2,79 Mio. Euro für die Auseinandersetzung mit SED-Diktatur, deutscher Teilung und ihren Folgen als gesamtdeutsches Anliegen

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird 2021 bundesweit 142 Projekte zur Diktaturaufarbeitung mit 2,79 Millionen Euro fördern. Damit können 2021 im gesamten Bundesgebiet Archivprojekte, Dokumentarfilme, Publikationen, Ausstellungen sowie Tagungen und Bildungsmaterialien realisiert werden. Die Unterstützung der Opfer politischer Verfolgung bleibt eine zentrale Aufgabe der Bundesstiftung Aufarbeitung. Für die Initiativen der Opferverbände sowie Beratungsleistungen für Betroffene werden 2021 rund 243.000 Euro bereitgestellt.

Die geförderten Projekte werden im gesamten Bundesgebiet realisiert und unterstützen das von der Bundesstiftung Aufarbeitung seit vielen Jahren verfolgte Ziel, die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Herrschaft als gesamtdeutsche Aufgabe zu verankern. Fragen zur deutschen Teilung und deren Folgen spielen gerade vor dem Hintergrund des 60. Jahrestags des Mauerbaus im kommenden Jahr eine besondere Rolle. Dass die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur und deren Folgen keine ostdeutsche Regionalangelegenheit ist, unterstreichen die vielen an die Stiftung herangetragenen Anfragen und Projektvorschläge aus dem gesamten Bundesgebiet. So befassen sich unter anderem 44 Projekte mit der Transformation nach 1990 nicht nur in Deutschland, sondern auch in Osteuropa. Darunter finden sich auch Projekte, die sich dem Zerfall der Sowjetunion Ende 1991 widmen und so den Blick über den Tellerrand der deutschen Aufarbeitung richten. Einige Vorhaben befassen sich vor dem Hintergrund der Diktaturerfahrung in der DDR explizit mit aktuellen Fragen von Demokratieverständnis und demokratischen Grundwerten.

Vor dem Hintergrund der Coronabedingten Einschränkungen haben viele Projektträger Initiativen entwickelt, um vor allem mit multimedial angelegten Projekten die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur, der deutschen Teilung und deren Folgen voranzubringen. Hier sei besonders auf innovative Bildungsformate hingewiesen wie bspw. das Projekt vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, das den intergenerationellen Dialog befördern und über Social-Media-Kanäle besonders jüngere Menschen mit den Umbruchserfahrungen und Herausforderungen der letzten 30 Jahre vertraut machen will. Dazu gehört aber auch die „Multiperspektivische Transformation“ des Berliner Bildungsanbieters „planpolitik“, die in interaktiven Bildungsworkshops mit Schülerinnen und Schülern über die bis heute kontrovers diskutierte Arbeit der Treuhandanstalt behandeln wollen. Dazu gehören aber auch die vielen Filmdokumentationen, die sehr unterschiedliche Aspekte der jüngeren Geschichte aufgreifen.

Alle Förderprojekte der Bundesstiftung Aufarbeitung 2021 im regionalen Überblick finden hier: