45 Jahren

01.08.1975 Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von Helsinki.


22.09.1975 Verbot der „Klaus Renft Combo“ in der DDR.


Vor 40 Jahren

18.07.1980 Die polnische Streikbewegung greift auf die Industriestadt Lublin über, wo erstmals Arbeiter der Verkehrsbetriebe die Arbeit niederlegen.


19.07.1980 In Moskau beginnen die von westlichen Staaten boykottierten XXII. Olympischen Spiele. In deren Verlauf kann die Sowjetunion 80 Goldmedaillen gewinnen, gefolgt von der DDR mit 47. Dritter des Medaillenspiegels ist Bulgarien mit acht Mal Gold.


26.07.1980 In Güstrow wird der von den Königswalder Friedensseminaren inspirierte Kessiner Friedenskreis gegründet – er koordiniert die Friedensgruppen im Norden der DDR.


29.07.1980 Sowjetunion: Andrej Sacharow fordert in einem offenen Brief an Breschnew Truppenabzug aus Afghanistan und Amnestie für politische Gefangene.


14.08.1980 Polen: Der populäre und während des Streiks entlassene Betriebsrat der Danziger Lenin-Werft, Lech Wałęsa, muss auf Druck der Streikenden wieder eingestellt werden.


18.08.1980 Polen: Parteichef Edward Gierek kündigt nach Streiks in Fernsehansprache Lohnerhöhungen an. Dennoch greift die Streikbewegung zwei Tage später auf Oberschlesien über.


31.08.1980 Polen: Unterzeichnung des „Danziger Abkommens“, womit das Recht auf unabhängige Gewerkschaften und auf Streik zugesichert und erstmals in einem kommunistischen Land die Opposition legalisiert wird.


06.09.1980 Polen: Ablösung von Edward Gierek als Erster Sekretär des ZK der polnischen KP durch Stanisław Kania.


17.09.1980 Polen: Aus der Streikbewegung gründet sich in Danzig die unabhängige Gewerkschaft Solidarność.


18.09.1980 Polen: Lech Wałęsa wird Vorsitzender der am Vortag gegründeten Solidarność.


Vor 35 Jahren

12.07.1985 Sowjetunion: Im Vorfeld der Weltjugendfestspiele in Moskau wird die sowjetische Dissidentin Irina Griwnina verhaftet. Sie hatte zu Protesten gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion aufgefordert.


18.07.1985 „FAZ“ druckt offenen Brief von DDR-Oppositionellen an die FDJ-Delegation zu den Moskauer Weltfestspielen ab, in dem u.a. das Recht auf freie Meinungsäußerung und Reisefreiheit in der DDR gefordert wird.


23.08.1985 ADN meldet Übertritt des bundesdeutschen Verfassungsschützers Hansjoachim Tiedge in die DDR.


29.09.1985 In der Ost-Berliner Samaritergemeinde findet ein deutsch-deutsches Friedensseminar unter Teilnahme von Mitgliedern der Grünen aus der Bundesrepublik Deutschland statt.


Vor 30 Jahren

01.07.1990 Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR tritt in Kraft. Damit wird die D-Mark offizielle Währung in der DDR.


03.07.1990 Nach Demonstrationen gegen die Regierung in Albanien fliehen in Tirana mindestens 150 Menschen in die Botschaften Italiens, Polens, der Bundesrepublik und anderer Länder.


06.07.1990 Die 16 NATO-Staaten beschließen in London weit reichende Reformen der Allianz und die Zusammenarbeit mit den Warschauer Vertragsstaaten.


07.07.1990 Der polnische Ministerpräsident Mazowiecki und der Vorsitzende der Gewerkschaft Solidarność Wałęsa einigen sich auf einen „Burgfrieden“ nach wochenlangen Auseinandersetzungen über das Tempo der politischen Reformen.


08.07.1990 Die Mannschaft der Bundesrepublik wird zum dritten Mal Fußball-Weltmeister. Das Endspiel der Fußball-WM in Italien gewinnt die Bundesrepublik mit 1:0 gegen Argentinien.


12.07.1990 Sowjetunion: Die Radikalreformer um Boris Jelzin beschließen auf dem 28. Parteitag der KPdSU in Moskau ihre Abspaltung von der Partei.


16.07.1990 Die Treuhand-Anstalt zur Privatisierung der DDR-Betriebe konstituiert sich.


16.07.1990 Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen Bundeskanzler Kohl und Michail Gorbatschow im Kaukasus – Zustimmung für ein vereinigtes Deutschland in der NATO.


20.07.1990 Am 46. Jahrestag des Stauffenberg-Attentates auf Hitler legen die Soldaten der NVA einen neuen Fahneneid ab. Zum ersten Mal in der Geschichte der DDR verpflichteten sich die Soldaten nicht mehr dazu, den Sozialismus zu verteidigen.


21.07.1990 Im ehemaligen Todesstreifen am Potsdamer Platz in Berlin gibt Roger Waters, ehemaliges Mitglied der britische Rockgruppe Pink Floyd, vor mehr als 300.000 Zuschauern ein Konzert seines Albums „The Wall“.


22.07.1990 Die Volkskammer beschließt das Ländereinführungsgesetz und wandelt die DDR damit in einen föderativen Staat mit fünf Ländern um.


24.07.1990 Das sowjetische Außenministerium gibt bekannt, dass zwischen 1945 und 1950 etwa 43.000 Deutsche in sowjetischen Internierungslagern auf dem Gebiet der DDR umgekommen sind.


26.07.1990 Der frühere Stasi-Minister Erich Mielke wird wegen des Verdachts der Unterstützung von RAF-Terroristen erneut verhaftet.


03.08.1990 Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günther Krause unterzeichnen den Vertrag für die ersten gesamtdeutschen Wahlen.


03.08.1990 Ungarn: Der einstige Regimekritiker Árpád Göncz wird vom Parlament zum neuen Präsidenten gewählt.


03.08.1990 Die neu gegründete „Stiftung antistalinistische Aktion Berlin – Normannenstraße“ erklärt ihre Absicht, am ehemaligen Amtssitz des ehemaligen MfS eine Forschungs- und Gedenkstätte einzurichten.


04.08.1990 Der Parteitag des „Demokratischen Aufbruchs“ beschließt die Fusion mit der CDU der DDR. Bereits seit dem 18. März hatten DA und CDU eine Fraktionsgemeinschaft in der Volkskammer gebildet.


