Wie erfolgreich war die Treuhandanstalt darin, 8.500 vormals „volkseigene Betriebe“ der DDR mit mehr als vier Millionen Beschäftigten in marktwirtschaftliche Strukturen zu überführen? Darüber diskutieren am 15. April Zeitzeugen und Politiker im Online-Podiumsgespräch, rund 30 Jahre nach der Ermordung des Treuhand-Präsidenten Detlev Karsten Rohwedder.

Teilnehmen wird die heutige SPD-Bundestagsabgeordnete Katrin Budde, von 1990 bis 2017 Landtagsabgeordnete von Sachsen-Anhalt und dort von 2001 bis 2002 Ministerin für Wirtschaft und Technologie. Mit dabei ist auch Günter Nooke, der als Abgeordneter von Bündnis 90 in der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer 1990 im Verwaltungsrat der Treuhandanstalt saß. Bereits zuvor hatte Nooke mit anderen DDR-Bürgerrechtlern eigene Konzepte zur Privatisierung der ostdeutschen Wirtschaft entwickelt. An der Diskussion beteiligen sich zudem der Makroökonom und ehemalige Finanzminister von Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué sowie der Theologe Prof. Dr. Richard Schröder. Gemeinsam haben sie in dem Buch „Gespaltene Nation? Einspruch! 30 Jahre Deutsche Einheit“ den Transformationsprozess seit 1990 bilanziert. Das Gespräch moderiert die Journalistin Sabine Adler vom Deutschlandfunk.

Wie ist die Rolle der Treuhand aus heutiger Sicht zu bewerten? Welche Optionen und Alternativen gab es beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft seit 1990? Welche Folgen der wirtschaftlichen Neuordnung von damals sind bis heute noch spürbar? Mit der Podiumsdiskussion schließt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur an die erfolgreiche Vortragsreihe über neue Forschungen zur Arbeit der Behörde von 2020 an.

Podiumsdiskussion: Treuhand: Fakten – Meinung – Mythen. Politik und Zeitzeugen im Gespräch

15. April 2021 | 18:00 Uhr

Der Livestream wird auf dem YouTube-Kanal der Bundesstiftung Aufarbeitung übertragen und kann später als Videopodcast abgerufen werden: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/livestream

Via E-Mail (veranstaltungen@bundesstiftung-aufarbeitung.de) und YouTube-Chat können die Zuschauerinnen und Zuschauer an der Diskussion teilnehmen.