08.08.1990 Die DDR-Volkskammer lehnt den sofortigen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes ab.


11.08.1990 Die FDP aus der DDR und der Bundesrepublik schließen sich zur ersten gesamtdeutschen Partei zusammen.


12.08.1990 Im sowjetischen Fernsehen bezeichnet Staatspräsident Gorbatschow die Unabhängigkeitserklärung Estlands vom 7. August für verfassungswidrig.


13.08.1990 In Berlin gedenken zum ersten Mal Vertreter aus Ost und West gemeinsam den Todesopfern an der Berliner Mauer.


13.08.1990 Sowjetunion: Staatspräsident Gorbatschow veröffentlicht in Moskau einen Erlass zur Rehabilitierung der Opfer stalinistischer Repressionen.


15.08.1990 Sowjetunion: Staatspräsident Gorbatschow hebt die zwischen 1966 und 1988 erfolgten Ausbürgerungen von Regimekritikern auf.


16.08.1990 Der Bundesrat beschließt eine Neuverteilung der Stimmen, damit auch nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik die Ausgewogenheit in der Stimmenverteilung erhalten bleibt.


19.08.1990 Regierungskrise in der DDR: Als Reaktion auf die Kabinettsumbildung vom 16. August beschließt die SPD-Fraktion in der Volkskammer, dass sich alle ihre Minister und Staatssekretäre aus der Regierung de Maizière zurückziehen sollen.


20.08.1990 Der Präsident der DDR-Treuhandanstalt, Rainer Gohlke, tritt nach nur fünf Wochen im Amt aufgrund interner Konflikte zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige Vorsitzende des Treuhand-Verwaltungsrates, Detlef Rohwedder.


20.08.1990 Die SPD verlässt die DDR-Regierungskoalition.


22.08.1990 Stromvertrag zur mehrheitlichen Übernahme der DDR-Stromwirtschaft durch PreussenElektra, RWE und Bayernwerk.


23.08.1990 Armenien und Turkmenistan erklären ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion.


23.08.1990 Die Volkskammer legt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland für den 3. Oktober 1990 fest.


24.08.1990 Entscheidung für die Aufarbeitung: Die DDR-Volkskammer verabschiedet ein Gesetz, das die Vernichtung der etwa sechs Millionen Personendossiers des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit verbietet.


25.08.1990 Die zentralasiatische Sowjetrepublik Tadschikistan erklärt sich für souverän.


27.08.1990 Bundesverteidigungsminister Stoltenberg beauftragt Generalleutnant Jörg Schönbohm, die NVA in die Bundeswehr einzugliedern.


29.08.1990 Die Ministerpräsidenten der Bundesländer und die Bundesregierung vereinbaren, dass künftig der 3. Oktober statt dem 17. Juni als „Tag der Deutschen Einheit“ gelten soll.


30.08.1990 Bundesaußenminister Genscher und DDR-Ministerpräsident de Maizière garantieren auf der KSE-Konferenz in Wien eine Reduzierung der Streitkräfte im vereinigten Deutschland auf 370.000 Mann.


31.08.1990 Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wird der Einigungsvertrag unterzeichnet.


02.09.1990 Die Grünen in der Bundesrepublik und das Bündnis 90 der DDR einigen sich auf eine gemeinsame Wahlplattform für die gesamtdeutsche Wahl am 2. Dezember 1990.


04.09.1990 Die Ministerpräsidenten von Nord- und Südkorea treffen zum ersten Mal seit 1945 zu Gesprächen zusammen.


04.09.1990 Mit der Besetzung der MfS-Zentrale in Ost-Berlin demonstrieren Bürgerrechtler gegen Pläne, die Stasi-Akten weitgehend dem öffentlichen Zugriff zu entziehen.


05.09.1990 Bundeskanzler Kohl kündigt an, in der Zeit zwischen Wiedervereinigung und der ersten gesamtdeutschen Wahl einige Minister der DDR als Sonderminister ohne Geschäftsbereich in sein Kabinett zu berufen.


05.09.1990 Der Akademische Rat der Leipziger Karl-Marx-Universität spricht sich mehrheitlich dafür aus, „Karl Marx“ aus dem Namen der Hochschule zu streichen.


06.09.1990 Die DDR-Volkskammer beschließt ein Rehabilitierungsgesetz, das eine Entschädigung der Opfer des SED-Regimes vorsieht.


09.09.1990 Bundesinnenminister Schäuble kündigt einen drastischen Abbau der Beschäftigtenzahl im Öffentlichen Dienst der DDR an. Derzeit arbeiten dort 1,5 Millionen Menschen.


09.09.1990 Die am 5. Juni 1945 von den Oberbefehlshabern der Alliierten unterzeichnete Erklärung über die Übernahme der obersten Regierungsgewalt in Deutschland wird außer Kraft gesetzt.


10.09.1990 Die Bundesrepublik und die Sowjetunion einigen sich über die Finanzierung des Abzuges der sowjetischen Truppen aus der DDR bis 1994.


12.09.1990 Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wird in Moskau von den Alliierten und den beiden deutschen Staaten unterzeichnet. Deutschland erhält den Status eines souveränen Landes.


12.09.1990 Letztes Fußball-Länderspiel der DDR-Mannschaft. Sie siegt in Brüssel gegen Belgien mit 2:0.


13.09.1990 In Moskau paraphieren die Außenminister Genscher und Schewardnadse den deutsch-sowjetischen Vertrag „über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“.


19.09.1990 Der Palast der Republik in Ost-Berlin wird wegen Asbestverseuchung geschlossen. Die 1.700 Mitarbeiter des Palasts werden sofort beurlaubt.


20.09.1990 Der Einigungsvertrag wird von beiden deutschen Parlamenten ratifiziert.


23.09.1990 Häftlingsrevolten in der DDR: In 20 von 38 Haftanstalten fordern die Gefangenen mit Dachbesetzungen, Hunger- und Sitzstreiks die Überprüfung ihrer Urteile und eine allgemeine Amnestie.


24.09.1990 Rainer Eppelmann als DDR-Minister für Abrüstung und Verteidigung und der Oberkommandierende des Warschauer Pakts, Armeegeneral Pjotr Luschew, unterzeichnen in Ost-Berlin den Austritt der DDR aus dem Warschauer Pakt.


25.09.1990 In Leipzig beschließt der Bund der evangelischen Landeskirchen der DDR den Beitritt zur Evangelischen Kirche in Deutschland bis 1991.


27.09.1990 Die SPD der Bundesrepublik Deutschland und der DDR vereinigen sich auf einem Parteitag in Berlin.


29.09.1990 Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass wesentliche Teile des Wahlgesetzes zur gesamtdeutschen Wahl am 2. Dezember verfassungswidrig sind und verwirft die einheitliche fünfprozentige Sperrklausel für das gesamte Bundesgebiet.


Vor 25 Jahren

12.07.1995 Prozessbeginn vor dem Landgericht in Frankfurt/Oder gegen sieben frühere DDR-Richter und Staatsanwälte wegen Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung im Fall Robert Havemann. Sie werden am 30.09.1997 freigesprochen.


09.08.1995 Früherer Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden, Hans Modrow, und drei Mitangeklagte zu Bewährungsstrafen wegen Wahlfälschung bzw. Anstiftung zur Wahlfälschung verurteilt.

Die 95. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten September/Oktober/November hin.

Ausgabe Nr. 95

Vor 75 Jahren

02.09.1945 Mit der Unterzeichnung der Kapitulation Japans endet der Zweite Weltkrieg.


03.09.1945 Beginn der Bodenreform in der SBZ.


04.09.1945 Befehl Nr. 50 der SMAD regelt die Entnazifizierung, Demilitarisierung der Universitäten, Zulassung zum Studium und Rehabilitierung der NS-Verfolgten.


07.10.1945 Ungarn: Bei den Kommunalwahlen erreicht die gemeinsame Liste von Kommunisten und Sozialisten keine Mehrheit.


04.11.1945 Ungarn: Bei den freien Parlamentswahlen erreichen die Kommunisten, die auf einer getrennten Liste gegen die Sozialisten antreten, nur 16,9 Prozent der Stimmen.


06.11.1945 Der Thüringer Sozialdemokrat und Überlebende des KZ Buchenwalds, Hermann Brill, bis Juli 1945 unter amerikanischer Besatzung Regierungspräsident von Thüringen, warnt seine Partei vor der KPD.


Vor 70 Jahren

06.09.1950 DDR-Justizstaatssekretär Helmut Brandt (CDU) wegen Protests gegen die Waldheimer Prozesse verhaftet, er wird 1964 von der Bundesrepublik Deutschland „freigekauft“.


21.09.1950 Erste Kundgebung der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) in Berlin unter dem Motto „Freiheit den politischen Gefangenen – Recht den Heimgekehrten“.


28.09.1950 Aufnahme der DDR in den RGW (COMECON).


28.09.1950 Der Oberschüler Enno Henke und sieben weitere Schüler aus Güstrow werden wegen „Unterwanderung“ zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt. Sie hatten Flugblätter verteilt, auf denen freie Wahlen gefordert wurden.


01.10.1950 „Leningrader Affäre“ in der Sowjetunion: Hohe Staats- und Parteifunktionäre werden wegen des angeblichen Versuchs, die Leningrader Parteiorganisation von der Partei abzuspalten, zum Tode oder
zu hohen Haftstrafen verurteilt.


15.10.1950 Erste Volkskammerwahl in der DDR. Nach offiziellen Angaben beträgt die Wahlbeteiligung 98,5 Prozent; dabei stimmen 99,7 Prozent für die „Nationale Front“. Proteste gegen die Wahl werden als
„Boykotthetze“ hart bestraft.


16.10.1950 Der 18-jährige Oberschüler Hermann Flade wird wegen Protestes gegen den Wahlbetrug bei der ersten Volkskammerwahl in der DDR verhaftet und im Januar 1951 zum Tode verurteilt.


24.10.1950 In West-Berlin wird von US-Militärgouverneur Lucius Clay die „Freiheitsglocke“ zur Erinnerung an die Luftbrücke eingeweiht.


26.10.1950 Das ZK der SED beschließt eine Parteisäuberung, die vor allem ehemalige Sozialdemokraten trifft.


31.10.1950 Ein sowjetisches Militärtribunal verurteilt Roland Bude und sieben weitere Angeklagte wegen Kontakten zu nach West-Berlin geflohenen Kommilitonen zu zwei Mal 25 Jahren Arbeitslager in der Sowjetunion.


04.11.1950 In der DDR werden 24 Todesurteile aus den Waldheimer Prozessen vollstreckt.


11.11.1950 Der West-Berliner Journalist Alfred Weiland wird vom KGB nach Ost-Berlin verschleppt.


Vor 65 Jahren

14.09.1955 Bei dem ersten Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in der Sowjetunion erhält Konrad Adenauer die Zusicherung zur Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen.


19.09.1955 Österreich: Der Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen ist abgeschlossen. Das Land hatte am 27. Juli 1955 seine volle Souveränität von den Siegermächten erhalten.


20.09.1955 Freundschaftsvertrag zwischen der DDR und der Sowjetunion. Die DDR erhält von den Sowjets offiziell die „volle“ Souveränität.


22.09.1955 Beginn der „Hallstein-Doktrin“: Bundeskanzler Adenauer erklärt vor dem Bundestag, dass es die Bundesrepublik Deutschland ab sofort als „unfreundlichen Akt“ ansieht, wenn ein Staat die DDR diplomatisch anerkennt.


22.10.1955 Verurteilung des Liberaldemokraten Alfred Effinger aus Pritzwalk und sechs Mitangeklagter wegen Verbindungen zum FDP-Ostbüro zu hohen Zuchthausstrafen.


23.10.1955 Volksabstimmung im Saarland: Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung entscheidet sich für die Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland.


23.11.1955 Hinrichtung der Chefsekretärin von DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl, Elli Barczatis, und ihres Freundes Karl Laurenz. Beide wurden wegen Spionagetätigkeit für die Bundesrepublik verurteilt.


24.11.1955 Das Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS) wird aus dem Ministerium des Innern der DDR ausgegliedert und wieder in den Rang eines Ministeriums (MfS) erhoben.


Vor 60 Jahren

07.09.1960 Der erste und einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, stirbt in Ost-Berlin. Danach wird statt eines solchen Amtes ein Staatsrat gebildet.


08.09.1960 Erlass des Ministeriums des Innern der DDR über Genehmigungspflicht für Einreisen von Bundesbürgern nach Ost-Berlin. Die Bundesregierung wertet diese Anordnung als Verletzung des Viermächte-Status.


15.09.1960 Die DDR erkennt für die Einreise von West-Berlinern nur noch den West-Berliner Personalausweis, nicht aber den Reisepass der Bundesrepublik an.


Vor 55 Jahren

08.09.1965 Sowjetunion: Verhaftung des Schriftstellers Andrei Sinjawski, der sich für die von Stalin verfolgten Dichter einsetzte. Er wird im Jahr darauf in einem internationales Aufsehen erregenden Schauprozess zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilt.


08.10.1965 Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nimmt die DDR als Vollmitglied auf. Damit wird das Nationale Olympische Komitee (NOK) der DDR endgültig anerkannt, welches schon 1955 einen proviso-
rischen Status erhalten hatte.


11.10.1965 Das ZK der SED beschließt, Gruppen, die westliche Musik spielen, die Lizenz zu entziehen.


30.10.1965 Der Düsseldorfer Beschluss des Deutschen Sportbundes vom 16. August 1961 über den Abbruch der Sportbeziehungen zu den Sportorganisationen der DDR wird wieder aufgehoben.


31.10.1965 In der Leipziger Innenstadt versammeln sich über 500 Jugendliche, um gegen das Verbot von Beat-Musik zu protestieren. Viele werden verhaftet und in Arbeitslager eingewiesen.


Vor 50 Jahren

29.09.1970 Tschechoslowakei: Das ZK-Präsidium der KP meldet: „Die Partei hat sich von jenen gesäubert, die nicht hineingehören.“ Rund 300.000 Genossen, die 1968 den Prager Frühling mittrugen, haben seit Januar ihre Mitgliedschaft verloren.


07.10.1970 Am Ost-Berliner Alexanderplatz wird das Interhotel „Stadt Berlin“ eröffnet.


25.11.1970 Mit dem Centrum-Warenhaus am Ost-Berliner Alexanderplatz wird das größte Kaufhaus der DDR eröffnet.


Vor 45 Jahren

22.09.1975 Verbot der „Klaus Renft Combo“ in der DDR.


09.10.1975 Vereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen über die Ausreise von bis zu 125.000 Deutschen aus Polen und die Gewährung eines Milliardenkredits durch die Bundesrepublik.


Vor 40 Jahren

06.09.1980 Polen: Ablösung von Edward Gierek als Erster Sekretär des ZK der polnischen KP durch Stanisław Kania.


17.09.1980 Polen: Aus der Streikbewegung gründet sich in Danzig die unabhängige Gewerkschaft Solidarność.


18.09.1980 Polen: Lech Wałęsa wird Vorsitzender der am Vortag gegründeten Solidarność.


13.10.1980 „Geraer Forderungen“ Erich Honeckers, u. a. nach Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft durch die Bundesrepublik, Umwandlung der Ständigen Vertretungen in Botschaften und Auflösung der Erfassungsstelle in Salzgitter.


16.10.1980 Der DDR-Schriftstellerin Christa Wolf wird in Darmstadt der Georg-Büchner-Preis verliehen.


30.10.1980 Angesichts der Oppositionsbewegung im Nachbarland schränkt die DDR den Reiseverkehr nach und von Polen drastisch ein.


20.11.1980 In der Volksrepublik China beginnt der Prozess gegen die „Viererbande“. Die vier KP-Führungskräfte, unter ihnen die Witwe Mao Tse-tungs, werden für die Gräueltaten im Rahmen der Kulturrevolution verantwortlich gemacht.


Vor 35 Jahren

29.09.1985 In der Ost-Berliner Samaritergemeinde findet ein deutsch-deutsches Friedensseminar unter Teilnahme von Mitgliedern der Grünen aus der Bundesrepublik Deutschland statt.


03.11.1985 Als Gegenleistung für einen westdeutschen Kredit räumt die DDR Minenfelder an der innerdeutschen Grenze.


Vor 30 Jahren

02.09.1990 Die Grünen in der Bundesrepublik und das Bündnis 90 der DDR einigen sich auf eine gemeinsame Wahlplattform für die gesamtdeutsche Wahl am 2. Dezember 1990.


04.09.1990 Die Ministerpräsidenten von Nord- und Südkorea treffen zum ersten Mal seit 1945 zu Gesprächen zusammen.


04.09.1990 Mit der Besetzung der MfS-Zentrale in Ost-Berlin demonstrieren Bürgerrechtler gegen Pläne, die Stasi-Akten weitgehend dem öffentlichen Zugriff zu entziehen.


05.09.1990 Bundeskanzler Kohl kündigt an, in der Zeit zwischen Wiedervereinigung und der ersten gesamtdeutschen Wahl einige Minister der DDR als Sonderminister ohne Geschäftsbereich in sein Kabinett zu berufen.


05.09.1990 Der Akademische Rat der Leipziger Karl-Marx-Universität spricht sich mehrheitlich dafür aus, „Karl Marx“ aus dem Namen der Hochschule zu streichen.


06.09.1990 Die DDR-Volkskammer beschließt ein Rehabilitierungsgesetz, das eine Entschädigung der Opfer des SED-Regimes vorsieht.


09.09.1990 Bundesinnenminister Schäuble kündigt einen drastischen Abbau der Beschäftigtenzahl im Öffentlichen Dienst der DDR an. Derzeit arbeiten dort 1,5 Millionen Menschen.


09.09.1990 Die am 5. Juni 1945 von den Oberbefehlshabern der Alliierten unterzeichnete Erklärung über die Übernahme der obersten Regierungsgewalt in Deutschland wird außer Kraft gesetzt.


10.09.1990 Die Bundesrepublik und die Sowjetunion einigen sich über die Finanzierung des Abzuges der sowjetischen Truppen aus der DDR bis 1994.


12.09.1990 Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wird in Moskau von den Alliierten und den beiden deutschen Staaten unterzeichnet. Deutschland erhält den Status eines souveränen Landes.


12.09.1990 Letztes Fußball-Länderspiel der DDR-Mannschaft. Sie siegt in Brüssel gegen Belgien mit 2:0.


13.09.1990 In Moskau paraphieren die Außenminister Genscher und Schewardnadse den deutsch-sowjetischen Vertrag „über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“.


19.09.1990 Der Palast der Republik in Ost-Berlin wird wegen Asbestverseuchung geschlossen. Die 1.700 Mitarbeiter des Palasts werden sofort beurlaubt.


20.09.1990 Der Einigungsvertrag wird von beiden deutschen Parlamenten ratifiziert.


23.09.1990 Häftlingsrevolten in der DDR: In 20 von 38 Haftanstalten fordern die Gefangenen mit Dachbesetzungen, Hunger- und Sitzstreiks die Überprüfung ihrer Urteile und eine allgemeine Amnestie.


24.09.1990 Rainer Eppelmann als DDR-Minister für Abrüstung und Verteidigung und der Oberkommandierende des Warschauer Pakts, Armeegeneral Pjotr Luschew, unterzeichnen in Ost-Berlin den Austritt der DDR aus dem Warschauer Pakt.


25.09.1990 In Leipzig beschließt der Bund der evangelischen Landeskirchen der DDR den Beitritt zur Evangelischen Kirche in Deutschland bis 1991.


27.09.1990 Die SPD der Bundesrepublik Deutschland und der DDR vereinigen sich auf einem Parteitag in Berlin.


29.09.1990 Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass wesentliche Teile des Wahlgesetzes zur gesamtdeutschen Wahl am 2. Dezember verfassungswidrig sind und verwirft die einheitliche fünfprozentige
Sperrklausel für das gesamte Bundesgebiet.


01.10.1990 Die Außenminister des Zwei-plus-Vier-Prozesses suspendieren die alliierten Vorbehaltsrechte.


01.10.1990 Vereinigung der CDU der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in Hamburg.


01.10.1990 Sowjetunion: Der Oberste Sowjet beschließt fast einstimmig Gesetz über Glaubens- und Gewissensfreiheit.


03.10.1990 Die DDR tritt der Bundesrepublik Deutschland bei. Der Tag der Deutschen Einheit wird zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland.


04.10.1990 Die erste Sitzung des gesamtdeutschen Bundestages findet im Berliner Reichstagsgebäude statt. An ihr nehmen auch die 144 aus der ehemaligen DDR-Volkskammer entsendeten Abgeordneten teil.


05.10.1990 Der gesamtdeutsche Bundestag ratifiziert als erstes der beteiligten Parlamente den in Moskau unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag.


08.10.1990 Nach dem Bundestag stimmt auch der Bundesrat dem überarbeiteten Wahlgesetz für die Bundestagswahlen am 2. Dezember zu. Die Fünf-Prozent-Klausel gilt in getrennten Wahlgebieten (altes und
neues Bundesgebiet).


09.10.1990 Sowjetunion: Der Oberste Sowjet verabschiedet ein Gesetz zur Schaffung eines Mehrparteiensystems.


10.10.1990 Der US-amerikanische Senat ratifiziert als erstes Parlament der Alliierten den Zwei-plus-Vier-Vertrag.


12.10.1990 Bundesaußenminister Genscher und der sowjetische Botschafter Terechow unterzeichnen den Vertrag über den Abzug der sowjetischen Truppen aus Ostdeutschland bis 1994.


14.10.1990 In den neuen Bundesländern finden die ersten Landtagswahlen statt. Damit wird die Wiedereinführung der Länder auf dem Gebiet der ehemaligen DDR abgeschlossen.


15.10.1990 Michail Gorbatschow erhält den Friedensnobelpreis.


18.10.1990 Die Volkswagen AG, IFA-Pkw-AG und Treuhandanstalt schließen einen Vertrag über die Errichtung eines Automobilwerkes bei Zwickau, das bislang größte geplante Industrieobjekt in Ostdeutschland.


21.10.1990 Sowjetunion: In Moskau konstituiert sich der Verband „Demokratisches Russland“, die größte politische Oppositionsbewegung der UdSSR.


22.10.1990 Tschechoslowakei: Der frühere KP-Chef von Prag, Miroslav Štěpán, wird wegen brutaler Polizeieinsätze gegen Demonstranten im Oktober 1988 und im Januar 1989 zu zwei Jahren Haft verurteilt.


23.10.1990 Die aus Senat und Magistrat bestehende Berliner Landesregierung verständigt sich auf das Rote Rathaus im Osten der Stadt als Sitz des nächsten Berliner Regierungschefs.


25.10.1990 Die sowjetische Teilrepublik Kasachstan erklärt ihre Souveränität.


25.10.1990 Tschechoslowakei: Zweite Bestattung der Urne des Studenten Jan Palach, der sich 1969 auf dem Prager Wenzelsplatz wegen der Niederschlagung des Prager Frühlings selbst verbrannte.


26.10.1990 PDS-Vize Pohl und der Leiter der Abteilung Parteifinanzen Langnitschke werden verhaftet. Hintergrund sind Ermittlungen wegen der Verschiebung von 107 Millionen DM aus dem PDS-Vermögen auf Konten der sowjetischen Firma Putnik.


27.10.1990 Die Außenminister der Warschauer Pakt-Staaten einigen sich in Prag auf Obergrenzen der nationalen Streitkräfte und ebnen damit dem Abschluss der Wiener Verhandlungen über konventionelle Streitkräfte (VKSE) in Europa den Weg.


27.10.1990 Treuhandchef Rohwedder teilt mit, dass bis Ende 1990 bereits 500 der früheren 8.000 staatseigenen Betriebe der DDR verkauft sein werden. Die Treuhandanstalt stehe vor einer „Aufgabe von nahezu furchterregender Dimension“.


28.10.1990 In Georgien finden die Wahlen zum Obersten Sowjet erstmals unter Teilnahme mehrerer Parteien statt.


28.10.1990 Mit Beginn des Winterflugplans ist Berlin erstmals nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder Ziel des internationalen Flugverkehrs.


30.10.1990 Bundestag beschließt die Wiederaufnahme der nach dem Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens 1989 abgebrochenen deutsch-chinesischen Beziehungen.


02.11.1990 Lothar Fichtner, ehemaliger SED-Bezirksvorsitzender, wird in Chemnitz wegen Fälschung der Kommunalwahlen im Mai 1989 zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.


06.11.1990 Ungarn wird als erstes Land des ehemaligen Ostblocks in den Europarat aufgenommen.


07.11.1990 Die Treuhandanstalt kündigt erstmals umfangreiche Betriebsstilllegungen an: Derzeit seien 40 Betriebe in den neuen Bundesländern zur Schließung vorgeschlagen; 40.000 Beschäftigte seien betroffen.


08.11.1990 Im ehemaligen zentralen MfS-Komplex in der Berliner Normannenstraße wird die erste Ausstellung der Forschungs- und Gedenkstätte eröffnet.


09.11.1990 Am Jahrestag des Mauerfalls kommt der Bundesrat mit den Ministerpräsidenten der neuen Länder zusammen. Erstmals seit 1959 tagt der Bundesrat in Berlin.


10.11.1990 Michail Gorbatschow und Helmut Kohl unterzeichnen in Bonn den deutsch-sowjetischen „Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und gute Zusammenarbeit“.


12.11.1990 Der zur Kontrolle der Treuhandanstalt eingerichtete Bundestagsausschuss fordert alle Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR auf, ihr Vermögen auszuhändigen.


14.11.1990 Der polnische Außenminister Skubiszewski und sein deutscher Amtskollege Genscher unterzeichnen in Warschau den deutsch-polnischen Grenzvertrag.


19.11.1990 Unterzeichnung des Vertrages über die Verringerung der konventionellen Streitkräfte in Europa zwischen NATO- und Warschauer-Pakt-Staaten.


21.11.1990 Bulgarien: Der ehemalige Staats- und Parteichef Todor Schiwkow wird wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung angeklagt.


21.11.1990 Die 34 KSZE-Staaten verabschieden die „Charta von Paris für ein neues Europa“ und besiegeln damit das Ende des Kalten Krieges.


27.11.1990 Der Vorstand des Schriftstellerverbands in der DDR hält seine letzte Tagung ab und gibt bekannt, seine Tätigkeit bis Ende des Jahres 1990 einzustellen.


30.11.1990 Gegen Erich Honecker wird wegen des Verdachts des Totschlags im Zusammenhang mit dem Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze Haftbefehl erlassen.


Vor 25 Jahren

13.11.1995 „Politbüro-Prozess“ gegen frühere Mitglieder des SED-Politbüros, darunter auch Egon Krenz, wegen der Tötung von Flüchtlingen an der innerdeutschen Grenze beginnt vor dem Landgericht Berlin.


Vor 20 Jahren

05.10.2000 In Jugoslawien wird der sozialistische Machthaber Slobodan Milošević gestürzt.


09.11.2000 Die 1985 im Todesstreifen an der Berliner Mauer gesprengte Kirche der Versöhnungsgemeinde wird wieder eingeweiht.

 

Die 96. Ausgabe des „Historischen Kalenderdienstes“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist auf Jahrestage ausgewählter historischer Ereignisse in den Monaten November/Dezember/Januar hin. 

Ausgabe Nr. 96

Vor 75 Jahren

04.11.1945 Ungarn: Bei den freien Parlamentswahlen erreichen die Kommunisten, die auf einer getrennten Liste gegen die Sozialisten antreten, nur 16,9 Prozent der Stimmen.


06.11.1945 Der Thüringer Sozialdemokrat und Überlebende des KZ Buchenwalds, Hermann Brill, bis Juli 1945 unter amerikanischer Besatzung Regierungspräsident von Thüringen, warnt seine Partei vor der KPD.


20.12.1945 Die SMAD setzt den CDU-Vorsitzenden Andreas Hermes ab. Er hatte sich gegen die Übergriffe und Ungerechtigkeiten bei der Umsetzung der Bodenreform in der SBZ ausgesprochen.


10.01.1946 In London tritt zum ersten Mal die Generalversammlung der UNO zusammen.


11.01.1946 Ausrufung der Volksrepublik Albanien. Die sozialistische Verfassung enthält das Verbot aller nicht kommunistischer Vereinigungen.


Vor 70 Jahren

04.11.1950 In der DDR werden 24 Todesurteile aus den Waldheimer Prozessen vollstreckt.


11.11.1950 Der West-Berliner Journalist Alfred Weiland wird vom KGB nach Ost-Berlin verschleppt.


08.12.1950 Oberstes Gericht der DDR verurteilt den früheren thüringischen Finanzminister Leonhard Moog
(LDP) in Abwesenheit sowie leitende Mitarbeiter wegen „Sabotage“ zu hohen Haftstrafen.


12.12.1950 Hans-Joachim Näther in Moskau hingerichtet. Er bildete in der SBZ/DDR eine Gruppe, die sich gegen die Diktatur und für Demokratie einsetzte.


15.12.1950 In der DDR wird mit dem „Gesetz zum Schutze des Friedens“ auch ein Gesetz gegen die innere Opposition als „Feinde des Friedens“ geschaffen. Völker-, Revanche-, Rassen- und Kriegshetze werden
hart bestraft.


19.12.1950 Der sowjetische Komponist Alexander Moissejewitsch Weprik wird verhaftet und später wegen des Komponierens „zionistischer“ Musik und Abhören ausländischer Rundfunksendungen zu acht Jahren
Lagerhaft verurteilt.


12.01.1951 Der 18-jährige Oberschüler Hermann Flade wird in einem politischen Prozess in Dresden zum Tode verurteilt. Nach öffentlichen Protesten wird die Strafe in 15 Jahre Gefängnis umgewandelt.


23.01.1951 In Erfurt werden neun Angeklagte, darunter Direktoren der Raiffeisen-Genossenschaft, wegen „Sabotage“ zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.


Vor 65 Jahren

23.11.1955 Hinrichtung der Chefsekretärin von DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl, Elli Barczatis, und ihres Freundes Karl Laurenz. Beide wurden wegen Spionagetätigkeit für die Bundesrepublik verurteilt.


24.11.1955 Das Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS) wird aus dem Ministerium des Innern der DDR ausgegliedert und wieder in den Rang eines Ministeriums (MfS) erhoben.


06.12.1955 Ungarischer KP-Chef Rákosi lässt 2.000 Funktionäre gegen Schriftsteller demonstrieren, die sich gegen die Zensur wandten.


12.12.1955 Der im Jahr zuvor unter ungeklärten Umständen in die DDR gelangte frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Otto John, kehrt nach West-Berlin zurück und wird am Folgetag verhaftet.


03.01.1956 Beginn des regulären Sendebetriebs des Deutschen Fernsehfunks.


07.01.1956 Der erste Botschafter der Bundesrepublik in der Sowjetunion und der erste sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik nehmen ihre Tätigkeiten auf.


15.01.1956 Walter Ulbricht fordert in seiner Abschlussrede auf dem IV. Schriftstellerkongress der DDR in Ost-Berlin die Durchsetzung des Sozialistischen Realismus in der DDR-Literatur.


18.01.1956 Die DDR-Volkskammer beschließt das Gesetz zur Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) und des Ministeriums für Nationale Verteidigung.


21.01.1956 Der oppositionelle „Eisenberger Kreis“ setzt aus Protest gegen den Aufbau der NVA und Militarismus in der DDR einen Schießstand der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Brand.


28.01.1956 Die Deklaration der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages über „Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ wird in Prag unterzeichnet; die Einheiten der NVA werden in die Streitkräfte des Warschauer Pakts integriert.


Vor 60 Jahren

23.12.1960 Walter Janka, seit 1956 in Haft, wird nach wiederholten internationalen Protesten entlassen.


28.12.1960 Abschluss des ersten Handelsabkommens zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion in Bonn.


11.01.1961 Die DDR-Regierung verbietet den für Juli in Gesamt-Berlin vorgesehenen 10. Deutschen Evangelischen Kirchentag; die Veranstaltungen können nur in West-Berlin stattfinden.


20.01.1961 USA: Amtsantritt John F. Kennedys als US-Präsident


Vor 55 Jahren

05.12.1965 Sowjetunion: Demonstranten bekunden den zuvor verhafteten Schriftstellern Andrej Sinjawski und Juri Daniel auf dem Puschkin-Platz in Moskau ihre Unterstützung.


15.12.1965 Das 11. Plenum des ZK der SED rechnet mit der Jugend- und Kulturpolitik ab („Kahlschlagplenum“).


18.12.1965 Bildung des Staatssekretariats für gesamtdeutsche Fragen in der DDR.


Vor 50 Jahren

25.11.1970 Mit dem Centrum-Warenhaus am Ost-Berliner Alexanderplatz wird das größte Kaufhaus der DDR eröffnet.


14.12.1970 Polen: Mit der Gründung eines Streikkomitees in Gdańsk beginnt ein mehrtägiger Arbeiteraufstand im Land. Ausgelöst wurden die Unruhen durch drastische Preiserhöhungen für Lebensmittel und Konsumgüter.


23.12.1970 Polen: Regierungsumbildung nach blutigen Unruhen in Nordpolen aufgrund drastischer Preissteigerungen.


21.01.1971 In einem Brief an Breschnew fordern 13 von 20 Mitglieder und –Kandidaten des SED-Politbüros den freiwilligen Rücktritt Walter Ulbrichts.


31.01.1971 Wiederaufnahme des seit 1952 unterbrochenen Telefonverkehrs zwischen Ost- und West-Berlin.


Vor 45 Jahren

10.12.1975 „ZDF-Magazin“ startet am „Tag der Menschenrechte“ die Reihe „Hilferufe von drüben“.


16.12.1975 Der „Spiegel“-Korrespondent Jörg Mettke wird u.a. wegen „grober Verleumdung“ der DDR ausgewiesen. Das Magazin hatte tags zuvor über Fälle berichtet, in denen DDR-Gerichte geflüchteten Eltern das Erziehungsrecht für deren Kinder entzogen hatte.


Vor 40 Jahren

20.11.1980 In der Volksrepublik China beginnt der Prozess gegen die „Viererbande“. Die vier KP-Führungskräfte, unter ihnen die Witwe Mao Tse-tungs, werden für die Gräueltaten im Rahmen der Kulturrevolution verantwortlich gemacht.


22.12.1980 Der tschechoslowakische Schriftsteller Jiří Gruša reist vor einer drohenden Verhaftung in den Westen aus. Seit 1970 durfte er nicht mehr literarisch tätig sein.


30.12.1980 Polnische Bauern drohen bei einer Demonstration vor Gebäude des Obersten Gerichtshofs bei weiterer Verzögerung der Zulassung der unabhängigen Bauerngewerkschaft „Land-Solidarität“ mit Lieferstreiks.


20.01.1981 USA: Ronald Reagan wird als 40. Präsident vereidigt.


22.01.1981 Der seit November 1980 in Deutschland lebende Schriftsteller und Germanist Lew Kopelew wird aus der Sowjetunion ausgebürgert.


Vor 35 Jahren

03.11.1985 Als Gegenleistung für einen westdeutschen Kredit räumt die DDR Minenfelder an der innerdeutschen Grenze.


20.01.1986 MfS bereitet Internierungslisten für den „Spannungsfall“ vor.


24.01.1986 Gründung der Initiative Frieden und Menschenrechte in der DDR.


Vor 30 Jahren

02.11.1990 Lothar Fichtner, ehemaliger SED-Bezirksvorsitzender, wird in Chemnitz wegen Fälschung der Kommunalwahlen im Mai 1989 zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.


06.11.1990 Ungarn wird als erstes Land des ehemaligen Ostblocks in den Europarat aufgenommen.


07.11.1990 Die Treuhandanstalt kündigt erstmals umfangreiche Betriebsstilllegungen an: Derzeit seien 40 Betriebe in den neuen Bundesländern zur Schließung vorgeschlagen; 40.000 Beschäftigte seien betroffen.


08.11.1990 Im ehemaligen zentralen MfS-Komplex in der Berliner Normannenstraße wird die erste Ausstellung der Forschungs- und Gedenkstätte eröffnet.


09.11.1990 Am Jahrestag des Mauerfalls kommt der Bundesrat mit den Ministerpräsidenten der neuen Länder zusammen. Erstmals seit 1959 tagt der Bundesrat in Berlin.


10.11.1990 Michail Gorbatschow und Helmut Kohl unterzeichnen in Bonn den deutsch-sowjetischen „Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und gute Zusammenarbeit“.


12.11.1990 Der zur Kontrolle der Treuhandanstalt eingerichtete Bundestagsausschuss fordert alle Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR auf, ihr Vermögen auszuhändigen.


14.11.1990 Der polnische Außenminister Skubiszewski und sein deutscher Amtskollege Genscher unterzeichnen in Warschau den deutsch-polnischen Grenzvertrag.


19.11.1990 Unterzeichnung des Vertrages über die Verringerung der konventionellen Streitkräfte in Europa zwischen NATO- und Warschauer-Pakt-Staaten.


21.11.1990 Bulgarien: Der ehemalige Staats- und Parteichef Todor Schiwkow wird wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung angeklagt.


21.11.1990 Die 34 KSZE-Staaten verabschieden die „Charta von Paris für ein neues Europa“ und besiegeln damit das Ende des Kalten Krieges.


27.11.1990 Der Vorstand des Schriftstellerverbands in der DDR hält seine letzte Tagung ab und gibt bekannt, seine Tätigkeit bis Ende des Jahres 1990 einzustellen.


30.11.1990 Gegen Erich Honecker wird wegen des Verdachts des Totschlags im Zusammenhang mit dem Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze Haftbefehl erlassen.


01.12.1990 Die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer akzeptieren das Angebot der Bundesregierung in den Verwaltungsrat der Treuhand einzutreten, um ihre Interessen verstärkt einzubringen.


01.12.1990 Sowjetunion: Parlamentarier Estlands, Lettlands und Litauens konferieren in Vilnius über eine Angleichung der Gesetzgebungen in ihren Ländern. Der estnische Präsident Arnold Rüütel schlägt eine Unabhängigkeit unter internationaler Kontrolle vor.


02.12.1990 Bei den ersten freien gesamtdeutschen Wahlen seit 1932 erhält die CDU 43,8 Prozent, die SPD 33,5 und die FDP elf Prozent der Stimmen. Im Wahlgebiet Ost erreichen Bündnis 90/Die Grünen sechs
Prozent und die PDS 11,1 Prozent.


03.12.1990 Sowjetunion: Die Volksdeputierten der Russischen Föderation stimmen nach tagelangen Kontroversen der Einführung von privatem Landbesitz zu.


06.12.1990 Die CDU teilt in Bonn mit, dass das Vermögen der früheren DDR-CDU an die Treuhandanstalt in Berlin ausgehändigt wurde.


06.12.1990 Die Initiative Frieden und Menschenrechte in Leipzig fordert Entschädigung der nach dem Zweiten Weltkrieg in sowjetischen Lagern internierten Menschen.


06.12.1990 In Berlin beginnt die erste gesamtdeutsche Kultusministerkonferenz seit 42 Jahren. Dabei wird unter anderem die demokratische Gestaltung des Bildungssystems debattiert.


07.12.1990 Bulgarien: Der parteilose Dimitar Popow wird vom Parlament zum ersten Ministerpräsidenten der am 15. November 1990 gegründeten Republik Bulgarien ernannt.


08.12.1990 Die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt/Oder beschließt gegen die Stimmen von PDS und Grünen die Umbenennung aller Straßen, die Namen von Persönlichkeiten aus der DDR tragen.


09.12.1990 Polen: Lech Wałęsa wird im zweiten Wahlgang zum Präsidenten gewählt.


11.12.1990 Albanien: Nach tagelangen Unruhen in der Hauptstadt Tirana beschließt die Kommunistische Partei die Zulassung unabhängiger Parteien. Bereits einen Tag später gründet sich die „Demokratische Par-
tei“ als erste Oppositionspartei.


12.12.1990 Polen: Der noch amtierende Staatspräsident und ehemalige kommunistische Staatschef Wojciech Jaruzelski gesteht öffentlich ein, in der Vergangenheit Fehler gemacht zu haben, und bittet um Entschuldigung für das begangene Unrecht.


14.12.1990 Die Bundesregierung bittet die Sowjetunion offiziell um die Überstellung Erich Honeckers an die deutsche Justiz. Honecker befindet sich derzeit im sowjetischen Militärkrankenhaus in Beelitz.


15.12.1990 Die Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ der ehemaligen DDR wird zum letzten Mal ausgestrahlt.


17.12.1990 Lothar de Maizière tritt nach ungeklärten Stasi-Vorwürfen als Bundesminister ohne Geschäftsbereich zurück.


19.12.1990 Das erste Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft mit Spielern aus Ost und West endet mit einem 4:0-Sieg gegen die Schweiz.


20.12.1990 Der erste gesamtdeutsche Bundestag konstituiert sich im Berliner Reichstagsgebäude.


21.12.1990 Die erste gemeinsame Konferenz der Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer endet. Bekenntnis zum Föderalismus in Europa in der „Münchner Erklärung“.


23.12.1990 Bei einer Volksabstimmung in der nordjugoslawischen Republik Slowenien stimmen fast 90 Prozent für einen souveränen Staat. Am 26. Dezember erklärt das Land seine Unabhängigkeit.


26.12.1990 Sowjetunion: Der Kongress der Volksdeputierten in Moskau billigt die von Präsident Gorbatschow angestrebten Verfassungsänderungen und damit die Einführung eines Präsidialsystems.


31.12.1990 Der DDR-Schriftstellerverband löst sich auf.


31.12.1990 Nach fast vier Jahrzehnten stellt die sowjetische Aktiengesellschaft Wismut die Urangewinnung in der DDR ein.


01.01.1991 Die neuen Bundesländer übernehmen das Steuerrecht und große Teile der Sozialgesetzgebung der alten Bundesrepublik.


03.01.1991 Das bulgarisches Parlament beschließt „Abkommen zum friedlichen Übergang zur Demokratie“.


07.01.1991 Zum ersten Mal seit der Abschaffung durch Stalin 1941 ist das Weihnachtsfest in Russland wieder ein arbeitsfreier Feiertag.


11.01.1991 Das erste Gesamtberliner Abgeordnetenhaus konstituiert sich in der Nikolaikirche. Mit der Übernahme der bisher nur im Westteil geltenden Berliner Verfassung wird auch in Berlin die staatsrechtliche Einheit Deutschlands vollzogen.


13.01.1991 Sowjetunion: In der litauischen Hauptstadt Vilnius scheitert ein Putsch Moskautreuer Kräfte und sowjetischer Spezialeinheiten. Vierzehn Litauer werden getötet, als sie friedlich gegen den Umsturzversuch protestieren.


17.01.1991 Helmut Kohl wird vom Deutschen Bundestag mit 378 von 644 abgegebenen Stimmen erneut zum Bundeskanzler gewählt.


20.01.1991 Sowjetunion: Im Streit um die lettische Unabhängigkeit greifen Eliteeinheiten des sowjetischen Innenministeriums das lettische Innenministerium an. Radio Riga ruft zum Widerstand auf, fünf Menschen kommen bei den folgenden Unruhen ums Leben.


Vor 25 Jahren

13.11.1995 „Politbüro-Prozess“ gegen frühere Mitglieder des SED-Politbüros, darunter auch Egon Krenz, wegen der Tötung von Flüchtlingen an der innerdeutschen Grenze beginnt vor dem Landgericht Berlin.


30.12.1995 Der Dramatiker Heiner Müller stirbt in Berlin.


Vor 20 Jahren

09.11.2000 Die 1985 im Todesstreifen an der Berliner Mauer gesprengte Kirche der Versöhnungsgemeinde wird wieder eingeweiht.


31.12.2000 Die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) und die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) werden aufgelöst.

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